erschliessungsbeitrag anwohner

Was Erschließungsbeiträge sind, wissen die wenigten. Das Grundstück ist gekauft, das Haus finanziert und gebaut. Es lebt sich gut im eigenen Familienheim. Nach Jahren flattert plötzlich ein Brief der Gemeinde ins Haus. Inhalt: Der Bescheid über den Erschließungsbeitrag oder eine Aufforderung zur Vorauszahlung zum Erschließungsbeitrag. Den hatte niemand mehr auf dem Schirm und plötzlich muss man eine hohe fünfstellige Summe bezahlen. Warum ist das so?

Investitionen in die Infrastruktur

Die Gemeinde ist die Basis im Verwaltungsaufbau des Landes. Sie verwaltet sich selbst. Der gewählte Gemeinderat und die Kommunalverwaltung lenken die Geschicke. Wenn Bauflächen und die gewerblich zu nutzenden Flächen entstehen sollen, die Gemeinde sich also weiterentwickelt, dann muss man Baugebiete erschliessen.

Bis 95 Prozent zahlen die Anlieger

Diese Investitionen in die Zukunft müssen die Gemeinde und ihre Bürger überwiegend selbst finanzieren.

Dabei trägt die Gemeinde als Körperschaft mindestens einen Eigenanteil von 5 Prozent der beitragsfähigen Kosten selbst. Die Restsumme verteilt man anschließend auf die Anlieger, die von der Infrastruktur den unmittelbaren Nutzen haben. Über die Höhe des Anteils entscheidet dann der Gemeinderat.

Erschließungsbeiträge, Anliegerbeiträge

Die Hausanschlusskosten, also die Aufwendungen für den Anschluss des Gebäudes vom öffentlichen Netz über das Grundstück des Anliegers bis in den Keller des Gebäudes trägt der Grundstückseigentümer.

Die Investitionen für öffentliche Straßen, Wege und Plätze, Fußwege, Wohnwege, Sammelstraßen, Parkflächen und Grünanlagen sind Erschließungskosten. Diese rechnet de Gemeinde über die Erschließungsbeiträge ab. Hier darf die Gemeinde aber nur die Kosten abrechnen, die bei der erstmaligen Schaffung dieser Anlagen entstanden sind.

Zu den Erschließungskosten gehören auch die Anliegerbeträge für die Errichtung des öffentlichen Versorgungsnetzes (also für den Anschluss von Strom, Wasser, Gas und Kanalisation). Auch wer ein hinterliegendes Grundstück erwirbt oder bebauen möchte, wird anschließend dann zur Begleichung herangezogen.

erschliessungskosten kanalisation
Die Hausanschlusskosten – Kosten für den Anschluss des Gebäudes an das öffentlichen Netz trägt der Grundstückseigentümer.

Die Erschließungs- und Anliegerbeiträge muss der Grundstückseigentümer oder Erbbauberechtigte bezahlen, bei Wohn- oder Teileigentum in prozentualer Höhe des Teileigentums.

Endgültig abgerechnet werden die Erschließungskosten aber erst mit der vollständigen Fertigstellung. Bis dahin kann sehr viel Zeit vergehen.

Die Gemeinde kann Vorauszahlungen bis zur Höhe des voraussichtlichen endgültigen Erschließungsbeitrags verlangen.

Anliegerbeiträge bei Kauf / Verkauf

Bezahlte Erschließungsbeiträge und Anliegerbeiträge sind ein wertbildender Faktor und stellen ein gewichtiges Verkaufsargument dar. Aus dem Kaufvertrag geht hervor, ob diese Beträge noch zu zahlen sind. Alle Maßnahmen, die nach dem Eigentumsübergang abgerechnet werden, gehen zu Lasten des Käufers. Alle zuvor abgerechneten Kosten muss der Verkäufer tragen. Noch nicht abgerechnete Beiträge kann die Gemeinde auch noch Jahre nach dem Verkauf fordern.

