Klimatische Veränderungen machen es möglich: Gartenberater Sven Görlitz beobachtet neue Schaderreger wie die Grüne Reiswanze und die marmorierte Baumwanze. Sie breiten sich besonders in wintermilden Gebieten wie dem Rheingraben stark aus und profitieren von der überdurchschnittlich warmen Witterung der letzten Jahre. Befürchtet wird hier eine zunehmende Pflanzenschädigung, auch im Obst- und Gemüsegarten.

Und wieder krabbelt eine am Fensterrahmen entlang und will raus in die warme Frühlingsluft. Die marmorierte Baumwanze hat, wie vermutlich viele andere, den Winter unbeschadet auf unserem Dachboden überstanden und das verheißt auch in diesem Jahr für unsere Gartenpflanzen nichts Gutes.

2019 sind mir hier in Karlsruhe zum ersten Mal viele kleine Larven auf den Tomaten aufgefallen. Was anfangs noch wie kleine Käfer aussieht, entpuppt sich folgend als das erste Larvenstadium der Grünen Reiswanze. Bald darauf finde ich keine Tomate oder Paprika in unserem Garten, die nicht von einer oder mehreren Wanzen besetzt ist.

Schadbild der „neuen“ Wanzen

Durch ihre Saugtätigkeit schädigen die Grüne Reiswanze und die Marmorierte Baumwanze die Blätter und Früchte verschiedenster Gartenpflanzen wie Himbeeren Brombeeren, Apfel, Birnen, Kirschen, Tomaten, Paprika und weiteren. Beide Wanzenarten gehören übrigens zu den Baumwanzen, die auch als „Stinkwanzen“ bekannt sind. Warum diese Wanzen Stinkwanzen genannt werden ist vermutlich den meisten Gartenbesitzern bekannt – bei Gefahr sondern sie einen übelriechenden Duftstoff ab.

Mehr über die neuen Wanzen

Die Marmorierte Baumwanze, die aus dem asiatischen Raum eingeschleppt wurde, lässt sich leicht mit der heimischen Grauen Gartenwanze verwechseln. Ein Unterscheidungsmerkmal zur heimischen Wanze sind 5 Punkte in einer Reihe auf dem Halsschild. Typisch für die Marmorierten Baumwanzen ist, dass sie massenhaft in geschützten Bereichen wie Wohngebäude, Garage und auf Speicher überwintern.

Die Grüne Reiswanze stammt vermutlich aus Ostafrika und man sichtet sie schon seit vielen Jahren in Deutschland. Durch die wärmeren Temperaturen der letzten Jahre konnte sie sich, laut dem Landwirtschaftlichem Technologiezentrum (LTZ) Augustenberg in Karlsruhe, im Südwesten Deutschlands von Lörrach bis Mannheim und im Raum Köln/Bonn stark ausbreiten. Sie kann man mit der heimischen Grünen Baumwanze verwechseln, eines von mehreren Unterscheidungsmerkmalen sind auch hier 5 Punkte in einer Reihe auf dem Halsschild der Reiswanze, 3 weiße in der Mitte und rechts und links je ein schwarzer Punkt. Die Larven der grünen Reiswanze sind durch ihre bunte Musterung sehr auffällig. Die Wanzen bilden pro Jahr 2 Generationen aus.

Schwierige Bekämpfung

In ihren Herkunftsgebieten halten Gegenspieler wie Schlupfwespenarten die Wanzen in Schach. Da bei uns die natürlichen Feinde der Wanzen fehlen, kann es zu einer massenhaften Vermehrung kommen. Inzwischen sind eingeschleppte Gegenspieler beider Wanzenarten bei uns präsent und es laufen Untersuchungen, wie sich das auf die Populationen auswirkt.

Als direkte Gegenmaßnahmen bleibt Gartenbesitzern nur das Absammeln der Wanzen oder das Verhüllen der Pflanzen mit Insektenschutznetzen. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gegen die Wanzen ist laut dem Landwirtschaftlichen Technologiezentrum (LTZ) Augustenberg in Karlsruhe wirkungslos und daher auch nicht empfohlen.

