Kinder bei der Gartenarbeit

Landeswettbewerb fördert das Beste so mancher Siedlung ans Licht

Es ist vollbracht: Die Jury hat alle Siedlungen genau unter die Lupe genommen, die sich am diesjährigen Landeswettbewerb unter der Überschrift „Wohneigentümer – heute für morgen“ des Verbands Wohneigentum Baden-Württemberg beteiligen. Drei Tage lang war die Expertenkommission unterwegs, um sich ein Bild davon zu machen, wie zukunftsfähig das Wohnumfeld der teilnehmenden Vereine gestaltet ist. Der Kommission gehören an Ernst Granzow vom Bezirk Schwarzwald-Baar-Heuberg, Axel Ackermann, ehemaliger Landesgartenfachberater und ehemaliger Landesgeschäftsführer und Ekkehard Bös, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für die Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken sowie Kooperationspartner des Landesverbandes Baden-Württemberg. Nun hat die Jury die Qual der Wahl: Wer qualifiziert sich für den Bundeswettbewerb 2020? So haben die Juroren die Siedlungen bei ihrem Besuch erlebt:

Mannheim

Der Startschuss fiel in Mannheim bei der Siedlergemeinschaft BASF Mannheim Rheinau Süd. Gemeinderäte, die Leiter von Grundschule und Kindergarten sowie Vertreter der Presse hatten sich im Siedlerheim eingefunden, und Gemeinschaftsleiter Hans Held begrüßte sie gemeinsam mit seinem Stellvertreter Jürgen Haller und weiteren Vorstandsmitgliedern, einigen Wohneigentümern sowie Ehrenmitglied Wolfgang Lehmpfuhl.

Teilweise schon barrierefrei

Zunächst stellte Held mittels einer Powerpoint-Präsentation die Gemeinschaft vor, wobei es etliche spannende Fakten zu erzählen gab: Die Siedlung wurde gegründet ab 1933 und zählt heute  291 Mitgliedsfamilien. Sie liegt am Rande von Mannheim und hat den Charakter einer Kleinsiedlung. Zehn Prozent machen dabei Einfamilienhäuser aus, 55 Prozent sind Doppelhaushälften und 25 Prozent Reihenhäuser.  Der Rest sind Eigentumswohnungen. Teilweise sind die Häuser und Wohnungen bereits barrierefrei umgebaut worden. Die Vorgärten und Gemüsegärten sind ein fester Bestandteil der Siedlung, deren Heizungen über Fernwärme funktionieren. Einkaufsmöglichkeiten, Post, Bank und Ärzte sind gut zu erreichen

Etliche Feste sorgen für gutes Miteinander

Mit großem Engagement kümmern sich die Mitgliedsfamilien um das soziale Umfeld am Ort und ein gutes Miteinander. Veranstaltungen wie das Siedlerfest, der Weihnachtsmarkt zugunsten karitativen Organisationen, Faschingsveranstaltungen, Ausflüge Vorträge im Siedlerheim über Erbrecht, Einbruchschutz, Gartengestaltung und Pflege und vieles mehr gehören zum Standardprogramm. Darüber hinaus wird Seniorenessen zu günstigen Preisen im Siedlerheim angeboten.

Familien-Fackelumzug war ein Höhepunkt

Unter der Leitung der Frauengruppe finden regelmäßig Kaffeenachmittage im Siedlerheim statt. Basteln mit Jugendlichen, der Bau von Nisthilfen und andere Aktionen für Kinder und Jugendliche gehören zum wiederkehrenden Programm der Gemeinschaft. Ein Höhepunkt war in diesem Jahr ein Familien-Fackelumzug um den angrenzenden See mit rund 200 Personen.

Schulgarten wird mit betreut

Auch der Schulgarten in der Grundschule und im Kindergarten wird von den Mitgliedern der Gemeinschaft betreut. Familienausflüge und der Besuch der österreichischen Partnersiedlung sind ebenso Teil des Programms. Politische Aktivitäten vor Ort, wie etwa der nachdrückliche Einsatz für den Erhalt der Postdienste sowie gegen verkehrswidriges Parken in der Siedlung oder Unterstützung für den Erhalt des Schwimmbads gehören für die Mitglieder ebenso dazu. Mit Müllsammelaktionen helfen die Siedler außerdem dabei, die Umgebung sauber zu halten.

Rastatt

In Rastatt begrüßte Gemeinschaftsleiter Wolfgang Franzke mit Vorstands-und Gemeinschaftsmitgliedern Bürgermeister Raphael Knoth, einige Stadträte sowie den ehemaligen Bundesvorsitzenden des Verbands Wohneigentum Hans Rauch sowie Vertreter der örtlichen Presse.

Eigene Wasserbrunnen und Zisternen

Die Altsiedlung Rastatt-Münchfeld am Rande Rastatts ist zwischen 1934 und 1950 entstanden und beherbergt heute rund 300 Mitgliedsfamilien. 57 Einfamilienhäuser, 85 Doppelhaushälften und zehn Reihenhäuser gehören zur Siedlung. Eigene Wasserbrunnen und Zisternen sind überwiegend bei den Häusern zu finden. Einkaufsmöglichkeiten, Post und Banken, Kindergarten und Schule sind fußläufig zu erreichen. Die Vorgärten und Gemüsegärten sind gepflegt.

Reges Vereinsleben

Das Vereinsleben ist rege: Eine Frauengruppe, die regelmäßig etwas unternimmt und die offen ist für alle Mitglieder bereichert den Stadtteil. Das Siedlerfest beim Holzpavillon mitten in der Siedlung ist immer ein Höhepunkt des Jahres, wozu auch die Siedlerhexen, die nicht nur an Fastnacht aktiv, stets etwas beitragen.

Biotop und Streuobstwiese fordern viel Einsatz

Die Betreuung eines Biotopes und der Streuobstwiese erfordern viel Einsatz. Auch werden die Ruhebänke, die von den Wohneigentümern mit Hilfe der Stadtverwaltung aufgestellt wurden, unterhalten. Mit Kindern und Jugendlichen wurden in den Schulen und Kindergärten insgesamt rund 100 Nistkästen und Insektenhotels gebaut. Mit der Carl-Schurz Grundschule wird ein Naturerlebnistag veranstaltet.