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haushaltsnahe dienstleistungen

Haushaltnahe Dienstleistungen

Der Private Haushalt, der für die Erledigung für bestimmte Diensteistungen im Haushalt, Dienstleister oder eine  eine Dienstleistungsagentur beauftragt, kann einen Teil der Lohnkosten (20%) im Rahmen der Einkommenssteuererklärung beim Finanzamt geltend machen. Für die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen wird eine Steuerermäßigung i in Höhe von 20 % von maximal 6.000 Euro Aufwendungen (= 1.200 Euro) gewährt. Nach § 35a EStG werden Leistungen und Beschäftigungen im Privathaushalt steuerlich gefördert, und sollen Schwarzarbeit verhindern.

Typische Haushaltsnahe Dienstleistungen sind etwa:

  • Reinigung der Wohnung (z. B. durch Angestellte einer Dienstleistungsagentur oder einen selbständigen Fensterputzer),
  • Gartenpflegearbeiten (z. B. Rasenmähen, Heckenschneiden. Auch das Neuanlegen eines Gartens ist steuerbegünstigt, allerdings nach § 35a Abs. 3 EStG – Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen[1])
  • Kinderbetreuungskosten (falls nicht als Sonderausgaben berücksichtigt)
  • Pflege- und Betreuungsleistungen im Privathaushalt (z. B. durch einen Pflegedienst)
  • Heimunterbringung (abzugsfähig nur die Kosten, die mit einer Haushaltshilfe vergleichbar sind).
  • Versorgung und Betreuung von Haustieren[2]

Die erfolgreiche Anrechung erfordert folgnende Grundvoraussetzungen:

  1. Die Arbeiten müssen „im“ Haushalt erbaracht werden oder wenigstens in einem räumlich-funktinonalen Zusammen mit dem Haushalt stehen.
  2. Die Leistung muss in einer Rechnung nachgewiesen werden.
  3. Die Rechnung muss unbahr begleichen werden.

Rechnungen in Höhe von bis zu 20.000 Euro können Sie pro Jahr für haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen(für die eigentliche Arbeit, die Fahrt oder den Betrieb von Maschinen). Dadurch kann sich Ihre Steuerlast  um 20 Prozent gemindert werden, was einen Abzug von bis zu 4.000 Euro ergibt. Sebst die Kosten für die Kosten für die Entsorgung von Abfällen (nicht aber die Müllgebühren) können Sie absetzen.

Die Rechnung sollte folgende Angaben enthalten:

  • Dienstleister (Name, Anschrift, Steuernummer)
  • Leistungsempfänger
  • Art und Inhalt der erbrachten Leistung
  • Zeitpunkt der Leistungserstellung
  • Entstandene Kosten durch Entgelt (Lohn-, Fahrt-, und Materialkosten)

Solche hauhaltsnahe Dienstleistungen können folglich für das Private Wohneigentum aber auch für vermietete Objekte anfallen.

Diese Ausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen können Sie in der Steuererklärung in Zeile 5 der Anlage Haushaltsnahe Aufwendungen eintragen. Dadurch wird Ihre Steuerlast direkt gemindert. 

Handwerkerleistungen

Steuerermäßigungen gibt es auch bei Handwerkerleistungen.

Ähnlich wie bei den haushaltsnahen Dienstleistungen können Sie 20 % der Kosten direkt von der Einkommensteuer absetzen.

handwerkerleistungen  zählen nicht zu den haushaltsnahen Dienstleistungen. Die Kosten werden daher separat abgerechnet und können zusätzlich abgesetzt werden. Abzugsfähig sind aber nur die Arbeitskosten einschließlich eventuell in der Rechnung enthaltener Maschinen- und Fahrtkosten. Materialkosten und andere Positionen werden nicht angerechnet. Dennöch können so bis zu 6.000 Euro der Handwerkerleistung abgesetzt werden– und Ihren Einkommensteuerbetrag damit um bis zu 1.200 EUR reduzieren.

Die Anforderung an die Grundvoraussetzungen sowie die Rechung ist identisch wie bei den haushaltsnahen Dienstleistungen.

