Wintercheck-Experten-Tipps-fuer-Hauseigentuemer

Experten-Tipps für Hauseigentümer für die kalte Jahreszeit

Wie machen Sie Ihr Haus fit für den Winter? Damit Sie an alles denken, gibt der Verband Wohneigentum Baden-Württemberg Ihnen einige Checkliste an die Hand. Was ist alles noch zu tun, bevor die frostigen Nächte kommen – was sollte auf keinen Fall vergessen werden?

Kurz-Check

  • Dachrinnen säubern
  • Gegebenenfalls  Schneefanggitter anbringen
  • Fassade prüfen, Risse & Löcher fachgerecht verschließen
  • Wasserrohre winterfest machen
  • Heizkörper nicht ausschalten
  • Kamin & Kachelofen reinigen
  • Türen & Fenster prüfen
  • Pflanzen & Tiere schützen
  • Laub, Schnee & Eis beseitigen
  • Versicherungsschutz prüfen
  • Rückschlagklappen prüfen

Wichtig:

Gerade bei Eis und Schnee ist es notwendig, Haus und Garten immer wieder zu prüfen. Vor allem die Sicherung der Wege gehört im Winter zu den täglichen Pflichten eines Haus- und Grundstücksbesitzers.

Außenbereich Dach & Mauerwerk

  • Die Dachrinnen von Laub befreien, damit Schnee und Schmelzwasser abfließen. Gegebenenfalls die Abwasserleitung mit Druckspüler reinigen
  • Die Fallrohre müssen frei sein, damit sich das Wasser nicht staut und Eispfropfen bildet.
  • Manchmal unterstützt eine Abtropfkette die Dachentwässerung.
  • Fassadenanstrich auf Beschädigungen prüfen – besonders wichtig bei Wärmedämmung, Löcher, Risse fachmännisch schließen
  • Schneefanggitter auf dem Dach bieten mehr Sicherheit für Bewohner und Passanten.
  • Feuchtigkeitsspuren im Mauerwerk ausfindig machen, kleine Risse und Löcher verputzen

Wasserleitungen

Wasserrohre im Außenbereich oder in unbeheizten Räumen müssen geschützt werden. Gefrierendes Wasser dehnt sich aus und sprengt die Rohre. Auch Putz und Dämmung können dabei Schaden nehmen. Daher:

  • Leitung en entleeren und absperren oder zumindest gut isolieren.
  • Wasserhähne mit Rücklaufventil abmontieren.
  • Dichtungen mit Vaseline einschmieren, damit sie geschmeidig bleiben.

Innenbereich Heizen & Lüften

Heizkörper nicht ausschalten

  • Um ein Zufrieren der Leitungen zu verhindern, sollten die Heizkörper bei Kälte nie ganz ausgestellt sein – das gilt bei eisigen Temperaturen auch nachts.
  • Die Heizungsanlage sollte vor dem Frost vom Fachmanngewartet, der Heizkessel gereinigt werden.
  • Heizöl oder sonstige Brennstoffe in ausreichender Menge liefern lassen.

Kamin & Kachelofen reinigen

  • Kamine und Öfen sollten gut abziehen.
  • Sorgen Sie dafür, dass genug geeignetes Holz vorhanden ist. Es muss mindestens zwei Jahre getrocknet sein. Laubholz eignet sich besser als Nadelholz.

Türen & Fenster dicht?

  • Brüchige oder durchlässige Abdichtungsleisten erneuern. Bei einfacher Verglasung: neue, wärmedämmende Fenster einbauen lassen.
  • Einmal im Jahr sollten die Fensterdichtungen mit Silikonspray oder Ballistol-ÖI gepflegt werden.

Verkehrssicherungspflicht

Gehwege & Zufahrten müssen sicher sein

Schon beim Herbstlaub und später bei Schneefall ist die Räum- und Streupflicht besonders zu beachten. Das gilt für:

  • Gehwege vor dem Haus
  • Zugänge zu Haus, Mülltonnen und Parkplätzen oder Garagen
  • Glättegefahr für Fußgänger muss durch Schneeräumen und Streuen beseitigt werden.
  • Schaufel und Streumaterial bereithalten. Ideal sind Asche, Sand, Splitt.
  • Die Zeiten, in denen Wege passierbar sein müssen, sind kommunal unterschiedlich. Meist ab 7 Uhr und bis 20 Uhr.
  • Bei der Gemeinde nachfragen, welches Streumaterial vor Ort gestattet ist und wie die genauen Räumzeiten sind.