Familienausflüge gehören dazu

Regelmäßig gibt es Familienausflüge. Für die Gartenarbeit und sonstige Tätigkeiten rund ums Eigenheim verleiht die Siedlergemeinschaft entsprechende Gerätschaften.

Gut besucht sind die Vorträge des Verbands über Themen wie Erbrecht oder Gartenarbeit, auch Schnittkurse werden angeboten. Eine Vogelauffangstation wird ebenfalls durch Mitglieder der Gemeinschaft unterstützt.

Freiamt-Ottoschwanden

Im Breisgau eröffnete die Jury den zweiten Tag ihrer Reise durch Baden-Württemberg. Die Gemeinschaft Freiamt Ottoschwanden in der Nähe von Emmendingen präsentierte sich mit Gemeinschaftsleiter Rudolf Köstel und einigen Mitgliedern.  Die meisten Eigentümer aus der charmanten ländlichen Siedlung arbeiten in den umliegenden Städten und Gemeinden. Die meisten Häuser in der Siedlung sind Einfamilienhäuser ab de Baujahr 1964.

Viele Mehrgenerationenhäuser

Fast jedes Haus wurde zu einem Mehrgenerationen Haus umgebaut. Es leben dort Großeltern, Eltern, Kindern, und Enkel zusammen. Viele der Wohnungen sind so umgebaut, dass jede Wohneinheit einen separaten Eingang hat. Photovoltaik- und Solaranlagen sind überall zu finden. Geheizt wird mit Öl, Gas, und Holz. Die Gärten sind gepflegt. Überall sind großzügige Nutzgärten vorhanden. Post- und Bankgeschäfte, sowie Einkäufe müssen auswärts erledigt werden.

Nachbarschaftshilfe wird großgeschrieben

Einen Spiel- und ein Bouleplatz haben die Wohneigentümer in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung angelegt, er wird von den Mitgliedern gepflegt. Ausflüge, Gartenberatung und aktive Nachbarschaftshilfe, wie beispielsweise Einkäufe für ältere Mitglieder, sind Bestandteil des Vereinslebens.

Freiamt-Mußbach

In Freiamt-Mußbach begrüßte Gemeinschaftsleiter Heino Wolfsperger zusammen mit Vorstands- und Gemeinschaftsmitgliedern sowie dem Altvorstand und ehemaligen Mitglied des Landesvorstandes Edmund Haas die Gäste: Bürgermeisterstellvertreterin Margit Haas, Schulrektor Franz Viernickel und Karin Härer vom Kindergarten Spielwiese.

Siedlerheim wird zum Naturklassenzimmer

Die Gemeinschaft hat 76 Mitgliedfamilien und liegt im ländlichen Raum unweit von Emmendingen bei Freiburg. Die Gemeinschaft lebt ein aktives Vereinsleben. Es werden im eigenen Vereinsheim Seniorennachmittage mit Unterhaltung angeboten. Das alljährliche Siedlerfest mit Boulewettbewerb findet ebenfalls beim Vereinsheim statt. Vorträge aller Art vom Verband oder von anderen Anbietern werden von den Mitgliedern und anderen interessierten Bürgern ebenfalls genutzt. Familienausflüge und kleinere Veranstaltungen werden regelmäßig angeboten. Schulzentrum und der Kindergarten nutzen den Spielplatz, der von den Wohneigentümern in Zusammenarbeit mit der Gemeinde angelegt und unterhalten wird. Das Siedlerheim wird dabei zum Naturklassenzimmer – unterstützt von den Mitgliedern der Gemeinschaft wird den Kindern die Natur auf ganz praktische Weise gezeigt.

Auffahrrampen und Aufzüge wurden gebaut

Die Siedlungshäuser wurden im alten Teil ab 1950 und im neueren Teil ab 1964 gebaut. Die Siedlung besteht aus Einfamilien- und Doppelhäusern. Ein Teil davon wurde schon barrierefrei gestaltet. Ersichtlich ist dies schon von außen. Es wurden Auffahrrampen und Aufzüge für Rollstuhlfahrer angebaut. Innenräume wurde Behindertengerecht gestaltet. Photovoltaik und Solaranlagen sind auf vielen Dächern und Garagen zu finden.

Zahlreiche Nutzgärten zur Selbstversorgung

Die Gärten sind gepflegt und dienen zum großen Teil noch als Nutzgarten zur Selbstversorgung. Auch kleinere Blumenwiesen für Insekten und eine große Anzahl an Insektenhotels ließen sich bei den Häusern der Wohneigentümer finden. Der Verein pflegt ehrenamtlich die Gedenkstätte im Wald von Tennenbach, die an die rund 1.500 gefallenen Soldaten in den Befreiungskriegen 1813 bis 1815 erinnert.

Singen

Schlussendlich gelangte die Jury am dritten Tag nach Singen und besuchte die Gemeinschaft Verband Wohneigentum Siedlergemeinschaft Singen. Gemeinschaftsleiter Christian Siebold begrüßte einige Stadträte der Stadt Singen und Ehrenmitglied Rudolf Thoma sowie Pressereferent Helmut Gülpers.

Gebiet befindet sich im Umbruch

Die Begehung wurde auf zwei Abschnitte unterteilt: die Alt-Siedlung und der jüngere Teil im Eisvogel. Die Siedlung liegt am Stadtrand von Singen und wurde in den Jahren 1934 bis 1938 gegründet. In dem Begutachtungsgebiet leben 123 Mitglieder. Die Siedlung besteht aus einem großen Anteil von Einfamilien- und Doppelhäusern, aber auch Reihenhäuser sind zu finden. Das Gebiet befindet sich derzeit im Umbruch: Viele ältere Häuser werden verkauft und umgebaut. Der Anteil an ausländischen Mitbürgern, die auch gerne Mitglieder der Gemeinschaft werden möchten, wächst.

