Ein eigener Kompost sollte in keinem Garten fehlen. Bietet die Kompostierung doch sehr viele Vorteile:

  • Gesunderhaltung des Bodens.
  • Rückführung von organischem Material – Kreislaufwirtschaft.
  • Aufbau des Humusgehalts im Boden.
  • Pflanzenernährung – organische Düngung.
  • Einsparung von Düngemitteln (Geld und Energie).
  • Reduzierung von Müll.
Kompost Dünger
Gute Komposterde ist ein hervorragender Dünger

Nicht zuletzt lässt sich am Beispiel eines Komposthaufens der natürliche Kreislauf am besten beobachten und erklären. Beachtet man einige grundlegende Dinge lässt sich das beste Düngemittel für den Garten leicht selbst herstellen.

Vorgehensweise für richtiges Kompostieren

Der Kompostplatz sollte gut gewählt werden.

  • Windgeschützter Platz im Schatten oder Halbschatten.
  • Genügend Raum zum Arbeiten.
  • Durchlässiger Untergrund.
  • Immer an derselben Stelle.

Worin wird optimalerweise kompostiert?

Kompost

Für die meisten Gärten eignet sich ein Komposthaufen mit einer Umrandung aus Holz oder einem Metallgitter, eine sogenannte Rottebox. Diese kann gekauft oder selbst gebaut werden. Ist wenig Platz vorhanden, sind Komposttonnen die richtige Wahl und soll die Rotte beschleunigt werden, kommen Thermokomposter zum Einsatz.

Des Weiteren gibt es Komposttrommeln, in denen das Material durch Drehen immer wieder vermischt wird. In einem großen Garten mit viel anfallendem Grünmaterial kann auch einfach in Mieten ohne Randbegrenzung kompostiert werden.

Egal in welchem System kompostiert wird, wichtig sind immer eine gute Durchlüftung, keine Nässe und keine Austrocknung des Materials.

Was kann kompostiert werden?

Was alles auf den Kompost kann, hängt auch von der Art der Kompostierung ab. Pflanzenteile mit Pilzerkrankungen und samentragende Wildkräuter sollten nur dann auf den Kompost, wenn tatsächlich eine Heißrotte stattfindet, wobei diese zerstört werden.

Gut geeignete Kompostmaterialien:

  • Jegliche Pflanzenreste aus dem Garten. Grobe Materialien sollten mit einem Häcksler zerkleinert werden.
  • Organische Abfälle aus dem Haushalt wie Obst- und Gemüseschalen, Salatreste, Zitrusfrüchte nur in kleinen Mengen, Kaffeesatz, inkl. kleiner Mengen Haushaltspapier.

Nicht geeignet für den Komposthaufen:

  • Asche (erhöhte Schwermetallbelastung).
  • Straßenkehricht.
  • Speisereste.
  • Inhalt von Staubsaugerbeuteln.
  • Andere, nichtorganische Fremdstoffe.
  • kranke Pflanzenteile (z.B. Kohlhernie).
  • samentragende Wildpflanzen (nur bei Heißrotte).
Kompostierung

Kompost: Das richtige Verhältnis von Kohlenstoff (C) zu Stickstoff (N)

Das Wichtigste bei der Zusammensetzung des Komposts ist das richtige Verhältnis von Kohlenstoff (C) zu Stickstoff (N).

  • Mikroorganismen benötigen ca. 30 Teile Kohlenstoff zur Energiegewinnung, um 1 Teil Stickstoff in körpereigenes Eiweiß umzubauen.
  • Bei einem weiten C/N-Verhältnis verlangsamt sich die Rotte und es entsteht ein nährstoffarmer Kompost.
  • Beim Mulchen von Beeten und beim Aufbau des Komposts sollte man auf ein ausgewogenes C/N-Verhältnis achten.
  • Für eine gute Rotte sollte in der Mischung das C/N-Verhältnis der Materialen bei ca. 20/30 C zu 1 N liegen.

Das C/N-Verhältnis einiger Kompostmaterialien:

 Kohlenstoff (C)Stickstoff (N)
Grünmasse (frische Gartenabfälle)5 - 151
Rasenschnitt10 - 151
Kot von Nutztieren10 - 151
Rückstande von Hülsenfrüchten und Gründüngungspflanzen (Stickstoffsammler)10 - 201
Küchenabfälle20-251
Baumlaub30-501
Getreidestroh50-1501
Sägemehl250-5001

Eine gute Mischung wäre z.B. Rasenschnitt mit Laub/Strauchhäcksel. Sägemehl sollte nach Möglichkeit gar nicht kompostiert werden, da es die Rotte stark verlangsamt.

Tipp:
Sind die Kompostmaterialien eher stickstoffarm kann mit der Zugabe von Stickstoff in Form von Hornmehl, Schafwolle oder Brennnesseljauche die Rotte beschleunigt werden. Auch Haarschnitt und Daunenfüllungen von alten Kissen sind stickstoffhaltig und können kompostiert werden.

Aufsetzen des Komposts

Kaltrotte Kompostieren
Bei der Kaltrotte übernehmen auch Würmer die Zersetzung des Materials

Bei der Kompostierung werden eine Kaltrotte und eine Heißrotte unterschieden.

Für die Kaltrotte wird nach und nach anfallendes Material aufgebracht und von Mikroorganismen und Würmern verarbeitet. Dies geschieht so in den meisten Hausgärten. Samen und Pilzsporen werden bei dieser Art aber kaum oder gar nicht zerstört.

Bei der Heißrotte werden anfallende Materialien getrennt gesammelt und dann vermischt und mit einem Mal als Komposthaufen aufgesetzt. Durch die Tätigkeit der Mikroorganismen entstehen Temperaturen von über 50°C. Die Rotte verläuft sehr schnell, Samen und Pilzsporen werden zerstört, es findet eine Hygienisierung statt. Würmer sind an diesem Prozess am Anfang nicht beteiligt, da es für sie bei über 25°C zu heiß wird.