Richtig versichert?

Berstende Wasser- und Heizungsrohre verursachen erhebliche Schäden, die nur durch die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung abgedeckt sind, wenn dieser Schutz ausdrücklich im Vertrag erwähnt ist.

Stürzt ein Passant auf einem glatten Gehweg, springt die Haftpflichtversicherung der Person ein, die für das Räumen verantwortlich war.

Bei Gebäudeschäden aufgrund von Schneelast, greift nicht unbedingt die Gebäudeversicherung. Hier muss eine Versicherung gegen Elementarschäden vorliegen.

Immergrüne Pflanzen lassen sich vor Frost schützen.

Im Garten

Pflanzen schützen

  • Beete mit Reisig oder Nadelholzzweigen abdecken.
  • Rosen, Ziergehölze und empfindliche Gartengefäße in Jute einpacken.
  • Mittelmeergehölze schützt man mit Stroh­ oder Schilfmatten oder Luftpolsterfolie. Sie gehören aber am besten in Innenräume.
  • Kübelpflanzen überwintern an heller, nicht zu warmer Stelle im Innern des Hauses. Wenig wässern.

Tiere überwintern

  • Auch an die Fütterung der Vögel sollte jetzt gedacht werden.
  • Laub nur auf Rasen und Wegen entfernen. An anderer Stelle bewahren. Hier überwintern Igel und nützliche Insekten.

Frost- und Trockenschäden bei Pflanzen vermeiden:

Mehr Informationen zum Garten winterfest machen gibt es unter … Drei Fragen an den Gartenberater für die kalte Jahreszeit

Sven Goerlitz Gartenberatung

Drei Fragen an Gartenberater Sven Görlitz zu Frost- und Trockenschäden in der kalten Jahreszeit

Die weit verbreitete These, dass Gartenpflanzen im Spätherbst und im Winter in den meisten Fällen erfrieren, stimmt so nicht. Hauptsächlich vertrocknen die Pflanzen nämlich um diese Jahreszeit. Sven Görlitz, Gartenexperte beim Verband Wohneigentum Baden-Württemberg, erklärt, was es mit der sogenannten „Frosttrocknis“ auf sich hat.

Was genau bedeutet „Frosttrocknis“?

Görlitz: Bei Bodenfrost kann die Pflanze kein Wasser mehr aufnehmen, dieses verdunstet aber weiterhin über die Blätter und Nadeln. Dadurch kommt es zu Trockenschäden an der Pflanze. Daher der Name. Besonders gravierend trifft es immergrüne Pflanzen, die in der vollen Sonne stehen und die dem Wind ausgesetzt sind. Wenn es sich um Kübel-Pflanzen handelt, sollten solche Standorte fürs Überwintern gemieden werden. Da es nach dem trockenen Sommer den ganzen Herbst bisher nicht ausreichend geregnet hat, sollten alle immergrünen Gartenpflanzen vor dem Frost unbedingt noch einmal gegossen werden.

Können Schäden durch Frosttrocknis verhindert werden?

Görlitz: Da gibt es einige praktische Tipps. Gerade immergrüne Pflanzen sollten auch im Herbst und Winter in frostfreien Perioden bei Trockenheit  hin und wieder gegossen werden. Töpfe und Kübel können mit Vlies, Luftpolsterfolie oder Laub vor dem Durchfrieren geschützt werden. Winterschutz an kälteempfindlichen Pflanzen sollte außerdem so spät und so luftdurchlässig wie möglich angebracht werden. Ab September ist Düngen tabu, denn die Pflanzen härten ihr Holz sonst nicht richtig aus. Das macht sie kälteempfindlicher.

Was ist zu tun, wenn es dennoch zu Frost- oder Trockenschäden kommt?

Görlitz: Die betroffenen Pflanzen müssen dann im kommenden Frühjahr bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden. Dann können sie wieder austreiben. Allerdings ist hierbei auch die Spätfrostgefahr noch zu beachten. Gerade in den vergangenen Jahren gab es immer wieder das Problem, dass nach einem sehr frühen Austrieb ein Frost im April oder Mai die Blüten und den Neuaustrieb absterben ließ. Wo es praktikabel ist, sollten deshalb in solchen Frostnächten die Pflanzen mit Vlies abgedeckt werden.

