Nebenkosten nicht vergessen!

Der Traum von den eigenen vier Wänden wird getrübt, wenn plötzlich unerwartete Kosten auftauchen, mit denen man gar nicht gerechnet hat. Baugenehmigung, Grunderwerbsteuer, Notar- und Eintragungskosten – beim Kauf oder Neubau einer Immobilie entstehen nicht unerhebliche Nebenkosten. Planen Sie diese üblichen Nebenkosten unbedingt beim Kauf mit ein, rät Helmut Weigt, Finanzexperte beim Verband Wohneigentum. Damit es nicht zu bösen Überraschungen kommt!

Grunderwerbssteuer

Die fällige Grunderwerbsteuer berechnet sich aus dem notariell beurkundeten Kaufpreis. Dabei werden der Grundstückspreis und der Preis eines bereits bestehenden Gebäudes als Bemessungsgrundlage angesetzt. Auch der Preis eines Neubaus vom Bauträger fällt in diese Bemessungsgrundlage, obwohl das Gebäude noch gar nicht errichtet ist (Ausnahme: Sie kaufen ein unbebautes Grundstück nicht bei dem beauftragten Bauträger). Die Höhe der Grunderwerbsteuer ist abhängig vom jeweiligen Bundesland und liegt zwischen 3,5 Prozent und 6,5 Prozent der Bemessungsgrundlage.

Notarkosten

Wer sich eine Immobilie kauft oder ein Haus baut, muss diesen neuen Besitz auf einem Grundstück von einem Notar im Grundbuch der Stadt oder Gemeinde eintragen lassen. Um sicherzugehen, sollte man dafür rund 2,0 Prozent der Bemessungsgrundlage für Notar- und Gerichtskosten ansetzen.

Maklerkosten

Ist ein Immobilienmakler involviert, kommt seine Courtage hinzu, die ebenfalls regional sehr unterschiedlich ausfällt und zwischen 3,6 Prozent und 7,15 Prozent liegt.

Gern vergessene Kosten

Neben diesen „üblichen Kosten“ können aber durchaus weitere Kosten entstehen, die häufig vernachlässigt werden. Beispielhaft sind hier Kosten zu nennen, die zwar nicht direkt mit dem Erwerb oder Bau einer Immobilie zu tun haben, die es aber zuweilen zu berücksichtigen gilt:

Renovierungskosten

Die Kosten der Renovierungen und Sanierungen einer gebrauchten Immobilie werden im Finanzierungsplan zwar meist angesetzt, aber regelmäßig zu niedrig. Der Grund dafür liegt vor allem darin, dass viele Kosten erst während der Renovierung erkannt werden können (auch Gutachter haben keine Röntgen-Augen). Planen Sie umfangreiche Eigenleistung, denken Sie daran, dass gutes Werkzeug die Arbeit erleichtert, aber auch nicht ganz billig ist. Möglicherweise sind Sie in Ihrem Mietvertrag rechtlich bindend verpflichtet worden, Ihre Mietwohnung renoviert zurückzugeben. Auch diese Kosten werden meist außer Acht gelassen.

Zinsen während der Bauzeit

Wer ein Haus neu baut, muss mit einer Bauzeit (von Planung bis Fertigstellung) von gut einem Jahr rechnen. Während dieser Bauzeit fallen bereits Zinsen an, die neben der weiterlaufenden Miete zu zahlen sind. Wer mit dieser Doppelbelastung überfordert ist, muss die Bauzeitzinsen als Kostenfaktor, der in vielen Finanzierungsplänen fehlt, berücksichtigen.

Umzugskosten

Die Kosten des Umzuges können erheblich ins Geld gehen, wenn man nicht auf kräftige Freunde und Bekannte angewiesen sein möchte.

An die neue Einbauküche denken die meisten, aber oft müssen auch andere neue Möbel angeschafft werden, weil die alten beim Umzug aus dem Leim gehen oder schlicht nicht in das neue Haus passen.

Ein Haus auf dem Land ist wahrscheinlich billiger als ein Haus im Stadtzentrum, aber unser heutiger Anspruch auf Beweglichkeit macht dann vielleicht einen Zweitwagen erforderlich.