Das LTZ führt ein Monitoring zu beiden Wanzenarten durch. Hier können Sie weitere Informationen einholen und Funde melden, besonders, wenn diese außerhalb des Rheingrabens liegen. Weitere Informationen zu den beiden neuen Wanzenarten finden Sie unter: Hinweise zur Pflanzengesundheit des LTZ.

Sven Goerlitz Gartenberatung

Die Gartenberatung im Verband Wohneigentum bietet weiterhin Online-Vorträge zu verschiedenen Gartenthemen – kostenfrei und unabhängig. Sie benötigen dazu lediglich einen Computer/Tablet mit Kopfhörern oder Lautsprecher, Mikrofon und eine gute Internetverbindung.

Nach erfolgter Anmeldung unter: gartenberatung-bw@verband-wohneigentum.de senden wir Ihnen weitere Informationen den Zugangslink per E-Mail.

Unser nächster Online-Vortrag:

„Unkraut – Wildkraut, tolerieren, bekämpfen oder essen?“

Donnerstag, den 29.4.2021 um 19:00 Uhr.

Referent: Sven Görlitz, Gartenberater des Landesverbandes

Schon beim Begriff „Unkraut“ gehen die Meinungen auseinander, beim Umgang mit den unerwünschten Pflanzen noch viel weiter. Nicht erst seit Herbizide wie Glyphosat stark in die Kritik geraten sind, lohnt es sich einen differenzierteren Blick auf den spontanen Aufwuchs im Garten zu werfen. Was also tun, wenn der Giersch den Garten übernimmt? Welche umweltgerechten Bekämpfungsmöglichkeiten von Wildkräutern stehen im Hausgarten zur Verfügung? Muss ich den spontanen Aufwuchs überhaupt bekämpfen? Welche Wildkräuter sind nützlich, lassen sich verwenden oder sind ökologisch wichtig? Und wie kann ich in meinem Garten verhindern, dass es zu einer starken Vermehrung von unerwünschten Pflanzen kommt?

Um diese Themen und mehr geht es in diesem Online-Vortrag, wir freuen uns auf Ihre Teilnahme unter gartenberatung-bw@verband-wohneigentum.de

vortraege Sven Goerlitz

haushaltsnahe dienstleistungen

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Der Private Haushalt, der für die Erledigung für bestimmte Diensteistungen im Haushalt, Dienstleister oder eine Dienstleistungsagentur beauftragt, kann einen Teil der Lohnkosten (20%) im Rahmen der Einkommenssteuererklärung beim Finanzamt geltend machen. Für die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen wird eine Steuerermäßigung in Höhe von 20 % von maximal 6.000 Euro Aufwendungen (= 1.200 Euro) gewährt. Nach § 35a EStG werden Leistungen und Beschäftigungen im Privathaushalt steuerlich gefördert, und sollen Schwarzarbeit verhindern.

Typische Haushaltsnahe Dienstleistungen sind etwa:

  • Reinigung der Wohnung (z. B. durch Angestellte einer Dienstleistungsagentur oder einen selbständigen Fensterputzer),
  • Gartenpflegearbeiten (z. B. Rasenmähen, Heckenschneiden. Auch das Neuanlegen eines Gartens ist steuerbegünstigt, allerdings nach § 35a Abs. 3 EStG – Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen[1])
  • Kinderbetreuungskosten (falls nicht als Sonderausgaben berücksichtigt)
  • Pflege- und Betreuungsleistungen im Privathaushalt (z. B. durch einen Pflegedienst)
  • Heimunterbringung (abzugsfähig nur die Kosten, die mit einer Haushaltshilfe vergleichbar sind).
  • Versorgung und Betreuung von Haustieren[2]

Die erfolgreiche Anrechung erfordert folgende Grundvoraussetzungen:

  1. Die Arbeiten müssen „im“ Haushalt erbracht werden oder wenigstens in einem räumlich-funktionalen Zusammenhang mit dem Haushalt stehen.
  2. Die Leistung muss in einer Rechnung nachgewiesen werden.
  3. Die Rechnung muss unbahr beglichen werden.

