Dach: Eignungs-Check für Solaranlagen

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Für Wohneigentümer, die sich für die Energiewende rüsten möchten, liegt die Idee nahe: Eine Solaranlage auf dem Dach ist die Lösung. Aber eignet sich das Haus überhaupt für eine Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlage? Lohnen sich Photovoltaik-Batteriespeicher? Und wie sieht es mit Fördergeldern aus? Auf diese und weitere Fragen bietet die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg jetzt Antworten – mit dem „Eignungs-Check Solar“ ihrer Energieberatung.

„Wie finde ich die passende Lösung, um Sonnenenergie richtig zu nutzen?“ Mit einem neuen Angebot reagiert die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg auf viele Fragen, die vor allem selbstnutzende Wohneigentümer beschäftigen. Wer auf dem eigenen Dach eine Solaranlage installieren möchte, braucht umfassende Informationen. Aber selbst die kenntnisreichsten Aussagen nützen nur dann etwas, wenn sie individuell sind. Mit anderen Worten: Wer Wohneigentümer bei diesem Thema wirklich gut beraten möchte, muss vor Ort sein.

Günstige Pauschale: Nur vierzig Euro kostet der Check

Passend zum Jubiläum: „Eignungs-Check Solar“ für Hausbesitzer (Bild: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg)

Genau das bietet die Energieberatung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg jetzt an. Für nur vierzig Euro kommt ein Energieberater der Verbraucherzentrale ins Haus. Zunächst wird geprüft, ob sich das Dach überhaupt zur Solarnutzung eignet. „Nicht immer ist eine Anlage sinnvoll,“ sagt Energieexpertin Meike Militz von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, „je nach Dachtyp oder der Neigung kann es sein, dass es überhaupt nicht passt.“

Es kann also auch abgeraten werden. „Das passiert gar nicht einmal so selten,“ wie Meike Militz sagt, „wenn zum Beispiel in absehbarer Zeit eine Gebäudesanierung ansteht, die dann ja auch das Dach betrifft, ist solch eine Investition erst nach der Sanierung sinnvoll.“

Solaranlage auf dem Dach: hilfreiche Tipps

Diese Einstellung zeigt einen wesentlichen Aspekt der Energieberatung: Sie ist unabhängig. Die „Eignungs-Checker“ aus Stuttgart sind ausschließlich daran interessiert, Wohneigentümern bei der Entscheidungsfindung zur Seite zu stehen. Es geht also um grundlegende Informationen zu Umsetzung, Kosten und Wirtschaftlichkeit einer Anlage.

Die ist grundsätzlich empfehlenswert: „Mit Sonnenstrom oder Solarwärme vom eigenen Dach können Hausbesitzer nicht nur Heiz- oder Stromkosten senken,“ sagt Energieberater Jochen Schneider, „sie können auch ein großes Stück Unabhängigkeit vom Energiemarkt gewinnen und den Wert des Gebäudes steigern.“ Der Experte von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg fügt hinzu: „Auch um Kostenfallen zu vermeiden, lohnt sich der Check auf jedem Fall.“

Wegweiser zu den Fördertöpfen

Günstig durch Förderung

Ebenfalls im „Eignungs-Check Solar“ enthalten sind Informationen zu aktuellen Fördermöglichkeiten. Welche Gelder können wo beantragt werden? Welche Fördertöpfe gibt es beim Bund und im Land – etwa über die KfW? Und wo gibt es Zuschüsse für Photovoltaik-Batteriespeicher? Damit jeder einzelne Wohneigentümer tatsächlich etwas von der Beratung hat, gibt es im Anschluss einen Kurzbericht darüber, wie „solartauglich“ das Haus ist.

Die Experten schätzen dabei explizit ein, welche weiteren Schritte sinnvoll und empfehlenswert sind und wie eine gewerkeübergreifende Realisierung aussehen kann. Übrigens: Wer bereits eine Anlage auf dem Dach hat, kann ebenfalls von der Beratung profitieren. Denn die Energieberater helfen mit ihren Tipps auch dabei, bestehende Anlagen aufzurüsten oder zu kombinieren.

Solartechnik fürs Dach: rasante Entwicklung

Natürlich geht es bei dem Angebot auch darum, Wohneigentümer zu erreichen, die sich mit dem Thema überhaupt noch nicht beschäftigt haben. Eine weitere Beratungs-Zielgruppe hat Regional-Managerin Meike Militz ausgemacht: „Viele Menschen haben sich einmal gegen eine Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlage entschieden, weil die Technik damals noch nicht ausgereift,“ sagt sie, „oder weil das nötige Kleingeld fehlte.“ Aber allein auf technischem Gebiet hat sich in den letzten Jahren etwas getan.