Gärten sind echte Filetstücke

Zu beklagen ist ein gewisser Leerstand von Häusern, wobei diesbezüglich aber mit der Stadtverwaltung über Möglichkeiten der Nutzung gesprochen wird. Ein weiterer Punkt bei den Gesprächen mit dem Baudezernenten ist die zunehmende Versiegelung von Einfahrten und Höfen. Deshalb will die Gemeinschaft gegensteuern. Die Vorgärten sind gepflegt und ansprechend. Die wirklichen Filetstücke sind allerdings die Gärten hinter den Häusern: Dort sind regelrechte Oasen der Ruhe und Erholung entstanden. Dort liegen der Gemüsegarten neben Blumenwiesen, kleinen Wasserspielen oder Plätzen für Kinder nebeneinander. Auch wird Nachbarschaft gelebt mit offenen Zäunen und Durchgängen zum Nachbargrundstück.

Mitglieder unterstützen einander

Auf Barrierefreiheit wird bei den Umbauten geachtet. Einkäufe für den täglichen Bedarf können im Nahbereich getätigt werden. Post, Banken und Ärzte sind erreichbar. Wo etwas nicht klappt, da hilft die Gemeinschaft gerne weiter. Soziale Hilfsdienste werden vermittelt, Sammelbestellungen wie Heizöl gehören ebenfalls zum Programm. Auch bei Boten und Amtsgängen greifen sich die Mitglieder gerne unter die Arme. Kleine Straßenfeste und Spielnachmittag finden regelmäßig statt.

Vielfältige Veranstaltungen im Siedlerheim

Im Siedlerheim finden einmal im Monat ein Seniorenessen und Kaffeenachmittage statt. Ein politischer Frühschoppen wird sonntags ebenfalls veranstaltet. Das Siedlerheim wird auch darüber hinaus für Veranstaltungen jeglicher Art genutzt. Lesungen von einheimischen Autoren, Unterhaltungsabende, Vorträge über Erbrecht, Gartengestaltung und Pflege, Einbruchschutz und andere interessante Themen werden regelmäßig veranstaltet. Bastelaktionen mit Jugendlichen und die Teilnahme am Kinderferienprogramm sind selbstverständlich.

Zusammenarbeit mit anderen Vereinen wird gepflegt

Aktionsbündnisse für Integration oder Tempo 30 in Wohngebieten sind in Hinblick auf ein noch besseres Wohnumfeld initiiert worden. Die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen bei  Veranstaltungen wie beispielsweise dem Markt der Möglichkeiten wird gerne praktiziert. Die Gemeinschaft bietet Ausleihgeräte wie Anhänger und kleine Gartengeräte.

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Der Bezirksverband Waldshut gehört zu den agilsten im Verband Wohneigentum Baden-Württemberg. Jetzt unternahmen Vorstandsmitglieder der Siedlergemeinschaften im Bezirk Waldshut mit ihren Partnern eine ereignisreiche Lehrfahrt. So konnten „die fünfzig Teilnehmer ihren Blick für Natur, Forst und Gartenbau neu justieren“, wie Gerald Edinger aus Wutöschingen schreibt.

„Perfekt von der Bezirksvorsitzenden Gabi Zeller (Klettgau-Geißlingen) organisiert,“ so schreibt der ehemalige Redakteur und Wutöschinger „Siedler-Chef“ Gerald Edinger, ging es auf die interessante Lehrfahrt. Hier der Originaltext:

Pfeil, Bogen und Armbrüste

„Bei einer rund zweistündigen Führung durch das Versuchsgelände Liliental der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg wurden den Besuchern aus dem Klettgau, Eggingen, Wutöschingen, Lauchringen, Waldshut, Dogern und Albbruck die unterschiedlichen Baumplanzungen erläutert. Dabei erfuhren die Siedlerfreunde vieles über Veredelung von Samenpflanzen und Klone.

Gut erklärt: Führung während der Lehrfahrt

Vor Jahren wurden die Samen aus den Baumwipfeln noch mit mittelalterlich anmutenden Methoden geholt. Dazu wurden Baumsägen mit Pfeil und Bogen oder Armbrüsten über Äste geschossen. Inzwischen werden dafür professionelle Baumkletterer eingesetzt. Die Aufzucht von Baumpflanzen gestaltet sich sehr aufwendig, deshalb koste zum Beispiel ein Kilogramm veredelter Kirschkerne (Samen) etwa 120 Euro, erfuhren die Siedler.

Genmaterial von Bäumen sichern

Ein Teil der Forschungsanstalt gelte auch der Sicherung von Genmaterial von Bäumen aus unterschiedlichen Höhenlagen. Der Weg führte die Teilnehmer über bunte Blumenwiesen – ein Paradies für die auf den Versuchsgelände gehaltenen Bienen.

Auswirkungen des Klimawandels wurden den Besuchern ebenfalls vor Augen geführt. Noch ragen die Mammutbäume majestätisch in den Himmel. Bei genauerem Hinsehen wurden die Schäden aber deutlich: Ihr Ende auf der Gelände der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Lilinetal sei absehbar, erfuhren die Besucher aus dem Kreis Waldshut.

Erlebnis Lehrfahrt: „prächtiger Garten“

Am Nachmittag ging es in den Bauerngarten von Sibylle und Hans Breisacher nach Ihringen. Nach einem launigen Empfang mit Humor, viel Herz und einem Gläschen Apfelsaft mit Schuss, zeigten die beiden stolz ihren prächtigen Garten. Bei jedem erklärenden Satz wurde ihre Begeisterung für ihre Anlage deutlich.

Ur-Reben, alte und neue Gemüsesorten, Kräuter, Maulbeerbäume, aber auch exotische Früchte und Pflanzen sowie eine reiche Blumenvielfalt machen aus dem Garten ein Erlebnis. Hans Breisacher war bis zu seiner Pensionierung Kellermeister im Staatsweingut Blankenhornsberg. Seit seine Pensionierung stecken er und seine Frau noch mehr Energie in ihren Garten, der eigentlich ein „Gesamtkunstwerk“ ist.

