Bauherrenhaftpflicht – was ist das?

Wenn Sie sich dazu entschlossen haben, ein Objekt zu renovieren, umzubauen oder gar neu zu bauen, werden Sie mit Beginn der Arbeiten aus der Sicht des Gesetzgebers zum Bauherrn. Und schon haben Sie gewissen Verantwortungen zu tragen!

Denn als Bauherr sind Sie für die Sicherheit auf Ihrer Baustelle verantwortlich. Somit haben Sie die Haftungspflicht zu tragen. Daher ist Sicherheit die oberste Devise.

Zahlreiche Regelungen, Vorschriften und Gesetze sollen helfen, Unfälle zu vermeiden. Dabei ist es natürlich in der Praxis nicht ganz einfach, alle Regeln in ihrer Gesamtheit einzuhalten. Aber: Sollte auf Ihrer Baustelle etwas passieren, sind erst einmal Sie als Bauherr dafür verantwortlich.

Zudem stellt die Verantwortung ein großes finanzielles Risiko dar. Kommt es nämlich zu einem Unfall mit Personenschaden – vielleicht sogar mit einer Invalidität –, dann kann das für Sie als Bauherrn sehr teuer werden. Nicht selten ist das sogar mit dem finanziellen Ruin verbunden. Und das muss nicht sein!

Was ist die Bauherrenhaftpflicht-Versicherung?

Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung, die im allgemeinen Sprachgebrauch fälschlicherweise auch Bauherrenhaftpflicht genannt wird, sichert Sie als Bauherr gegen die finanziellen Folgen eines Unfalls auf Ihrer Baustelle ab. Für die Folgen werden Sie als Bauherr haftbar gemacht, selbst wenn Sie gar nicht vor Ort waren und es sich bei dem Verunfallten um einen qualifizierten, renommierten Handwerker handelt.

Warum sollte ich eine Bauherrenhaftpflicht-Versicherung abschließen?

Warum Sie als Bauherr eine solche Versicherung abschließen sollten, erklärt sich am besten anhand eines Beispiels:

Ein Kind betritt die unzureichend gesicherte Baustelle und stürzt in einen ungesicherten Kellerschacht. Hierbei kann es sich schwer verletzen oder sogar eine Querschnittslähmung erleiden. Wenn die Baustelle nicht korrekt abgesichert ist, wurde fahrlässig gehandelt. Nun haftet der Bauherr für den Gesundheitsschaden. Das heißt, dass er die Arztkosten tragen und im Falle einer Querschnittslähmung für den Unterhalt aufkommen muss. Ohne eine Bauherrenhaftpflichtversicherung wäre der Bauherr finanziell ruiniert. Somit wird klar, dass jeder beauftragende Bauherr eine Bauherrenhaftpflichtversicherung benötigt. Lediglich bei der Beauftragung eines Bauträgers ist eine Bauherrenhaftpflichtversicherung in der Regel nicht erforderlich.

Wann benötigt man eine Bauherrenhaftpflichtversicherung?

Die Bauherrenhaftpflichtversicherung über den Verband Wohneigentum ist bereits im Mitgliedsbeitrag enthalten. Daher müssen die Mitglied keine gesonderte Bauherrenhaftpflichtversicherung abschließen. Darin sind Renovierungs-, Um- und Neubauten bis zu einer Bausumme von 750.000 € versichert. Sollte die Bausumme höher ausfallen, kann die Versicherungssumme durch einen Zusatzbeitrag erhöht werden. Allerdings muss die Mitgliedschaft zum Baubeginn bereits bestehen und der Mitgliedsbeitrag überwiesen sein.

Haben wir Ihr Interesse geweckt?

Was deckt eine Bauherrenhaftpflichtversicherung ab?

Der Gesetzgeber hat geregelt, was die Bauherrenhaftpflichtversicherung bezahlt. Hierunter fallen die Auswahlpflicht, die Organisations- und Überwachungspflicht sowie die Verkehrssicherung. Der Bauherr muss bestimmten Sorgfaltspflichten bei der Auswahl seiner Handwerker und Arbeiter nachkommen. Darunter fällt auch seine Verantwortlichkeit, dass die beauftragten Gewerke fachlich geeignet und ausreichend qualifiziert sind.

Die Verkehrssicherung fällt ebenfalls in die Verantwortlichkeit des Bauherrn. Dies vergessen Bauherren oft genug, etwa beim Abtransport von Aushub. Wird durch abtransportiertes Material die Straße verschmutzt und ein Fußgänger oder Fahrradfahrer stürzt dadurch, dann muss dafür ebenfalls der Bauherr aufkommen.

Hinzu kommt die Organisations- und Überwachungspflicht. Auch dafür ist der Bauherr verantwortlich. Sie umfasst die persönliche Aufsichtspflicht auf der Baustelle und für die auf ihr ausgeführten Tätigkeiten im Rahmen des Zumutbaren.

Was leistet eine Bauherrenhaftpflichtversicherung?

Die Bauherrenhaftpflichtversicherung über den Verband Wohneigentum beinhaltet eine Versicherungssumme von 10 Millionen Euro für Personen- und Sachschäden. Daneben werden Vermögensschäden von bis zu 100.000 Euro von der Versicherung übernommen. Dabei versteht man unter einem Vermögensschaden zumeist einen Folgeschaden, etwa wenn ein Auto bei Bauarbeiten beschädigt und zur Überbrückung ein Mietwagen benötigt wird. Die Mietkosten für das Auto sind in diesem Fall ein Vermögensschaden.

Was kostet die Bauherrenhaftpflichtversicherung?

Für die Mitglieder des Verbands Wohneigentum ist sie kostenlos, denn die Versicherung ist schon im Mitgliedsbeitrag enthalten. Mitglieder müssen keine zusätzliche Versicherung abschließen.

Sie interessieren sich für die Vorteile eines Mitglieds?

Wann greift eine Bauherrenhaftpflichtversicherung?

Natürlich muss eine Bauherrenhaftpflicht vor einem Schadensfall abgeschlossen werden. Hierzu genügen beim Verband Wohneigentum die Bestätigung als Mitglied und der eingegangene Mitgliedsbeitrag. Hierin liegt ein weiterer Vorteil: Es muss keine Versicherung separat abgeschlossen werden und der Versicherungsschutz besteht über die gesamte Dauer der Mitgliedschaft.

Andere Bauherrenhaftpflichtversicherungen haben oft eine begrenzte Laufzeit. Diese variiert von Versicherungsgesellschaft zu Versicherungsgesellschaft.

Ist dieser Versicherungszeitraum überschritten, kann die Versicherung oft nur gegen einen Aufpreis verlängert werden. Dies ist jedoch nicht bei allen Versicherungsgesellschaften möglich. Bei der Versicherung des Verbands Wohneigentum ist dies nicht notwendig, hier ist das Mitglied dauerhaft versichert.