Garten: Wässern im Herbst und im Winter

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Wenn der Sommer vorbei ist, können wir endlich wieder Wasser sparen. Aber auch im Spätherbst und im Winterbrauchen Pflanzen Feuchtigkeit! Vor allem immergrüne Pflanzen, Gehölze und Stauden in Kästen oder Kübeln bleiben in vielen Gärten zu trocken. Was muss man beim Wässern beachten?

Gerade in regenarmen Sommern haben viele Hobbygärtner ein schlechtes Gewissen, weil der Garten nach so viel Wasser verlangt. So reihte sich der Sommer 2018 ganz oben in der Liste der regenärmsten Sommer der Geschichte ein. Auch wenn es Hochsommer ohne nennenswerte Niederschläge schon immer gab – in den letzten Jahren häufte sich dieses Extrem. Klimaforscher sind sich sicher, dass wir eine „statistisch signifikante Häufung heißer, sonniger und regenarmer Sommer“ erleben, wie die Süddeutsche Zeitung im August schrieb. Trockene Hitze, hieß es dort, sei „das neue Normal“.  Wörtlich: „Der Planet wird wärmer, extremer, und Deutschland bleibt davon nicht verschont.“

Wässern rund ums Jahr

Herbst im Garten (Foto: Matthias Kühn)

So verbrauchten Hobbygärtner im Sommer 2018 auch mehr Wasser als sonst üblich. Allerdings: Auch wenn im Herbst 2018 viele Flüsse in Mitteleuropa historische Tiefststände anzeigten und die Schifffahrt stark eingeschränkt war, zählt Deutschland dennoch zu den eher regenreichen Ländern. Und nach wie vor gilt: Abgesehen von den Kosten gibt es in den meisten Gemeinden kaum einen triftigen Grund, massiv Wasser einzusparen. Überflüssiger Verbrauch ist nie gut, und dass man in Dürreperioden sparsamer mit dem kostbaren Nass umgeht, versteht sich von selbst.

Wässern mit Zisternen: Geld und Frischwasser sparen!

Für Wohneigentümer in Baden-Württemberg geht es bei diesem Thema aber in erster Linie um die Kosten. Darüber, wie man etwa mit Zisternen Regenwasser speichert und somit Frischwasser und Geld spart, haben die Gartenberater vom Verband Wohneigentum gute Tipps parat. Nach diesem Sommer werden sich bestimmt auch viele Mitglieder im Verband Wohneigentum Baden-Württemberg für diese Möglichkeit entscheiden. Denn für viele Freizeitgärtner in Baden-Württemberg, die  beispielsweise eigenes Gemüse ziehen, ging der Wasserbverbrauch 2018 richtig an den Geldbeutel.

Zisterne mit Zu- und Überlaufleitungen (Foto: Philppe Dahlmann)

Auch die Entsiegelung befestigter Flächen mindert übrigens die schlimmste Sommerhitze. Jetzt aber ist der Sommer Geschichte. Längst sehnen wir uns wieder nach wärmeren Temperaturen – und wir sehen den Garten mit anderen Augen.

Jetzt geht es in erster Linie darum, Frostschäden zu vermeiden. Mit anderen Worten: Jetzt geht es darum, mit gezielter Wasserversorgung dafür zu sorgen, dass die Gartenpflanzen fachgerecht behandelt werden und so den Winter gut überstehen.

Frostschäden durch falsches Wässern

Tatsächlich entstehen die sogenannten Frost- oder Winterschäden meistens dadurch, dass falsch gewässert wird. Beim Bewässern der Pflanzen im Herbst und Winter gelten nämlich ähnliche Regeln wie im Sommer: Wenn es – etwa vor Frostperioden – wenig regnet, muss ausreichend gewässert werden. Und das heißt: Pflanzen immer tiefgründig mit Wasser versorgen. Nur so schafft man den Pflanzen einen Anreiz, in tieferen Gefilden zu wurzeln.

Kastenpflanzen nicht überwässern (Foto: Matthias Kühn)

Wer Pflanzen in Kästen und Kübeln hat, sollte die zunächst nur etwas „angießen“. Auf diese Weise quillt das Substrat wieder auf – also die Erde. Wenn danach die Erde gewässert wird, läuft weniger Wasser unnütz  durch die Kästen. Das ist vor allem wichtig, wenn schon bald nach dem Jahreswechsel mit der Aussaat begonnen werden soll.

Wenn die Erde nach der Frostperiode wieder auftaut, muss die Feuchtigkeit immer wieder kontrolliert werden – und ensprechend gegossen werden. Gerade bei leichten Plusgraden haben wir oft winidiges Wetter. Das fördert die Verdunstung.

Vertrocknungsschäden vermeiden

Vertrocknungsschäden entstehen meistens dann, wenn die Kombination aus Sonne und Kälte eintritt. Sonnige Tage, bei denen die Temperatur deutlich unter Null liegt, sorgen für das Austrocknen der Pflanzen. Auch wenn es dem Hobbygärtner eigentlich widerstrebt: In dieser Situation ist es für die Pflanzen am besten, wenn sie mit Wasser überbraust werden. Selbst dann, wenn Eis auf den Blättern oder den Zweigen die Folge ist. Übrigens haben die Gartenberater Sven Görlitz und Martin Breidbach gemeinsam Tipps erstellt, wie sich Frost- und Trockenschäden vermeiden lassen – und was zu tun ist, wenn sie doch eingetreten sind.

Frosttrocknis an Rhododendron (Foto: Sven Görlitz)

Ein Vorteil ist es immer, wenn sich die Kästen und Kübel transportieren lassen. Denn gerade dann, wenn es lange frostig, aber sonnig ist, verlangen die Pflanzen nach Schatten. Und dann ist es gut, wenn man die Kästen an schattigere Orte tragen kann. Das reduziert die Verdunstung.

Was in jedem Fall vermieden werden sollte, ist Staunässe. Sowieso ist es gut, wenn überflüssiges Wasser sich selbst den Weg suchen kann.

Vegetationsruhe weiter nutzen!

Vegetationsruhe – so nennt sich die Zeit, in der „die Pflanzen-Vegetation stillsteht oder kaum merklich weitergeht“, wie es im Spektrum-Biologie-Lexikon heißt. Allerings lässt sich diese Zeit bestens für andere Arbeiten im Garten nutzen – etwa für Gehölzschnitt. Ach ja, eines noch: Nicht vergessen, im Haus die Außenleitungen fürs Wasser abzustellen! Die sollen nun wirklich nicht einfrieren.