Künftig genießen Sie die Sonnen nicht mehr auf einem winzigen Balkon, sondern im eigenen Garten. Spaß macht das aber nur, wenn die neuen Gartenmöbel bequem sind und ein großer Sonnenschirm Ihre Haut vor Verbrennungen schützt. Rasen und Hecken lassen sich auch kaum mit der Nagelschere schneiden, weshalb Sie sich sicher bald auf den Weg machen werden, entsprechende Gartengeräte anzuschaffen.

Diese Liste der gern vergessenen Nebenkosten könnte man beliebig fortsetzen. Dem ein oder anderen mag sie kleinlich vorkommen. Doch die Warnung, möglichst alle Kosten zu kalkulieren, hat einen tieferen Sinn:

Unser Tipp

Hat man für derartige Kosten kein Geld mehr in der Reserve, bleibt nur der Weg zur Bank, um es sich zu besorgen. Und genau das ist der Haken: Da sie wahrscheinlich bereits einen Baukredit aufgenommen haben, ist die einzige Bank, die Ihnen noch Geld geben wird, die Bank, die Ihr Haus finanziert und es mit der für sie eingetragenen Grundschuld als Sicherheit für andere Institute „blockiert“ hat. Dieser Bank sind Sie im Falle einer nicht zu umgehenden Nachfinanzierung folglich schlicht ausgeliefert. Mit ziemlicher Sicherheit wird Ihnen diese Bank einen deutlich höheren Zinssatz berechnen, als es Ihrem Geldbeutel lieb ist.

Halten Sie also in jedem Fall ausreichende Eigenkapitalreserven vor und denken Sie bei Ihrer Kostenaufstellung möglichst an wirklich alles, was auf Sie zukommt.

Grunderwerbsteuer reduzieren

Die anfänglich genannte Grunderwerbsteuer kann man nur durch eine Reduzierung der Bemessungsgrundlage schmälern. Manche Steuerberater oder Notare geben hier gerne den gut gemeinten Rat, miterworbenes Zubehör (z. B. einen Einbauküche oder das Guthaben der Instandhaltungsrücklage einer Eigentumswohnung) im Kaufvertrag auszuweisen, denn darauf fällt dann keine Grunderwerbsteuer an.

Aber diese Empfehlung hat zur Folge, dass die finanzierende Bank den Wert der Immobilie entsprechend reduziert, das Verhältnis von Darlehen zu Objektwert damit schlechter wird und deshalb das Risiko der Bank ebenfalls höher bewertet wird. Dieses höhere Risiko der Bank hat dann gegebenenfalls einen höheren Zinssatz zu Folge, womit sich der Grunderwerbsteuervorteil zum Finanzierungsnachteil wenden kann.

Dieser „Trick“ spart bei einer mit 5.000 Euro ausgewiesenen Einbauküche beim höchsten Grunderwerbsteuersatz (6,5 Prozent) gerade mal 325 Euro. Verschlechtert sich hingegen damit der Zinssatz des Darlehens beispielsweise um 0,1 Prozent pro Jahr, zahlen Sie bei einem Darlehen von 100.000 Euro allein im ersten Jahr also rund 100 Euro mehr.

Man muss wahrlich kein mathematisches Genie sein, um zu erkennen, dass der Mehraufwand an Zinsen über die gesamte Finanzierungsdauer gesehen diesen vermeintlichen Vorteil völlig zunichtemacht.

Fazit: Letztlich bleibt also nur die alte Kaufmannsweisheit: „Der größte Vorteil liegt im Einkauf“, was so viel heißt, dass durch geschicktes Verhandeln und einen intensiven Preisvergleich voraussichtlich die höchste Ersparnis zu erzielen ist. H.W.

Anzahl der PV-Anlagen im Aufwärtstrend / Verband Wohneigentum Baden-Württemberg plädiert für Erleichterungen bei Errichtung privater Solarstromanlagen

Das baden-württembergische Umweltministerium hat jetzt den aktuellen Monitoring-Bericht zur Energiewende in Baden-Württemberg vorgelegt. Erarbeitet wurde er vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Dargestellt werden vor dem Hintergrund der Versorgungssicherheit die Entwicklung der erneuerbaren Energien und des konventionellen Kraftwerkparks. Außerdem sind Strom- und Gasinfrastruktur, Endenergieverbrauch und Energieeffizienz Thema. Auch die Entwicklung der Verzahnung in den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr, sowie die Ausgaben für Energie stehen im Fokus.