Beim Aufsetzen des Komposts gibt es folgendes zu beachten:

  • Grobes Material (z.B. Strauchschnitt) als unterste Schicht.
  • Grobes Material zerkleinern.
  • Sämtliche Stoffe mischen (fein mit grob, alt mit neu, feucht mit trocken, weites C/N-Verhältnis mit engem C/N Verhältnis, …) und aufsetzen.
  • Das Material muss feucht, aber nicht zu feucht sein. Beim Quetschen in der Hand darf aber kein Wasser austreten.
  • Höhe ca. 1 – 1,5m.
  • Abdeckung mit Pflanzenmaterial, Erde oder Schilfmatten.

Die Rotte ist immer ein Prozess bei dem viel Sauerstoff benötigt wird (aerob). Eine gute Durchlüftung und das Umsetzen fördert die Rotte. Unter Sauerstoffabschluss kommt es zur Fäulnis (anaerob) was sich am schlechten Geruch bemerkbar macht.

Hilfsstoffe für die Kompostierung

Im Handel finden sich viele Hilfs- und Zusatzstoffe für die Kompostierung. Bei einer guten Mischung der Materialien sind in der Regel keine weiteren Zusatzstoffe notwendig.
Die Gabe von Gesteinsmehlen in den Kompost kann die Bildung von Ton-Humus-Komplexen fördern und damit die Speicherung von Nährstoffen verbessern.

Ablauf der Kompostierung

  • Umsetzen des Komposts nach ca.
    2 Monaten, neu durchmischen und ggfls. anfeuchten.
  • Fertiger Frischkompost nach ca. 6 Monaten.
  • Aussieben von Grobteilen mit einem Kompostsieb.
  • Fertiger, guter Kompost riecht nach frischer Erde und nach Pilzen.

Kompost wird je nach Dauer der Kompostierung unterschieden in Frischkompost und Reifekompost

Frischkompost baut sich weiter ab und hat die größte Düngewirkung, er kann bei allen Starkzehrern im Garten eingesetzt werden. Zum Ausbringen an die Wurzel, zur Aussaat, für Keimlinge, und für Topfpflanzen ist er nicht geeignet, da er hier zur Schädigung führen kann.

Reifekompost, ist krümelig, dunkelbraun bis schwarz und eignet sich für alle Kulturen. Er besitzt eine langsame Düngewirkung und lässt sich zur Bodenverbesserung und zur Herstellung von Erden verwenden.

Mit dem Kressetest kann man feststellen ob es sich bereits um Reifekompost handelt:

  • Schraubglas ca. 3cm hoch mit einem Kompost-Erde Gemisch füllen.
  • Kressesamen aufstreuen.
  • Leicht angießen und Deckel lose auflegen.
  • Keimen innerhalb einer Woche gesunde Pflanzen mit grünen Blättchen, ist der Kompost problemlos für alle Zwecke geeignet.
  • Welken die Blätter, handelt es sich noch um Frischekompost.

Fehler bei der Kompostierung

Im Folgenden werden einige Fehler beschrieben, die häufig bei der Kompostierung im Garten vorkommen.

Problem: Graue Verpilzung bedeutet zu trockener Kompost
Lösung: Gleichmäßig wässern oder Untermischen von feuchtem Material.

Problem: Kompost ist glitschig und stinkt bedeutet Fäulnis statt Verrottung.
Lösung: Weniger Wasser, mehr Luft und trockeneres Material

Problem: Schlechte Verrottung = Zu wenig aktive Mikroorganismen.
Lösung: Auf C/N Verhältnis achten, gute Durchmischung verschiedener Stoffe, ggfls. Horndünger beigeben.

Problem: Viele Fruchtfliegen vorhanden bedeutet Obst- und Gemüsereste
Lösung: Einsatz von Gesteinsmehl, oder abdecken mit Erde.

Problem: Tiere durchwühlen den Kompost bedeutet Speisereste
Lösung: Kompost mit Drahtgitter abdecken, Komposttonnen verwenden. Auch ohne Speisereste suchen sich Ratten und Mäuse gerne Komposthäufen als Quartier.

Problem: Engerlinge im Kompost bedeutet: Dies sind meist die Larven des geschützten Rosenkäfers!
Rosenkäfer und auch Nashornkäfer legen ihre Eier gerne in rottendes Pflanzenmaterial. Die Engerlinge tragen in großem Maße an der Verarbeitung des Materials bei.
Tipp: Engerling aus dem Kompost, unbedingt wieder zurück in den Kompost. Vor dem Ausbringen aussieben und auslesen!

Rosenkäfer Engerling

Ausbringen von Kompost

Kompost ist ein Düngemittel, er sollte deshalb nur gezielt eingesetzt werden.
Auch bei einer Düngung mit Kompost kann es zu einer Überdüngung der Gartenböden und zur Auswaschung kommen. Hohe Kompostgaben können zu einer Anreicherung von Phosphat im Gartenboden führen.

  • Ausbringung im Frühjahr ab März. Nicht im Herbst, da sonst die Nährstoffe im Winter ausgewaschen werden.
  • Nährstoffgehalt und pH-Wert des Bodens beachten, darüber gibt eine Bodenanalyse Auskunft (alle 3-5 Jahre).
  • Ansonsten reicht für eine Folgedüngung eine jährliche Gabe von ca. 3l/m² (etwa eine Schaufel).
  • Gartenkompost enthält meist wenig Stickstoff, deshalb ist eine zusätzliche Stickstoffgabe mit Horn- oder Schafwollprodukten sinnvoll. Schwachzehrer ca. 50g/m² z.B. Salat, Zwiebeln, Bohnen, Erbsen, … Mittelzehrer ca. 100g/m² z.B. Möhren, Rettich, Gurken,… Starkzehrer ca. 150g/m² (in 2 Gaben) z.B. Tomate, Kartoffel, Kohlarten, Lauch,…
  • Beim Pflanzen den Kompost nicht direkt an die frischen Wurzeln geben.
  • Nicht untergraben, nur auf den Boden aufbringen oder leicht einarbeiten.
  • Möglich ist eine Stickstoffanreicherung des Bodens auch durch Gründüngung mit Leguminosen (Erbsen, Bohnen, Lupinen, einjähriger Klee).

