Aussehen einer adulten Kirschessigfliege.

Wo am Tag zuvor die leuchtend rote Erdbeere einem den Mund wässrig machte ist heute nur noch ein Klumpen Erdbeermatsch übrig.

Wem es mit seinen Erdbeeren, oder auch Brombeeren, Himbeeren, Trauben und Pfirsichen in diesem Sommer genauso erging, der hat vermutlich auch die unangenehme Bekanntschaft mit der Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) gemacht.

Entwicklung

Dieser invasive Schädling aus Asien tritt seit einigen Jahren in Deutschland auf. Die Kirschessigfliege legt Ihre Eier in gerade reif werdende Früchte. Bereits nach einem Tag kann die Larve schlüpfen und in 9-11 Tagen kann die Entwicklung einer neuen Generation abgeschlossen sein.

 

Ein Weibchen kann im Durchschnitt bis zu 400 Eier legen und kann mehrere Monate leben, dadurch hat die Fliege eine enorm hohe Vermehrungsrate.  Ein schwül-warmer Sommer bietet der Kirschessigfliege beste Bedingungen.

 

Aussehen der Kirschessigfliege

Die Kirschessigfliege sieht der heimischen Fruchtfliege ähnlich, sie ist ca. 2,6 – 3,4 mm groß. Ein gutes Erkennungsmerkmal sind zwei dunkle Punkte auf den Flügeln der Männchen. Die Weibchen sind etwas größer als die Männchen jedoch ohne die schwarzen Punkte.

Schäden durch die Kirschessigfliege

Betroffen von diesem neuen Schädling sind alle weichschaligen Obstarten, auch Feigen, Pflaumen, Holunderbeeren, Blaubeeren und Kiwi. An den betroffenen Früchten erkennt man zunächst eingesunkene, weiche Stellen. Innerhalb von 2-3 Tagen wird die Frucht matschig und zerfällt, im Innern finden sich kleine Larven. Die befallenen Früchte faulen und es setzt eine Essigbildung ein. Besonders betroffen in diesem Jahr ist der Weinbau.

Nachweis und Bekämpfung der Kirschessigfliege

Eine selbstgebaute Falle um Kirschessigfliegen zu bekämpfen. Hierbei kommt kein Gift zum Einsatz!

Die Fliegen lassen sich gut in einer Köderflüssigkeit fangen und können dann bestimmt werden. Dazu füllt man in angebohrte Plastikflaschen eine Mischung aus Apfelessig, Wein, Wasser und einem Tropfen Spülmittel. Diese Mischung wird ein paar Zentimeter hoch in die Flaschen gefüllt, diese werden dann in die Pflanzen gehängt.

Eine direkte Bekämpfung der Kirschessigfliege ist sehr schwierig. Im Hausgarten ist momentan das Schützen der Früchte mit sehr engmaschigen Netzen (0,8×0,8 mm) eine Möglichkeit. Dies ist allerdings oftmals kaum praktikabel durchzuführen. Eine Möglichkeit zu Dezimierung kann der Massenfang in den beschriebenen Fruchtfliegenfallen sein.

Dazu müssen viele Fallen in kurzen Abständen um die Kulturpflanzen herum aufgestellt und regelmäßig kontrolliert und erneuert werden. Eine Bekämpfung mit chemischen Pflanzenschutzmitteln ist im Hausgarten nicht möglich. Befallene Früchte sollten restlos aus dem Garten entfernt werden.

Aussichten

Die zukünftige Entwicklung der Kirschessigfliege ist stark von der Witterung abhängig. Ein kalter Winter kann die Kirschessigfliegen dezimieren, ebenso trockene Heiße Witterung. Aufgrund der hohen Vermehrungsrate kann sich aber bis zum Spätsommer auch wieder ein großer Bestand aufbauen.

Sven Görlitz, Gartenberater verband Wohneigentum Baden-Württemberg e.V.