Versorgungssicherheit in Baden-Württemberg ist gewährleistet

Mit dem Abschalten des Kernkraftwerks Philippsburg 2 reduziere sich zum Jahresende die konventionelle Kraftwerkskapazität in Baden-Württemberg. Einfluss auf die Versorgungssicherheit im Land habe das jedoch nicht, betont der Energieminister Franz Untersteller in einer Pressemitteilung des Ministeriums. „Baden-Württemberg war schon immer ein Stromimportland und wird es auch weiterhin bleiben. Die im Bericht seitens des ZSW ausgewerteten Studien geben keine Hinweise darauf, dass die Versorgungssicherheit nicht gewährleistet werden kann“, heißt es auf der Website des Ministeriums.

Haushaltsstrompreis leicht gestiegen

Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis stieg im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Prozent auf 29,5 Cent pro Kilowattstunde. „Das liegt im Wesentlichen an den gestiegenen Kosten für Beschaffung und Vertrieb“, erläuterte Minister Untersteller in der Mitteilung. „In Relation zum Bruttoinlandsprodukt liegen die Ausgaben für den Stromverbrauch mit zwei Prozent aber noch immer unterhalb des Niveaus von 1991.“

Fortschritte beim Wärmebedarf von Gebäuden

Zudem wird mitgeteilt, dass Professor Frithjof Staiß vom ZSW darauf hinweise, dass mit Blick auf den Wärmebedarf von Gebäuden zwar insgesamt in Baden-Württemberg Fortschritte zu verzeichnen seien. „Die spezifische Verbrauchsminderung in Gebäuden wird jedoch häufig durch größere Wohnflächen kompensiert. Hier gilt es, parallel zu weiteren Effizienzanstrengungen zukünftig verstärkt erneuerbare Energien und Abwärme in der Wärmeversorgung einzusetzen. Mit der seitens der Landesregierung geplanten Einführung einer verbindlichen kommunalen Wärmeplanung für große Kreisstädte und Stadtkreise kann dies maßgeblich unterstützt werden“, wird er in der Pressemeldung zitiert.

Der Verband Wohneigentum Baden-Württemberg plädiert dafür, dass die Errichtung von privaten Solarstromanlagen erleichtert wird. Insbesondere fordert er, dass der selbstgenutzte Solarstrom nicht nur bis zu 300 Kilowattstunden frei von Abgaben und Genehmigungen durch den Energieanbieter ist, sondern bis zu 3000 kWh. Auch sollen die Erträge nicht durch den zusätzlichen Steuer- und Verwaltungsaufwand geschmälert werden, so Landesgeschäftsführer Roland Schimanek.

Grundsätzlich fordert er, dass Bürger einen leichteren Zugang zur Gründung von Nahversorgungsnetzen erhalten soll.

Der gesamte Bericht kann auf der Internetseite des Landesministeriums heruntergeladen werden:

Monitoring-Bericht zur Energiewende in Baden-Württemberg

versicherung winterschaeden

Feuchtes Mauerwerk, berstende Wasser- oder Heizungsrohre, überlastete Dächer: Der Winter kann erhebliche Schäden nach sich ziehen. Diese Versicherungen helfen, den Schaden zu begrenzen:

Wohngebäudeversicherung

Zahlt in der Regel Schäden, die durch Feuer, Hagel, Sturm und Leitungswasser entstanden sind. Frostschäden sind mitversichert. Leitungen im Außenbereich sind nur abgedeckt, wenn dies ausdrücklich in der Police steht.

Versicherung gegen weitere Elementargefahren

Sichert äußere Schäden am Gebäude ab, zum Beispiel durch Schneedruck.

Muss unter Aufpreis extra mitversichert werden. Meist nur im Paket mit Gefahren wie Hochwasser, Erdbeben und Lawinengefahr zu bekommen.

Grundstücks-Haftpflichtversicherung

Als Grundstücksbesitzer haftet man für Gefahren, die vom Grundstück und von angrenzenden Gehwegen und Zufahrten ausgehen. Stürzt ein Passant auf einem eisigen Gehweg oder löst sich ein Eiszapfen vom Dach und verletzt einen Besucher, dann springt die Haftpflichtversicherung der Person ein, die für das Räumen verantwortlich ist.

