Baukindergeld: Das muss man wissen

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Die Wohnraumoffensive der Bundesregierung geht los: Jetzt kann das neue Baukindergeld beantragt werden. Der Verband Wohneigentum Baden-Württemberg informiert ausführlich, was zu diesem Novum alles zu beachten ist.

„Nur etwa 45 Prozent der Deutschen besitzen Wohneigentum. Im europäischen Vergleich zählt die Bundesrepublik damit zu den Schlusslichtern.“ So formulierte es unlängst Manfred Jost, der Präsident des Verbands Wohneigentum, in einem lesenswerten Beitrag. Vor allem stellte er fest, dass die Politik „über Jahre hinweg das selbstgenutzte Wohneigentum sträflich vernachlässigt“ habe – mit bösen Folgen.

Immerhin: Jetzt gibt es zunächst einmal das Baukindergeld. Das allerdings reicht bei weitem nicht aus – dazu hat der Verband Wohneigentum Baden-Württemberg gerade erst detailliert Stellung bezogen. Außerdem gibt es weitere, wenn auch weniger populäre Methoden, um Wohneigentümer nachhaltig zu entlasten. Auch dazu hat sich der Verband Wohneigentum Gedanken gemacht. Nur ein Beispiel: Der Verband Wohneigentum fordert, dass das selbstgenutzte Wohneigentum bei der Grunderwerbsteuer freigestellt wird, mindestens bis 400.000 Euro.

Direkter Zugang zur Förderung

Schlusslicht Deutschland: Wohneigentum muss in unserem Land eine größere Rolle spielen!

Hier soll es nun aber ganz praktisch um das Baukindergeld gehen und um seine Nutzung. Immerhin zählt diese Aktion zu den teuersten Projekten, die sich die Koalition bisher überhaupt ausgedacht hat.

Dazu stellen sich ein paar Fragen, die wir hier beantworten:

„Wie kann ich das Baukindergeld beantragen?“

Das geht ganz einfach über das  KfW-Zuschussportal. Dort erfährt man alle Details. Offiziell heißt es von der Bank: „Der Zuschuss soll es Familien mit Kindern und Alleinerziehenden leichter machen, ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung zu finanzieren.“ Auf ihrer Website hat die KfW-Bank daher ein dreistufiges Programm installiert – vom Kaufen oder Bauen über das Beantragen des Fördergeldes bis zur Auszahlung.

„Wie viel Geld steht mir überhaupt zu?“

Pro Kind gibt es 12.000 Euro. Diese Summe wird aber nicht auf einmal ausgezahlt, sondern in zehn Jahresraten. Somit gibt’s pro Jahr 1.200 Euro. Bei zwei Kindern sind es also insgesamt 24.000 Euro – das ist tatsächlich nicht wenig Geld. Und zurückzahlen muss man das Geld nicht, da gibt es keine versteckte Klausel. Auch bei der Anzahl der Kinder gibt es keine Begrenzung.

„Wem genau steht das Baukindergeld zu?“

Alle Bürger mit mindestens einem Kind können einen Antrag stellen. Die erste Voraussetzung für den Erhalt des Baukindergelds ist, dass man selbst oder der Partner kindergeldberechtigt ist, ob verheiratet oder nicht. Voraussetzung Nummer zwei ist, dass der Kaufvertrag innerhalb der Bundesrepublik Deutschland seit Januar 2018 unterzeichnet wurde – oder dass die Baugenehmigung nach dem letzten Jahreswechsel erteilt wurde. Für alle Verträge und Baugenehmigungen, die bis Ende des Jahres 2020 abgeschlossen werden, können Anträge gestellt werden.

„Warum ist das zeitlich begrenzt?“

Der Traum vom eigenen Heim soll wieder leichter erfüllbar werden

Für die Bundesregierung war es von großer Bedeutung, die Gesamtkosten der Aktion im Blick zu behalten. Haushaltsexperten gehen davon aus, dass sich die Gesamtsumme auf bis zu zehn Milliarden belaufen könnte. Bei einer starken Nachfrage könnte die Summe sogar steigen.