Rechnungen in Höhe von bis zu 20.000 Euro können Sie pro Jahr für haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen (für die eigentliche Arbeit, die Fahrt oder den Betrieb von Maschinen). Dadurch kann sich Ihre Steuerlast  um 20 Prozent gemindert werden, was einen Abzug von bis zu 4.000 Euro ergibt. Selbst die Kosten für die Entsorgung von Abfällen (nicht aber die Müllgebühren) können Sie absetzen.

Die Rechnung sollte folgende Angaben enthalten:

  • Dienstleister (Name, Anschrift, Steuernummer)
  • Leistungsempfänger
  • Art und Inhalt der erbrachten Leistung
  • Zeitpunkt der Leistungserstellung
  • Entstandene Kosten durch Entgelt (Lohn-, Fahrt-, und Materialkosten)

Solche haushaltsnahe Dienstleistungen können folglich für das Private Wohneigentum aber auch für vermietete Objekte anfallen.

Diese Ausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen können Sie in der Steuererklärung in Zeile 5 der Anlage Haushaltsnahe Aufwendungen eintragen. Dadurch wird Ihre Steuerlast direkt gemindert. 

Handwerkerleistungen

Steuerermäßigungen gibt es auch bei Handwerkerleistungen.

Ähnlich wie bei den haushaltsnahen Dienstleistungen können Sie 20 % der Kosten direkt von der Einkommensteuer absetzen.

Handwerkerleistungen zählen nicht zu den haushaltsnahen Dienstleistungen. Die Kosten werden daher separat abgerechnet und können zusätzlich abgesetzt werden. Abzugsfähig sind aber nur die Arbeitskosten einschließlich eventuell in der Rechnung enthaltener Maschinen- und Fahrtkosten. Materialkosten und andere Positionen werden nicht angerechnet. Dennöch können so bis zu 6.000 Euro der Handwerkerleistung abgesetzt werden– und Ihren Einkommensteuerbetrag damit um bis zu 1.200 EUR reduzieren.

Die Anforderung an die Grundvoraussetzungen sowie die Rechung ist identisch wie bei den haushaltsnahen Dienstleistungen.

Jedoch müssen sie beachten, dass die Arbeitsleistung des Handwerkers, die er in seiner Werkstatt erbracht hat, nicht abzugsfähig ist. Dies hat im Mai 2020 der Bundesfinanzhof entschieden (BFH 13.5.20, VI R 7/18)

Ein Tipp für die Praxis

Werden Handwerkerleistungen sowohl in der Werkstatt wie auch auf im Haushalt oder auf dem Grundstück erbracht, sollte der Handwerker diesen Aufwand in seiner Rechnung gesondert aufschlüsseln und ausweisen. Sind die Lohnkosten nicht aufgeschlüsselt, und der Steuerpflichte schätzt den Anteil der Lohnkosten für die Arbeit im Haushalt oder auf dem Grundstück, wird das Finanzamt die Steuerermäßigung nicht gewähren.

Hecke Nachbarschaftsrecht

Wie hoch darf eine Hecke sein?

Die Höhe einer Hecke ist im Nachbarrecht Baden-Württemberg (NRG) in „§ 12, Hecken“ geregelt. Ist der Stamm 50 cm von der Grenze zurückgesetzt, darf die Hecke eine Höhe bis zu 1,80 m erreichen. Es gibt jedoch die Einschränkung, dass für Hecken, die im Schnitt gehalten werden und zur Einfriedung des Grundstücks auf der Grenze stehen, bei der Höhenbemessung dieselbe Richtlinie herangezogen wird wie für tote Einfriedungen (etwa Zäune aus Draht, Holz, Stein, etc., siehe NRG § 11): 1,50 m. Grundlage dabei ist der natürliche Geländeverlauf. Überwuchs muss der Nachbar nicht dulden und kann Rückschnitt verlangen. Zweige verpflichtet. Eine Verpflichtung zum Rückschnitt darf nur in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 28./29. Februar erfolgen. Wenn Abgrabungen oder Aufschüttungen an der Grenze zum Nachbargrundstück vorgenommen wurden, richtet sich die Höhenbemessung grundsätzlich nach dem ursprünglichen Geländeverlauf.

