Welche Versicherung schützt vor welchem Schadensfall? Und worauf sollten Eigenheimbesitzer bei der Wahl der Versicherung Wert legen? Verstecken sich doppelte Policen in unzähligen unterschiedlichen Versicherungspaketen? Oder fehlt gar etwas Elementares? An dieser Stelle geben wir einen Überblick über die wichtigsten Versicherungen für die eigenen vier Wände – und weisen auf Feinheiten hin, die beim Abschluss beachtet werden sollten.

Zehn Versicherungen, die jeder Bauherr oder Eigentümer kennen und je nach individueller Lebenssituation auch haben muss oder wenigstens über einen Abschluss nachdenken sollte, sind folgende:

  1. Wohngebäudeversicherung
    Elementarschadenschutz als Erweiterung
  2. Restschuldversicherung
  3. Überbegriff Gebäudeneubauversicherung, es handelt sich um ein Versicherungspaket, bestehend meist aus
    1. Feuerrohbauversicherung
    2. Bauleistungsversicherung
    3. Bauherrenhaftpflichtversicherung – inklusive bei VWE-Mitgliedschaft
  4. Bauhelferversicherung
  5. Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht
    zusätzlich zu privater Haftpflichtversicherung, Gewässerschadenhaftpflichtversicherung (Öltank) als Erweiterung – inklusive bei VWE-Mitgliedschaft
  6. Unfallversicherung,
    Unfallversicherung für Haushaltshilfe
  7. Risikolebensversicherung
  8. Berufsunfähigkeitsversicherung
  9. Hausratversicherung;
    Glas- und Reparaturversicherung als Erweiterung
  10. Umzugstransportversicherung

Wohngebäudeversicherung

Sie ist oft Bedingung für einen Kredit. Denn Feuer, Leitungswasser, Hagel und Sturm oder Blitzschlag können schwere Schäden am Gebäude verursachen.  Dann springt die Wohngebäudeversicherung ein. Nicht mit versichert sind allerdings Überschwemmungen nach Starkregen oder Rückstau, Erdbeben und Erdrutsche oder Schneedruck und Lawinenabgänge. Für solche Fälle lohnt es sich in manchen Gebieten, die Wohngebäudeversicherung um den Elementarschadenschutz zu erweitern. Oft ist auch die Feuerrohbauversicherung in der Wohngebäudeversicherung enthalten.  Sie greift beispielsweise bei Feuer durch Blitzschlag im noch nicht fertiggestellten Haus.

Restschuldversicherung

Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit, Todesfall – solche Schicksalsschläge können dazu führen, dass der laufende Kredit nicht mehr bedient werden kann. Oft weist die Bank darauf hin, dass eine Restschuldversicherung für einen Kredit abgeschlossen werden kann, die im Schadensfall die Ratenzahlungen übernimmt. Solche Versicherungen können auch Ratenschutz, Kreditversicherung oder Schutzbrief genannt werden. Aber Achtung: Auch wenn seit 2017 die Verbraucher durch die neue EU-Richtlinie mehr Rechte haben, sollten Kreditnehmer hier ganz genau hinschauen. Denn die Kosten variieren sehr stark, es werden meist längst nicht alle Risiken abgedeckt und neben Warte- und Karenzzeiten gibt es auch oft einen begrenzten Zeitraum, in dem die Versicherung greift.

Überbegriff Gebäudeneubauversicherung

Die Gebäudeneubauversicherung greift bei Objekten, die noch im Bau befindlich sind und deckt Schäden ab, die beispielsweise durch Unwetter oder Vandalismus entstehen. Sie besteht aus mehreren Einzelversicherungen, dazu gehören meist die Bauherrenhaftpflichtversicherung, die Bauleistungsversicherung und die Feuerrohbauversicherung. Wie viel eine Gebäudeneubauversicherung kostet hängt davon ab, inwieweit bestimmte Risiken in der fraglichen Region erhöht sind – etwa Hochwasser oder Sturm. Auch die Höhe der Neubausumme und die Versicherungssumme hat Einfluss auf die Höhe der Prämie.