Jedoch müssen sie beachten, dass die Arbeitsleistung des Handwerkers, die er in seiner Werkstatt erbracht hat, nicht abzugsfähig ist. Dies hat im Mai 2020 der Bundesfinanzhof entschieden (BFH 13.5.20, VI R 7/18)

Ein Tipp für die Praxis

Werden Handwerkerleistungen sowohl in der Werkstatt wie auch auf im Haushalt oder auf dem Grundstück erbracht, sollte der Handwerer diesen Aufwand in seiner Rechnung gesondert aufschlüsseln und ausweisen. Sind die Lohnkosten nicht aufgeschlüsselt, und der Steuerpflichte schätzt den Anteil der Lohnkosten für die Arbeit im Haushalt oder auf dem Grundstück, wird das Finanzamt die Steuerermäßigung nicht gewähren.

porenbetonsteine schaden aussenwand

Beim Hausbau werden heute sehr häufig Porenbetonsteine verwendet. Diese sorgen gerade für Schlagzeilen und es ergeben sich Fragen zur Nachbesserung der Produkthaftung von Baumaterialien.

Das Haus ist ein langlebiges Gut! Da halten die verbauten Teile auch hinreichend lange. Denkt man! Leider gibt es Teile, die nicht dieselbe Lebensdauer haben, wie das Haus selbst. Die Heizung, die Fenster oder das Dach sind solche Gebäudeteile, die kürzere Zyklen als das Gesamtbauwerk haben. Sofern dies dem Bauherrn bekannt ist, und er weiß, welche Folgekosten auf ihn zukommen, ist es für ihn auch kalkulierbar. Was aber ist, wenn Materialeigenschaften sich im Laufe der Zeit verändern? Wenn Produktfehler erst spät bekannt werden?

Von einem eklatanten Fall berichtet der SWR in seiner Sendung „Zur Sache Baden-Württemberg“ (Wenn das Eigenheim Risse bekommt – Zur Sache Baden-Württemberg – SWR Fernsehen) im Februar 2021. In der Region Stuttgart sind beim Hausbau Porenbetonsteine verwendet worden. Die Produkte eines Herstellers haben offenbar bei mindestens 38 Objekten Probleme in der Festigkeit. Die Wände tragen die Lasten nicht mehr aufgrund von Materialveränderungen. Zunächst entstehen Putzrisse, später kann es zu erheblichen statischen Problemen kommen.

Laut Sachverständigenmeinung können sich die Sanierungskosten bereits bei einem Einfamilienhaus auf mehrere Zahntausend Euro belaufen. Aber auch Kosten im sechsstelligen Bereich sind nicht ungewöhnlich. Dazu kommt, dass – je nach Bauwerk – auch Arbeiten im Inneren des Gebäudes durchgeführt werden müssen. Hierdurch steigen die Kosten um ein Weiteres.

Porenbetonsteine – Hersteller nicht bekannt

Das Problem mit der Druckfestigkeit ist seit den 2000 er Jahren in wissenschaftlichen Untersuchungen bekannt geworden. Im Beitrag des SWR wird betont, dass die Hersteller in der Produktion die geltenden Normen einhalten würden. Es sei jedoch auffällig, dass vor allem die Steine eines Herstellers betroffen seien. Die untersuchten Mauern weisen eine bis zu 1/3 geringere Druckfestigkeit auf. Das Schadenbild kommt erst nach 10, 15 oder 20 Jahren zum Vorschein.  Und der arglose Hauseigentümer läuft dabei Gefahr, dass sein Eigentum und er selbst weiteren Schaden nehmen. Dieser eklatante Materialmangel kann – z.B. im Falle eines Erdbebens – zum Einsturz des Gebäudes führen. Das Problem und das Risiko muss der Hauseigentümer tragen. Die Produkthaftung für die Inverkehrbringung beträgt 10 Jahre – und damit ist der Hersteller derzeit juristisch aus der Verantwortung.

Produkthaftung anpassen!

Grundsätzlich haftet, wer ein fehlehrhaftes Produkt hergestellt hat und wenn dadurch ein Personen- oder Sachschaden eintritt. Dann muss der Hersteller dem Geschädigten den Schaden ersetzen. Dabei ist es gleichgültig, ob der Hersteller den Produktfehler verschuldet hat oder nicht. Das Problem ist jedoch, dass der Geschädigte dem Hersteller nachweisen muss, dass

  1. ein Produktfehler im Zeitpunkt des Inverkehrbringens des Produkts vorliegt,
  2. ein Schaden eingetreten ist und
  3. das fehlerhafte Produkt den Schaden verursacht hat.

