wettbewerb bw blueht

Die biologische Vielfalt ist eine der Grundlagen für unser Leben. Sie ist die Basis für unsere Ernährung, für fruchtbare Böden, den Wasser- und Naturhaushalt und das Klima. Das Ministerium Ländlicher Raum und Verbraucherschutz hat den Landeswettbewerb “Baden-Württemberg blüht“ ins Leben gerufen. Es will vorbildliches Engagement unterschiedlicher Akteure und zukunftsweisende Vorhaben zur Erhaltung oder Förderung der biologischen Vielfalt in der Öffentlichkeit stärker sichtbar machen.

Naturnahe Gestaltung von Gärten und freien Flächen im Siedlungsbereich

MinisterPeter Hauk hob bei der Vorstellung des Wettbewerbs am 16. September hervor, dass viele Flächen bergen ein großes Potenzial zur ökologischen Aufwertung haben. „

 So kann beispielsweise die naturnahe Gestaltung von Gärten und freien Flächen im Siedlungsbereich unserer heimischen Tier- und Pflanzenwelt wertvollen Lebensraum bieten. Oder die Anlage und Pflege von Streuobstbeständen oder Biotopen in der freien Landschaft zu mehr Artenvielfalt beitragen. „Umso mehr Menschen sich beteiligen, desto besser ist dies für die Schaffung und Vernetzung der Lebensräume in Baden-Württemberg“, betonte Minister Hauk.

Insgesamt 25.000 Euro Preisgelder

Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger erfolgt durch eine Fachjury aus Vertreterinnen und Vertretern der Land- und Forstwirtschaft sowie des Naturschutzes, der Kommunalen Landesverbände, der Wissenschaft und der Verwaltung. Bei der Bewertung durch die Fachjury liegt der Fokus auf der Gesamtkonzeption des Vorhabens. Bewertet werden zudem die Zusammenarbeit mit Akteuren aus verschiedenen Bereichen. Dazu gehören, der Umfang der ergriffenen Maßnahmen, die Öffentlichkeitsarbeit, der Umweltbildungsaspekt, die Dauerhaftigkeit der ergriffenen Maßnahmen sowie fachliche Aspekte.

Dotiert ist der Wettbewerb mit insgesamt 25.000 Euro. Die Preisverleihung findet im Sommer 2021 statt.

Anmeldung

Das Anmeldeformular für die Neuausschreibung des Landeswettbewerbs, die allgemeinen rechtlichen Hinweise zur Teilnahme sowie die Datenschutzhinweise sind abrufbar unter www.bwblüht.de. Die Anmeldung ist ausschließlich über das E-Mail-Postfach: bwblueht@mlr.bwl.de möglich.

Mit dem Landeswettbewerb „Baden-Württemberg blüht“ zeichnet das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Kooperationen verschiedenster Akteure aus. Ausgezeichnet werden Menschen, die sich vorbildlich für den Erhalt und die Förderung der biologischen Vielfalt im Land einsetzen.

Hintergrundinformationen:

Das Anmeldeformular für die Neuausschreibung des Landeswettbewerbs, die allgemeinen rechtlichen Hinweise zur Teilnahme sowie die Datenschutzhinweise sind abrufbar unter www.bwblüht.de. Die Anmeldung ist ausschließlich über das E-Mail-Postfach: bwblueht@mlr.bwl.de  möglich.

Mit dem Landeswettbewerb „Baden-Württemberg blüht“ zeichnet das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Kooperationen verschiedenster Akteure aus, die sich vorbildlich für den Erhalt und die Förderung der biologischen Vielfalt im Land einsetzen.

Die erste Ausschreibung des Landeswettbewerbs „Baden-Württemberg blüht“ des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz erfolgte im Jahr 2019. Rund 130 Bewerbungen gingen von Städten, Gemeinden,

MILR / Roland Schimanek

energieefizient Sanieren

„Energieeffizienzfinanzierung – Sanieren“ des Umweltministeriums und der L-Bank startet am 1. September

Das baden-württembergische Umweltministerium hat, zusammen mit der L-Bank, ein neues Förderprogramm „Energieeffizienzfinanzierung – Sanieren“ auf den Weg gebracht. Die bestehende KfW-Förderung des Bundes wir für Sanierungen auf ambitionierte Effizienzstandards (KfW 55 und 70) mit Landesmitteln aufgestockt. Damit ist für die Sanierung auf den KfW-Effizienzhausstandard 55 ein Tilgungszuschuss von bis zu 42,5 Prozent möglich und durch die Zuschüsse schneller rentabel.