„Mit dieser Aktion möchten wir Wohneigentümer erreichen.“ Meike Militz, Energieberatung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

Dass der Check tatsächlich nur vierzig Euro kostet, liegt in einer besonderen Förderung durch den Bund: Das Bundeswirtschaftsministerium unterstützt die Aktion. Auch für weitere Hilfestellungen steht die Energieberatung der Verbraucherzentrale zur Verfügung. Wer einen Beratungstermin buchen möchte, kann diese sogar ohne zusätzliche Kosten tun: Die Telefonnummer 0800 – 809 802 400 ist gebührenfrei.

Verband Wohneigentum: „gute Gelegenheit“

Der Verband Wohneigentum Baden-Württemberg e.V. begrüßt die Aktion ausdrücklich. „Wir wissen, dass sich viele unserer Mitglieder bereits ausführlich mit dem Thema beschäftigt haben,“ sagt Landesgeschäftsführer Roland Schimanek. „Für viele ist dieser Eignungs-Check eine gute Gelegenheit, mit dem eigenen Dach Solarstrom zu nutzen und so weitgehend energieunabhängig zu werden“. Daher plant der Verband auch, durch zielgerichtete Aktionen auf den günstigen Check aufmerksam zu machen. „Unsere Mitglieder sind zum guten Teil sowieso mit den Angeboten der Verbraucherzentrale vertraut,“ sagt Schimanek, „von daher sind wir zuversichtlich, dass dieses Angebot ein breites Echo in den örtlichen Vereinen finden wird.“

Sonne aufs Dach – und nutzen!

Dem Verband kommt dabei sicher auch die große Erfahrung bei der Energieberatung zugute. Gerade Wohneigentümer haben den Energieverbrauch ihrer Immobilie sowieso stets im Hinterkopf – und der Verband Wohneigentum Baden-Württemberg bietet seinen Mitgliedern in Kooperation mit seinen versierten Partnern auch unabhängig vom „Eignungs-Check Solar“ umfassende Energieberatung zu vergünstigten Konditionen an.

So können etwa im Vorfeld einer Sanierung Einsparpotenziale ausfindig gemacht werden. Auf die aktuelle Aktion der Verbraucherzentrale wird der Verband auf mehreren Kanälen aufmerksam machen – auch auf seiner Facebook-Seite. Und natürlich werden die örtlichen Vereine entsprechende Information erhalten, die sie wiederum an ihre Mitglieder weitergeben werden.

Landesregierung mit „Solaroffensive“

Das Angebot der Verbraucherzentrale geht übrigens Hand in Hand mit einer „Solaroffensive“ der Landesregierung von Baden-Württemberg. Sie soll dem Ausbau dieser Energieform neuen Schwung verleihen. Ziel der Initiative ist es, wie Landesumweltminister Franz Untersteller erläuterte, „auf breiter Basis zu informieren und zu beraten, für die Solarenergie zu werben und Investitionen in neue Anlagen anzureizen“. So können Wohneigentümer also nicht nur das Angebot der Verbraucherzentrale nutzen, sondern auch auf drei landesweite Förderprogramme zurückgreifen.

So geht es beim Förderwettbewerb „Regionale Photovoltaiknetzwerke“ primär um Information, Beratung und Vernetzung. Im Förderprogramm „Netzdienliche PV-Batteriespeicher“ werden Investitionen für Solarspeicher bezuschusst, wenn diese an den Bau einer Photovoltaik-Anlage gekoppelt ist. Und schließlich gibt es noch das Förderprogramm „Energieeffiziente Wärmenetze“, in dem zahlreiche Projekte gefördert werden. Ministerpräsident Winfried Kretschmann machte das Thema zur Chefsache: „Wir sind uns einig, dass die Sonne in Baden-Württemberg eine der wichtigsten erneuerbaren Energiequellen darstellt und dass wir alles tun müssen, um Solarenergie noch stärker für die Erzeugung von Strom und Wärme zu nutzen“, sagte er.

Für Untersteller ist die Aktion besonders wichtig: „Damit sollen Wirtschaft und Kommunen für das Thema gewonnen werden“, sagte er gegenüber der Heilbronner Stimme. Der Minister wünscht sich mehr Solaranlagen auf Dächern von Industriebauten und beispielsweise Baumärkten. Aber auch die selbstnutzenden Wohneigentümer hat Franz Untersteller deutlich im Visier.