Garten als Gesamtkunstwerk

Geduldig und fachkundig wurden die vielen Fragen der Siedlerfreunde beantwortet. Erstaunt waren die Gäste, dass im Nutzgarten die Pflanzen nach dem „Angießen“ nicht mehr bewässert werden. „Die Pflanzen holen sich das Wasser aus tieferen Erdschichten“, erklärte Hans Breisacher.

Viel gelernt: rund fünfzig Teilnehmer aus mehreren Orten

Die Ihringer Landfrauen sorgten mit leckeren Kuchen und Kaffee für einen gelungenen Abschluss der eindrücklichen Erlebnisse im Forst und dem Erlebnisgarten.“

Unvergessliche Erlebnisse

Soweit der Bericht von Gerald Edinger – vielen Dank, natürlich auch für die Fotos! Ausflüge, Wanderungen und Lehrfahrten wie die hier so bildhaft beschriebene sorgen in vielen Bezirksveränden im Verband Wohneigentum Baden-Württemberg immer wieder für unvergessliche Erlebnisse. Wer Mitglied in einem der zahlreichen Ortsvereine ist, kann neben den vielen Vorteilen der Mitgliedschaft auch immer vom Engagement der Ehrenamtlichen vor Ort profitieren.

Alle Bildrechte bei Gerald Edinger

Wer Wohneigentum verkaufen möchte, sollte es gut vorbereitet angehen. Eine wichtige Frage dabei: Soll ein Makler beauftragt werden? Welche Arten von Verträgen gibt es da? Und welche Rechte und Pflichten haben Wohneigentümer dabei?

Maklerverträge: Wissen bringt Sicherheit

Steht wegen einer neuen Stelle ein Ortswechsel an? Sind die Kinder ausgezogen und dadurch das Haus plötzlich zu groß? Oder gibt es doch noch Familienzuwachs – und wird das Haus zu klein wird? Es gibt viele Gründe, warum Wohneigentum verkauft werden soll.

Wer dazu einen Makler beauftragt, sollte gut informiert sein. Denn wenn man über die Unterschiede von Maklerverträgen Bescheid weiß, gewinnt man viel Sicherheit. Und da für die meisten Wohneigentümer der Verkauf eine absolute Ausnahmesituation darstellt, ist es angebracht, mit Bedacht, Ruhe und Sorgfalt an die Angelegenheiten zu gehen.

Makler für optimale Ergebnisse

Auf den ersten Blick ist es die einfachste Lösung: Wer einen Makler beauftragt, muss sich um viele Dinge erst gar nicht kümmern. Der Immobilenmakler soll den Verkauf regeln und das Optimale beim Hausverkauf herausholen.

Doch woher weiß man, ob der Makler sich auch wirklich so einsetzt, wie man sich das wünscht? Oder spielt er am Ende sogar Käufer und Verkäufer gegeneinander aus, um sich selbst Vorteile zu verschaffen?

Vorteil einer Mitgliedschaft: Immobilenbewertung

Viele Mitglieder im Verband Wohneigentum Baden-Württemberg wenden sich immer wieder mit solchen Fragen an die Geschäftsstelle in Karlsruhe. Zu den vielen Vorteilen einer Mitgliedschaft im Verband zählt neben Klassikern wie Gartenberatung oder Rechtsberatung schließlich auch die Vermittlung einer Immobilienbewertung.

Ein solches Gutachten ist in jedem Fall empfehlenswert, wenn es ans Verkaufen geht. Nicht nur dann, wenn aus Altersgründen verkauft wird, wenn beispielsweise das geliebte Haus zur Last wird. Sondern auch aus dem Grund, weil eine Bewertung im Umgang mit einem Makler die Sicherheit erhöht.

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Manchmal genügt ein Handschlag …

Der Beruf des Immobilienmaklers hat vor allem bei Mietern traditionell keinen besonders guten Ruf. Immerhin hat sich bei Mietwohnungen die Lage durch die neue Regelung etwas beruhigt: Seit einiger Zeit gilt dort das Bestellerprinzip. Den Makler muss nun derjenige bezahlen, der ihn beauftragt hat. Das ist meistens der Vermieter, der seinen Wohnraum schnell wieder bewohnt und vor allem bezahlt haben möchte.

Ist der Mieter der Auftraggeber, darf die Provision nach dem Wohnraumvermittlungsgesetz zwei Nettokaltmieten nicht übersteigen – plus Mehrwertsteuer. Beim Kauf oder Verkauf allerdings ist die Höhe der Provision – also die Courtage – praktisch frei verhandelbar.

Es ist nicht einmal festgelegt, wer den Makler zu bezahlen hat. Das sollte aber gleich abgeklärt werden, wenn ein Makler beauftragt wird. Der Makler wiederum verpflichtet sich mit der Auftragsannahme, die Immobilie so schnell wie möglich zu verkaufen – und natürlich möglichst gewinnbringend. Wer nun also sein Wohneigentum veräußern will, schließt als Immobilienverkäufer einen Maklervertrag mit dem Makler ab.

Alles angeben – und nichts beschönigen!

Der Makler schaut sich zwar alles an und informiert sich vor Ort. Zu guten Teilen aber ist er darauf angewiesen, dass alle Angaben, die er erhält, richtig sind. Dabei sollten Wohneigentümer als Verkäufer unbedingt Ehrlichkeit walten lassen – dazu ist der Eigentümer des Objekts selbstverständlich verpflichtet.

Aber Vorsicht: Es geht nicht nur darum, alles wahrheitsgemäß anzugeben. Der Makler benötigt auch wirklich alle relevanten Informationen zum Objekt – absolut vollständig.

Für die meisten eine Ausnahmesituation: Verkaufen von Immobilien

Also: nichts weglassen, nichts beschönigen. Der Verkäufer hat, wie es juristisch heißt, Auskunfts-, Hinweis- und Aufklärungspflichten. Schließlich besteht zwischen Makler und Verkäufer ein Sorgfalts- und Treueverhältnis höchster Kategorie. Auch der Makler geht Verpflichtungen ein: Er muss „im Rahmen der ihm zumutbaren Möglichkeiten“ die Interessen seines Auftraggebers wahren.