Dabei verjähren die Ansprüche des Geschädigten grundsätzlich innerhalb von drei Jahren nach der möglichen Kenntnis des Schadens oder nach Bekanntwerden des Produktfehlers. Der Anspruch erlischt endgültig 10 Jahre nach Inverkehrbringen des schadenauslösenden fehlerhaften Produkts. Im Fall der Porenbetonsteine könnte der Bauherr für sein 2010 errichtetes Haus bereits keine Schadensersatzansprüche geltend machen.

Haftungszeit verlängern

Für auf Langlebigkeit ausgelegte Materialien, wie etwa Baumaterialien wie Stein, Rohre, Ziegel etc. sind, ist die Haftungszeit von 10 Jahren zu kurz bemessen.

Der Verband Wohneigentum fordert, dass man die Produkthaftungszeit bei langlebigen Baustoffen und Materialen verlängert. Für die konstruktiven, keinem Verschleiß unterworfenen Elemente sollte man sie auf 25 % der durchschnittlichen Lebensdauer des Hauptprodukts / Bauwerks aber mindestens 10 Jahre verlängern.

Immobilienbewertung

Welche Wertermittlung brauche ich für welche Fälle?

Zur Immobilienbewertung. Die Immobilie ist in aller Regel die Investition einer Familie, die den höchsten materiellen Wert hat. Sie ist gebundenes, wertstabiles Kapital, das auch über Generationen erhalten bleibt. Sobald sich jedoch eine Veränderung abzeichnet (Vererbung, Schenkung, aber auch Scheidung, Verkauf) sollte der Verkehrswert einer Immobilie belastbar bekannt sein. Denn schließlich will jeder, dass es bei Teilung oder bei der Übertragung fair und gerecht zugeht.

Wer lediglich wissen möchte, was seine Immobilie aktuell wert ist, kann natürlich auch eine Immobilienbewertung als Kurzexpertise durchführen lassen. Verbandsmitglieder erhalten hier von Kooperationspartnern Sonderkonditionen. Denn eines ist klar: Mit einem professionell erstellten Gutachten lässt sich der Wert immer am besten einschätzen

Kostenlose Immobilienbewertung nicht belastbar

Am Markt werden fast an jeder Ecke „kostenlose“ Immobilienbewertungen angeboten. Nach den vielen Berichten und Erfahrungen unserer Mitglieder zu diesen Angeboten geben sie nicht einmal eine grobe Orientierung. Es sind oft Lockangebote, die zur Adressgenerierung dienen. Wie die Wirtschaftswoche vor kurzem berichtete, sind die dort ausgegebenen Preise deutlich überhöht. Der Grund ist, dass mit den Internetportalen kooperierende Bewerter so leichter einen Auftrag erhalten.

Vorsicht bei Datenpreisgabe

Zudem geben Eigentümer oftmals ganz unbedarft Daten preis. Dies erfolgt oft im Vertrauen darauf, dass diese nur dafür verwendet werden, wozu der „User“ sie verwendet wissen will. Dabei sei aber größte Vorsicht angeraten! Denn die persönlichen und eigentumsbezogenen Daten werden oft weiterverarbeitet und u. U. weitergegeben. Die Erlaubnis holen sich die Portale über die Cookies und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Immobilienwertermittlungsverordnung ist die Grundlage

Wer eine belastbare Immobilienbewertung will oder benötigt, der sollte schon vorher wissen, worauf er sich einlässt. Zunächst gibt es für die Bewertung eine gesetzliche Grundlage. Im Baugesetzbuch (BauGB) und in der „Verordnung über die Grundsätze für die Ermittlung der Verkehrswerte von Grundstücken (Immobilienwertermittlungsverordnung – ImmoWertV) ist die Wertermittlung klar umrissen. Diese Grundlagen definieren die Wertermittlungsverfahren und verweisen auf Wertermittlungsrichtlinien (Methoden). Hier sind die Standards definiert, die ein Wertermittler berücksichtigen muss. Zudem gibt es unterschiedliche Verfahren, nach denen der Wert festgesellt wird: a) Sachwert-, b) Vergleichswert- oder c) Ertragswertverfahren.

Ganz wichtig ist natürlich in einem Wertgutachten die erfolgte örtliche Beschau und die Analyse der konkreten baulichen Substanz sowie ihre Dokumentation. Ebenso beeinträchtigen Einträge in den öffentlichen Verzeichnissen (Baulasten, Altlasten, Grundbucheinträge) den Wert.