Sven Görlitz ist Gartenberater. Nach seiner Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau verbrachte er seine Gesellenjahre in Betrieben am Bodensee, in Lüneburg und Irland. Er hat eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker im Garten- und Landschaftsbau in Stuttgart-Hohenheim absolviert und ist seit August 2002 hauptamtlicher Gartenberater beim Verband Wohneigentum Baden-Württemberg. Seine Tätigkeitsschwerpunkte sind Gartenberatungen und -planungen, Vorträge und Seminare, Schnittkurse und Gartenbegehungen und Baumkontrollen. Außerdem wirkt er aktiv mit an den Inhalten der  Internetseite www.gartenberatung.de.

Blume

Strauchrosen blühen in diesem Jahr besonders üppig. Der Fotowettbewerb „Rettet den Vorgarten“ des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg und des Verbands Wohneigentum Baden-Württemberg läuft noch bis 31. Juli. Ziel ist es, ein Zeichen zu setzen gegen die immer mehr werdenden Steinwüsten in Baden-Württembergischen Vorgärten. Gartenberater Sven Görlitz hat bereits die ersten eingesendeten Fotos gesichtet.

Welche Pflanzen finden sich in den Vorgärten, die Sie bisher im Foto gesehen haben, besonders häufig?

Sven Görlitz: Besonders häufig sind Strauchrosen zu sehen, die in diesem Jahr, wie ich finde, besonders üppig blühen. Aber auch viele bunt-gemischte Staudenpflanzungen sind auf den Bildern.

Wer seinen Vorgarten ohne viel Aufwand für den Sommer noch etwas hübscher gestalten möchte, welchen Tipp haben Sie?


Sven Görlitz: Ohne viel Aufwand kann man auf freie Flächen immer noch Stauden pflanzen. Als Topfpflanzen können diese auch jetzt noch gesetzt werden und bereichern schnell den Vorgarten. Wichtig ist es dabei, unbedingt auf den richtigen Standort zu achten.

Was sagen Sie einem Steingartenbesitzer, der damit argumentiert, dass er die Pflege für einen bepflanzten Vorgarten nicht leisten kann.

Sven Görlitz: Dass Steinflächen pflegeleicht sind, ist zu kurz gedacht. Schnell lagert sich auch hier wieder organisches Material ab und die Fläche wächst zu. Dies sieht man häufig auf Steinflächen, die vor ein paar Jahren angelegt wurden. Dann heißt es Unkraut jäten im Schotter, denn Herbizide dürfen auf diesen Flächen nicht eingesetzt werden. Eine gut geplante, standortgerechte Pflanzung mit Sträuchern und Stauden oder ein Blumenrasen sind dauerhaft pflegeleichter, ökologisch wertvoller und sehr wichtig für ein angenehmes Mikroklima.

Hier geht es zum Fotowettbewerb „Rettet den Vorgarten“

Zur Person: Sven Görlitz

Sven Goerlitz Gartenberatung
Gartenberater Sven Görlitz,

Sven Görlitz ist Techniker im Garten- und Landschaftsbau und arbeitet als Gartenberater beim Verband Wohneigentum Baden-Württemberg.

Hier berät er die Mitglieder des Verbandes in allen Fragen rund um den Hausgarten. Dies geschieht in Form von Vorträgen, Gehölzschnittkursen, Baumkontrollen, und individuellen Gartenberatungen. Besondere Beachtung findet hierbei ein nachhaltiges und naturnahes Gärtnern.

Der Verband Wohneigentum beteiligt sich am 29. Und 30. Juni 2019 mit einem Beratungsstand und mit Vorträgen an der Bundesgartenschau in Heilbronn. Die Beratung und die Vorträge finden im „i-Punkt Grün“ statt. Referenten sind Martin Breidbach und Sven Görlitz, Gartenberater Verband Wohneigentum.

Klimawandel Garten

Beratungsstand rund um den Hausgarten

Gartenbesitzer können sich gezielt Informationen zu Ihren Gestaltungswünschen einholen oder auch geschädigte Pflanzenteile zur Begutachtung mitbringen.

Am Stand der Gartenberatung des Verband Wohneigentum gibt es unabhängige Fachinformationen zu Themen wie naturnahe Gartengestaltung und Gartenbewirtschaftung, Anpassung der Gärten an Extremwetter (Klimagärten), sowie über Pflanzenschutzmaßnahmen und den Sommerschnitt an Gehölzen.