Der Makler kann natürlich nur die Informationen an potenzielle Käufer weitergeben, über die er verfügt. Wenn der Verkäufer nichts verschweigt oder falsch übermittelt, muss der Makler das ebenfalls angeben. Behält nun aber der Makler wichtige Informationen über das Objekt zurück, handelt er selbst arglistig – und steht in der Verantwortung.

Vertragsvariante: Erlaubnis statt Auftrag

Als Verkäufer lässt sich die Kommunikation mit dem Makler ganz simpel halten. Da reicht schon ein einfacher Maklervertrag aus. In dem erteilt der Eigentümer dem Immobilienmakler eine mündliche oder schriftliche Erlaubnis, das Objekt zu verkaufen. Dabei verpflichtet sich der Eigentümer zu überhaupt nichts. Er kann sogar sein Haus oder seine Wohnung selbst anbieten.

Auch ist es kein Problem, gleich mehrere Makler mit dem Verjauf zu beauftragen – vorausgesetzt natürlich, alles geht mehr oder weniger formlos als Erlaubnis über die Bühne. Und sollte der Besitzer seine Immobilie ohne fremde Hilfe veräußern, schuldet der dem Makler oder gar den Maklern nichts.

Diese Vorgehensweise hat Nachteile: Der Verkäufer verfügt zwar über enorme Freiheiten, muss sich aber auch auf sein eigenes Verkaufstalent verlassen. Und: Kein seriöser Makler wird bei dieser Variante echtes Engagement an den Tag legen. Zwar hat er die Erlaubnis, das Objekt anzubieten – aber nicht den exklusiven Auftrag. Wechselt das Objekt ohne ihn den Eigentümer, geht er leer aus.

Wichtig: Alle Angaben müssen stimmen!

Der Alleinauftrag – ganz einfach

Schon einen Schritt besser für beide Seiten ist der einfache Alleinauftrag. Der wird in aller Regel über eine feste Vertragslaufzeit abgeschlossen. Damit hat der Makler den Auftrag exklusiv, es kommt also garantiert kein weiterer Konkurrent ins Spiel. Der Wohneigenümer, der seine Immobilie verkaufen will, hat ebenfalls etwas davon, denn der Makler verpflichtet sich, tätig zu werden.

Einen weiteren Makler darf der Verkäufer zwar nun nicht mehr einschalten – aber selbst verkaufen ist kein Problem. So kann der Eigentümer Haus oder Wohnung also weiterhin eingenständig anbieten, ohne dass der Makler einen Provisionsanspruch bekommt. Diese Klausel wiederum wirkt auf Makler eher demotivierend.

Allerdings: Sollte die Immobilie doch irgendwie über einen anderen Makler verkauft werden, besitzt der zuerst beauftragte Makler den zwischen den Parteien vereinbarten Provisionsanspruch. Dann muss der Verkäufer schauen, wie er den zweiten Makler entlohnt. Also: Bei einem Alleinauftrag in keinem Fall einen zweiten Makler einbeziehen!

Die populärste Variante: Qualifizierter Alleinauftrag

Die häufigste Vertragsform bindet Makler und Verkäufer recht stark aneinander: Keine Variante wird so oft genutzt wie der qualifizierte Alleinauftrag. Hier besteht nämlich eine individuelle Vereinbarung zwischen den beiden Parteien. Dabei wird in einem Maklervertrag klar vereinbart, dass die Immobilie über den beauftragten Makler angeboten wird – ausschließlich. Der Verkäufer selbst muss sich also zurückhalten, es ist ihm direkt untersagt, das Objekt auf eigene Faust zu vermitteln.

Wer kein besonders Talent als Verkäufer hat, darf sich bei dieser Vertragsvariante also entspannt zurücklehnen – und darauf setzen, dass der Makler hochmotiviert ist. Das dürfte er zweifellos sein: Der Immobilienmakler weiß, dass ihm die Provision garantiert ist. Er muss nur verkaufen. Und: Je höher der Preis ist, den er erzielt, desto höher fällt seine Courtage aus.

Wichtig: schriftlich fixieren!

Es ist ungewöhnlich, aber ein klares Zeichen: Sowohl bei Wohneigentümern als auch unter Maklern besitzt der Makleralleinauftrag die meisten Anhänger. Wichtig ist aber in jedem Fall, dass ein schriftlicher Verkaufsauftrag mit dem Immobilienmakler vorliegt. In diesem schriftlichen Vertrag werden alle relevanten Daten festgehalten: die des Verkäufers, des Maklers und vor allem die des zu verkaufenden Objekts – und zwar ausführlich.

Mit einem solchen Vertrag hat der Verkäufer in jedem Fall einen zentralen Ansprechpartner. Auch ist gesichert, dass es keine Verwirrungen oder Fehlinformationen gibt.

Sensibles Thema: Ein Hausverkauf muss gut durchdacht sein

Makler mit Unteraufträgen

Verwirrung kann nämlich sehr nachteilig sein. Denn wenn ein Gebäude über mehrerere Quellen von unterschiedlichen Personen zu verschiedenen Preisen angeboten wird, wird das als unseriös empfunden. Wer mehrere Makler beauftragt und zusätzlich noch selbst versucht, sein Wohneigentum zu verkaufen, wird genau das erleben: Das Objekt macht auf Interessenten einen schlechten Eindruck, noch bevor sie es gesehen haben – allein wegen dieser Parallelangebote.

Manche Wohneigentümer glauben dennoch, dass mehrere Makler den schnelleren Erfolg bringen könnten. Selbst wenn es nur der Nervosität geschuldet sein mag – das geht auch beim Makleralleinauftrag. Wer das also möchte, muss dann seinen Makler ausdrücklich damit beauftragen, wiederum Unteraufträge an Kollegen zu erteilen.

Maklerverträge: Unbefristete Bindung?

Die unterschiedlichen Varianten haben auch unterschiedliche Laufzeiten. Beim einfachen Maklerauftrag handelt es sich meistens um einen zeitlich unbegrenzten Vertrag: Wenn das Objekt verkauft ist, erlischt die Abmachung.