Bauleistungsversicherung

Sie ist oft Bestandteil einer Gebäudeneubauversicherung und schützt vor Schäden, die während der Bauzeit auftreten und nicht vorhersehbar sind, zum Beispiel Hochwasser oder Sturm. Auch Vandalismus, unbekannte Eigenschaften des Baugrundes, Konstruktions- und Materialfehler, Fahrlässigkeit und Ähnliches sind meist mitversichert. Der Schutz bezieht sich auf den Bauherren und den Bauunternehmer – je nachdem, um welchen Schadensfall es genau geht und wer gegenüber wem zahlungspflichtig ist.

Feuerrohbauversicherung

Die Feuerrohbauversicherung springt ein bei Schäden durch Feuer, Blitzschlag und Explosion am entstehenden Haus und an den Baustoffen auf dem Baugrundstück. Die Versicherung schließt auch Folgeschäden ein, die durch das Feuer entstehen können, zum Beispiel durch das Löschen des Brandes, durch Rauch oder Ruß. Auch die Kosten fürs Aufräumen oder eventuellen Abriss von bereits bestehenden Gebäudeteilen gehören dazu, sowie Verluste von Mieteinnahmen durch die Bauverzögerung.

Bauherrenhaftpflichtversicherung

Die Bauherrenhaftpflichtversicherung bezieht sich auf Haftpflichtansprüche durch eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht bei einer Baustelle am und ums Haus. Auch wenn der Bauherr seine Verkehrssicherungspflicht auf den Bauleiter oder Bauunternehmer überträgt, haftet der Bauherr dennoch für die Überwachung desselben. Schlechte Beschilderung oder schlechte Beleuchtung können also schnell teuer werden, wenn Dritte dadurch auf der Baustelle zu Schaden kommen. Zwar ist im Rahmen der Privathaftpflichtversicherung beziehungsweise der Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung einen gewisse Schutz auch für eine Baustelle enthalten, enthalten, aber dieser beschränkt sich auf eine bestimmte Bausumme. Wird diese überschritten, ist der Abschluss einer gesonderten Bauherrenhaftpflichtversicherung erforderlich. Die Details eines Versicherungsvertrages sollten also genau überprüft werden, um eine Unter- oder Überversicherung zu vermeiden. Wichtig zu wissen: Die Bauherrenhaftpflichtversicherung umfasst nicht den Schutz der Bauhelfer!

Bauhelferversicherung

: Durch die Bauhelferversicherung sind private Bauhelfer abgesichert. Die Versicherung ist sinnvoll, wenn viel auf der Baustelle von Familienangehörigen, Freunden und Bekannten in Eigenleistung erbracht wird. Grundsätzlich gilt: Alle Bauhelfer müssen bei der Berufsgenossenschaft Bau (BauBG) gemeldet und darüber hinaus gesetzlich versichert werden – auch wenn sie unentgeltlich arbeiten. Wer dies nicht veranlasst, riskiert ein Bußgeld in vierstelliger Höhe. Weil die gesetzliche Absicherung aber nur die Basisversicherung darstellt und beispielsweise im Falle einer Vollinvalidität nicht zahlt, lohnt sich die private Bauhelferversicherung in jedem Fall. Weil Bauherren und ihre Ehepartner nicht automatisch durch die Bauhelferversicherung abgesichert sind, können sie sich, sofern sie selbst auf der Baustelle mit Hand anlegen, freiwillig zusätzlich absichern.

Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht

Sie ist speziell für Vermieter, Eigentümergemeinschaften und Besitzer von unbebauten Grundstücken interessant – ist also sinnvoll, wenn das Haus Dritten überlassen wird. Wer sein Haus selbst bewohnt, für den greift die private Haftpflichtversicherung. Ein nicht geräumter Gehweg im Winter, auf dem ein Fußgänger ausrutscht oder ein Wasserschaden im eigenen Haus, der auch das Nachbarhaus beschädigt – solche Vorkommnisse sind im Falle eines nicht selbst genutzten Eigentums Sache der Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung. Abgedeckt sind also Personen- und Sachschaden, die vom bebauten Grundstück ausgehen.

