BAGSO: Wettbewerb gegen Alterseinsamkeit

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Der Mensch braucht Menschen um sich herum. Das mag eine Binsenweisheit sein, ist aber nicht immer leicht zu bewerkstelligen. Je älter man wird, desto schwieriger wird es, Kontakte aufrecht zu erhalten. Das Ergebnis ist häufig Alterseinsamkeit. Das muss nicht sein – weil es andere Wege gibt. Genau die werden jetzt gesucht: Unser Partner, die BAGSO, hat zum Thema bundesweit Preise ausgeschrieben.  

Mit einem einzigartigen Wettbewerb macht die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO) jetzt auf das wichtige Thema Alterseinsamkeit aufmerksam. Dieses Thema ist im ganzen Land weit verbreitet. In den Städten sowieso, aber auch in den kleineren Gemeinden und den Dörfern gibt es viele ältere Menschen, die kaum noch Kontakte zur Außenwelt haben.

Das Logo des Wettbewerbs

Klar: Die Menschen werden sowieso älter, die Lebenserwartung steigt. Viele alte Menschen sind aber noch recht mobil – eigentlich. Denn wenn beispielsweise die Partnerin oder der Lebenspartner stirbt, sieht es in jeder Hinsicht schlecht aus. Und selbst wenn die Menschen noch in der Lage sind, etwa den Nahverkehr zu nutzen – die Infrastruktur ist nicht ausreichend auf Senioren ausgerichtet. Die kleinen Läden um die Ecke sind verschwunden. Busse wurden gestrichen. Und die Freunde werden weniger.

Einsam? Zweisam? Gemeinsam!

Es gibt viele Umstände, die das Risiko sozialer Isolation im Alter steigern können. Wenn dann auch noch die Kinder in anderen Regionen leben oder viel beschäftigt sind, wird es Zeit für aktive Vorsorge. Hier vorzubeugen und neue Möglichkeiten aufzuzeigen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Nur gemeinsam lässt sich das schleichende Problem effizient angehen!

Immer wieder im Zentrum beim Verband Wohneigentum: ältere Menschen (© PantherMedia/alexraths)

„Teilhabe ist ein entscheidender Schlüssel, um sozialer Isolation entgegenzuwirken“, sagt der BAGSO-Vorsitzende Franz Müntefering. Müntefering, Jahrgang 1940, war unter anderem als Bundesminister für Arbeit und Soziales nah am Thema dran.

„Menschen können sich helfen, nicht einsam zu werden“, betont Franz Müntefering, der gerade erst im Amt des Vorsitzenden der BAGSO bestätigt wurde. „Es gibt viele gute Beispiele, wie man Einsamkeit vorbeugen und wie man sie bekämpfen kann.“

Der ehemalige SPD-Vorsitzende, seit 2015 Kopf der BAGSO, kennt die Problematik gut: „Aus der täglichen Arbeit wissen wir, wie viele und vielfältige Projekte und Initiativen es deutschlandweit gibt“, sagt er. „Mit diesem Wettbewerb möchten wir sie sichtbar machen“.

Alterseinsamkeit: Richtig vorbeugen

Der Wettbewerb, den die BAGSO jetzt gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) initiiert, kommt also gerade zur rechten Zeit. Und der ehemalige Vizekanzler hat natürlich Recht: Initiativen sind in großer Menge vorhanden – sie sind nur nicht leicht erkennbar.

Um auf etwas aufmerksam zu machen, muss man darüber reden. Und so kommt es, dass sogar viele Betroffene nichts von den Angeboten erfahren. Dass viele ältee Menschen einsam in ihrem Wohneigentum sitzen, obwohl ein paar Türen weiter Aktionen laufen.

„Teilhabe ist ein entscheidender Schlüssel, um sozialer Isolation entgegenzuwirken!“

Franz Müntefering

Gerade die örtlichen Vereine im Verband Wohneigentum e.V. leisten eine gewaltige ehrenamtliche Arbeit für die ältere Generation. Nicht nur bei Themen wie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung erfahren die Mitglieder Unterstützung. Die Palette reicht von kleinen Hilfen und Besorgungen bis zu Tipps, wie beispielsweise die Sicherheit an Treppen verbessert werden kann.