Weitere wertbeeinflussende Faktoren, beim Sachwert-, Ertragswert- und Vergleichswertverfahren sind Abschläge, etwa für von Bauschäden und Sanierungsrückstau in der Bewertungskategorie “besondere objektspezifische Grundstücksmerkmale” (boGs).

Nur wenn alle relevanten Eckpunkte zusammengetragen sind, wenn sie fach- und sachgerecht bewertet werden, kann man den Wert objektiviert beziffern.

gartentipps herbst

Die 3 Verfahrensmethoden im Überblick

1. Sachwertverfahren

Das Sachwertverfahren wird in der Regel bei Objekten angewendet, die nicht auf dem Mietmarkt auftauchen. Hierunter fällt das klassische selbstgenutzte Wohneigentum. Die Standards für die Immobilienbewertung finden sich in den Paragrafen 21 bis 23 in der Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV). Die Kriterien der Herstellungskosten bzw. Wiederbeschaffungskosten (Sachwert) stehen hier im Vordergrund, denn ein Reinertrag auf dem Immobiliensektor steht nicht im Fokus, da das Objekt in der Regel selbstbewohnt ist.

Hier steht der Neubauwert im Vordergrund, von dem ein bewertetes Äquivalent in Euro für die Abnutzung abgezogen wird. Weiter wertbeeinflussende Faktoren (Lage, Verkehrsanbindung, Nutzungsmöglichkeiten) werden hier mitberücksichtigt. In der Regel bezieht sich der Sachwert auf den Wert der baulichen Anlagen. Der Grund und Boden wird im Vergleichswertverfahren bestimmt.

 2. Ertragswertverfahren

Dort, wo der dauerhaft erzielbare Ertrag für die Werteinschätzung am Markt im Vordergrund steht, kommt das Ertragswertverfahren für die Immobilienbewertung in Betracht. Man wendet es vor allem bei Mietwohngrundstücken (Mehrfamilienhäuser), Geschäftsgrundstücken (Büro- und Geschäftshäuser, Einkaufszentren), oder gemischt genutzten Grundstücke an. Gesetzliche Grundlage für die Standards finden sich in der ImmoWertV §§ 18-20.

Im ersten Schritt wird daher der Wert von Grund und Boden ermittelt, was im Vergleichswertverfahren erfolgen soll. Hierbei sollen wertbeeinflussende Umstände wie z. B. dingliche Rechte angemessen berücksichtigt werden. Danach wird über die Größe, Qualität, Ausstattung, Marktgängigkeit etc. der Mietflächen eine dauerhaft zu erzielende Miete ermittelt. Die Summe aller Erträge ergibt dann den Jahresrohertrag. Hiervon wird der nicht auf den Mieter umlegbare Anteil der Bewirtschaftungskosten abgezogen. Das sind etwa Betriebskosten, Verwaltungskosten, Instandhaltungskosten und Mietausfallwagnis.

Das Ergebnis ist dann der  Reinertrag vor Abzug der Bodenwertverzinsung. Den Bodenwert multipliziert der Bewerter dann mit dem Liegenschaftszins. Dieser wird von den Gutachterausschüssen empirisch ermittelt. Das Ergebnis ist die Bodenwertverzinsung. Da jedoch die Nutzbarkeit von Gebäuden davon abhängig ist, wie lange das Gebäude wirtschaftlich nutzbar ist, muss man diesen Wert für die Immobilienbewertung ermitteln. Dabei wird die Gesamtnutzungsdauer vom Alter abgezogen. Hieraus ergibt sich eine Restnutzungsdauer. Diese kann man durch Sanierungen (und den hierzu nötigen Einsatz von Geld, um einen Standard zu erreichen) verlängern.

3. Vergleichswertverfahren

Das Vergleichswertverfahren ist in § 15 der ImmoWertV geregelt. Nach diesem Verfahren wird der Marktwert eines Grundstücks aus tatsächlich realisierten Kaufpreisen von anderen, vergleichbaren Grundstücken abgeleitet. Hier werden vergleichbare Faktoren herangezogen: etwa Lage, Nutzung, Bodenbeschaffenheit, Zuschnitt und sonstige Beschaffenheitsmerkmale. Idealerweise wurde gerade gestern ein anderes Grundstück verkauft, das man heranziehen könnte. Der Verkaufswert wird vom Notar dem Gutachterausschuss übermitteln. Dieser geht dann in die Kaufpreissammlung der Gemeinde ein. Daher verwendet man hier im Regelfall das indirekte Vergleichswertverfahren.