Gute Nachbarschaft erhalten

Bei allem sollten Sie jedoch bedenken: Am Gartenzaun können gute Nachbarschaften zerbrechen. Nehmen Sie aufeinander Rücksicht! Versuchen Sie sich in die Lage des Nachbarn zu versetzen, ehe Sie auf Ihr Recht bestehen. Ein Kompromiss (ein gegenseitiges Zu und Abgeben) ist oft für alle Beteiligten nachhaltiger. Belastungen aus zerrütteten Nachbarschaften können die Lebensqualität beträchtlich einschränken.

Tipp: Mehr Informationen rund um den Garten unter: www.gartenberatung.de

wettbewerb bw blueht

Die biologische Vielfalt ist eine der Grundlagen für unser Leben. Sie ist die Basis für unsere Ernährung, für fruchtbare Böden, den Wasser- und Naturhaushalt und das Klima. Das Ministerium Ländlicher Raum und Verbraucherschutz hat den Landeswettbewerb “Baden-Württemberg blüht“ ins Leben gerufen. Es will vorbildliches Engagement unterschiedlicher Akteure und zukunftsweisende Vorhaben zur Erhaltung oder Förderung der biologischen Vielfalt in der Öffentlichkeit stärker sichtbar machen.

Naturnahe Gestaltung von Gärten und freien Flächen im Siedlungsbereich

MinisterPeter Hauk hob bei der Vorstellung des Wettbewerbs am 16. September hervor, dass viele Flächen bergen ein großes Potenzial zur ökologischen Aufwertung haben. „

 So kann beispielsweise die naturnahe Gestaltung von Gärten und freien Flächen im Siedlungsbereich unserer heimischen Tier- und Pflanzenwelt wertvollen Lebensraum bieten. Oder die Anlage und Pflege von Streuobstbeständen oder Biotopen in der freien Landschaft zu mehr Artenvielfalt beitragen. “Umso mehr Menschen sich beteiligen, desto besser ist dies für die Schaffung und Vernetzung der Lebensräume in Baden-Württemberg“, betonte Minister Hauk.

Insgesamt 25.000 Euro Preisgelder

Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger erfolgt durch eine Fachjury aus Vertreterinnen und Vertretern der Land- und Forstwirtschaft sowie des Naturschutzes, der Kommunalen Landesverbände, der Wissenschaft und der Verwaltung. Bei der Bewertung durch die Fachjury liegt der Fokus auf der Gesamtkonzeption des Vorhabens. Bewertet werden zudem die Zusammenarbeit mit Akteuren aus verschiedenen Bereichen. Dazu gehören, der Umfang der ergriffenen Maßnahmen, die Öffentlichkeitsarbeit, der Umweltbildungsaspekt, die Dauerhaftigkeit der ergriffenen Maßnahmen sowie fachliche Aspekte.

Dotiert ist der Wettbewerb mit insgesamt 25.000 Euro. Die Preisverleihung findet im Sommer 2021 statt.

Anmeldung

Das Anmeldeformular für die Neuausschreibung des Landeswettbewerbs, die allgemeinen rechtlichen Hinweise zur Teilnahme sowie die Datenschutzhinweise sind abrufbar unter www.bwblüht.de. Die Anmeldung ist ausschließlich über das E-Mail-Postfach: bwblueht@mlr.bwl.de möglich.

Mit dem Landeswettbewerb „Baden-Württemberg blüht“ zeichnet das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Kooperationen verschiedenster Akteure aus. Ausgezeichnet werden Menschen, die sich vorbildlich für den Erhalt und die Förderung der biologischen Vielfalt im Land einsetzen.

Hintergrundinformationen:

Das Anmeldeformular für die Neuausschreibung des Landeswettbewerbs, die allgemeinen rechtlichen Hinweise zur Teilnahme sowie die Datenschutzhinweise sind abrufbar unter www.bwblüht.de. Die Anmeldung ist ausschließlich über das E-Mail-Postfach: bwblueht@mlr.bwl.de  möglich.