Franz Müntefering (Foto: BAGSO)

Es gibt also zahlreiche Hilfsangebote wie direkte Betreuung, Fahrdienste zu Freunden und Verwandten – und natürlich veranstalten die einzelnen Vereine immer wieder Seniorennachmittage mit Kaffee und Kuchen.

Verband Wohneigentum: Devise „Gemeinsam“

Die Integration sämtlicher Generationen in den gelebten Alltag – darum geht es den Mitgliedern im Verband Wohneigentum. So heißt es nicht zufällig bereits im Leitbild des Verbands Wohneigentum Baden-Württemberg: „Soziale Integration und das Miteinander ist zentraler Schwerpunkt des Verbandslebens. Dabei sind die Stärkung familiärer und nachbarschaftlicher Verbundenheit intensiv gelebt Satzungsziele in allen Ebenen. Ebenso das Miteinander der Generationen. Die Mitglieder sind überzeugt, dass das Leben im Wohneigentum die bestmögliche Wohnform für ein gesundes Sozialumfeld ist.“ Und ein gesundes soziales Umfeld heißt natürlich: Nachbarschaftshilfe für alle Generationen! Die Devise „Gemeinsam“ verbindet den Verband Wohneigentum also direkt mit der BAGSO.

… und wer kann mitmachen?

Der BAGSO-Wettbewerb „Einsam? Zweisam? Gemeinsam!“ zeichnet nun „innovative und überzeugende Initiativen aus“, wie es offiziell heißt, „die sich gegen soziale Isolation und für die gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen engagieren.“

Wir wissen, dass in den örtlichen Vereinen in Baden-Württemberg vorbildliche Arbeit geleistet wird – vor allem in diesen Punkten. Gerade dann, wenn es darum geht, soziale Isolation und Einsamkeit im Alter zu durchbrechen.

Klare Teilnahmebedingungen

Bleibt noch die Frage: Wer kann sich eigentlich alles bewerben? Grundsätzlich sind alle Organisationen, Initiativen und Projekte zugelassen, die „einen im Kern gemeinnützigen Charakter haben oder in kommunaler Trägerschaft stehen“, wie es im PDF mit den Teilnahmebedingungen heißt.  der Ausschreibung heißt. Natürlich muss das entsprechende Projekt aktiv sein.

Gelebte Nachbarschaft in Haus und Garten (Foto: Sven Görlitz)

Allerdings kann jeder Verein nur eine Bewerbung einreichen. Für manche Vereine, die besonders viele Aktivitäten am Start haben, wird da die Auswahl schwierig. Die fünf Wettbewerbskategorien lauten: Besuch und Begleitung; Bildung und Kultur; Sport und Bewegung. Dazu gibt es eine „Offene Kategorie“ – und die Kategorie der Mehrgenerationenhäuser, die Teil des Bundesprogramms sind.

Einsendeschluss: 7. Dezember 2018

Die Bewerbung kann nur über das Onlineformular eingereicht werden. Auch bei den Formaten sind die Ausschreiber wählerisch: Höchstens zwei JPG- oder PDF-Dateien sind zulässig, die jeweils nicht „schwerer“ als zwei Megabyte sein dürfen.

Bis zum 7. Dezember werden Bewerbungen entgegengenommen. Die besten Initiativen erhalten nicht nur ein Preisgeld von bis zu 2.000 Euro, sie werden auch auf der Homepage der BAGSO vorgtestellt. Und natürlich werden auch wir auf der Website vom Verband Wohneigentum Baden-Württemberg darüber berichten.

Irgendwann nach dem 7. Dezember 2018 wird eine unabhängige Jury die Preise vergeben – im Gesamtwert von 22.500 Euro. Wir hoffen natürlich, dass einiges von dieser enormen Gesamtsumme in Baden-Württemberg landet. Am besten bei den Initiativen unserer örtlichen Vereine!