Bei Alleinaufträgen sieht es da anders aus. Beim einfachen Alleinauftrag ist zumeist eine Laufzeit von drei Monaten üblich. Wenn es sich um Luxus-Immobilien oder andere eher exklusive Objekte handelt, können die Vermittlungen schon mal länger dauern. Ist das vorhersehbar, laufen die Verträge auch über sechs oder sogar – selten – über zwölf Monate. Das gilt ebenso für den qualifizierten Alleinauftrag, der zumeist über drei bis sechs Monate abgeschlossen wird.

Die Maklerprovision

Und was kostet das alles? Was muss der Wohneigentümer am Ende an einen Makler bezahlen? Wer sich da schlau macht, wird verwundert sein: Obwohl es keine gesetzlichen Vorgaben zur Begrenzung der Provisionshöhe gibt, hat sich in fast allen „alten“ Bundesländern. Abgesehen von Hessen, Teilen Niedersachens und den „Stadtländern“ Bremen und Hamburg hat sich eine Provision von genau 7,14 Prozent eingependelt. Die wird idealerweise halbiert, sodass Käufer und Verkäufer je 3,57 Prozent an den Makler entrichten.

Das gilt also auch für Baden-Württemberg. Aber wie gesagt: Das orientiert sich an üblichen Gepflogenheiten, nicht an Gesetzen. Dennoch: Die Provision kann jederzeit vollkommen frei ausgehandelt werden. Sie darf lediglich nicht zu hoch angesetzt werden, weil sonst die Gefahr besteht, in sittenwirdrige Gefilde vorzustoßen. Auch die Aufteilung zwischen Verkäufer und Käufer ist Verhandlungssache: Kein Gesetz besagt, dass hier halbe-halbe gemacht werden muss.

Wann muss gezahlt werden?

Im Makleralleinauftrag sollte unbedingt auch ein Termin für die Zahlung der Provision festgeschrieben werden. In Deutschland ist es üblich, dass die Rechnung gestellt wird, wenn der Vertrag über die vermittelte Immobilie abgeschlossen wird. Das Zahlungsziel, das dann vereinbart wird, liegt in aller Regel bei zwei Wochen.

Manche Wohneigentümer entscheiden sich übrigens von selbst dafür, die Courtage komplett selbst zu übernehmen. Das hat einen einfachen Grund: Wenn der Makler das Objekt mit dem Zusatz anbietet, das Objekt sei „provisionsfrei für Käufer“, steigt die Aufmerksamkeit.

Eines gilt bei allen Vertragsvarianten: Für den Eigentümer besteht keine Pflicht, den erstbesten Vorschlag eines Immobilienmaklers anzunehmen. Wenn der Verkäufer an die entsprechende Person nicht verkaufen möchte, braucht er das auch nicht zu tun.

Und noch etwas: Auf der Suche nach dem passenden Makler lohnt es sich, Erfahrungswerte von Gleichgesinnten einzuholen. Am besten geht das in den zahlreichen örtlichen Vereinen, die als Basis für den Verband Wohneigentum Baden-Württemberg stehen. Einfach dort nachfragen! Viele dort kennen ganz bestimmt das Problem – oder vermitteln an Menschen, die gute lokale Tipps haben.

Alle Fotorechte: Verband Wohneigentum

Alle vier Jahre führt der Verband Wohneigentum den Bundeswettbewerb durch. „Wohneigentümer – heute für morgen aktiv“ lautet der Titel im kommenden Jahr. Dabei wird auch 2020 wieder die ganze Vielfalt der Siedlungen im Land dokumentiert. In Vorbereitung darauf veranstaltet der Verband Wohneigentum Baden-Württemberg bereits dieses Jahr einen eigenen Landeswettbewerb. Bis zum 31. März sind alle Ortsvereine eingeladen, sich daran zu beteiligen. Die Kriterien gibt’s hier zum Download.

Ein schönes Wohnumfeld bieten viele Siedlungen in Baden-Württemberg

Beim Landeswettbewerb 2019 können alle Eigentümergemeinschaften in Baden-Württemberg zeigen, wie sie vor Ort den Herausforderungen der Zukunft begegnen. Die Bewertungsbereiche des Wettbewerbs werden durch den Untertitel deutlich: „Lebendige Nachbarschaft – gelebte Nachhaltigkeit“.

Genau darum geht es: Wie gemeinschaftlich und nachhaltig agieren die Wohneigentümer Tag für Tag in ihren Siedlungen?

Nachbarschaft will gepflegt sein

Lebendige Nachbarschaft steht beim Wettbewerb im Fokus. Wie steht es beispielsweise um gegenseitige Unterstützungsangebote? Wie sehen die Aktivitäten zur Integration ausländischer Mitbürger aus? Wie beteiligen sich die Ortsvereine an gemeinschaftlichen Initiativen mit anderen Vereinen? Und wie werden Angebote für besondere Zielgruppen gestaltet?

Zur Nachbarschaft kommt die gelebte Nachhaltigkeit. Dazu zählen Aspekte der Energieeffizienz, der Barrierereduzierung und der Ökologie. Hier spielen Faktoren wie naturnahe Gartengestaltung oder die Reduzierung des Flächenverbrauchs eine Rolle.

„Unser Landeswettbewerb ist ein Vorentscheid zum Bundeswettbewerb. Wir sind auf jede einzelne Bewerbung gespannt!“

Harald Klatschinsky
Harald Klatschinsky (Foto: privat)

Auch weil der Landeswettbewerb als Vorentscheid zum 27. Bundeswettbewerb gilt, der wiederum unter der Schirmherrschaft des Bundesinnenministeriums ausgerichtet wird, kommt ihm eine besondere Bedeutung zu. Harald Klatschinsky, Landesvorsitzender des Verband Wohneigentum Baden-Württemberg, unterstreicht in diesem Zusammenhang auch die nachbarschaftlichen Aspekte der Gemeinschaften: „Für die meisten unserer Mitglieder spielt gelebte Nachbarschaft im Alltag eine besondere Rolle,“ sagt er. „Daher bietet dieser Wettbewerb eine gute Chance, die Zusammengehörigkeitsgefühle in den Vereinen zu dokumentieren – und noch einmal zu steigern.“ Außerdem ist Klatschinsky überzeugt: „Unseren Ortsvereinen dürfte es leichtfallen, die Kriterien des Landeswettbewerbs 2019 zu erfüllen.“

Landeswettbewerb: die Kriterien

Die Jury wird mehrere Kriterien bewerten: Welche Tendenzen zeichnen sich in den Eigentümergemeinschaften ab? Dabei wird die Entwicklung in den letzten Jahren betrachtet und die Ansätze für die Zukunft werden in den Fokus genommen. Bewertet wird, wie gemeinschaftlich und nachhaltig die Wohneigentümer in ihren Siedlungen agieren.