Beim Wert von Grund und Boden basiert das indirekte Vergleichswertverfahren auf der Kaufpreissammlung der Gutachterausschüsse. In diese anonymisierte Kaufpreissammlung kann man Einsicht nehmen.

Alternativ kann man den Bodenrichtwert aus der Kaufpreissammlung ableiten. Da man jedoch individuelle Gegebenheiten hier nicht berücksichtigen kann, wird der Unterschied im Wege der Ableitung von Zu- oder Abschlägen bzw. Korrekturfaktoren ausgedrückt. Abweichungen sollten nach deutscher Rechtsprechung im Regelfall nicht höher sein als 30 – 35 %.

  • Örtliche Lage, z. B. Lage im bebauten Raum, zu den Himmelsrichtungen, Belichtung, Verkehrslage
  • Bodenbeschaffenheit, z. B. Untergrund, Tragfähigkeit
  • Größe und Form, z. B. Tiefe, Gestalt, Frontbreite
  • Lage in Gefahrenzonen
  • Grad der Erschließung
  • Baulasten und übertragene Rechte
  • Umweltsituation (Lärm, Immissionen, Gerüche, etc.)
  • Grundabtretungen, Grundeinbeziehungen, Bauplatzeigenschaft
  • Planungs- und Baurecht: Flächennutzungs- und Bebauungsplan bzw. §§ 34 und 35 BauGB
  • Nutzungsbeschränkungen
  • Gesetzl. Beschränkungen der freien Verfügung: DenkmalschutzMieterschutzWeltkulturerbe
  • Zustand der Außenanlagen: erforderliche Instandsetzungen
  • Art und Verwendung der Nachbarliegenschaften

Auch Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen sinnvollerweise im Vergleichswertverfahren bewerten.

Bild: Thomas Henne

kaminofen

Kaminöfen sind beliebt. Sie strahlen eine wohlige Wärme ab. Die Älteren aber leider auch eine erhebliche Menge Feinstaub! Neue Feuerstätten verbrennen effizienter als alte Kaminöfen, sie sparen somit Brennholz und produzieren weniger Feinstaub.

Ab dem 1. Januar 2021 gelten strengere Feinstaubregeln für Kaminöfen. Alle Öfen, die zwischen 1985 und 1994 eingebaut wurden, müssen daher mit Feinstaubfiltern nachgerüstet, komplett ausgetauscht oder außer Betrieb genommen werden. Jeder Kaminofen-Betreiber kann etwas gegen die Feinstaubentwicklung tun.

Tipp:

  • Nur unbehandeltes, gut abgelagertes, trockenes Brennholz verwenden.
  • Sehr hohe Raumtemperaturen vermeiden.
  • Holzpellets erzeugen weniger Feinstaubemissionen als Scheitholz.
  • Holzpellet-Anlagen werden mit bis zu 45 Prozent Zuschüssen gefördert.

Weitere Informationen: Infos erhalten Sie von Ihrem Kaminfeger.

Die BASF Siedlergemeinschaft e.V. Mannheim-Rheinau-Süd ist Bundessieger! Gemeinsam mit der Siedlergemeinschaft Seßlach e. V. aus Bayern belegt die rührige Gemeinschaft aus dem Süden Mannheims beim 27. Bundeswettbewerb den 1. Platz.

Der Bundeswettbewerbs 2020 “Wohneigentümer – heute für morgen aktiv. Lebendige Nachbarschaft – gelebte Nachhaltigkeit!“ zeichnete Eigenheimer-Gemeinschaften aus. In die Bewertung fließen praxistaugliche Lösungsansätze für das soziale Engagement, in der Energieeffizienz, der Generationentauglichkeit und der Ökologie ein.

„Wir wussten, dass unser Verein ein aktives Innenleben hat und wir ein lebendiges Quartiersleben haben. Aber mit dem 1. Platz haben wir nicht gerechnet!“, freut sich Hans Held, der 1. Vorsitzende der BASF Siedlergemeinschaft.