Vorträge am Samstag, 29. Juni, jeweils um 11, 13 und 15 Uhr

Gartenklima/Klimagarten: Hausgarten in Zeiten des Klimawandels

vorgarten klima

Das Jahr 2018 mit seiner Hitze und Trockenheit wird vielen Gartenbesitzern noch lange in Erinnerung bleiben. Extreme Wetterereignisse wie diese stellen Gartenbesitzer vor neue Herausforderungen.

Wie wirken sich die Veränderungen auf Pflanzen, Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschädlinge aus? Wie schütze ich den Gartenboden? Wann ist es sinnvoll zu gießen? Welchen Beitrag kann mein Garten für ein lebenswertes Wohnumfeld leisten?

In diesem Vortrag wird aufgezeigt, welche Veränderungen durch steigende Temperaturen und Extremwetterereignisse im Hausgarten auftreten und wie man darauf reagieren kann.

Vorträge am Sonntag, 30. Juni, jeweils um 11, 13 und 15 Uhr

Vielfältiger Vorgarten

Klimwawandel Vorgarten

Selbst kleine Gartenflächen wie ein Vorgarten können  artenreich, ansprechend und dazu pflegeleicht gestaltet werden und damit unser Lebensumfeld bereichern.

Leider werden immer mehr Flächen in den Gärten versiegelt oder mit Schotter zugeschüttet – keine gute Entwicklung für das Mikroklima und die Tierwelt.

Dass es auch anders geht, wird in diesem Vortrag aufgezeigt – vom Staudenbeet über den Hausbaum bis zur Fassaden- und Garagendachbegrünung. Viele Beispielen für mehr Vielfalt in unseren Wohngebieten zeigen auf, dass sich die Tipps auch einfach umsetzen lassen.

Fünf baden-württembergische Gemeinschaften werfen ihren Hut in den Ring

Der 27. Bundeswettbewerb 2020 des Verbands Wohneigentum rückt näher: Welche Eigenheim-Gemeinschaft wird ihren Landesverband vertreten und zu bundesweiten Siegerehrung nach Berlin reisen? Die Schirmherrschaft hat Bundesbauminister Horst Seehofer übernommen. Titel des Bundeswettbewerbs ist „Wohneigentümer – heute für morgen aktiv. Lebendige Nachbarschaft – gelebte Nachhaltigkeit“. In den Landesverbänden findet jetzt die Vorauswahl statt. In Baden-Württemberg haben folgende Gemeinschaften ihren Hut in den Ring geworfen:

die          Siedlergemeinschaft Freiamt-Mußbach e.V.

der         Verband Wohneigentum Ottoschwanden

die          Siedlergemeinschaft Singen e.V.

die          Gemeinschaft der Siedler und Eigenheimer Rastatt-Münchfeld

die          BASF Siedlergemeinschaft e.V. Mannheim-Rheinau-Süd

Die Bereisung mit der Jury  ist für Juli geplant.

Grundanliegen des Verbandes wird erfüllt

„Wir freuen uns sehr, dass fünf unserer Ortsvereine die Chance nutzen, sich und ihr unermüdliches Engagement für die Gemeinschaft zu präsentieren“, erklärt Landesgeschäftsführer Roland Schimanek. „Mit dem Wettbewerb wird auch ein Grundanliegen des Verbandes und der Vereine und ein Satzungsziel erfüllt.“ Denn seit über 50 Jahren sind die Landeswettbewerbe Motor für das Vereinsleben. Im Fokus des Bundeswettbewerbs steht die Entwicklung in den Gemeinschaften in Eigenheim-Siedlungen – in Dörfern ebenso wie in Stadtquartieren. „Das selbstgenutzte Wohneigentum ist Ausgangspunkt sozialen Lebens“, betont Manfred Jost, Präsident des Verbands Wohneigentum. „Die Identifizierung mit dem Wohnumfeld und der Kommune ist hoch, da Eigentümer ein dauerhaftes Interesse an einer guten Entwicklung haben.“

Gemeinschaften engagieren sich innerhalb der Kommunen

Das soziale Engagement ist ein erster Schwerpunkt der Bewertung. Viele Gemeinschaften kümmern sich um Kinder und Jugendliche, beispielsweise als Spielplatzpaten, oder sie bieten Abwechslung für Senioren, etwa Ausflüge oder gemeinsamen Kaffeeklatsch. In der Zusammenarbeit mit der Kommune, der bürgerschaftlichen Interessensvertretung oder anderen Vereinen bieten etliche Gemeinschaften entsprechende Unterstützungsangebote. Auch die Aktivitäten zur sozialen Integration ausländischer Mitbürger oder Angebote für besondere Zielgruppen fallen hierunter.

Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle

Die Modernisierung der Häuser wie auch naturnahe Gartengestaltung stehen im Fokus. Die Liste der Kriterien ist lang – was aber nicht bedeutet, dass alle davon erfüllt sein müssen. „Es soll lediglich die Vielfalt der Möglichkeiten aufzeigen, mit denen eine Siedlung sich hervortun kann“, erklärt Schimanek.

Zukunftsfähige Immobilie

Weitere Kriterien sind der Werterhalt der Familienimmobilie, unter anderem auch über energetische Sanierung, um den CO2-Ausstoß zu vermindern – sei es durch Dämmung, sei es durch Einsatz von erneuerbaren Energien. Das Eigenheim macht die gesamten Familienphasen mit, bis hin zum Alterssitz. Ein zusätzliches Bewertungskriterium ist daher das familien- und seniorengerechte Wohnen. Vor allem die Reduzierung von Barrieren durch Anlage von Schrägen statt Stufen, die Anpassung von Bad und Küche durch entsprechenden Umbau oder Möblierung stehen im Blickpunkt. Ebenso kann Mehrgenerationen-Wohnen den möglichst langen Verbleib der Senioren im eigenen Haus fördern.

Ökologisches Grün

Nicht zuletzt steht mit Blick auf das Kleinklima der Siedlung die Anlage rund ums Haus auf dem Prüfstand. Ist der Garten nur voll mit Steinen und Schotter oder gibt es eine vielfältige Bepflanzung, die Raum für Insekten, Vögel und Kleintiere bietet? Interessant ist weniger wie penibel die Rasenkante geschnitten ist, sondern eher ob eigenes Obst und Gemüse gezogen werden, ob die Kinder Freiraum haben, ob das Gespräch über den – niedrigen – Gartenzaun möglich ist. Kriterien sind außerdem die Regenwasserbewirtschaftung, Nichtversiegelung und Dachbegrünung, um der Überhitzung im Sommer und Überschwemmung bei Starkregen etwas vorzubeugen.

Wohneigentümer können sich gegenseitig Anregungen geben

Beim Bundeswettbewerb geht es auch darum zu zeigen, dass  selbstnutzende Wohneigentümer mit viel Verantwortung ihr Zuhause bewirtschaften und ihre Kommune mitgestalten. Das bestätigt sich immer wieder aufs Neue, denn jeder Wettbewerb fördert neue Beispiele dafür ans Tageslicht. Diese sind Anregung für andere Wohneigentümer und Gemeinschaften. Diese Beispiele zeigen der Politik den wichtigen Stellenwert, den das selbstgenutzte Wohneigentum in unserer Gesellschaft hat. „Wir sind sehr gespannt darauf, wie unsere Eigentümergemeinschaften zeigen, dass sie bei sich vor Ort den Herausforderungen der Zukunft aktiv begegnen“, so Roland Schimanek.  „Und wir drücken natürlich allen ganz fest die Daumen!“

Sven Görlitz ist unabhängiger Gartenberater beim Verband Wohneigentum Baden-Württemberg. Ihn erreichen derzeit viele Anfragen zu vertrockneten Rasenflächen.

Was können Gartenbesitzer tun, deren Rasen durch Trockenheit gelitten hat?

Görlitz: Umdenken. Natürlich hat ein gepflegter und sattgrüner Rasen seine Berechtigung im Garten. Optisch bietet er eine ruhige Fläche und bringt so angrenzende Staudenpflanzungen besser zur Geltung. Bei langen Trockenperioden wie im vergangenen Jahr ist ein Kräuterrasen eindeutig die bessere Alternative. Er stellt sich bei wenig Pflege und auf mageren Böden oft von selbst ein, kann aber auch direkt als Saatgutmischung ausgebracht werden. Diese Mischungen enthalten neben verschiedenen Gräsern auch rund 20 schnittverträgliche Blumenarten wie Gänseblümchen, Schafgarbe, Thymianarten, Salbei und Wiesen-Margeriten.

Wie sieht es mit der Pflege eines Kräuterrasens aus?