Bei einer Gartenneuanlage kann die Aufwandmenge auch höher ausfallen, ca. 20-30 l/m². Den Kompost dann in die obere 10-20cm Boden einarbeiten. Wird Kompost gekauft sollte man auf das RAL-Gütezeichen achten. Diese Komposte unterliegen einer Qualitätskontrolle. Auskunft zum Bezug von Kompost gibt die jeweilige Gemeindeverwaltung.

Bokashi und Terra Preta

Bokashi wird durch eine Fermentation des Kompostmaterials hergestellt. Dabei kommen das zu kompostierende Grüngut und die Küchenabfälle mehrere Wochen unter Luftabschluss (und mit untergemischten effektiven Mikroorganismen) in Behälter. Das Sickerwasser wird aufgefangen und kann, verdünnt, zum Düngen verwendet werden. Es erfolgt eine Milchsäuregärung (ähnlich der Herstellung von Sauerkraut) die auch zu einer Hygienisierung des Materials führt. Das fermentierte Material wird anschließend kompostiert oder in den Boden eingearbeitet.

Als Terra Preta wird Schwarzerde vom Amazonas bezeichnet, die bereits vor Jahrhunderten von Menschen gemacht wurde. Terra Preta enthält unter anderem Holzkohle, die für eine Bindung von Wasser und Nähstoffen im Boden sorgt, sie gehört zu den fruchtbarsten Erden. Auch im Hausgarten lassen sich Erden dieser Art nach Anleitung herstellen. Dabei sollte nur schadstofffreies Holzkohlepulver verwendet werden. Nachgebaute Schwarzerden sind auch im Handel erhältlich. Große Ertragssteigerungen sollte man aber auf gut versorgten Gartenböden nicht erwarten.

Video: Erklärt – so stellen Sie mit einem Kompost kinderleicht Dünger für Ihren Garten her:

Liebe Verbandsmitglieder, liebe Gartenfreunde,

dieses Gartenjahr hat leider ganz anders begonnen als wir uns das alle vorgestellt haben. Da auch alle Vorträge und Schnittkurse der Gartenberatung in diesem Frühling abgesagt werden mussten, bieten wir Ihnen hier einen Online-Vortrag zum Thema „Gartentipps im Frühling“. Wenn Ihnen der Vortrag gefällt, freuen wir uns wenn Sie ihn weiterempfehlen. Viele unabhängige Gartentipps und Fach-Informationen finden Sie auch unter www.gartenberatung.de. Hier können Sie auch einen Newsletter abonnieren mit dem Sie monatlich über aktuelle Gartenthemen informiert werden. Bei Gartenfragen können Sie sich gerne direkt an mich wenden unter gartenberatung-bw@verband-wohneigentum.de. Trotz allem wünsche ich Ihnen viel Freude in Ihrem Frühlingsgarten.

Ihr Gartenberater

Sven Görlitz

solaranlage-dach

Immer mehr Hausbesitzer installieren eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) auf ihrem Dach, um damit unabhängiger von den Energieversorgern zu sein. Aber ist der selbst erzeugte Strom tatsächlich besser für das Klima und auch 2020 noch rentabel? Maria Gagliardi-Reolon vom PV-Netzwerk Baden-Württemberg gibt dazu einen Überblick.

  1. Photovoltaik ist Klimaschutz

Der deutsche Durchschnittsbürger hat einen CO2-Fußabdruck von 11,6 Tonnen pro Jahr – das sind 5 Tonnen mehr als der weltweite Durchschnitt. Eine eigene PV-Anlage kann bis zu 10 Tonnen CO2 im Jahr pro Haushalt einsparen. Im Jahr 2018 wurden durch die Nutzung der PV bundesweit ca. 28,4 Mio. Tonnen CO2 vermieden – das entspricht dem durchschnittlichen CO2-Ausstoß von fast 2,5 Millionen in Deutschland lebenden Personen. Und die Ökobilanz? Die Lebensdauer einer PV-Anlage beträgt rund 25 Jahre. Nach etwa 2 Jahren hat sie die zu ihrer Herstellung benötige Energie erzeugt – und trägt ab diesem Zeitpunkt maßgeblich zur Vermeidung von Treibhausgasen und damit zum Klimaschutz bei.

2. Photovoltaik ist wirtschaftlich

Trotz der seit 2009 gesunkenen Einspeisevergütung lohnt sich eine PV-Anlage, vor allem für den Eigenverbrauch. Die vom Staat über 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung für Anlagen bis 10 kWp (Kilowattpeak) Leistung liegt derzeit (April 2020) bei 9,4 Cent pro kWh (Kilowattstunde). Für Einfamilienhäuser ist eine Anlagengröße von 3 bis 10 kWp typisch. Auch die Anschaffungskosten sind in den letzten 15 Jahren drastisch gesunken. Für eine PV-Anlage mit 5 kWp Leistung für ein Einfamilienhaus ist mit Gesamtkosten zwischen 6.500 € und 7.500 € (Stand 2019) zu rechnen. Nach rund 10 Jahren hat sich in die Anlage in der Regel amortisiert – jedes weitere Jahr spart sie Geld ein. Der Strom vom eigenen Dach kostet etwa 10 Cent pro kWh. Zum Vergleich: Strom aus dem Netz ist etwa dreimal so teuer (2019 im Durchschnitt 31 ct/kWh). Am günstigsten ist es also, den selbst erzeugten Solarstrom auch selbst zu verbrauchen. Erhöht wird der Eigenanteil, wenn die Solaranlage genutzt wird, um neben den elektrischen Geräten im Haushalt das Elektroauto aufzuladen.