Tipps für den Schadensfall

  • Melden Sie den Schaden unverzüglich Ihrem Versicherer.
  • Versuchen Sie, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Sie sind dazu verpflichtet. Läuft etwa Leitungswasser aus, schließen Sie so schnell wie möglich den Haupthahn und bringen Sie das Mobiliar ins Trockene.
  • Schaffen Sie Beweise: Fotografieren Sie die gröbsten Schäden, wenn Sie die Schadenstelle nicht bis zu einer Besichtigung durch die Versicherung unverändert lassen können.

Sanierung, Einbruchschutz und spannende Rechtsthemen

Mit seinen Kooperationspartnern bietet der Verband Wohneigentum in der Vortragsreihe „Forum Wohneigentum“ auch im Jahr 2020 wieder interessante Themen rund ums Eigenheim für alle interessierten Eigentümer. Neu hinzugekommen sind neben Vorträgen zu Erb- und Nachbarschaftsrecht nun auch die Themen „Energieeffiziente Sanierung im Bestand“ sowie „Einbruchschutz“.

Bernd Bosan, Dipl. Ing. Architekt, ist unabhängiger Experte für „Energieeffiziente Sanierung im Bestand“. Er arbeitet auch mit der Verbraucherzentrale zusammen und ist Sachverständiger für Energieeffizienz sowie Energieberater. In seinen Vorträgen befasst er sich auch mit möglichen Förderungen und dem EWärmeG.  Von Februar bis April bietet er Vorträge für die nördlichen Bezirksverbände einschließlich Karlsruhe und Rastatt an.

Edgar Schneider, Inhaber der Firma SSM Sicherheitstechnik aus Spaichingen, bietet  Vorträge in ganz Baden-Württemberg. Sein Spezialgebiet ist das Thema Einbruchschutz. Bei seinen Vorträgen geht er auch auf KfW-Fördermöglichkeiten beim Einbruchschutz ein.

Sobald die Termine für die einzelnen Vorträge, die vor Ort bei den örtlichen Vereinen organisiert werden, feststehen, werden diese auf unserer Homepage unter der Rubrik „Termine“ veröffentlicht. Schauen Sie einfach ab und zu vorbei, oder achten Sie auf Ankündigungen in der örtlichen Presse – vielleicht ist auch ein spannender Vortrag in Ihrer Nähe dabei.

tag-des-ehrenamt

Verband Wohneigentum begrüßt Gründung der „Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt“

Am 5. Dezember war Tag des Ehrenamts.  Der Verband Wohneigentum Baden-Württemberg möchte diese Gelegenheit nutzen, sich von Herzen für den freiwilligen Einsatz vieler seiner Mitglieder zu bedanken. Wir möchten auch weiterhin dieses bürgerschaftliche Engagement stärken und begrüßen deshalb ausdrücklich die Initiative der Bundesregierung, die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt zu gründen. 

Erklärtes Ziel dieser Initiative ist es, Serviceangebote für die Organisation von bürgerschaftlichem Engagement und Ehrenamt bereitzustellen, die Vernetzung vor Ort und ehrenamtlich Tätige bei der Digitalisierung zu unterstützen und begleitende Forschungsvorhaben fördern.

Der Verband Wohneigentum Baden-Württemberg sieht darin eine große Chance, der nachlassenden Bereitschaft vieler Bürger zur Übernahme einer ehrenamtlichen Tätigkeit entgegenzuwirken. Denn  viele große Hürden, die sich im ehrenamtlichen Alltagsgeschäft auftun, könnten mitunter schon durch kleine finanzielle Unterstützung beseitigt werden. Das könnte manche Last von den Schultern der engagierten Ehrenamtlichen nehmen, die mit starken Schultern so viel dazu beitragen, dass das gesellschaftliche Leben vor Ort bereichert und das soziale Miteinander gestärkt wird.

mauer nachbarschaftsrecht

Unser heutiger Rechtstipp betrifft das Nachbarschaftsrecht: Wer ist zuständig für die Pflege und die Instandhaltung der Mauer zwischen zwei nachbarlicher Grundstücke?