Mit dem Landeswettbewerb „Baden-Württemberg blüht“ zeichnet das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Kooperationen verschiedenster Akteure aus, die sich vorbildlich für den Erhalt und die Förderung der biologischen Vielfalt im Land einsetzen.

Die erste Ausschreibung des Landeswettbewerbs „Baden-Württemberg blüht“ des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz erfolgte im Jahr 2019. Rund 130 Bewerbungen gingen von Städten, Gemeinden,

MILR / Roland Schimanek

Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,

Der Herbst ist da! Zum Ende des Gartenjahres zeigt ein vielfältiger Hausgarten noch einmal auf, was er alles zu bieten hat: Spektakuläre Herbstfärbung trifft auf blühende Staudenbeete und leuchtenden Fruchtschmuck. Für viele beginnt damit auch die Zeit des „Großreinemachens“ im Garten. Aber ist das eigentlich sinnvoll? Welche Gartenarbeiten sollte man jetzt durchführen und welche lieber sein lassen oder aufs Frühjahr verschieben? Und welche Wintervorbereitungen sollten jetzt getroffen werden? Viele Nützlinge sind unentbehrliche Helfer im Garten. Ihnen können wir jetzt helfen gut über die kalte Jahreszeit zu kommen. Um all diese Themen geht es im folgenden Vortrag „Gartentipps im Herbst“, Viel Spaß damit!

Ihr Gartenberater vom Verband Wohneigentum,
Sven Görlitz


grundsteuer reform

Neues zur Grundsteuerreform – Die Koalition hat sich auf Eckpunkte der neuen Grundsteuer verständigt: Die Landesregierung setzt auf ein sogenanntes modifiziertes Bodenwertmodell. Basis für die Berechnung werden Grundstücksfläche und der Bodenrichtwert sein. Über die Steuermesszahl sollen Grundstückstypen und -nutzung berücksichtigt werden.

Der Verband fürchtet, dass Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern sich auf eine deutlich höhere Grundsteuer einstellen müssen. „Wir haben in unserer Stellungnahme zum Gesetzgebungsverfahren deutlich gemacht, dass dies zu einer Ungleichbehandlung führt. Die Eigentümer von vermieteten, mehrstöckigen Objekten müssen je genutzter q-m-Fläche deutlich weniger bezahlen als Eigentümer von kleinen Siedlungshäusern“, erklärt Alfred Kurz von Landesverbandsvorstand, der die Antwort formuliert hat. Das sei eine nicht hinnehmbare Ungleichheit.

Zum Landesbeteiligungsportal geht es hier …

In 5 Schritten von der Schotterfläche zu einer artenreichen und pflegeleichten Bepflanzung

Nach der Änderung des Naturschutzgesetzes in Baden-Württemberg wird klarer, was vorher schon durch die Landesbauordnung in §9 Absatz 1 festgeschrieben war: „Die nicht überbauten Flächen der bebauten Grundstücke müssen Grünflächen sein, soweit diese Flächen nicht für eine andere zulässige Verwendung benötigt werden.“ Dies wurde nun in der Änderung des Naturschutzgesetzes vom 22.7.2020 durch den Landtag folgendermaßen ergänzt: § 21a …Schotterungen zur Gestaltung von privaten Gärten sind grundsätzlich keine andere zulässige Verwendung im Sinne des § 9 Absatz 1 Satz 1 LBO…

Reine Schotterflächen im Garten waren also schon seit langem unzulässig, sie wurden lediglich geduldet, nach dem Motto: „Wo kein Kläger, da kein Richter“. Ob nun bestehende Schotterflächen zurückgebaut werden müssen, wird wohl nur gerichtlich zu klären sein und es wird auch dann immer noch von der jeweiligen Kommune abhängen.

Egal ob verpflichtend oder nicht, es ist in jedem Fall sinnvoll, keine neuen Schotterflächen mehr anzulegen und bereits bestehende umzugestalten.

