Oberboden, Mutterboden, Humusschicht – diese drei Begriffe stehen für die obere, belebte Bodenschicht. Diese Schicht, je nach Vorkommen ca. 10-30cm stark, ist voller Lebewesen. In einer Handvoll Boden leben mehr Mikroorganismen als Menschen auf der Erde. Das Bodenleben vermischt tierische und pflanzliche Stoffe mit mineralischen. Je nach Standort dauert es etwa hundert Jahren bis 1cm fruchtbarer Boden aufgebaut wird. Das Bodenleben sorgt für eine Durchlüftung und des Bodens und macht Nährstoffe pflanzenverfügbar.

Bodenlos

Durch falsche Bodenbehandlung, Erosion und Bebauung geht heute weltweit viel mehr Boden verloren als sich neu bilden kann. Aber auch im Hausgarten kommt dem Boden leider meistens nicht die Bedeutung zu die er bräuchte. Häufig einfach als Dreck bezeichnet, wird mit ihm auch genauso umgegangen. Die Folgen: die Böden sind verdichtet, schlecht durchlüftet, ausgelaugte oder überdüngt, das Bodenleben geht zurück– schlechte Voraussetzungen für das Gedeihen der Pflanzen. Gerade jetzt, zur kommenden Gartensaison, ist eine gute Zeit das Bodenleben zu aktivieren.

Gartenneuanlage

Wird ein Garten neu angelegt, sollte man beim Umgang mit dem Boden sehr sorgfältig sein. Wird der Oberboden abgetragen, darf er in max. 1m hohen Mieten gelagert werden, diese Mieten sollte man abdecken oder bepflanzen. Wurde der Unterboden durch Baumschienen verdichtet, so muss dieser vor dem Humusauftrag wieder tiefgründig aufgerissen und mit der Schaufel planiert werden. Dann erfolgt der Auftrag der Humusschicht, ohne mit schweren Maschinen den Boden wieder zu verdichten. Dies ist aufwendig, aber gerade bei stark bindigen Böden unerlässlich. Danach Gründüngungspflanzen aussäen und den Boden über mehrere Monate setzen lassen.

Vorbild Natur

In der Natur ist der Oberboden nie unbedeckt, entweder wird er von Blättern bedeckt oder er ist bewachsen. Jede Lücke die sich neu auftut, z.B. durch Wildschweine wird sofort wieder von neuen Pflanzen besiedelt. Dass der Boden sichtbar offen liegt ist lediglich menschengemacht und nicht gut für das Bodenleben. Der Boden ist so allen Witterungseinflüssen schutzlos ausgeliefert: Hitze und Trockenheit im Sommer, Verschlämmung und Auswaschung im Winter. Eine Zufuhr neuer Stoffe für die Humusbildung ist nicht vorhanden. Dem kann man im Garten entgegenwirken.

Mulchen

Durch das Mulchen spart an sich die Entsorgung des Rasenschnitts und muss nicht so viel Dünger einsetzen.

Den Boden durch Mulchschichten bedeckt halten. Gut geeignet ist Laub- und Strauchhäcksel gemischt mit Rasenschnitt. Diese Mischung dünn auftragen und das Jahr über immer wieder erneuern.

Lediglich zwischen März und Mai die Mulchschichten entfernen, damit sich der Boden erwärmen kann. Die Mulchschicht hält den Boden feucht, unterdrückt die Keimung von Wildkräutern, verhindert eine Verschlämmung und sorgt für eine dauerhafte Nährstoffzufuhr. Die Würmer ziehen das Mulchmaterial in tiefere Schichten und belüften dabei den Boden.

 

 

Gründüngung

Auf Flächen die Brachliegen oder als Zwischenfrucht empfiehlt sich der Anbau von Gründungspflanzen. Je nach Pflanzenart sorgen diese für eine Stickstoffzufuhr, Bodenlockerung, Wildkrautunterdrückung und einen feinkrümeligen Boden. Gründüngungspflanzen sind z.B. einjähriger Klee, Phacelia, Lupinen, Senf , Bohnen und Erbsen.

 

 

Bodendecker

Bei Sträucher und Staudenpflanzungen empfiehlt es sich, dauerhaft einen vollständigen Bewuchs mit flächig wachsenden pflanzen zu erzielen. Je nach Standort können dies z.B. Storchschnabel, Frauenmantel, Immergrün, Elfenblume, Silberwurz oder Teppich-Golderdbeere sein. Sind die Flächen durchgängig bewachsen sind diese dauerhaft sehr pflegeleicht.

Bodenprobe

Um den Boden richtig mit Nährstoffen zu versorgen ist eine Bodenprobe unerlässlich. Jetzt im Februar ist ein guter Zeitpunkt für eine Bodenuntersuchung, da viele Nährstoffe über den Winter ausgewaschen wurden. Mit dem Ergebnis können Sie im März den Boden entsprechend mit Dünger versorgen.

Organische Düngung

Im Hausgarten ist eine rein organische Düngung völlig ausreichend. Das beste Düngemittel haben die meisten eh in Ihrem Garten – der eigene Kompost. Dieser wird jetzt im Frühjahr mit einer Menge von ca. 3-4l/m² ausgebracht und oberflächlich eingearbeitet. Der Gartenkompost enthält meist zu wenig Stickstoff, deshalb gibt man zusätzlich, je nach Kultur, ca. 50-150g Hornmehl/m² dazu. Damit erreichen Sie eine ausreichende Düngung für die meisten Gartenpflanzen.

Sven Görlitz, Verband Wohneigentum Baden-Württemberg e.V.
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