Streitfall Mauer zweier Nachbarschaftsgrundstücke
Streitfall Mauer zweier Nachbarschaftsgrundstücke

Muss der Eigentümer die Seite zum Nachbarn selbst pflegen – also verputzen, streichen und dergleichen? Muss er das von seinem Grundstück aus durchführen? Das hat sich eines unserer Mitglieder gefragt. Über unseren Rechtsberater Dr. Eisenhart von Loeper konnte der Verband Wohneigentum weiterhelfen.

Wenn Mauern im Einverständnis mit dem Nachbarn auf der Grenze stehen, gehören sie beiden Parteien – weswegen auch beide sich um ihre jeweilige Seite zu kümmern haben.  Geregelt ist das in den Paragraphen 741, 744 BGB.  Die Lasten und Kosten für die Instandhaltung müssen die Nachbarn dann also anteilsmäßig tragen (§ 748 BGB).

Wenn die Mauer wesentlicher Bestandteil nur eines Grundstücks ist (siehe § 93 BGB), dann hat der Eigentümer alle damit verbundenen Verpflichtungen zu erfüllen und Kosten zu tragen.

Oft stehen beispielsweise Garagenwände an einer Nachbargrenze. Dort ist häufig die Instandhaltung  nur möglich, wenn das Nachbargrundstück auch betreten werden darf. In diesem Fall hilft das Nachbarrechtsgesetz mit dem „Hammerschlags- und Leiterrecht“ (§ 7 d NRG). Mit einer  Vorankündigung von zwei Wochen darf das Nachbargrundstück betreten und auch ein Gerüst für die notwendigen Reparaturen aufgestellt werden. Natürlich muss, wenn dabei ein Schaden entsteht,  dieser ersetzt und auf Verlangen des Nachbarn Sicherheit geleistet werden.

Endlich eingezogen ins neue oder frisch renovierte Haus? Da ist die Freude groß – aber manchmal nur von kurzer Dauer. Beispielsweise wenn sich bald nach der Abnahme Schimmel in den Ecken bildet, Rohre lecken oder die Fenster nicht dicht sind. Der Verband Wohneigentum weiß um solche Probleme. Deshalb stellt er seinen Mitgliedern regelmäßig aktuelle Tipps und Infos zur Verfügung, damit sie gut gewappnet sind. 

Haus Baustelle Baumängel
Wer Probleme mit der Renovierung oder dem Bau seines Hauses hat, benötigt professionelle Hilfe. Der Verband Wohneigentum ist der richtige Ansprechpartner.

Die Liste der möglichen Baumängel ist vielfältig, der Ärger garantiert. Die meisten Hausbesitzer sind damit alleine überfordert. Wichtig sind das richtige Vorgehen und der Rat erfahrener Fachleute. Hier ein kleiner Überblick:

Richtiges Vorgehen bei Baumängeln

Richtige Form: Die Baumängelrüge muss schriftlich erfolgen und datiert sein. Sie beinhaltet den Namen und die Anschrift des Bauherrn. Außerdem die Anschrift des Bauobjektes. 

Mangelsymptom: Die Mängelrüge muss den Schaden (Mangelsymptom) genau beschreiben. 

Konkrete Frist: Die Mängelrüge schreibt ein Datum fest, bis zu welchem die Mängel behoben werden müssen.

Dokumentation: Im optimalen Fall wird die Mängelrüge von einem Bausachverständigen verfasst und/oder durch eine Bilddokumentation belegt.

Experten-Tipp: Verlangen Sie vor Vertragsabschluss eine Fertigstellungs­ und Gewährleistungsbürgschaft von Ihrem Vertragspartner. Geht das Unternehmen insolvent, übernimmt die Bank das Ausfallrisiko.

Erneute Abnahme: Sind die Baumängel behoben, müssen die ausgeführten Arbeiten abgenommen werden.

Rechnungsminderung: Ist die Rechnung noch nicht bezahlt, hat der Bauherr ein so genanntes Zurückbehaltungsrecht. Dabei kann er einen Teil der nicht gezahlten Honorare einbehalten. Die Summe beträgt mindestens das Doppelte der voraussichtlichen Mängelbeseitigungskosten und wird von der Abschlagszahlung abgezogen.