Was ist schlecht an Schotterflächen?

Unter der Annahme, pflegeleichte Gärten zu schaffen, wurden in den letzten Jahren oft Plastikvlies und tonnenweise Schotter auf vormals grüne Gartenflächen verteilt. Die Auswirkungen machen sich vermutlich die Wenigsten bewusst: Keine Lärmminderung, kein Feinstaubfilter, kein kühlender Schatten, keine Nahrungsquelle und kein Unterschlupf für Insekten und Vögel, kein Grün oder Bunt um unsere Stimmung zu heben. Stattdessen toter Gartenboden, heiße Wohngebiete bis tief in die Nacht und irgendwann die Giftkeule auf die Pflanzen, welche sich ja doch wieder ihren Weg bahnen. Gärten, die dem Klimawandel und dem Artensterben etwas entgegenzusetzen haben, sehen anders aus. Im Zuge immer heißer werdender Sommer ist es wichtig, große Teile des Gartens mit Laubgehölzen zu beschatten und so für ein angenehmes Kleinklima zu sorgen.

Doch was nun tun mit einer bereits bestehenden Schotterfläche?

Eine gute Möglichkeit ist diese umzubauen in einen blühenden, artenreichen und insektenfreundlichen Stein- und Kiesgarten. Ein Sand-Schottergemisch dient hier als Substrat. In diesem wachsen trockenheitsverträgliche Gehölze, Stauden und heimische Wildpflanzen, die mageren Boden mögen. Der Pflegeaufwand ist auf diesen Flächen sehr gering. Für diese Art der Gestaltung sollte die Fläche die meiste Zeit des Tages in der Sonne liegen.

1. Schritt: Das Vlies muss weg

Unter den meisten Schotterflächen findet sich Plastikvlies oder -folie. Diese verhindert einen Austausch zwischen dem anstehenden Boden und der Oberfläche und sollte deshalb entfernt werden. Also: Schotter beiseite räumen oder das Vlies direkt darunter hervorziehen.

2. Schritt: Schotter wiederverwenden, Fläche gestalten

Bei grobem Schotter, ab einem Durchmesser von ca. 5cm, kann dieser zu Hügeln und Wällen aufgeschüttet werden. Gestalterisch können diese Wälle mit größeren Steinen, Natursteinmauern, Totholz und Wurzeln ergänzt werden. Danach wird auf der restlichen Fläche ein Sand-Kiesgemisch mit einer Korngrößenverteilung von 0-16mm oder 0-32mm, ca. 15-20cm hoch aufgebracht.

Bereits vorhandener feinerer Schotter und Splitt kann auf der Fläche verbleiben und wird lediglich mit Sand oder feinem Kies vermischt. Auch hier sollte die Höhe des Kies-Sandgemischs am Ende ca. 15-20cm betragen.

3. Schritt: Nahrung für die Pflanzen

Auf die Kiesflächen wird jetzt 2-3 Zentimeter zertifizierten Kompost, der frei von Wildkrautsamen ist, aufgebracht und oberflächlich eingearbeitet.

4. Schritt: Pflanzen und Aussaat

Jetzt erfolgt das Pflanzen geeigneter Sträucher, Stauden und Gräser (siehe Liste). Auch die Aussaat von trockenheitsverträglichen Wildpflanzen ist auf diesen Flächen gut möglich. Inzwischen werden viele pflanzfertige Staudenmischpflanzungen für alle Gartenbereiche angeboten. Der Vorteil: Die Pflanzen sind bereits in Kisten sortiert und müssen nur ausgelegt und gepflanzt werden. Man muss sich also nicht um die richtige Zusammenstellung kümmern. Auch für Kiesflächen gibt es attraktive Staudenmischpflanzungen wie z.B. die Weinheimer Staudenmischungen. In der Anwachsphase bei Trockenheit sollte gut gewässert werden. Erfolgt eine Aussaat, muss das Wildpflanzensaatgut bis nach dem Auflaufen feucht gehalten werden.