Das Förderprogramm startete am 1. September. Die Laufzeit beträgt bis Ende 2021. Es wird über die L-Bank abgewickelt.

Mehr Energieeffizienz im Gebäudebestand sorgt für besseres Klima

„Der Klimaschutz ist eine der zentralen Herausforderungen, nach denen wir unser Handeln ausrichten sollten“, ergänzte die Vorsitzende des Vorstands der L-Bank, Edith Weymayr. „Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz können dabei einen wesentlichen Beitrag leisten. Hierzu besitzt insbesondere die Sanierung von Wohnimmobilien ein großes Potenzial. Mit dem Programm ‚Energieeffizienzfinanzierung – Sanieren‘ möchten wir mit passenden Finanzierungsangeboten die Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg dabei unterstützen, besonders effiziente energetische Sanierungsvorhaben anzugehen und unser Land Stück für Stück voranzubringen. Dabei setzen wir auf unser bewährtes Konzept, Bundes- und Landesförderung in einem transparenten und wirkungsvollen Förderprodukt zu bündeln.“

Weitere Informationen zum geförderten Sanieren

Förderprogramm „Energieeffizienzfinanzierung – Sanieren“

Hinweise zur Antragstellung und die entsprechenden Formulare finden Sie bei der L-Bank. Darüber hinaus stehen für die Beantragung und weitere Fragen auch die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner der jeweiligen Hausbanken zur Verfügung.

Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,

Der Herbst ist da! Zum Ende des Gartenjahres zeigt ein vielfältiger Hausgarten noch einmal auf, was er alles zu bieten hat: Spektakuläre Herbstfärbung trifft auf blühende Staudenbeete und leuchtenden Fruchtschmuck. Für viele beginnt damit auch die Zeit des „Großreinemachens“ im Garten. Aber ist das eigentlich sinnvoll? Welche Gartenarbeiten sollte man jetzt durchführen und welche lieber sein lassen oder aufs Frühjahr verschieben? Und welche Wintervorbereitungen sollten jetzt getroffen werden? Viele Nützlinge sind unentbehrliche Helfer im Garten. Ihnen können wir jetzt helfen gut über die kalte Jahreszeit zu kommen. Um all diese Themen geht es im folgenden Vortrag „Gartentipps im Herbst“, Viel Spaß damit!

Ihr Gartenberater vom Verband Wohneigentum,
Sven Görlitz


grundsteuer reform

Neues zur Grundsteuerreform – Die Koalition hat sich auf Eckpunkte der neuen Grundsteuer verständigt: Die Landesregierung setzt auf ein sogenanntes modifiziertes Bodenwertmodell. Basis für die Berechnung werden Grundstücksfläche und der Bodenrichtwert sein. Über die Steuermesszahl sollen Grundstückstypen und -nutzung berücksichtigt werden.

Der Verband fürchtet, dass Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern sich auf eine deutlich höhere Grundsteuer einstellen müssen. „Wir haben in unserer Stellungnahme zum Gesetzgebungsverfahren deutlich gemacht, dass dies zu einer Ungleichbehandlung führt. Die Eigentümer von vermieteten, mehrstöckigen Objekten müssen je genutzter q-m-Fläche deutlich weniger bezahlen als Eigentümer von kleinen Siedlungshäusern“, erklärt Alfred Kurz von Landesverbandsvorstand, der die Antwort formuliert hat. Das sei eine nicht hinnehmbare Ungleichheit.

