roland schimanek verband wohneigentum
Nach dem Bodenwertmodell von Finanzminister Scholz werden Ein- und Zweifamilienhäuser überproportional mit Grundsteuer belastet. Roland Schimanek, Geschäftsführer des Verbands Wohneigentum unterstützt die Forderung der CDU auch die Gebäudefläche als Faktor der Berechnung zu berücksichtigen um selbstgenutzes Wohneigentum nicht massiv höher zu belasten.

Markige Ankündigung vom Bundesfinanzminister Olaf Scholz noch im April 2019: „Wir haben uns vorgenommen, dass das Aufkommen nicht steigt, aber auch nicht sinkt.“ Das Bundesgesetz ist verabschiedet – und, dank der Initiative des Freistaats Bayern, die Länder haben die Option ein eigenes Berechnungsmodell für die Berechnung der Realsteuer zu entwickeln.

Hochrechnungen des Verbandes Wohneigentum haben ergeben, dass nach dem Scholzschen Modell und nach dem Bodenwertmodell für durchschnittliche Ein- und Zweifamilienhäuser überproportional mehr Grundsteuer zu bezahlen ist. Die grün-schwarze Landesregierung ringt im Februar intensiv um die Ausgestaltung des Modells. Derzeit spült die Grundsteuer im Südwesten jährlich 1,8 Milliarden Euro in die Kassen der Kommunen.

Das grüne Finanzministerin bevorzugt das Bodenwertmodell, bei dem Grundstücksgröße und Bodenrichtwert die entscheidenden Größen sind. Der Koalitionspartner CDU fordert, dass die Gebäudefläche ebenfalls als dritter Faktor hinzukommt.

In ländlichen Kommunen, in denen es viele Einfamilienhäuser gibt, dürfte es bei beiden Modellen zu keinen großen Unterschieden kommen. Anders jedoch in den Großstädten: durch die unterschiedlich dicht bebauten Grundstücke würde die Grundsteuer für viele Eigenheimbesitzer steigen.

Der Verband Wohneigentum fordert nicht nur eine aufkommensneutrale, sondern vor allem sozial gerechte Steuerreform. Mehrbelastung selbstnutzender Wohneigentümer, insbesondere bei Wertsteigerung der Immobilie durch energetische oder altersgerechte Sanierung oder Verteuerung der Lage wegen Nachfragebooms muss vermieden werden.

Aus Sicht des Verbandes ist das von der CDU präferierte Modell das „gerechtere“, da es die Gebäudefläche mit einbezieht.

„Dieses Modell ist nachvollziehbar und für die Masse der Steuerzahler das günstigere Modell“,
so Roland Schimanek, Geschäftsführer des Verbands Wohneigentum Baden-Württemberg.