5. Schritt: Ganz ohne Pflege geht es nicht

Ebenso wenig wie reine Schotterflächen nach ein paar Jahren ohne Pflege auskommen, brauchen auch diese Pflanzungen hin und wieder unsere Aufmerksamkeit. So müssen evtl. auflaufende Wurzelunkräuter konsequent entfernt werden. Ansonsten wird wenig eingegriffen, viele Wildpflanzen wie Natternkopf, Königs- und Nachtkerze sind zweijährig und „wandern“ im Laufe der Jahre in der Fläche. Man jätet also am besten nur das was man kennt und nicht in der Fläche haben möchte, alles andere bleibt stehen. Im Februar/März werden die Stauden und Gräser zurückgeschnitten und das Schnittgut von der Fläche entfernt. Die geschnittenen Stängel sollten abseits möglichst trocken gelagert werden, da hier oftmals noch überwinternde Wildbienen schlüpfen. Sind die Pflanzen angewachsen muss nicht mehr gewässert werden.

Zusätzliche Tipps:

  • In den Flächen können auch Totholzstämme z.B. von Buchen oder Robinien eingegraben werden. Mit Bohrlöchern in verschiedenen Größen versehen werden diese zu einem Nistplatz für Wildbienen.
  • Die Fläche gestalten z.B. mit Hügeln, Mauern, großen Steinen, Wurzeln, Steinhäufen mit Höhlen als Unterschlupf für verschiedene Tierarten. Dazwischen können auch reine Sandflächen entstehen, als Brutplatz für Eidechsen. (Evtl. mit Drahtgefecht gegen Katzen sichern.)  
  • Wasserschale für Insekten und Vögel in der Fläche aufstellen.
  • Zwiebel- und Knollenpflanzen sorgen für ein attraktives Bild im Frühling.
  • Eine Auflistung von Firmen die Wildstauden und gebietsheimisches Wildpflanzensaatgut anbieten, finden Sie z.B. auf der Internetseite des Naturgartenvereins unter der Rubrik Mitgliedsbetriebe. Viele nützliche und unabhängige Garteninformationen sowie einen monatlichen Gartennewsletter finden Sie unter www.gartenberatung.de

Beispiele geeigneter Sträucher

Nur wenn viel Platz vorhanden ist, sonst beschränkt man sich nur auf Stauden und Gräser-

Deutscher NameBotanischer NameBlütenfarbeBlütezeitHöhe m
Gemeine FelsenbirneAmelanchier ovalisweiá4-51-3
BartblumeCaryopteris x clandonensisblau8-91
KornelkirscheCornus masgelb3-44-6
Deutscher GinsterGenista germanicagelb5-60,3-0,6
MispelMespilus germanicaweiá5-64-5
Weidenblättrige BirnePyrus salicifoliaweiá45-6
Hecht-RoseRosa glaucablaurot6-73
MönchspfefferVitex agnus-castusblauviolett8-92-4

Beispiele für Stauden, Gräser, Zwiebel- und Knollenpflanzen

Deutscher NameBotanischer NameBlütenfarbeBlütezeitHöhe cm
BlaunesselAgastache Rugosa-Hybride 'Blue Fortune'blauviolett7-960-80
KüchenschelleAnemone pulsatillaviolett3-420
Wilde Zwerg-AsterAster sedifolius 'Nanus'blauviolett8-930-40
Sandrohr "Karl Förster"Calamagrostis acutiflora `Karl Foerster`gelbbraun7-8100-150
Echte BergminzeCalamintha sylvaticablau-violett6-930-60
Zwerg-GlockenblumeCampanula cochleariifoliablau6-710
Elfen-KrokusCrocus tommasinianuslila2-310
SilberwurzDryas x suendermanniiweiá5-610
Purpur-SonnenhutEchinacea pupureaPurpurrosa7-980-100
KugeldistelEchinops ritroblau7-9120
NatternkopfEchinum vulgareblau5-870
Alpen-MannstreuEryngium alpinum `Blue Starïblauviolett7-880
WalzenwolfsmilchEuphorbia myrsinitesgelb5-625
Steppen-WolfsmilchEuphorbia seguierianagelbgrn6-940-60
PrachtkerzeGaura lindheimerirosaweiá7-1080
Zwerg-YsopHyssopus officinalis ssp. aristatusTiefblau7-820-30
Zwerg-IrisIris reticulata, Iris histroidesblau/violett2-310-15
LeinLinum perennehimmelblau6-850
KatzenminzeNepeta x fasseniililablau5-925
Polster-NachtkerzeOenothera missouriensishellgelb6-925
OreganoOreganum vulgarerosalila6-915
Silberbusch BlaurautePerovskia atriplicifoliaLavendelblau8-9100-150
Steppen-SalbeiSalvia nemerosablauviolett6-930-50
HeiligenblumeSantolina chamaecyparrisusgelb7-840
FetthenneSedum Telephium- Hyb.rosabraun9-1050
FedergrasStipa capillata od. pulcherrima8-960-80
Kaskaden-ThymianThymus longicaulis ssp. odoratusWeiá/rosa5-620
Weinberg-TulpeTulipa sylvestrisgelb4-530-40
KönigskerzeVerbascum nigrumgelb6-8100