Zum Landesbeteiligungsportal geht es hier …

In 5 Schritten von der Schotterfläche zu einer artenreichen und pflegeleichten Bepflanzung

Nach der Änderung des Naturschutzgesetzes in Baden-Württemberg wird klarer, was vorher schon durch die Landesbauordnung in §9 Absatz 1 festgeschrieben war: „Die nicht überbauten Flächen der bebauten Grundstücke müssen Grünflächen sein, soweit diese Flächen nicht für eine andere zulässige Verwendung benötigt werden.“ Dies wurde nun in der Änderung des Naturschutzgesetzes vom 22.7.2020 durch den Landtag folgendermaßen ergänzt: § 21a …Schotterungen zur Gestaltung von privaten Gärten sind grundsätzlich keine andere zulässige Verwendung im Sinne des § 9 Absatz 1 Satz 1 LBO…

Reine Schotterflächen im Garten waren also schon seit langem unzulässig, sie wurden lediglich geduldet, nach dem Motto: „Wo kein Kläger, da kein Richter“. Ob nun bestehende Schotterflächen zurückgebaut werden müssen, wird wohl nur gerichtlich zu klären sein und es wird auch dann immer noch von der jeweiligen Kommune abhängen.

Egal ob verpflichtend oder nicht, es ist in jedem Fall sinnvoll, keine neuen Schotterflächen mehr anzulegen und bereits bestehende umzugestalten.

Was ist schlecht an Schotterflächen?

Unter der Annahme, pflegeleichte Gärten zu schaffen, wurden in den letzten Jahren oft Plastikvlies und tonnenweise Schotter auf vormals grüne Gartenflächen verteilt. Die Auswirkungen machen sich vermutlich die Wenigsten bewusst: Keine Lärmminderung, kein Feinstaubfilter, kein kühlender Schatten, keine Nahrungsquelle und kein Unterschlupf für Insekten und Vögel, kein Grün oder Bunt um unsere Stimmung zu heben. Stattdessen toter Gartenboden, heiße Wohngebiete bis tief in die Nacht und irgendwann die Giftkeule auf die Pflanzen, welche sich ja doch wieder ihren Weg bahnen. Gärten, die dem Klimawandel und dem Artensterben etwas entgegenzusetzen haben, sehen anders aus. Im Zuge immer heißer werdender Sommer ist es wichtig, große Teile des Gartens mit Laubgehölzen zu beschatten und so für ein angenehmes Kleinklima zu sorgen.

Doch was nun tun mit einer bereits bestehenden Schotterfläche?

Eine gute Möglichkeit ist diese umzubauen in einen blühenden, artenreichen und insektenfreundlichen Stein- und Kiesgarten. Ein Sand-Schottergemisch dient hier als Substrat. In diesem wachsen trockenheitsverträgliche Gehölze, Stauden und heimische Wildpflanzen, die mageren Boden mögen. Der Pflegeaufwand ist auf diesen Flächen sehr gering. Für diese Art der Gestaltung sollte die Fläche die meiste Zeit des Tages in der Sonne liegen.

1. Schritt: Das Vlies muss weg

Unter den meisten Schotterflächen findet sich Plastikvlies oder -folie. Diese verhindert einen Austausch zwischen dem anstehenden Boden und der Oberfläche und sollte deshalb entfernt werden. Also: Schotter beiseite räumen oder das Vlies direkt darunter hervorziehen.

2. Schritt: Schotter wiederverwenden, Fläche gestalten

Bei grobem Schotter, ab einem Durchmesser von ca. 5cm, kann dieser zu Hügeln und Wällen aufgeschüttet werden. Gestalterisch können diese Wälle mit größeren Steinen, Natursteinmauern, Totholz und Wurzeln ergänzt werden. Danach wird auf der restlichen Fläche ein Sand-Kiesgemisch mit einer Korngrößenverteilung von 0-16mm oder 0-32mm, ca. 15-20cm hoch aufgebracht.

Bereits vorhandener feinerer Schotter und Splitt kann auf der Fläche verbleiben und wird lediglich mit Sand oder feinem Kies vermischt. Auch hier sollte die Höhe des Kies-Sandgemischs am Ende ca. 15-20cm betragen.