Hier zum Video der Preisverleihung: (verband-wohneigentum.de)

„Wir sind stolz, dass die BASF Siedlergemeinschaft den Sieg im Bundeswettbewerb errungen hat und gratulieren den Mitgliedern und der Vereinsführung für ihr nachhaltiges Engagement“, so Harald Klatschinsky bei seiner Gratulation an die BASFSiedlergemeinschaft.

Die über 250 Mitglieder umfassende Gemeinschaft versteht sich als Organisator des sozialen Lebens im Stadtteil und als Vertretung der Interessen der Bürger. Sie bringt sich seit vielen Jahren auch in die Gestaltung und Pflege des öffentlichen Raumes ein. Die Integration der hinzugezogenen Neubürger ist ihr dabei ebenso wichtiges Anliegen, wie eine nachhaltige Kinder- und Jugendarbeit.

Der Bundeswettbewerb hat eine sehr lange Tradition. In seiner 27. Auflage zählt er zu den ältesten seiner Art in Deutschland. Er unterstreicht seit jeher die wichtige Rolle, die Wohneigentümer in ihrer Nachbarschaft einnehmen und für die gedeihliche Entwicklung der Siedlung haben. Ein besonderer Fokus lag daher in diesem Jahr auf der sozialen Verantwortung der Bewohner für ihr soziales Umfeld. Dabei sind die Interessen der Eigenheimbesitzer nicht nur auf das eigene Haus gerichtet, das werterhaltend und zukunftsfähig gestaltet wird. Es geht dabei auch um die Entwicklung der Quartiere und die Verantwortung für Klima, Ressourcen und menschliches Miteinander.

Mit dem Wettbewerb sollen Eigentümer ermutigt werden, die Verbesserung ihres Wohnumfeldes selbst in die Hand zu nehmen – für sich selbst und für nachfolgende Generationen.

Hecke Nachbarschaftsrecht

Wie hoch darf eine Hecke sein?

Die Höhe einer Hecke ist im Nachbarrecht Baden-Württemberg (NRG) in „§ 12, Hecken“ geregelt. Ist der Stamm 50 cm von der Grenze zurückgesetzt, darf die Hecke eine Höhe bis zu 1,80 m erreichen. Es gibt jedoch die Einschränkung, dass für Hecken, die im Schnitt gehalten werden und zur Einfriedung des Grundstücks auf der Grenze stehen, bei der Höhenbemessung dieselbe Richtlinie herangezogen wird wie für tote Einfriedungen (etwa Zäune aus Draht, Holz, Stein, etc., siehe NRG § 11): 1,50 m. Grundlage dabei ist der natürliche Geländeverlauf. Überwuchs muss der Nachbar nicht dulden und kann Rückschnitt verlangen. Zweige verpflichtet. Eine Verpflichtung zum Rückschnitt darf nur in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 28./29. Februar erfolgen. Wenn Abgrabungen oder Aufschüttungen an der Grenze zum Nachbargrundstück vorgenommen wurden, richtet sich die Höhenbemessung grundsätzlich nach dem ursprünglichen Geländeverlauf.

Gute Nachbarschaft erhalten

Bei allem sollten Sie jedoch bedenken: Am Gartenzaun können gute Nachbarschaften zerbrechen. Nehmen Sie aufeinander Rücksicht! Versuchen Sie sich in die Lage des Nachbarn zu versetzen, ehe Sie auf Ihr Recht bestehen. Ein Kompromiss (ein gegenseitiges Zu und Abgeben) ist oft für alle Beteiligten nachhaltiger. Belastungen aus zerrütteten Nachbarschaften können die Lebensqualität beträchtlich einschränken.

Tipp: Mehr Informationen rund um den Garten unter: www.gartenberatung.de

wettbewerb bw blueht

Die biologische Vielfalt ist eine der Grundlagen für unser Leben. Sie ist die Basis für unsere Ernährung, für fruchtbare Böden, den Wasser- und Naturhaushalt und das Klima. Das Ministerium Ländlicher Raum und Verbraucherschutz hat den Landeswettbewerb “Baden-Württemberg blüht“ ins Leben gerufen. Es will vorbildliches Engagement unterschiedlicher Akteure und zukunftsweisende Vorhaben zur Erhaltung oder Förderung der biologischen Vielfalt in der Öffentlichkeit stärker sichtbar machen.