Terrasse
Ein Platz im Grünen: Auf einer gemütlichen Terrasse kann Nachbarschaft so richtig gelebt werden. Foto: Sven Görlitz

Der Verband Wohneigentum Baden-Württemberg freut sich auf viele Bewerbungen. Mitglieder sollten unbedingt die Chance nutzen, sich mit ihrem Ortsverein an diesem Wettbewerb zu beteiligen. Dabei spielt es übrigens keine Rolle, ob alle Kriterien, die der Bundeswettbewerb vorschreibt, auf die jeweilige Gemeinschaft zutreffen.

Die Fülle der genannten Kriterien soll lediglich die vielfältigen Möglichkeiten aufzeigen, über die sich ein Wohngebiet gegenüber anderen abheben kann. Es soll nicht darum gehen, ein perfektes Bild abzugeben. Was über den Landeswettbewerb 2019 vielmehr demonstriert werden kann: Ehrenamtliches Engagement lohnt sich! So wird auch nach außen hin sichtbar, dass eine solche Gemeinschaft ganz andere Schwerpunkte setzen kann als die sprichwörtlich gepflegten Vorgärten.

Also: Am besten gleich die Kriterien anschauen und mit den Angeboten des eigenen Vereins abgleichen. Sicher sind auch ein paar Anregungen dabei, die Sie in Zukunft angehen können. Die Kritereien sind hier als PDF-Download mit einem Klick einzusehen:

Anmeldung
Anmeldefrist ist der 31. März 2019.  Bitte wenden Sie sich für eine Teilnahme und für weitere Informationen an die Landesgeschäftsstelle in Karlsruhe:

Telefon: 0721/98 1 62-0

E-Mail: baden-wuerttemberg@verband-wohneigentum.de.

Viel Platz hinterm Haus zu haben ist wunderbar – erst recht, wenn die Nachbarschaft gut funktioniert und auch mal über die Hecke hinweg geplaudert wird.

Der Verband Wohneigentum Baden-Württemberg sieht die geplante Einführung des Bestellerprinzip beim Immobilienkauf kritisch. Landesgeschäftsführer Roland Schimanek nahm nun dazu in den Badischen Neuesten Nachrichten Stellung.

Ein Vorschlag von Bundesjustizministerin Katarina Barley geht derzeit durch die Presse: Das sogenannte Bestellerprinzip soll bald auch für Haus- und Wohnungskäufe gelten. Für Vermietungen gilt dieses Prinzip bereits seit mehr als zwei Jahren.

Idyllisch leben – und am besten sorgenfrei: „Grunderwerbssteuer abschaffen!“

Die Ministerin, der auch der Verbraucherschutz obliegt, sieht sich nun Kritikern gegenüber, selbst aus dem Bauministerium kamen heftige Bedenken. Nun lancierten die Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) eine Anfrage beim Verband Wohneigentum Baden-Württemberg. Die Tageszeitung mit Sitz in Karlsruhe wollte nun wissen: Was hält der Verband Wohneigentum von dem Vorstoß der Ministerin, das sogenannte Bestellerprinzip auch beim Kauf von Immobilien anzuwenden?

„Grunderwerbssteuer abschaffen!“

In seiner Stellungnahme machte Landesgeschäftsführer Roland Schimanek deutlich, wo er Handlungsbedarf sieht: „Es wäre wesentlich mehr gewonnen, wenn die Grunderwerbssteuer für Immobilien mit einem Kaufpreis von unter 400.00 Euro abggeschafft würde. Das würde deutlich mehr Entlastung bringen“, so Schimanek.

Immobilienfirmen umgehen Grunderwerbsteuer mit  „Share Deals“

Zugleich wies er darauf hin, dass in Bezug auf die Grunderwerbsteuer große Immobilienfirmen stärker in die Pflicht genommen werden sollten. „Mit sogenannten Share Deals umgehen viele die Grunderwerbsteuer.  So werden teilweise tausende Wohnungen hin und her geschoben, ohne dass die Steuer erhoben werden kann.“

Bei der Grunderwerbssteuer müssen große Immobilienfirmen stärker in die Pflicht genommen werden!

Roland Schimanek

Roland Schimanek

Bei einem „Share Deal“ kaufen die Firmen nicht die Wohnungen einer anderen Firma, sondern lediglich Anteile bis maximal 94,9 Prozent an dem Unternehmen, dem die Wohnungen gehören.

Finanzausschuss lehnte Antrag gegen „Share Deals“ ab

Vor rund zwei Jahren hatte der Finanzausschuss des Bundestags einen entsprechenden Antrag abgelehnt. Verlangt worden war die Aufhebung der Grunderwerbsteuerbefreiung beim Kauf von Unternehmensanteilen, in denen Grundstücke enthalten sind – also bei „Share Deals“.

Argumentiert wurde mit einer Schieflage bei der Gerechtigkeit, da bei privaten Immobilientransaktionen diese Art des Immobilienerwerbs ausgeschlossen sei. Aus der Opposition kam damals der Hinweis darauf, dass besonders ausländische Fonds beim Kauf großer Immobilien „Share Deals“ nutzen würden.