Gerichtliches Vorgehen: Der Bauherr kann wegen Nichterfüllung gerichtlich gegen den Bauunternehmer oder Handwerker vorgehen. Dabei muss er zunächst eine Mängelbeseitigung einklagen (Nachbesserung), deren Kosten er nun geltend macht. Unter Umständen kann er auch einen Preisnachlass oder Schadenersatz fordern, z. B. für Folgeschäden, die aufgrund der Mängel auftraten.

Rücktritt: Sind die Mängel erheblich und ist keine Einigung möglich, kann ein Bauherr auch komplett vom Vertrag zurücktreten.

Wichtig: Alle Maßnahmen sind rechtlich kompliziert und sollten nicht ohne juristischen Beistand und unterstützt durch einen Bausachverständigen erfolgen

Wir für Sie

Nähere Informationen zur Mitgliedschaft, allen Leistungen des Verbands Wohneigentum und viel Wissenswertes rund um Haus und Garten gibt es hier auf der Website, per E-Mail an baden-wuerttemberg@verband-wohneigentum.de oder per Telefon unter 0721/981620.

Tipps für Kauf und Pflege Weihnachtsbaum
Welcher Nadelholzbaum ist der Richtige? Wichtige Tipps für den Kauf und zur Pflege des Weihnachtsbaums

„Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum …“ – so beginnt eines der bekanntesten Weihnachtslieder. Doch was genau steht denn da eigentlich im Wohnzimmer? Als Weihnachtsbaum werden verschiedene Tannen- und Fichtenarten angeboten. In den letzten Jahren hat sich zwar die Nordmanntanne immer stärker durchgesetzt, doch je nach Verwendungszweck behalten die anderen Arten weiterhin ihre Attraktivität.

Nadelhölzer – Eigenschaften und Verwendung

Rotfichte

Sie ist preiswert und verströmt einen ausgezeichneten Duft. Die relativ schlanken Bäume haben meist stark aufwärtsstrebende Zweige, die sich dadurch etwas schwieriger mit Kugeln und Christbaumschmuck behängen lassen. In sehr trockenen, warmen Räumen neigt sie extrem schnell zum „Nadeln“.

Stechfichte, Blaufichte

Diese werden meistens als Edel- oder Blautannen gehandelt. Auch sie verströmen einen angenehmen Duft, zeigen aber eine bessere „Nadelfestigkeit“ als die Rotfichte. Da die Zweige hier relativ waagerecht angeordnet sind lassen sie sich sehr gut schmücken, allerdings pieken sie. Stech- und Blaufichten eignen sich sowohl im Freiland, als auch im Wohnzimmer. Aber auch hier gilt: je kühler der Raum und höher die Luftfeuchte, desto länger halten sie.

Nordmanntanne

Die Nordmanntanne hat einen gleichmäßigen Wuchs mit waagerechten, relativ weit auseinander liegenden Zweig-Etagen. Durch gezielte Schnittmaßnahmen an den Jungbäumen sind sehr harmonisch gewachsene Bäume im Handel. Die Nadeln sind angenehm weich und dunkelgrün-glänzend. Die Nordmanntanne trocknet im Laufe der Zeit komplett ein, ohne Nadeln abzuwerfen.
Neben diesen werden auch noch Kieferarten, Douglasien und Nobilistannen angeboten.

Tipps der Gartenberatung des Verband Wohneigentum Baden-Württemberg e.V.

Woher kommt mein Baum?

  • Weihnachtsbäume werden in intensiven Kulturen gezogen, in denen meist auch Insektizide, Unkrautvernichter und mineralischer Dünger ausgebracht werden. Wer das nicht möchte, findet oftmals Alternativen aus heimischer Forstwirtschaft, die beim regionalen Forstamt erfragt werden können. Teilweise können hier die Bäume auch selbst geschlagen werden. Eine weitere Möglichkeit sind, sofern erhältlich, Bäume aus ökologischen Kulturen mit Bio-Siegel.
  • Der Baum sollte beim Kauf keine beschädigten Zweige haben und frisch sein, dies ist an der hellen Schnittfläche erkennbar.

Die Haltbarkeit eines Weihnachtsbaumes kann durch verschiedene Maßnahmen deutlich verbessert werden.