3. Fast jedes Dach ist für Photovoltaik geeignet

Am meisten Strom erzeugt eine PV-Anlage mit exakter Südausrichtung, rentabel sind jedoch auch Anlagen mit einer Ausrichtung zwischen Südwest und Südost. Und wer seinen Eigenverbrauch maximieren will, richtet die Module nach Osten und Westen aus. Dann wird der höchste Ertrag nicht in den Mittagsstunden, sondern in den Morgen- und frühen Abendstunden erzielt. Da sind die meisten Bewohner zuhause und es wird mehr Strom benötigt. Ein weiterer Vorteil: So lassen sich auch mehr Module auf dem Dach unterbringen. Grundsätzlich kommen auch Dächer mit Nordausrichtung für eine PV-Anlage in Frage. Mit einer Dachneigung bis zum 30 Grad entspricht der Prozentanteil vom maximalen möglichen Ertrag auf einem Norddach ca. 60% – 75% eines Süddaches. Ob das eigene Dach geeignet ist, verrät ein Blick in den Energieatlas den Landes Baden-Württemberg.

4. Photovoltaik ist flexibel und macht unabhängig

Eine PV-Anlage muss nicht unbedingt auf dem Hausdach installiert werden. Auch andere Flächen wie beispielsweise Balkon, Terrasse oder Garagendach eignen sich, um Solarstrom zu erzeugen. Für Mieter sind Balkonmodule eine praktikable Lösung, um selbst grünen Strom für den Eigenbedarf zu produzieren: Sie erfordern keine aufwendige Installation, sondern können einfach in die Steckdose eingesteckt und beim Umzug wieder abmontiert werden. Mit Anschaffungskosten ab 350 € sind sie zudem erschwinglich. Ein Stecker-Solar-Gerät mit einer Leistung 300 W erzeugt im Jahr etwa 200 kWh Strom, mit denen etwa 10 Prozent des Strombedarfs eines Drei-Personenhaushalts gedeckt werden können. So senkt eine steckerfertige PV-Anlage die Stromrechnung und leistet gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz und macht unabhängiger von zentralen Energieversorgern.

Fazit

Im Prinzip lohnt sich eine PV-Anlage vom ersten Modul an, vor allem für den Eigenbedarf. Es muss auch nicht das nach Süden ausgerichtete Dach des Eigenheims sein – auch ein Ost-West-Dach oder der Balkon einer Mietwohnung bieten gute Voraussetzung, um selbst grünen Strom zu produzieren. Mit jeder Kilowattstunde Solarstrom spart man nicht nur Geld, sondern verringert auch den ökologischen Fußabdruck.

PV-Netzwerk Baden-Württemberg informiert kostenlos

Online gibt es eine große Vielfalt an Informationsquellen, die für die Planung einer PV-Anlage kostenlos zur Verfügung stehen. Zum Beispiel den Energieatlas des Landes Baden-Württemberg (www.energieatlas-bw.de/sonne/), den Solaratlas des Landkreises Karlsruhe (www.solarpotenzial-kreiska.de) und das Solarkataster mit Wirtschaftlichkeitsrechner der Stadt Karlsruhe (www.sonne-trifft-dach.de).

Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Thema Photovoltaik sind die Photovoltaik-Netzwerke Baden-Württemberg. Kostenlose und unabhängige Beratung, Best-Practice-Beispiele vor Ort, Informationsveranstaltungen, Wissens- und Erfahrungsaustausch – mit vielfältigen Angeboten geben 12 regionale Netzwerke verteilt über ganz Baden-Württemberg neue Impulse für den PV-Ausbau und treibt so die Energiewende in der Region voran. Das Photovoltaik-Netzwerk BW ist eine Maßnahme der Solaroffensive des Landes Baden-Württemberg. Weitere Informationen unter
www.photovoltaik-bw.de.

Meine Immobilie, mein Lebens- und Schutzraum für die Familie. Jedoch müssen Eigentümer, Pächter oder Mieter von Grundstücken, Gebäuden oder Wohnungen dafür sorgen, dass niemand beim Betreten oder durch Einrichtungen des Grundstücks zu Schaden kommt. Eine Haftpflichtversicherung für Haus- und Grundbesitzer umfasst folgende Komponenten :

  1.  Schadensersatzansprüche prüfen
  2. Schadensregulierung
  3. Rechtsschutz in puncto Schadenersatzansprüche

Das Haftungsrisiko von Eigentümer und Besitzer ist abhängig von der Nutzung der Immobilie. Eine private Nutzung hat ein anderes Risiko wie eine berufliche Nutzung. Die privaten Haftungsrisiken sind oft durch die Privathaftpflichtversicherung abgedeckt.

Folgende Versicherungsarten decken Haftpflichtrisiken ab::

  • Privat-Haftpflichtversicherung
  • Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung
  • Bauherren-Haftpflichtversicherung
  • Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung
  • Umwelt-Haftpflichtversicherung
  • Umwelt-Schadenversicherung

Ein- oder Mehrfamilienhauses: Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung

Für Eigentümer oder Besitzer (Mieter, Pächter, Nießbraucher) eines Ein- oder Mehrfamilienhauses ist es sehr ratsam, eine von der Privathaftpflichtversicherung unabhängige Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung abzuschließen. Denn er hat ein besonderes Haftungsrisiko (BGB § 836). Laut Gesetz sind dies Schäden, die durch von Gebäudeteilen oder durch Gegenstände an Personen oder Sachen unbeteiligter Dritter entstehen. Die können auch Einrichtungen oder Gegenstände sein, die sich auf dem Grundstück befinden und die nicht hinreichend gesichert wurde. Etwa weil eine Schubkarre oder Schaufel, die in den Weg ragt oder Glätte auf dem Weg vor dem Haus. Auch eine nicht abgesicherte Baustelle etc. sind relevant.