Ungerecht: „Unternehmen sparen, Familien zahlen“

In einer Presseerklärung zu dieser offensichtlichen Ungerechtigkeit heißt es zum Schluss: „Eine Familie, die in Frankfurt ein Haus für 300.000 Euro gekauft hätte, hätte dagegen 18.000 Euro Grunderwerbsteuer bezahlen müssen.“

Das Bestellerprinzip sieht vor, dass die Vermittler von Wohnungen eben von denjenigen bezahlt werden, die Maklerleistungen bestellen. Es wurde zur Neuregelung der teils horrenden Provisionen von Immoblienmakern bereits in den Koalitionsvertrag von 2013 aufgenommen. Die Idee, die dahintersteckt: Vermieter und Mieter sollten weiterhin als Auftraggeber auftreten können. Dann gilt ganz einfach: wer bestellt, bezahlt.

Wichtige Stellungnahme in der Tagespresse

Im süddeutschen Raum ist die Energieversorgung bis zum Jahr 2025 gesichert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag des baden-württembergischen Umweltministeriums, die Mitte Februar veröffentlicht worden ist. Sie ist hier einsehbar.

Noch im vergangenen Sommer wurde die Versorgungssicherheit Deutschlands in puncto Strom stark in Frage gestellt: „Die Kraftwerkskapazitäten in der Europäischen Union schmelzen dahin“, hieß es in einer Studie des Bundesverbands der Elektrizität- und Wasserwirtschaft (BDEW). Dabei ging es vor allem darum, dass Deutschland in einer Phase ohne Wind und mit wenig Sonne nicht mit ausreichender Hilfe anderer Länder rechnen könne.

Konventionelle und erneuerbare Energie im Fokus

Die jetzige Studie bezieht sich auf die Versorgungssicherheit aufgrund der aktuellen regulatorischen Rahmenbedingungen – und basiert zudem auf dem Bestand der Kraftwerke für konventionelle und erneuerbare Energie. Erstellt wurde sie gemeinsam vom Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart, vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und vom Institut für Feuerungs- und Kraftwerkstechnik (IFK) der Universität Stuttgart.

Vier Wetter- und Lastvarianten analysiert

In der Studie wurden auch jene Faktoren berücksichtigt, die der Bevölkerung teils große Sorge bereiten. So wurden explizit die Folgen der Stilllegungen von konventionellen Kraftwerken untersucht – und was der Ausbau der erneuerbaren Energien für die Zukunft bedeutet.

Im Jahr 2025 werden für die Deckung der Nachfrage ausreichende Erzeugungskapazitäten vorhanden sein.“

Franz Untersteller

Die Gutachter analysierten dabei vier verschiedene Wetter- und Lastvarianten – für den Fall, dass die konventionellen Kraftwerke nach ihrer erwarteten Lebensdauer stillgelegt werden, aber auch bei einem beschleunigten Ausstieg aus dem Kohlebergbau.

„Ausbau der Erneuerbaren vorantreiben“

Die Vorschläge der Kohlekommission sind in der Studie übrigens noch nicht berücksichtigt. Dennoch sind sich die Verantwortlichen sicher: Diese Vorschläge lassen sich durch die angenommenen Szenarien ebenfalls abdecken.

Das Ergebnis ist zunächst beruhigend, wie Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller betont: „Bis 2025 ist die Stromversorgung gewährleistet.“ Allerdings stellte er auch in Aussicht, dass große Anstrengungen auf Land und Menschen zukämen: „Für die Zeit danach müssen wir schon heute den Ausbau der Netze und der Erneuerbaren weiter vorantreiben.“

Das also ist die gute Nachricht, die Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller (Bündnis 90/Grüne) zu verkünden hatte: „„DLR, IFK und IER gehen für alle betrachteten Szenarien und Varianten davon aus, dass im Jahr 2025 für die Deckung der Nachfrage ausreichende Erzeugungskapazitäten vorhanden sind.“

Wichtig: Ausbau der Übertragungsnetze

Dass allerdings die eingangs erwähnte Studie aus dem letzten Sommer nicht ganz ohne Bedeutung ist, räumte Franz Untersteller ebenfalls ein: „Süddeutschland wird in Zukunft zunehmend auf Stromimporte aus dem Norden oder den Nachbarländern angewiesen sein. Damit ist klar, dass wir dem Ausbau der Übertragungsnetze auch weiterhin größte Bedeutung beimessen müssen.“ In dem Zusammenhang seien auch die verschiedenen Reserveinstrumente notwendig: Nur so könne dauerhaft die Versorgungssicherheit gewährleistet werden.

Laut Untersteller beantwortet die Studie auch eine wesentliche Frage: Kann mit einem verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien Kapazitätslücken in der Stromversorgung entgegengewirkt werden? Für den Minister ist die Studie also eine weitere Herausforderung: „Wir werden die Erkenntnisse aus der Studie nutzen, um unsere Klimaziele weiterzuentwickeln, unser Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept bedarfsgerecht fortzuschreiben und die für eine erfolgreiche Energiewende notwendigen energiepolitischen und energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen vorausschauend zu gestalten.“

Keine akuten Engpässe bei Kohleausstieg

Baden-Württemberg: Auf Stromimporte angewiesen?

Nur wenige Tage vor der Veröffentlichung der Studie wurden die Vorschläge der Kohlekommission bekannt. Die dort angenommenen Entwicklungen unterscheiden sich durchaus von denen der neuen Studie, lassen sich aber damit vergleichen. So macht beispielsweise die Kohlekommission keine genauen Vorschläge zur Reihenfolge von Stilllegungen. Aber, so Franz Untersteller: „Wir dürfen trotzdem davon ausgehen, dass auch mit einem beschleunigten Kohleausstieg nach den Vorschlägen der Kommission 2025 keine akuten Kapazitätsengpässe entstehen.“ Natürlich werde die Landesregierung „die Rahmenbedingungen zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit weiterhin aufmerksam beobachten“, wie der Minister hinzufügte. Schließlich sei die Versorgungssicherheit „einer der Leitgedanken der baden-württembergischen Energiepolitik“, so Untersteller.

Studie zum Download

Wer die Studie im Detail lesen möchte, kann das tun. Hier steht sie gratis zum Download zur Verfügung.

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