Naturnahe Gestaltung von Gärten und freien Flächen im Siedlungsbereich

MinisterPeter Hauk hob bei der Vorstellung des Wettbewerbs am 16. September hervor, dass viele Flächen bergen ein großes Potenzial zur ökologischen Aufwertung haben. „

 So kann beispielsweise die naturnahe Gestaltung von Gärten und freien Flächen im Siedlungsbereich unserer heimischen Tier- und Pflanzenwelt wertvollen Lebensraum bieten. Oder die Anlage und Pflege von Streuobstbeständen oder Biotopen in der freien Landschaft zu mehr Artenvielfalt beitragen. “Umso mehr Menschen sich beteiligen, desto besser ist dies für die Schaffung und Vernetzung der Lebensräume in Baden-Württemberg“, betonte Minister Hauk.

Insgesamt 25.000 Euro Preisgelder

Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger erfolgt durch eine Fachjury aus Vertreterinnen und Vertretern der Land- und Forstwirtschaft sowie des Naturschutzes, der Kommunalen Landesverbände, der Wissenschaft und der Verwaltung. Bei der Bewertung durch die Fachjury liegt der Fokus auf der Gesamtkonzeption des Vorhabens. Bewertet werden zudem die Zusammenarbeit mit Akteuren aus verschiedenen Bereichen. Dazu gehören, der Umfang der ergriffenen Maßnahmen, die Öffentlichkeitsarbeit, der Umweltbildungsaspekt, die Dauerhaftigkeit der ergriffenen Maßnahmen sowie fachliche Aspekte.

Dotiert ist der Wettbewerb mit insgesamt 25.000 Euro. Die Preisverleihung findet im Sommer 2021 statt.

Anmeldung

Das Anmeldeformular für die Neuausschreibung des Landeswettbewerbs, die allgemeinen rechtlichen Hinweise zur Teilnahme sowie die Datenschutzhinweise sind abrufbar unter www.bwblüht.de. Die Anmeldung ist ausschließlich über das E-Mail-Postfach: bwblueht@mlr.bwl.de möglich.

Mit dem Landeswettbewerb „Baden-Württemberg blüht“ zeichnet das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Kooperationen verschiedenster Akteure aus. Ausgezeichnet werden Menschen, die sich vorbildlich für den Erhalt und die Förderung der biologischen Vielfalt im Land einsetzen.

Hintergrundinformationen:

Das Anmeldeformular für die Neuausschreibung des Landeswettbewerbs, die allgemeinen rechtlichen Hinweise zur Teilnahme sowie die Datenschutzhinweise sind abrufbar unter www.bwblüht.de. Die Anmeldung ist ausschließlich über das E-Mail-Postfach: bwblueht@mlr.bwl.de  möglich.

Mit dem Landeswettbewerb „Baden-Württemberg blüht“ zeichnet das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Kooperationen verschiedenster Akteure aus, die sich vorbildlich für den Erhalt und die Förderung der biologischen Vielfalt im Land einsetzen.

Die erste Ausschreibung des Landeswettbewerbs „Baden-Württemberg blüht“ des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz erfolgte im Jahr 2019. Rund 130 Bewerbungen gingen von Städten, Gemeinden,

MILR / Roland Schimanek

Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,

Der Herbst ist da! Zum Ende des Gartenjahres zeigt ein vielfältiger Hausgarten noch einmal auf, was er alles zu bieten hat: Spektakuläre Herbstfärbung trifft auf blühende Staudenbeete und leuchtenden Fruchtschmuck. Für viele beginnt damit auch die Zeit des „Großreinemachens“ im Garten. Aber ist das eigentlich sinnvoll? Welche Gartenarbeiten sollte man jetzt durchführen und welche lieber sein lassen oder aufs Frühjahr verschieben? Und welche Wintervorbereitungen sollten jetzt getroffen werden? Viele Nützlinge sind unentbehrliche Helfer im Garten. Ihnen können wir jetzt helfen gut über die kalte Jahreszeit zu kommen. Um all diese Themen geht es im folgenden Vortrag „Gartentipps im Herbst“, Viel Spaß damit!

Ihr Gartenberater vom Verband Wohneigentum,
Sven Görlitz