3. Schritt: Nahrung für die Pflanzen

Auf die Kiesflächen wird jetzt 2-3 Zentimeter zertifizierten Kompost, der frei von Wildkrautsamen ist, aufgebracht und oberflächlich eingearbeitet.

4. Schritt: Pflanzen und Aussaat

Jetzt erfolgt das Pflanzen geeigneter Sträucher, Stauden und Gräser (siehe Liste). Auch die Aussaat von trockenheitsverträglichen Wildpflanzen ist auf diesen Flächen gut möglich. Inzwischen werden viele pflanzfertige Staudenmischpflanzungen für alle Gartenbereiche angeboten. Der Vorteil: Die Pflanzen sind bereits in Kisten sortiert und müssen nur ausgelegt und gepflanzt werden. Man muss sich also nicht um die richtige Zusammenstellung kümmern. Auch für Kiesflächen gibt es attraktive Staudenmischpflanzungen wie z.B. die Weinheimer Staudenmischungen. In der Anwachsphase bei Trockenheit sollte gut gewässert werden. Erfolgt eine Aussaat, muss das Wildpflanzensaatgut bis nach dem Auflaufen feucht gehalten werden.

5. Schritt: Ganz ohne Pflege geht es nicht

Ebenso wenig wie reine Schotterflächen nach ein paar Jahren ohne Pflege auskommen, brauchen auch diese Pflanzungen hin und wieder unsere Aufmerksamkeit. So müssen evtl. auflaufende Wurzelunkräuter konsequent entfernt werden. Ansonsten wird wenig eingegriffen, viele Wildpflanzen wie Natternkopf, Königs- und Nachtkerze sind zweijährig und „wandern“ im Laufe der Jahre in der Fläche. Man jätet also am besten nur das was man kennt und nicht in der Fläche haben möchte, alles andere bleibt stehen. Im Februar/März werden die Stauden und Gräser zurückgeschnitten und das Schnittgut von der Fläche entfernt. Die geschnittenen Stängel sollten abseits möglichst trocken gelagert werden, da hier oftmals noch überwinternde Wildbienen schlüpfen. Sind die Pflanzen angewachsen muss nicht mehr gewässert werden.

Zusätzliche Tipps:

  • In den Flächen können auch Totholzstämme z.B. von Buchen oder Robinien eingegraben werden. Mit Bohrlöchern in verschiedenen Größen versehen werden diese zu einem Nistplatz für Wildbienen.
  • Die Fläche gestalten z.B. mit Hügeln, Mauern, großen Steinen, Wurzeln, Steinhäufen mit Höhlen als Unterschlupf für verschiedene Tierarten. Dazwischen können auch reine Sandflächen entstehen, als Brutplatz für Eidechsen. (Evtl. mit Drahtgefecht gegen Katzen sichern.)  
  • Wasserschale für Insekten und Vögel in der Fläche aufstellen.
  • Zwiebel- und Knollenpflanzen sorgen für ein attraktives Bild im Frühling.
  • Eine Auflistung von Firmen die Wildstauden und gebietsheimisches Wildpflanzensaatgut anbieten, finden Sie z.B. auf der Internetseite des Naturgartenvereins unter der Rubrik Mitgliedsbetriebe. Viele nützliche und unabhängige Garteninformationen sowie einen monatlichen Gartennewsletter finden Sie unter www.gartenberatung.de

Beispiele geeigneter Sträucher

Nur wenn viel Platz vorhanden ist, sonst beschränkt man sich nur auf Stauden und Gräser-

Deutscher NameBotanischer NameBlütenfarbeBlütezeitHöhe m
Gemeine FelsenbirneAmelanchier ovalisweiá4-51-3
BartblumeCaryopteris x clandonensisblau8-91
KornelkirscheCornus masgelb3-44-6
Deutscher GinsterGenista germanicagelb5-60,3-0,6
MispelMespilus germanicaweiá5-64-5
Weidenblättrige BirnePyrus salicifoliaweiá45-6
Hecht-RoseRosa glaucablaurot6-73
MönchspfefferVitex agnus-castusblauviolett8-92-4