„Was ist aus der Anzahl der Quadratmeter geworden?“

Stimmt: Anfangs sollte die Wohnfläche begrent werden: Baukindergeld sollte es nur für Wohnraum bis 120 Quadratmeter geben. Die Proteste waren sofort da – auch vom Verband Wohneigentum. Dafür wurde die Aktion dann eben zeitlich begrenzt. Allerdings: In den nächsten zwei Jahren kann sich ja einiges tun.

„Wie wird das Baukindergeld verwendet?“

Da das Baukindergeld nicht auf einen Schlag ausbezahlt wird, sondern nur jährlich, lässt es sich nicht direkt als Eigenkapital einsetzen. Wie also lässt es sich sinnvoll in die Finanzplanung integrieren? Die Antwort: Am besten, man nutzt es nach und nach zur Tilgung. Die Auszahlungsweise legt nahe, dass das Geld jedes Mal gleich in die Finanzierung gesteckt wird. So wird die Restschuld schneller gemindert – das spart viele Zinsen. Auch Sondertilgungen können eine Option sein. Da sollte man aber genau in die Kreditverträge schauen, denn diese Art der Tilgung ist oft mit Gebühren verbunden. Viele Banken gewähren Sondereinzahlungen bis zu fünf Prozent der gesamten Restschulden pro Jahr, ohne dafür Gebühren zu verlangen. Wer neue Verträge abschließt, sollte unbedingt darauf achten: Sondertilgungen sollten im Kreditvertrag vorgesehen sein.

Eine weitere Möglichkeit: Baukindergeld lässt sich auch zur Zinssicherung verwenden. Wenn nach einigen Jahren die Sollzinsbindung endet, haben die meisten Wohneigentümer ihr Haus oder die Wohnung noch nicht abbezahlt. Bei der dann notwendigen Anschlussfinanzierung könnten gestiegene Bauzinsen neue Löcher in die Finanzplanung reißen – und genau da kommt das Baukindergeld ins Spiel. Denn es lässt sich schon heute einsetzen, um die Zinssicherung zu gewährleisten. Die Lösung: Ein Bausparvertrag, der parallel zur Finanzierung läuft. Der wesentliche Vorteil ist dabei, dass das Risiko veränderter Zinssätze vermieden wird.

„Wann kann ich das Baukindergeld beantragen?“

Es gilt: Seit Mitte September 2018 kann Baukindergeld bereits beantragt werden. Alles, was dazu gebraucht wird, sind die entsprechenden Bau- oder Kaufunterlagen – und ein Internetanschluss. Denn am besten beantragt man diese Förderung online: Die KfW hat dazu wie erwähnt ein Portal eingerichtet. Unter www.kfw.de/baukindergeld kann der Antrag direkt nach Einzug oder Baugenehmigung gestellt werden. Allerdings gilt eine Frist von drei Monaten.

„Wo ist der Haken?“

Wer zu viel verdient, geht leer aus. Bei einer Kleinfamilie mit einem Kind darf das jährliche Haushaltseinkommen 90.000 Euro nicht übersteigen.  Wer mit zwei Kindern lebt, darf höchstens 105.000 zur Verfügung haben. Und mit drei Kindern liegt die Grenze bei 120.000 Euro. Voraussetzung ist zudem, dass alle relevanten Kinder im Haus leben – oder in der Wohnung. Außerdem darf die Familie keine weitere Immobilie besitzen.

„Und was muss ich sonst bedenken?“

Haus, Garten, Glück – so geht’s

Wer bauen möchte oder plant, ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen, sollte sich umfassend informieren. Am besten geht das natürlich bei einem Verband, der sich genau dem verschrieben hat: Wohneigentümer und alle, die es werden wollen, mit einem umfassenden Verbandsangebot zu unterstützen. Dazu gehören vielfältige Beratungen ebenso wie die Vertretung gegenüber Behörden und der Politik. Genau aus diesem Grund ist es für junge Familien ratsam, Mitglied im Verband Wohneigentum zu werden.

Wer weitere Informationen über das Baukindergeld haben möchte, wendet sich am besten an seinen örtlichen Verein im Verband Wohneigentum Baden-Württemberg – oder direkt an die Geschäftsstelle.

Übrigens lohnt es sich immer mal wieder, genau hinzuschauen, welche Zuschüsse die KfW-Bank sonst noch bietet. Als wichtiger Partner des Verbands Wohneigentum Baden-Württemberg ist auf die wichtigste deutsche Förderbank bestens Verlass.

 

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