Die Haftung ist nicht auf den Eigentümer beschränkt, sondern umfasst auch den Eigenbesitz (§872). Eigenbesitzer ist, wer die tatsächliche Gewalt über eine Sache hat und sie so ausführt, als gehöre sie ihm. Etwa der Nießbraucher, auch ein Mieter oder gar ein Dieb. Beispielsweise: Ablösung eines Dachziegels, einer Markise, eines Astes und Personen oder auch nur Gegenstände eines Dritten werden beschädigt.

Schadensersatzansprüche von Eigentümern, Mietern oder Nießbrauchern

In der Mitgliedschaft im Verband Wohneigentum Baden-Württemberg e.V. nimmt jedes Mitglied an der Gruppenversicherung zur Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung teil. Sie deckt Schadensersatzansprüche von Eigentümern, Mietern, Pächtern oder Nießbrauchern eines im Inland gelegenen „Familienheims“ bis 5 Wohnungen ab. Unter den Schutz kommt das Mitglied; Mitversichert ist auch die gesetzliche Haftpflicht des Ehegatten / Lebensgefährten des Mitglieds und unverheirateter Kinder, die in der häuslichen Gemeinschaft leben. Weiterhin sind folgende Risiken ausdrücklich mit abgedeckt:

Bauherren-Risiko (aus Neu-, Aus-, Umbau, Reparaturen, Abbruch- und Grabarbeiten bis zu einer Bausumme von 750.000 €; übersteigt die Bausumme diesen Betrag, ist das Objekt hierüber nicht versichert).

Gewässerschäden (Schäden aus der Lagerung und Verwendung von umweltgefährlichen Stoffen in Kleingebinden bis max. 2000 l / Kg

Heizöltank bis 12.000 l

Der Versicherungsschutz beläuft sich grundsätzlich auf 10 Millionen € für Personen-, Sach- und Vermögensschäden.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Haus und Grundeigentümer-Haftpflichtversicherung oder rufen Sie uns an: Tel.: 0721 98 16 2-0.

Der beste Einbruchsschutz ist sich vorher umfassend zum Thema Einbruch zu informieren. Wenn es erstmal passiert, ist der Ärger groß: Fenster aufgehebelt, Wohnräume durchwühlt, Wertgegenstände gestohlen. Einbrecher haben es auf die schnelle Nummer abgesehen und scheuen sich nicht, dabei erheblichen Schaden anzurichten. Nach ihrem ungebetenen Besuch bleibt häufg ein „Schlachtfeld“ zurück – und das damit verbundene und krankmachende Gefühl, dass Fremde in die Intimsphäre eingedrungen sind. Dabei ist die Aufklärungsquote nach wie vor niedrig. 2017 lag sie in Baden-Württemberg gerade mal knapp über 20 Prozent!

Die Polizei und Experten sind sich einig: Türen und Fenster der Häuser und Wohnungen sind in der Standardausrüstung für die Ganoven kein nennenswertes Hindernis. 10 Sekunden – und drin ist man. Der Verband Wohneigentum rät daher, sich Beratung von Experten zu holen. Dies kann entweder die Polizei sein, oder Sicherheitstechnikfirmen.

Mit der Firma Schneider Sicherheitstechnik und Montage – SSM aus Spaichingen hat der Verband nun einen Kooperationspartner, der landesweit Beratungen durchführt und den Mitgliedern des Verbandes zertifizierte Sicherungen zu Sonderkonditionen einbaut.

„Den Vereinen im Verband bieten wir zudem den Service, Gruppenberatungen und Vorträge zum Einbruchschutz durchzuführen. Für Mitglieder und Vereine sind diese Fachvorträge kostenlos“, so Edgar Schneider, Geschäftsführer der SSM.

steuern niessbrauch erbe

Wird für das selbstgenutzte Wohneigentum doch Erbschaftssteuer fällig, wenn der erbende Ehepartner es nach dem Tode des Partners verkauft oder verschenkt? Diese Frage hat der Bundesfinanzhof mit Urteil vom 11.07.2019 entschieden.

Kurz die Sachlage des Falls: Nach dem Tode des Ehemanns hatte die Ehefrau die gemeinsam bewohnte Wohnung geerbt und war darin wohnen geblieben. Einige Monate später schenkte sie das Wohnobjekt ihrer Tochter, blieb jedoch darin wohnen und hatte sich einen lebenslangen Nießbrauch vorbehalten.

Das Finanzamt hatte der Erbin zunächst eine Steuerbefreiung von der Erbschaftssteuer gewährt. Nach der Eigentumsübertragung an die Tochter sah das Finanzamt die Steuerbefreiung als nicht mehr begründet an und erließ rückwirkend einen neuen Erbschaftssteuerbescheid. Hierin wurde der Verkehrswert zum Erbschaftsfall als Grundlage für die Berechnung zugrunde gelegt.

Hiergegen klagte die Erbin, mit der Begründung, sie wohne ja weiter in der Wohnung und übe den Nießbrauch aus.

Erbe: Reines Nießbrauchrecht lässt Steuerpflicht aufleben

Der Bundesfinanzhof wies diese Klage ab. Durch das Übertragen der Eigentumsrechte an die Tochter sei die Grundlage für die Befreiung entfallen. Diese setzt nach dem Todesfall eine zehnjährige Haltefrist voraus. Wird diese vorzeitig aufgegeben, muss der Verkehrswert der Immobilie bei der Berechnung der Erbschaftssteuer zugrunde gelegt werden.