Beispiele für Stauden, Gräser, Zwiebel- und Knollenpflanzen

Deutscher NameBotanischer NameBlütenfarbeBlütezeitHöhe cm
BlaunesselAgastache Rugosa-Hybride 'Blue Fortune'blauviolett7-960-80
KüchenschelleAnemone pulsatillaviolett3-420
Wilde Zwerg-AsterAster sedifolius 'Nanus'blauviolett8-930-40
Sandrohr "Karl Förster"Calamagrostis acutiflora `Karl Foerster`gelbbraun7-8100-150
Echte BergminzeCalamintha sylvaticablau-violett6-930-60
Zwerg-GlockenblumeCampanula cochleariifoliablau6-710
Elfen-KrokusCrocus tommasinianuslila2-310
SilberwurzDryas x suendermanniiweiá5-610
Purpur-SonnenhutEchinacea pupureaPurpurrosa7-980-100
KugeldistelEchinops ritroblau7-9120
NatternkopfEchinum vulgareblau5-870
Alpen-MannstreuEryngium alpinum `Blue Starïblauviolett7-880
WalzenwolfsmilchEuphorbia myrsinitesgelb5-625
Steppen-WolfsmilchEuphorbia seguierianagelbgrn6-940-60
PrachtkerzeGaura lindheimerirosaweiá7-1080
Zwerg-YsopHyssopus officinalis ssp. aristatusTiefblau7-820-30
Zwerg-IrisIris reticulata, Iris histroidesblau/violett2-310-15
LeinLinum perennehimmelblau6-850
KatzenminzeNepeta x fasseniililablau5-925
Polster-NachtkerzeOenothera missouriensishellgelb6-925
OreganoOreganum vulgarerosalila6-915
Silberbusch BlaurautePerovskia atriplicifoliaLavendelblau8-9100-150
Steppen-SalbeiSalvia nemerosablauviolett6-930-50
HeiligenblumeSantolina chamaecyparrisusgelb7-840
FetthenneSedum Telephium- Hyb.rosabraun9-1050
FedergrasStipa capillata od. pulcherrima8-960-80
Kaskaden-ThymianThymus longicaulis ssp. odoratusWeiá/rosa5-620
Weinberg-TulpeTulipa sylvestrisgelb4-530-40
KönigskerzeVerbascum nigrumgelb6-8100

Sowie weitere Stauden und Gräser für trockene, sonnige Freiflächen.

Unvorsichtig oder leichtsinnig kann jeder mal sein… schon ist ein Malheur geschehen. Wer dabei anderen einen Schaden zufügt, der muss dafür aufkommen. Das betrifft nicht nur den Rotweinfleck auf der Tischdecke, sondern auch schwere Unfälle und zerstörte Gebäude sowie kontaminierte Umwelt. Dabei muss der Schaden nicht unbedingt vom Eigentümer oder einem Familienmitglied ausgelöst werden. Er haftet auch, wenn ein Beauftragter – etwa ein Handwerker – den Schaden verursacht hat.

Jeder Schaden oder jede Beeinträchtigung, die durch Umwelteinwirkungen wie beispielsweise Druck, Geräusche oder Stoffe (egal in welchem Aggregatzustand) verursacht wird und sich in Wasser, Boden und Luft manifestiert bzw. sich dorthin ausgebreitet hat, gilt als Umweltschaden oder Umweltbeeinträchtigung. 1991 erließ der Bundestag das Umwelthaftpflichtgesetz (UmweltHG). In ihm wurden die Oberflächen- und Grundwasser sowie Luft und Boden zu besonderen Schutzzonen erlassen. Das Umwelthaftpflichtgesetz regelt seither die verschuldensunabhängige Anlagenhaftung bei Umwelteinwirkungen.

Eine Haftung für Ökoschäden sah das Gesetz nicht vor. Genau diese Lücke schloss die EU-Umwelthaftungsrichtlinie. Sie ist seit 2007 in den EU-Mitgliedstaaten verbindlich. In Deutschland wurde sie in Form des Umweltschadensgesetzes (USchadG) umgesetzt. Erstmals wurden darin einheitliche Anforderungen für die Sanierung von unfallbedingten Umweltschäden – im Speziellen von ökologischen Schäden – festgelegt. Die Umweltschaden-Haftpflichtversicherung bietet Schutz auf Ersatzansprüche bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen von Personen oder Sachschäden.