  • Nach dem Kauf den Baum im Netz belassen und an einem kühlen, schattigen Ort, möglichst im Freien, aufrecht lagern.
  • Eine zwei Zentimeter dicke Scheibe vom Fuß des Baumes absägen und in einen Eimer Wasser stellen.
  • Den Baum mit Schlauch oder Gießkanne von Zeit zu Zeit anfeuchten.
  • Am besten geeignet sind Weihnachtsbaumständer mit einem Wasserreservoir.
  • Darauf achten, dass der Baum immer Wasser zur Verfügung hat, denn sonst verschließen sich die Leitungsbahnen. (Notfalls können diese durch ein erneutes Abschneiden einer Stammscheibe geöffnet werden.)
  • Wenn der Baum im Zimmer steht, einmal täglich mit Wasser besprühen.
  • Den Weihnachtsbaum möglichst weit entfernt von Heizkörpern aufstellen und Zugluft meiden.
  • Bei sorgfältiger Pflege kann ein Baum über drei bis vier Wochen einen angenehmen Nadelduft verströmen und frisch bleiben.

Pflegetipps für Weihnachtsbäume mit Ballen

Viele Gartenbesitzer glauben, dass ein Weihnachtsbaum mit Wurzelballen nach dem Fest wieder eingepflanzt und eventuell im nächsten oder übernächsten Jahr wieder genutzt werden kann. Was zunächst vorteilhaft klingt, sollte aber aus folgenden Gründen gut überlegt werden:

  • Weihnachtsbäume mit Ballen sind in der Regel keine Baumschulware und haben deshalb nicht genügend Faserwurzeln für ein sicheres Anwachsen.
  • Die warme, trockene Raumluft führt oft zu Nadelschäden, so dass viele Nadeln vorzeitig abfallen. Diese Bäume wachsen in der Regel später nicht mehr an.

Sollte man sich doch für einen Baum mit Ballen entscheiden, unbedingt nachfolgende Punkte beachten:

  • Der Ballen sollte fest sein und viele Faserwurzeln enthalten. Nur mehrmals verpflanzte Gehölze aus einer Baumschule weisen diese Qualitäts-Merkmale auf.
  • Alternativ wäre ein Baum der im Container kultiviert wurde einer Ballenpflanze vorzuziehen.
  • Den Ballen vorher durchdringend wässern, danach täglich gießen und die ganze Pflanze mit Wasser besprühen.
  • Weihnachtsbaum maximal 10 Tage im beheizten Raum halten.
  • Nach dem Auspflanzen ins Freiland Pflanze vor Wind und Sonne schützen; Gießen nicht vergessen!

Vorstand Verband Wohneigentum Baden Württemberg
Der neue Landesverbandsvorstand: Stefan Bässler, Harald Beha, Thomas Böcherer, Günter Fuchs, Ulrich Gärtner, Gisela Hinderberger, Reinhard Isak, Wolfgang Jösch, Roeland Keja (fehlt), Harald Klatschinsky, Rudolf Köstel, Alfred Kurz, Petra Oßwald, Markus Rauch, Peter Sitte, Dr. Jürgen Wetterauer, Thomas Wieland, Gabriele Zeller

Delegierte aus ganz Baden-Württemberg, zahlreiche Ehrengäste, prominente Redner aus Politik und Wissenschaft: Der Landesverbandstag 2019 in der Badnerlandhalle in Karlsruhe hatte nicht nur verbandsinterne Arbeit im Gepäck. Im öffentlichen Teil hat sich wieder einmal gezeigt, dass das Thema Wohneigentum in vielerlei Hinsicht hochaktuell ist und viele spannende Fragen zu diskutieren sind. Hier ein paar Eindrücke, festgehalten von der Fotografin Silke Voss.