Steuern: Zehn Jahre Frist bei Selbstnutzung

Erbrecht Nießbrauch Immoiblie

In seiner Presseerklärung zum Urteil AZ II R 38/16 führt der Bundesfinanzhof aus:

„Steuerfrei ist nach § 13 Abs. 1 Nr. 4b ErbStG unter den dort näher bezeichneten Voraussetzungen der Erwerb des Eigentums oder Miteigentums an einem sog. Familienheim von Todes wegen durch den überlebenden Ehegatten oder Lebenspartner.

Familienheim ist ein bebautes Grundstück, auf dem der Erblasser bis zum Erbfall eine Wohnung oder ein Haus zu eigenen Wohnzwecken genutzt hat.

Beim Erwerber muss die Immobilie unverzüglich „zur Selbstnutzung zu eigenen Wohnzwecken“ bestimmt sein. Aufgrund eines sog. Nachversteuerungstatbestands entfällt die Steuerbefreiung mit Wirkung für die Vergangenheit, wenn der Erwerber das Familienheim innerhalb von zehn Jahren nach dem Erwerb nicht mehr zu Wohnzwecken selbst nutzt, es sei denn, er ist aus zwingenden Gründen an einer „Selbstnutzung zu eigenen Wohnzwecken“ gehindert.“

Tipp zur Übereignungsurkunde „Selbstnutzung zu eigenen Wohnzwecken“

Tipp: Den Nießbrauch richtig formulieren Wird in der Übereignungsurkunde bei der Feststellung des Nießbrauchrechts der Begriff „Selbstnutzung zu eigenen Wohnzwecken“ verwendet, werden die Finanzbehörden davon ausgehen müssen, dass sowohl die Nutzung als auch die Eigentümerstellung des überlebenden Ehegatten oder Lebenspartners während des Zehnjahreszeitraums bestehen bleibt.

In einem Urteil aus dem Jahr 2017 hat der Bundesfinanzhof übrigens geurteilt, dass für die Befreiung von der Erbschaftssteuer der verstorbene Ehegatte zuvor auch zivilrechtlicher Eigentümer oder Miteigentümer des Familienheims war (BFH 29.11.2017, AZ II R 14/16)

Mehr erfahren Sie auch auf den Vortragsreihen zum Thema Erbrecht des Verbands Wohneigentum.

Nebenkosten nicht vergessen!

Der Traum von den eigenen vier Wänden wird getrübt, wenn plötzlich unerwartete Kosten auftauchen, mit denen man gar nicht gerechnet hat. Baugenehmigung, Grunderwerbsteuer, Notar- und Eintragungskosten – beim Kauf oder Neubau einer Immobilie entstehen nicht unerhebliche Nebenkosten. Planen Sie diese üblichen Nebenkosten unbedingt beim Kauf mit ein, rät Helmut Weigt, Finanzexperte beim Verband Wohneigentum. Damit es nicht zu bösen Überraschungen kommt!

Grunderwerbssteuer

Die fällige Grunderwerbsteuer berechnet sich aus dem notariell beurkundeten Kaufpreis. Dabei werden der Grundstückspreis und der Preis eines bereits bestehenden Gebäudes als Bemessungsgrundlage angesetzt. Auch der Preis eines Neubaus vom Bauträger fällt in diese Bemessungsgrundlage, obwohl das Gebäude noch gar nicht errichtet ist (Ausnahme: Sie kaufen ein unbebautes Grundstück nicht bei dem beauftragten Bauträger). Die Höhe der Grunderwerbsteuer ist abhängig vom jeweiligen Bundesland und liegt zwischen 3,5 Prozent und 6,5 Prozent der Bemessungsgrundlage.

Notarkosten

Wer sich eine Immobilie kauft oder ein Haus baut, muss diesen neuen Besitz auf einem Grundstück von einem Notar im Grundbuch der Stadt oder Gemeinde eintragen lassen. Um sicherzugehen, sollte man dafür rund 2,0 Prozent der Bemessungsgrundlage für Notar- und Gerichtskosten ansetzen.

Maklerkosten

Ist ein Immobilienmakler involviert, kommt seine Courtage hinzu, die ebenfalls regional sehr unterschiedlich ausfällt und zwischen 3,6 Prozent und 7,15 Prozent liegt.

Gern vergessene Kosten

Neben diesen „üblichen Kosten“ können aber durchaus weitere Kosten entstehen, die häufig vernachlässigt werden. Beispielhaft sind hier Kosten zu nennen, die zwar nicht direkt mit dem Erwerb oder Bau einer Immobilie zu tun haben, die es aber zuweilen zu berücksichtigen gilt:

Renovierungskosten

Die Kosten der Renovierungen und Sanierungen einer gebrauchten Immobilie werden im Finanzierungsplan zwar meist angesetzt, aber regelmäßig zu niedrig. Der Grund dafür liegt vor allem darin, dass viele Kosten erst während der Renovierung erkannt werden können (auch Gutachter haben keine Röntgen-Augen). Planen Sie umfangreiche Eigenleistung, denken Sie daran, dass gutes Werkzeug die Arbeit erleichtert, aber auch nicht ganz billig ist. Möglicherweise sind Sie in Ihrem Mietvertrag rechtlich bindend verpflichtet worden, Ihre Mietwohnung renoviert zurückzugeben. Auch diese Kosten werden meist außer Acht gelassen.

Zinsen während der Bauzeit

Wer ein Haus neu baut, muss mit einer Bauzeit (von Planung bis Fertigstellung) von gut einem Jahr rechnen. Während dieser Bauzeit fallen bereits Zinsen an, die neben der weiterlaufenden Miete zu zahlen sind. Wer mit dieser Doppelbelastung überfordert ist, muss die Bauzeitzinsen als Kostenfaktor, der in vielen Finanzierungsplänen fehlt, berücksichtigen.