„Umweltschäden verursachen generell sehr hohe Kosten. Die Wiederherstellung der Natur und natürlichen Lebensräume nach einem Schadensfall ist in der Regel mit hohem Aufwand verbunden – wenn deren Wiederherstellung überhaupt wieder möglich ist“, erklärt Roland Schimanek, Landesverbandsgeschäftsführer. „Wir konnten den Basisschutz für unsere Mitglieder durch die Umwelt-Haftpflichtversicherung sinnvoll ergänzen. Denn sie schützt den Haus- und Wohnungseigentümer gegen privatrechtliche Schadenersatzansprüche aus der Lagerung, dem Betrieb und der Verarbeitung von umweltrelevanten Anlagen, Maschinen oder Chemikalien “, so Schimanek.

Umweltschadenhaftpflicht durch Mitgliedschaft abgedeckt

Die Mitgliedschaft im Verband Wohneigentum Baden-Württemberg umfasst auch die Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung und schließt ausdrücklich auch die Umwelthaftpflicht-Basisversicherung mit ein. Die Versicherungssumme beträgt 10 Mio. Euro für die Personen-, Sach- und Vermögensschäden pro Versicherungsjahr.

Die Umweltschaden-Haftpflichtversicherung schützt das Mitglied, wenn  von seinem Grundstück oder aus Besitz von nicht zulassungs- oder nicht versicherungspflichtigen Fahrzeugen versehentlich Stoffe in die Umwelt gelangen, die zu einer Schädigung von geschützten Arten und natürlichen Lebensräumen, von Gewässern oder des Bodens führen.

Der Versicherungsschutz umfasst die klassische Verpflichtungsprüfung des Haftpflichtversicherers (ob gesetzlich Haftungsanspruch besteht und Abwehr von unberechtigten Schadenersatzansprüchen), die Übernahme von berechtigten Sanierungs- und Kostenerstattungsverpflichtungen sowie die Verfahrens- und Prozessführung. Mit anderen Worten: der Versicherer kümmert sich im Schadensfall um die gesamte Abwicklung und übernimmt gegebenenfalls auch die Kosten für den Verteidiger. Im berechtigten Schadensfall übernimmt die Versicherung auch die Kosten für die Wiederherstellung der natürlichen Lebensräume oder des Gewässers, nämlich sowohl die primäre Sanierung als auch die ergänzende Sanierung oder die Ausgleichssanierung.

Nicht versichert sind selbstverständlich vorsätzliche Schädigungen und Grundwasserschäden sowie die Schäden, die das eigene Grundstück betreffen.

Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an die Landesgeschäftsstelle: baden-wuerttemberg@verband-wohneigentum.de, Tel.: 0721 98 16 20

Zukunft Altbau

Ein Haus ist ein sehr komplexes System. Eine Veränderung an einer Stelle wirkt sich auf Anderes aus. Eine Dämmung hier, kann Feuchtigkeitsprobleme dort nach sich ziehen. Wenn man für das Haus Geld und Zeit investiert, dann sollte es in ein ganzheitliches Konzept eingebunden sein. Sonst war es sprichwörtlich „für die Katz‘“.

Das Umweltministerium Baden-Württemberg hat das Informationsprogramm „Zukunft Altbau“ ins Leben gerufen. Hier können sich Hauseigentümer kostenfrei zu grundsätzlichen Fragen zur energetischen, kosten- und zeitoptimierten Sanierung Rat und Information holen. Denn eine durchdachte, clevere Altbausanierung bewahrt vor Fehlern und teuren Schäden – und sie ist auch in Etappen möglich.

Getragen wird das Programm „Zukunft Altbau“ von der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA). Ihre regionalen und lokalen Experten beraten qualifiziert und ganzheitlich.