Görlitz: Kräuterrasen wird nur etwa  vier- bis achtmal im Jahr gemäht und das Schnittgut von der Fläche entfernt. Auf Dünger sollten Sie ganz verzichten, um den Boden möglichst mager zu halten. Eine Bewässerung ist nach der Anwachsphase nicht mehr nötig. Kräuterrasen ist also denkbar pflegeleicht. Er eignet sich besonders für große Gärten oder wenn Sie nur einen minimalen Pflegeaufwand betreiben möchten.

Aber Kräuterrasen ist optisch vielleicht nicht jedermanns Sache?

Görlitz: Auf einem Kräuterrasen finden viele Insektenarten ihre dringend benötigte Nahrung und einen Lebensraum. Angesichts des akuten Insektensterbens haben Sie als Gartenbesitzer damit die Möglichkeit, einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt zu leisten. Zudem ist ein Kräuterrasen umweltfreundlich und energiesparend, da Düngergaben, häufiges Mähen und Vertikutieren entfallen. Natürlich ist ein Kräuterrasen nicht vergleichbar mit einer herkömmlichen Rasenfläche, aber eines ist sicher: Ab jetzt werden Sie nicht mehr über das lästige „Unkraut“ im Rasen ärgern, sondern sich darüber freuen – Sie haben es ja selbst ausgesät!

Hier finden Sie mehr Tipps zu Rasen und Blumenwiese …

Aktion im Rahmen des Karlsruher Klimafrühlings:

Naturnahe Gärten: Vorträge und Führungen

Am Donnerstag, dem 23. Mai, von 17:00 bis 20:00 Uhr beim Bezirksverband der Gartenfreunde Karlsruhe e.V., Schwetzinger Str. 119, 76139 Karlsruhe

Naturnahe Gartengestaltung, Biodiversität und die Anpassung des Gartens an die Klimaveränderung sind die Themen, um die es auf dem Gelände der Gartenfreunde geht. Im halbstündigen Wechsel gibt es spannende Vorträge und Gartenführungen, Mitmachaktionen und ein breites Informationsangebot zum naturnahen Gärtnern.

Der Rückgang der Artenvielfalt und zunehmende Extremwetterereignisse wie Hitze und Trockenheit erfordern ein Umdenken in der Gestaltung unserer Gärten. Statt Schotterwüsten benötigt es artenreiche und standortgerechte Pflanzungen – nicht nur für ein besseres Mikroklima und die Tierwelt, sondern auch für mehr Lebensqualität für uns Menschen.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation von Naturgarten e.V. Regionalgruppe Karlsruhe/ Südpfalz, Verband Wohneigentum Baden-Württemberg e.V. und dem Bezirksverband der Gartenfreunde Karlsruhe e.V.

Programm:

Führungen über das Vereinsgelände der Gartenfreunde mit Michaela Senk von der Regionalgruppe des Naturgarten-Vereins jeweils um 17:00, 18:00 und 19:00 Uhr zum Thema Rasen und Blumenwiese, Kräuterrasen, artenreiche Ansaaten und insektenfreundliche Gärten.

Vorträge mit Sven Görlitz, Gartenberater beim Verband Wohneigentum jeweils um 17:30, 18:30 und 19:30 Uhr  zum Thema Klimawandel und Garten (Umgang mit Regenwasser, Mikroklima, Bodenbearbeitung und neue Insektenarten und Pflanzenkrankheiten).

Dazu gibt  Informationsmaterial rund um den Hausgarten von der Regionalgruppe des Naturgarten-Vereins und dem Verband Wohneigentum, Pflanzenverkauf und eine Bastelecke.

PDF zum Karlsruher Klimafrühling 2019 herunterladen

Kontakt

Sven Görlitz, 0721-9816235, gartenberatung-bw@verband-wohneigentum.de,

Keine Anmeldung erforderlich

Wer nach dem Winter im Garten keine bösen Überraschungen erleben möchte, sorgt vor. Meist lassen sich Frostschäden ganz leicht vermeiden. Denn in aller Regel werden die Pflanzenschäden nicht durch Kälte verursacht, sondern durch Wassermangel.

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Eine der Kernkompetenzen des Verbands Wohneigentum Baden-Württemberg ist die Gartenberatung. Da liegt es auf der Hand, dass bei den vielfältigen Veranstaltungen, die der Verband Wohneigentum zum Thema Gartenberatung anbietet, kein relevantes Thema ausgelassen wird. Schließlich verfügt der Verband über einen hauptamtlichen Gartenberater! Weiterlesen