Umzugskosten

Die Kosten des Umzuges können erheblich ins Geld gehen, wenn man nicht auf kräftige Freunde und Bekannte angewiesen sein möchte.

An die neue Einbauküche denken die meisten, aber oft müssen auch andere neue Möbel angeschafft werden, weil die alten beim Umzug aus dem Leim gehen oder schlicht nicht in das neue Haus passen.

Ein Haus auf dem Land ist wahrscheinlich billiger als ein Haus im Stadtzentrum, aber unser heutiger Anspruch auf Beweglichkeit macht dann vielleicht einen Zweitwagen erforderlich.

Künftig genießen Sie die Sonnen nicht mehr auf einem winzigen Balkon, sondern im eigenen Garten. Spaß macht das aber nur, wenn die neuen Gartenmöbel bequem sind und ein großer Sonnenschirm Ihre Haut vor Verbrennungen schützt. Rasen und Hecken lassen sich auch kaum mit der Nagelschere schneiden, weshalb Sie sich sicher bald auf den Weg machen werden, entsprechende Gartengeräte anzuschaffen.

Diese Liste der gern vergessenen Nebenkosten könnte man beliebig fortsetzen. Dem ein oder anderen mag sie kleinlich vorkommen. Doch die Warnung, möglichst alle Kosten zu kalkulieren, hat einen tieferen Sinn:

Unser Tipp

Hat man für derartige Kosten kein Geld mehr in der Reserve, bleibt nur der Weg zur Bank, um es sich zu besorgen. Und genau das ist der Haken: Da sie wahrscheinlich bereits einen Baukredit aufgenommen haben, ist die einzige Bank, die Ihnen noch Geld geben wird, die Bank, die Ihr Haus finanziert und es mit der für sie eingetragenen Grundschuld als Sicherheit für andere Institute „blockiert“ hat. Dieser Bank sind Sie im Falle einer nicht zu umgehenden Nachfinanzierung folglich schlicht ausgeliefert. Mit ziemlicher Sicherheit wird Ihnen diese Bank einen deutlich höheren Zinssatz berechnen, als es Ihrem Geldbeutel lieb ist.

Halten Sie also in jedem Fall ausreichende Eigenkapitalreserven vor und denken Sie bei Ihrer Kostenaufstellung möglichst an wirklich alles, was auf Sie zukommt.

Grunderwerbsteuer reduzieren

Die anfänglich genannte Grunderwerbsteuer kann man nur durch eine Reduzierung der Bemessungsgrundlage schmälern. Manche Steuerberater oder Notare geben hier gerne den gut gemeinten Rat, miterworbenes Zubehör (z. B. einen Einbauküche oder das Guthaben der Instandhaltungsrücklage einer Eigentumswohnung) im Kaufvertrag auszuweisen, denn darauf fällt dann keine Grunderwerbsteuer an.

Aber diese Empfehlung hat zur Folge, dass die finanzierende Bank den Wert der Immobilie entsprechend reduziert, das Verhältnis von Darlehen zu Objektwert damit schlechter wird und deshalb das Risiko der Bank ebenfalls höher bewertet wird. Dieses höhere Risiko der Bank hat dann gegebenenfalls einen höheren Zinssatz zu Folge, womit sich der Grunderwerbsteuervorteil zum Finanzierungsnachteil wenden kann.

Dieser „Trick“ spart bei einer mit 5.000 Euro ausgewiesenen Einbauküche beim höchsten Grunderwerbsteuersatz (6,5 Prozent) gerade mal 325 Euro. Verschlechtert sich hingegen damit der Zinssatz des Darlehens beispielsweise um 0,1 Prozent pro Jahr, zahlen Sie bei einem Darlehen von 100.000 Euro allein im ersten Jahr also rund 100 Euro mehr.

Man muss wahrlich kein mathematisches Genie sein, um zu erkennen, dass der Mehraufwand an Zinsen über die gesamte Finanzierungsdauer gesehen diesen vermeintlichen Vorteil völlig zunichtemacht.

Fazit: Letztlich bleibt also nur die alte Kaufmannsweisheit: „Der größte Vorteil liegt im Einkauf“, was so viel heißt, dass durch geschicktes Verhandeln und einen intensiven Preisvergleich voraussichtlich die höchste Ersparnis zu erzielen ist. H.W.

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Anzahl der PV-Anlagen im Aufwärtstrend / Verband Wohneigentum Baden-Württemberg plädiert für Erleichterungen bei Errichtung privater Solarstromanlagen

Das baden-württembergische Umweltministerium hat jetzt den aktuellen Monitoring-Bericht zur Energiewende in Baden-Württemberg vorgelegt. Erarbeitet wurde er vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Dargestellt werden vor dem Hintergrund der Versorgungssicherheit die Entwicklung der erneuerbaren Energien und des konventionellen Kraftwerkparks. Außerdem sind Strom- und Gasinfrastruktur, Endenergieverbrauch und Energieeffizienz Thema. Auch die Entwicklung der Verzahnung in den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr, sowie die Ausgaben für Energie stehen im Fokus.

Versorgungssicherheit in Baden-Württemberg ist gewährleistet

Mit dem Abschalten des Kernkraftwerks Philippsburg 2 reduziere sich zum Jahresende die konventionelle Kraftwerkskapazität in Baden-Württemberg. Einfluss auf die Versorgungssicherheit im Land habe das jedoch nicht, betont der Energieminister Franz Untersteller in einer Pressemitteilung des Ministeriums. „Baden-Württemberg war schon immer ein Stromimportland und wird es auch weiterhin bleiben. Die im Bericht seitens des ZSW ausgewerteten Studien geben keine Hinweise darauf, dass die Versorgungssicherheit nicht gewährleistet werden kann“, heißt es auf der Website des Ministeriums.