Gewässerschadenhaftpflichtversicherung

Die Gewässerschadenhaftpflichtversicherung (bei Privatkunden wird sie auch Heizöltank-Haftpflichtversicherung genannt) schützt den Besitzer eines Heizöltanks oder einer anderen Anlage mit wassergefährdenden Stoffen vor den finanziellen Folgen, falls beispielsweise Heizöl tritt undichten Leitungen austritt, wenn etwa Rohrleitungen beschädigt sind oder der Tank durchgerostet ist. Wenn danach verschmutzte Gewässer gereinigt oder kontaminiertes Erdreich abgetragen werden muss, springt die Gewässerschadenhaftpflichtversicherung ein.  

Unfallversicherung

Für Eigentümer ist die Unfallversicherung (UV) auf indirekte Weise ziemlich wichtig. Denn wer sein Eigenheim finanziert und es fortlaufend unterhalten muss, der kann durch einen Unfall von heute auf morgen vor dem finanziellen Ruin stehen – und damit neben schlimmen gesundheitlichen Folgen auch sein Eigenheim verlieren. Die Unfallversicherung ist zuständig für die direkten Unfallfolgen im Sinne eines medizinischen Notfalls wie auch die langfristigen Folgen – schlimmstenfalls geht es dabei um schwere Invalidität oder Tod. Neben der Erstversorgung am Unfallort und der folgenden Behandlung und gegebenenfalls Rehabilitation wird auch Pflegegeld gezahlt, sofern aufgrund des Unfalls Betreuungsbedarf besteht, sowie eine Umschulung, falls der bisherige Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann. Versehrtenrente und Sterbegeld können auch zu den Leistungen zählen – das hängt allerdings davon ab, wie genau der Versicherungsvertrag gestaltet wurde.  Ist der Unfall selbst verschuldet, kann es sein, dass für die einen selbst betreffenden Folgen Regressforderungen der Versicherung gestellt werden. Hier sollte also genau geprüft werden, an welche Bedingungen die Versicherungsleistung geknüpft ist.Übrigens: Eine Unfallversicherung für eine Haushaltshilfe ist ein Muss! Denn wer im eigenen Haushalt eine Haushaltshilfe beschäftigt, ist ein privater Arbeitgeber und damit dazu verpflichtet, für seine Haushaltshilfe eine Unfallversicherung abzuschließen. Neben Arbeits- sind auch die Wegeunfälle in die Versicherung einbezogen. Gezahlt werden Arzt- und Krankenhauskosten, Rehabilitationsmaßnahmen oder das Verletzungsgeld.

Eine Meldung bei der gesetzlichen Unfallversicherung reicht aus – jedes Bundesland hat seine eigene Unfallkasse. Der Beitrag richtet sich nach dem Umfang der Arbeitsstunden.

Risikolebensversicherung

Eine Risikolebensversicherung zahlt im Falle des Todes der versicherten Person den im Vertrag begünstigten Personen eine vereinbarte Summe. Es geht hierbei also darum, die Angehörigen davor zu schützen, dass durch den tragischen Tod des Hauptverdieners die Familie möglicherweise gezwungen wird, aus finanzieller Not heraus das Eigenheim zu verkaufen. Oft als Hinterbliebenenschutz bezeichnet, dient sie also der finanziellen Absicherung von Familienangehörigen. Mit der sogenannten verbundenen Risikolebensversicherung können sich zwei Personen gegenseitig absichern. In Familien mit zwei Hauptverdienern kann so eine Versicherungsvariante sinnvoll sein. Aber Achtung: Wenn beide Versicherungsnehmer gleichzeitig sterben, wird die Versicherungssumme nur einmal ausgezahlt. Kommen also zum Beispiel beide Elternteile gleichzeitig durch ein Unglück ums Leben, bekommen die Kinder nur einmalig Geld.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Jedem, der eine bestimmte Zeit lang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, steht zwar eine Erwerbsminderungsrente zu. Diese ist allerdings in den seltensten Fällen ausreichend. Der aktuelle Stand der eigenen Erwerbsminderungsrente ist in der jährlichen Renteninformation nachzulesen. Weil die Bedingungen für die Auszahlung der vollen Höhe der Erwerbsminderungsrente so sind, dass viele Anträge abgelehnt oder nur zu Teilen bewilligt werden, lohnt sich speziell für alle die nicht auf ihr Einkommen verzichten können, für Selbstständige, da sie oft nicht gesetzlich rentenversichert sind und für Berufsanfänger, weil sie noch nicht viel für die Berufsunfähigkeitsversicherung bezahlen müssen.