Der neu gewählte Landesverbandsvorstand

Stefan Bässler,  Mannheim         BV Rhein-Neckar

Harald Beha, Villingen-Schwenningen   BV Schwarzwald-Baar-Heuberg

Thomas Böcherer, Teningen       BV Südlicher Oberrhein

Günter Fuchs, Kippenheim         BV Ortenau

Ulrich Gärtner, Mannheim          BV Rhein-Neckar

Gisela Hinderberger, Brühl          BV Rhein-Neckar

Reinhard Isak, Hüfingen, BV       BV Schwarzwald-Baar

Wolfgang Jösch Klettgau               BV Waldshut

Roeland Keja, Radolfzell               BV Konstanz

Harald Klatschinsky, Mannheim Landesverbandsvorsitzender

Rudolf Köstel, Herbolzheim         BV Lörrach

Alfred Kurz, Mosbach    BV Neckar-Odenwald

Petra Oßwald, Steißlingen           BV Konstanz

Hans Rauch, Rastatt       Landesverbandsehrenvorsitzender

Markus Rauch, Pforzheim            BV Baden-Württemberg

Peter Sitte, Adelsheim  BV Neckar-Odenwald

Dr. Jürgen Wetterauer, Karlsruhe   BV Karlsruhe

Thomas Wieland, Gaggenau       BV Rastatt

Gabriele Zeller, Klettgau               BV Waldshut

Sven Goerlitz Gartenberatung

Drei Fragen an Gartenberater Sven Görlitz zu Frost- und Trockenschäden in der kalten Jahreszeit

Die weit verbreitete These, dass Gartenpflanzen im Spätherbst und im Winter in den meisten Fällen erfrieren, stimmt so nicht. Hauptsächlich vertrocknen die Pflanzen nämlich um diese Jahreszeit. Sven Görlitz, Gartenexperte beim Verband Wohneigentum Baden-Württemberg, erklärt, was es mit der sogenannten „Frosttrocknis“ auf sich hat.

Was genau bedeutet „Frosttrocknis“?

Görlitz: Bei Bodenfrost kann die Pflanze kein Wasser mehr aufnehmen, dieses verdunstet aber weiterhin über die Blätter und Nadeln. Dadurch kommt es zu Trockenschäden an der Pflanze. Daher der Name. Besonders gravierend trifft es immergrüne Pflanzen, die in der vollen Sonne stehen und die dem Wind ausgesetzt sind. Wenn es sich um Kübel-Pflanzen handelt, sollten solche Standorte fürs Überwintern gemieden werden. Da es nach dem trockenen Sommer den ganzen Herbst bisher nicht ausreichend geregnet hat, sollten alle immergrünen Gartenpflanzen vor dem Frost unbedingt noch einmal gegossen werden.

Können Schäden durch Frosttrocknis verhindert werden?

Görlitz: Da gibt es einige praktische Tipps. Gerade immergrüne Pflanzen sollten auch im Herbst und Winter in frostfreien Perioden bei Trockenheit  hin und wieder gegossen werden. Töpfe und Kübel können mit Vlies, Luftpolsterfolie oder Laub vor dem Durchfrieren geschützt werden. Winterschutz an kälteempfindlichen Pflanzen sollte außerdem so spät und so luftdurchlässig wie möglich angebracht werden. Ab September ist Düngen tabu, denn die Pflanzen härten ihr Holz sonst nicht richtig aus. Das macht sie kälteempfindlicher.

Was ist zu tun, wenn es dennoch zu Frost- oder Trockenschäden kommt?

Görlitz: Die betroffenen Pflanzen müssen dann im kommenden Frühjahr bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden. Dann können sie wieder austreiben. Allerdings ist hierbei auch die Spätfrostgefahr noch zu beachten. Gerade in den vergangenen Jahren gab es immer wieder das Problem, dass nach einem sehr frühen Austrieb ein Frost im April oder Mai die Blüten und den Neuaustrieb absterben ließ. Wo es praktikabel ist, sollten deshalb in solchen Frostnächten die Pflanzen mit Vlies abgedeckt werden.

Sven Görlitz ist Gartenberater. Nach seiner Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau verbrachte er seine Gesellenjahre in Betrieben am Bodensee, in Lüneburg und Irland. Er hat eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker im Garten- und Landschaftsbau in Stuttgart-Hohenheim absolviert und ist seit August 2002 hauptamtlicher Gartenberater beim Verband Wohneigentum Baden-Württemberg. Seine Tätigkeitsschwerpunkte sind Gartenberatungen und -planungen, Vorträge und Seminare, Schnittkurse und Gartenbegehungen und Baumkontrollen. Außerdem wirkt er aktiv mit an den Inhalten der  Internetseite www.gartenberatung.de.