Haushaltsstrompreis leicht gestiegen

Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis stieg im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Prozent auf 29,5 Cent pro Kilowattstunde. „Das liegt im Wesentlichen an den gestiegenen Kosten für Beschaffung und Vertrieb“, erläuterte Minister Untersteller in der Mitteilung. „In Relation zum Bruttoinlandsprodukt liegen die Ausgaben für den Stromverbrauch mit zwei Prozent aber noch immer unterhalb des Niveaus von 1991.“

Fortschritte beim Wärmebedarf von Gebäuden

Zudem wird mitgeteilt, dass Professor Frithjof Staiß vom ZSW darauf hinweise, dass mit Blick auf den Wärmebedarf von Gebäuden zwar insgesamt in Baden-Württemberg Fortschritte zu verzeichnen seien. „Die spezifische Verbrauchsminderung in Gebäuden wird jedoch häufig durch größere Wohnflächen kompensiert. Hier gilt es, parallel zu weiteren Effizienzanstrengungen zukünftig verstärkt erneuerbare Energien und Abwärme in der Wärmeversorgung einzusetzen. Mit der seitens der Landesregierung geplanten Einführung einer verbindlichen kommunalen Wärmeplanung für große Kreisstädte und Stadtkreise kann dies maßgeblich unterstützt werden“, wird er in der Pressemeldung zitiert.

Der Verband Wohneigentum Baden-Württemberg plädiert dafür, dass die Errichtung von privaten Solarstromanlagen erleichtert wird. Insbesondere fordert er, dass der selbstgenutzte Solarstrom nicht nur bis zu 300 Kilowattstunden frei von Abgaben und Genehmigungen durch den Energieanbieter ist, sondern bis zu 3000 kWh. Auch sollen die Erträge nicht durch den zusätzlichen Steuer- und Verwaltungsaufwand geschmälert werden, so Landesgeschäftsführer Roland Schimanek.

Grundsätzlich fordert er, dass Bürger einen leichteren Zugang zur Gründung von Nahversorgungsnetzen erhalten soll.

Der gesamte Bericht kann auf der Internetseite des Landesministeriums heruntergeladen werden:

Monitoring-Bericht zur Energiewende in Baden-Württemberg

versicherung winterschaeden

Feuchtes Mauerwerk, berstende Wasser- oder Heizungsrohre, überlastete Dächer: Der Winter kann erhebliche Schäden nach sich ziehen. Diese Versicherungen helfen, den Schaden zu begrenzen:

Wohngebäudeversicherung

Zahlt in der Regel Schäden, die durch Feuer, Hagel, Sturm und Leitungswasser entstanden sind. Frostschäden sind mitversichert. Leitungen im Außenbereich sind nur abgedeckt, wenn dies ausdrücklich in der Police steht.

Versicherung gegen weitere Elementargefahren

Sichert äußere Schäden am Gebäude ab, zum Beispiel durch Schneedruck.

Muss unter Aufpreis extra mitversichert werden. Meist nur im Paket mit Gefahren wie Hochwasser, Erdbeben und Lawinengefahr zu bekommen.

Grundstücks-Haftpflichtversicherung

Als Grundstücksbesitzer haftet man für Gefahren, die vom Grundstück und von angrenzenden Gehwegen und Zufahrten ausgehen. Stürzt ein Passant auf einem eisigen Gehweg oder löst sich ein Eiszapfen vom Dach und verletzt einen Besucher, dann springt die Haftpflichtversicherung der Person ein, die für das Räumen verantwortlich ist.

Tipps für den Schadensfall

  • Melden Sie den Schaden unverzüglich Ihrem Versicherer.
  • Versuchen Sie, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Sie sind dazu verpflichtet. Läuft etwa Leitungswasser aus, schließen Sie so schnell wie möglich den Haupthahn und bringen Sie das Mobiliar ins Trockene.
  • Schaffen Sie Beweise: Fotografieren Sie die gröbsten Schäden, wenn Sie die Schadenstelle nicht bis zu einer Besichtigung durch die Versicherung unverändert lassen können.

Sanierung, Einbruchschutz und spannende Rechtsthemen

Mit seinen Kooperationspartnern bietet der Verband Wohneigentum in der Vortragsreihe „Forum Wohneigentum“ auch im Jahr 2020 wieder interessante Themen rund ums Eigenheim für alle interessierten Eigentümer. Neu hinzugekommen sind neben Vorträgen zu Erb- und Nachbarschaftsrecht nun auch die Themen „Energieeffiziente Sanierung im Bestand“ sowie „Einbruchschutz“.

Bernd Bosan, Dipl. Ing. Architekt, ist unabhängiger Experte für „Energieeffiziente Sanierung im Bestand“. Er arbeitet auch mit der Verbraucherzentrale zusammen und ist Sachverständiger für Energieeffizienz sowie Energieberater. In seinen Vorträgen befasst er sich auch mit möglichen Förderungen und dem EWärmeG.  Von Februar bis April bietet er Vorträge für die nördlichen Bezirksverbände einschließlich Karlsruhe und Rastatt an.

Edgar Schneider, Inhaber der Firma SSM Sicherheitstechnik aus Spaichingen, bietet  Vorträge in ganz Baden-Württemberg. Sein Spezialgebiet ist das Thema Einbruchschutz. Bei seinen Vorträgen geht er auch auf KfW-Fördermöglichkeiten beim Einbruchschutz ein.

Sobald die Termine für die einzelnen Vorträge, die vor Ort bei den örtlichen Vereinen organisiert werden, feststehen, werden diese auf unserer Homepage unter der Rubrik „Termine“ veröffentlicht. Schauen Sie einfach ab und zu vorbei, oder achten Sie auf Ankündigungen in der örtlichen Presse – vielleicht ist auch ein spannender Vortrag in Ihrer Nähe dabei.