Garten im Winter: Frost- & Trockenschäden vermeiden! Ratgeber

Wer nach dem Winter im Garten keine bösen Überraschungen erleben möchte, sorgt vor. Meist lassen sich Frostschäden ganz leicht vermeiden. Denn in aller Regel werden die Pflanzenschäden nicht durch Kälte verursacht, sondern durch Wassermangel.

Gerade nach kalten Wintern hören Gartenberater diese Frage oft: „Was kann ich tun, damit mir im nächsten Jahr keine Pflanzen erfrieren?“ Am besten ist es, wenn man über die Ursachen Bescheid weiß.

Denn die vermeintlichen Frostschäden sind oft Trockenschäden. Das taucht vor allem bei jenen Pflanzen auf, die immer mehr Liebhaber finden: Exoten aus dem Süden.

Im Angebot der Gärtnereien und Baumärkte erfreuen sich seit Jahren Pflanzen aus dem mediterranen Raum großer Beliebtheit. Kirschlorbeer, Zwergpalmen, Rosmarin oder Oleander sollen uns den Traum vom Süden in den eigenen Garten holen. Aber wie steht es bei diesen Pflanzen um die Winterhärte?

Frostschäden: Heimische Arten im Vorteil

Winterhart sind vor allem unsere heimischen Arten. Die kommen seit Urzeiten mit eisigen Temperaturen gut zurecht, sie erleben es Jahr für Jahr. Anders die „Zugezogenen“: Kein Wunder, dass Pflanzen aus dem Süden in unseren Gefilden in der Kälte leiden. Sie ertragen mehr Hitze und sind zumindest in dieser Hinsicht langfristig beim Klimawandel im Vorteil.

Aber sie haben nicht die Mechanismen, die sie vor der Kälte schützen. Heimische Gehölze wie der Efeu oder die Stechpalme schützen sich nämlich selbst vor Erfrierungen. Sie erhöhen die Zuckerkonzentration in ihren Zellen – und sind so besser gewappnet gegen Frostschäden.

Den mediterranen Pflanzen fehlt dieser Gefrierschutz ganz oder zumindest teilweise. Auch im Süden wird es kalt in Winternächten, die Exoten vertragen also einige Minusgrade. Dennoch kommt es bei längeren Frostperioden immer wieder zu Schäden.

Gewöhnung klappt: Pflanzen leben sich ein

Was kaum jemand weiß: Viele dieser Pflanzen lassen sich an Frost gewöhnen. Winterhärte lässt sich nämlich ein Stück weit antrainieren, wenn sich die Exoten nach und nach an den neuen Standort anpassen können. Als Faustregel gilt: Wenn eine südliche Pflanze erst spät im Jahr – also nach dem Sommer – im heimischen Garten eingepflanzt wird, dürfte die Gewöhnungszeit zu kurz sein. Kommt die Pflanze im Herbst aus dem Süden in den Garten, sind Frostschäden fast unvermeidlich.

Also: Exoten werden im Frühjahr ausgepflanzt, wenn die Temperaturen wieder milder sind. Ein weiterer wichtiger Punkt für eine bessere Frostfestigkeit: Das Triebwachstum der Pflanze sollte vor dem Winter abgeschlossen sein und nicht mehr duch Schnitt oder Düngegaben angeregt werden.

Perfekter Schutz: Herbstlaub gegen Frostschäden

Bei Kübelpflanzen sollte vor allem auch der Topf vor dem Durchfrieren geschützt werden. Etwas anfälligere Pflanzen überstehen den Winter ausgepflanzt oft besser als im Topf.

Dann aber muss der Boden entsprechend geschützt sein. Der wohl beste Bodenschutz für alle Pflanzen ist Herbstlaub. Wer also Herbstlaub einfach liegen lässt oder sogar noch gut verteilt, schützt seine Pflanzen.

Natürlich erledigen auch anderen Mulchmaterialien diesen Zweck – Schnee ebenfalls. Wenn es richtig kalt wird, lassen sich Kübelpflanzen und Beete auch zusätzlich schützen, etwa durch Vlies oder Luftpolsterfolien.

Betreff: Frosttrocknis

In den meisten Fällen erfrieren jedoch die Pflanzen nicht – sie vertrocknen. Hier spricht man von Frosttrocknis. Davon können insbesondere alle immergrünen Arten betroffen sein. Der Grund: Was immer grünt, verdunstet auch im Winter immer Wasser. Gefriert nun der Boden, kann über die Wurzel kein Wasser mehr aufgenommen werden. So kommt es zwangsläufig zu Trockenschäden. Das gilt ebenso für Pflanzen, die im Topf stehen.

Besonders gravierend trifft es die Pflanzen, die in der vollen Sonne stehen und dem Wind ausgesetzt sind. Das halten selbst einheimische immergrüne Arten kaum aus. Daher sollte sich jeder Gartenliebhaber auch im Winter um seine Gartenpflanzen kümmern. Und die Exoten sollten besser im Schatten stehen, damit sie nicht allzu viel Wasser verdunsten. Auch ein Windschutz ist für die Pflanzen von Vorteil. Allerdings: Winterschutz sollte immer luftdurchlässig gestaltet werden, da sonst die Pflanzen faulen können.

Immergrüne Pflanzen – feste Regeln

Wer nun mediterrane Pflanzen im Garten hat, muss also ein paar Dinge zusätzlich bedenken. Zunächst braucht Immergrün zumindest in frostfreien Perioden Wasser. Nicht sehr viel, aber der Boden sollte nie ganz austrocknen. Um die Pflanzen abzuhärten und an die neue Heimat zu gewöhnen, sollten die Maßnahmen zum Winterschutz möglichst spät eingeleitet werden.

Die Düngung sollte daher bereits im August eingestellt werden. Sonst härten die Pflanzen nämlich ihr Holz nicht richtig aus. Und im Frühjahr darf die Pflanze dann entsprechend früh wieder an die hiesige Normalität gewöhnt werden. Übrigens: Mit ein paar guten Tipps lässt sich die Gartenfreude im Winter sowieso ausbauen!

Wer also an immergrünen Pflanzen wie Rhododendron oder Kirschlorbeer lange Freude haben möchte, sollte sie im Frühjahr in den Garten setzen, standortgerecht in den Halbschatten pflanzen, vor allzu viel Wind und Sonne schützen und regelmäßig mit Wasser versorgen. Bei nicht ganz jungen Pflanzen reicht das in aller Regel aus. Nur die jungen Gewächse brauchen etwas mehr Schutz.

Wer seinen Pflanzen keinen oder zu wenig Schutzbieten kann, sollte  von Exoten im Garten absehen. Besonders in klimatisch rauen Gegenden ist es besser, auf heimische, kälteunempfindliche Pflanzen zurückgreifen. Und sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu Frost- oder Trockenschäden kommen, ist es ratsam, die betroffenen Pflanzen im kommenden Frühjahr bis ins gesunde Holz zurückzuschneiden. Dann erholen sie sich meistens wieder schnell.

Sämtliche Fotorechte beim Autor/Verband Wohneigentum Baden-Württemberg

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