Die Beratung umfasst

  • Analyse der wichtigsten Gebäude-, Anlagen- und Verbrauchsdaten
  • Vorschläge für Energieeffizienzmaßnahmen samt einer ersten Abschätzung zu deren Wirtschaftlichkeit
  • Hinweise auf Fördermöglichkeiten

Weitere Informationen erhalten Sie über www.zukunftaltbau.de

Ratgeberbroschuere Eigentumswohnung

Unsere Partnerverband, der Bauherren-Schutzbund, hat einen neuen Ratgeber Eigentumswohnung aufgelegt. Auf 50 Seiten wird kompakt über die Grundlagen zum Wohnungskauf von einem Bauträger, über die Qualitätssicherung in der Bauphase bis zum Einzug informiert. Die Broschüre kann über www.bsb-ev.de bestellt werden.

Tipp: Wer ein Wohnbauprojekt plant und umsetzt der braucht an jeder Stelle Expertenrat. Über den Partnerverband Bauherren-Schutzbund (BSB) erhalten dessen Mitglieder Zugang zu Bauherrenberatern und Bauanwälten. Wenn man als Mitglied unseres Verbandes dort beitritt, entfällt die Aufnahmegebühr beim BSB in Höhe von 52 Euro.

vogel

Die Siedlergemeinschaft Klettgau e.V. hat beim Bundeswettbewerb 1.111 Nisthilfen sprichwörtlich den Vogel abgeschossen und den 1. Platz belegt. Sie hat in den letzten Jahren über 400 Nistkästen für alle Vogelarten angefertigt und artenspezifisch im Wald, auf Streuobstwiesen, Gärten oder an Bächen aufgehängt.

Fast etwas untergegangen ist dabei das besonders herausragende Engagement von Rolf Spitznagel. Der aktive Rentner hat sich mit seinem Herzen der Natur verschrieben. Für seinen Hausgarten und an Wiesen und im Wald hat Rolf Spitznagel über die Jahre über 55 Nistkästen für Vögel, Insekten und Fledermäuse gebaut. Selbstverständlich beschränkt sich sein Engagement nicht auf die Herstellung der Bruthotels. Spitznagel pflegt und reinigt sie auch regelmäßig und steckt mit seinem Engagement seine Nachbarn und die Siedlergemeinschaft an. So hat er maßgeblichen Anteil an der Streuobstwiese der Siedlergemeinschaft sowie an verschiedenen Natur- und Artenschutz-Projekten der Kinder- und Jugendgruppe der SG Klettgau e.V. Danke dafür!

Rolf Spitznagel
Rolf Spitznagel

Für die Chronik des Landesverbandes und zur Darstellung unserer Verbandsgeschichte suchen wir Zeitzeugen aus den Nachkriegsjahren. Damals wurden viele Siedlungen in Eigenarbeit errichtet, in manchen sogar die Häuser per Losentscheid erst nach dem Bau den Familien zugewiesen. Für den Hausbau und die Gartenbewirtschaftung wurden Gemeinschaftsgeräte angeschafft und Sammelbestellungen vorgenommen. Die Gärten dienten der notwendigen Selbstversorgung und eine Nutztierhaltung war üblich. Wir möchten gerne persönliche Berichte aus dieser Zeit auf Video aufnehmen und zu unserem Jubiläum veröffentlichen.

  • Haben Sie die Kriegs- und Nachkriegsjahre in Ihrer Siedlung miterlebt und evtl. in dieser Zeit Ihr Familienheim gebaut?
  • Können Sie sich gut an die Lebensweise, die Haus- und Gartennutzung und das Gemeinschaftsleben von damals erinnern?
  • Fallen Ihnen besondere Ereignisse, Erinnerungen und Anekdoten zu dieser Zeit ein?
  • Gibt es in Ihren Siedlungen noch Originalsiedlungshäuser aus den 30er-50er Jahren, die auch im Innern noch kaum verändert wurden?

Wenn Sie Material beisteuern können oder für ein Video-Interview bereit stehen, setzen Sie sich bitte mit der Landesgeschäftsstelle in Verbindung (Tel.: 0721 98 16 2-0 oder baden-wuerttemberg@verband-wohneigentum.de.

Wir freuen uns auf Ihre persönlichen Geschichten, Bilder und Berichte aus dieser Zeit.