Hausratversicherung

Wer seine Haus- oder Wohnungseinrichtung nach einem Brand, einem Leitungswasserschaden, Sturm, Raub oder Einbruchdiebstahl nicht auf eigene Kosten ersetzen kann, für den lohnt sich eine Hausratversicherung auf jeden Fall. Durch einen Leitungswasserschaden könnte beispielsweise nötig werden, einen Bodenbelag zu ersetzen, oder durch einen Sturm wird ein Fenster aufgeschlagen und es tritt Regenwasser in die Wohnung ein. Auch wenn Einbrecher Teile der Wohnung zerstören, wird dieser Schaden ersetzt. Wer in einem Gebiet wohnt, wo es zu Überschwemmungen kommen kann, sollte über eine Erweiterung für Elementarschäden nachdenken. Bei einer Hausratversicherung ist genau festgelegt, infolge welcher Schäden sie einspringt und welche Gegenstände sie ersetzt. Also sollten die Bedingungen bei Vertragsabschluss genau durchgesehen werden. In manchen Fällen ist auch ein Fahrrad gegen Diebstahl versichert.

Glas- und Reparaturversicherung

Die Glaskostenversicherung wird meist als Erweiterung der Hausratsversicherung abgeschlossen. Glastüren und -bausteine, Ceranfelder, Duschkabinen oder die Verglasung von Wintergärten sind hier Gegenstand des Versicherungsschutzes. Grundsätzlich gilt: Ob diese Zusatzversicherung notwendig ist, muss individuell geprüft werden. Wer viel Glas in Haus und Wohnung hat, für den lohnt es sich natürlich eher. Photovoltaikanlagen sind übrigens nicht in den Versicherungsschutz eingeschlossen. Sie müssen separat versichert werden.

Umzugstransportversicherung

Normalerweise haften Möbelspediteure für Schäden, die sie während eines Umzugs verursachen. Aber im Zweifel bleibt der Kunde dennoch oft auf den Kosten sitzen. Höchstens 620 Euro pro Kubikmeter Transportvolumen – das ist die gesetzliche Haftungsobergrenze für Spediteure. Wenn allerdings wertvolles Geschirr, Kristall, wertvolle Bilder oder Vasen beim Umzug zu Bruch gehen, ist diese Obergrenze schnell ausgereizt. Außerdem schließen viele Spediteure die Haftung für bestimmte wertvolle und empfindliche Gegenstände von vornherein aus. Außerdem wichtig zu wissen: Die Haftung bezieht sich nicht auf Gegenstände, die der Kunde selbst für den Umzug verpackt hat. Eine Transportversicherung kann für solche Fälle sehr nützlich sein, denn sie deckt auch Schäden ab, für die das Umzugsunternehmen nicht haftbar gemacht werden kann. Auch hierbei gilt: Je nach Versicherer und dem zu versichernden Gut unterscheiden sich die Leistungen.

Als ungefähren Richtwert kann gesagt werden, dass ungefähr 0,025 Prozent des Wertes des Umzugsguts als Prämie anfallen. Bei einem Umzug mit Gegenständen im Wert von 100.000 Euro wären das also 250 Euro.