Sowie weitere Stauden und Gräser für trockene, sonnige Freiflächen.

vogel

Die Siedlergemeinschaft Klettgau e.V. hat beim Bundeswettbewerb 1.111 Nisthilfen sprichwörtlich den Vogel abgeschossen und den 1. Platz belegt. Sie hat in den letzten Jahren über 400 Nistkästen für alle Vogelarten angefertigt und artenspezifisch im Wald, auf Streuobstwiesen, Gärten oder an Bächen aufgehängt.

Fast etwas untergegangen ist dabei das besonders herausragende Engagement von Rolf Spitznagel. Der aktive Rentner hat sich mit seinem Herzen der Natur verschrieben. Für seinen Hausgarten und an Wiesen und im Wald hat Rolf Spitznagel über die Jahre über 55 Nistkästen für Vögel, Insekten und Fledermäuse gebaut. Selbstverständlich beschränkt sich sein Engagement nicht auf die Herstellung der Bruthotels. Spitznagel pflegt und reinigt sie auch regelmäßig und steckt mit seinem Engagement seine Nachbarn und die Siedlergemeinschaft an. So hat er maßgeblichen Anteil an der Streuobstwiese der Siedlergemeinschaft sowie an verschiedenen Natur- und Artenschutz-Projekten der Kinder- und Jugendgruppe der SG Klettgau e.V. Danke dafür!

Rolf Spitznagel
Rolf Spitznagel

Schottergärten sind ökologisch wertlos und haben keinen guten Einfluss auf das örtliche Mikroklima. Die großflächig mit Steinen bedeckte Gartenfläche, in denen  Pflanzen nicht oder nur in geringer Zahl vorkommen, steht seit längerem in der Kritik. Im Juli diesen Jahres hat sich die Landesregierung Baden-Württemberg auf eine Novelle des  Naturschutz– und Landwirtschaftsgesetzes geeinigt. Ziel ist es, die Bedingungen für den Artenschutz zu verbessern. Neben der Landwirtschaft betrifft die Gesetzesnovelle zur Stärkung der Biodiversität auch den Hauseigentümer: Das Verbot von Schottergärten soll nun auch im Naturschutzgesetz verankert werden.

Das Umweltministerium hat in der Pressemitteilung zur Gesetzesnovelle mitgeteilt, dass Schottergärten im Südwesten schon nach der Landesbauordnung (LBO) bislang nicht zulässig sind. Sie seien aber in Mode gekommen, da sie als pflegeleicht gälten. Ein Ministeriumssprecher beschreibt die Konsequenz aus beiden Regelungen: Bereits existierende Schottergärten müssten im Zweifel beseitigt oder umgestaltet werden. Das Ministerium setzt aber auf Kooperation, die Einsicht der Eigentümer und die Überzeugungskraft der Verwaltung vor Ort. Grundsätzlich müsse der Hauseigentümer aber von sich aus Schottergärten beseitigen. Sonst drohten Kontrollen und Anordnungen.