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Immer mehr Hausbesitzer installieren eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) auf ihrem Dach, um damit unabhängiger von den Energieversorgern zu sein. Aber ist der selbst erzeugte Strom tatsächlich besser für das Klima und auch 2020 noch rentabel? Maria Gagliardi-Reolon vom PV-Netzwerk Baden-Württemberg gibt dazu einen Überblick.

  1. Photovoltaik ist Klimaschutz

Der deutsche Durchschnittsbürger hat einen CO2-Fußabdruck von 11,6 Tonnen pro Jahr – das sind 5 Tonnen mehr als der weltweite Durchschnitt. Eine eigene PV-Anlage kann bis zu 10 Tonnen CO2 im Jahr pro Haushalt einsparen. Im Jahr 2018 wurden durch die Nutzung der PV bundesweit ca. 28,4 Mio. Tonnen CO2 vermieden – das entspricht dem durchschnittlichen CO2-Ausstoß von fast 2,5 Millionen in Deutschland lebenden Personen. Und die Ökobilanz? Die Lebensdauer einer PV-Anlage beträgt rund 25 Jahre. Nach etwa 2 Jahren hat sie die zu ihrer Herstellung benötige Energie erzeugt – und trägt ab diesem Zeitpunkt maßgeblich zur Vermeidung von Treibhausgasen und damit zum Klimaschutz bei.

2. Photovoltaik ist wirtschaftlich

Trotz der seit 2009 gesunkenen Einspeisevergütung lohnt sich eine PV-Anlage, vor allem für den Eigenverbrauch. Die vom Staat über 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung für Anlagen bis 10 kWp (Kilowattpeak) Leistung liegt derzeit (April 2020) bei 9,4 Cent pro kWh (Kilowattstunde). Für Einfamilienhäuser ist eine Anlagengröße von 3 bis 10 kWp typisch. Auch die Anschaffungskosten sind in den letzten 15 Jahren drastisch gesunken. Für eine PV-Anlage mit 5 kWp Leistung für ein Einfamilienhaus ist mit Gesamtkosten zwischen 6.500 € und 7.500 € (Stand 2019) zu rechnen. Nach rund 10 Jahren hat sich in die Anlage in der Regel amortisiert – jedes weitere Jahr spart sie Geld ein. Der Strom vom eigenen Dach kostet etwa 10 Cent pro kWh. Zum Vergleich: Strom aus dem Netz ist etwa dreimal so teuer (2019 im Durchschnitt 31 ct/kWh). Am günstigsten ist es also, den selbst erzeugten Solarstrom auch selbst zu verbrauchen. Erhöht wird der Eigenanteil, wenn die Solaranlage genutzt wird, um neben den elektrischen Geräten im Haushalt das Elektroauto aufzuladen.

3. Fast jedes Dach ist für Photovoltaik geeignet

Am meisten Strom erzeugt eine PV-Anlage mit exakter Südausrichtung, rentabel sind jedoch auch Anlagen mit einer Ausrichtung zwischen Südwest und Südost. Und wer seinen Eigenverbrauch maximieren will, richtet die Module nach Osten und Westen aus. Dann wird der höchste Ertrag nicht in den Mittagsstunden, sondern in den Morgen- und frühen Abendstunden erzielt. Da sind die meisten Bewohner zuhause und es wird mehr Strom benötigt. Ein weiterer Vorteil: So lassen sich auch mehr Module auf dem Dach unterbringen. Grundsätzlich kommen auch Dächer mit Nordausrichtung für eine PV-Anlage in Frage. Mit einer Dachneigung bis zum 30 Grad entspricht der Prozentanteil vom maximalen möglichen Ertrag auf einem Norddach ca. 60% – 75% eines Süddaches. Ob das eigene Dach geeignet ist, verrät ein Blick in den Energieatlas den Landes Baden-Württemberg.

4. Photovoltaik ist flexibel und macht unabhängig

Eine PV-Anlage muss nicht unbedingt auf dem Hausdach installiert werden. Auch andere Flächen wie beispielsweise Balkon, Terrasse oder Garagendach eignen sich, um Solarstrom zu erzeugen. Für Mieter sind Balkonmodule eine praktikable Lösung, um selbst grünen Strom für den Eigenbedarf zu produzieren: Sie erfordern keine aufwendige Installation, sondern können einfach in die Steckdose eingesteckt und beim Umzug wieder abmontiert werden. Mit Anschaffungskosten ab 350 € sind sie zudem erschwinglich. Ein Stecker-Solar-Gerät mit einer Leistung 300 W erzeugt im Jahr etwa 200 kWh Strom, mit denen etwa 10 Prozent des Strombedarfs eines Drei-Personenhaushalts gedeckt werden können. So senkt eine steckerfertige PV-Anlage die Stromrechnung und leistet gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz und macht unabhängiger von zentralen Energieversorgern.

Fazit

Im Prinzip lohnt sich eine PV-Anlage vom ersten Modul an, vor allem für den Eigenbedarf. Es muss auch nicht das nach Süden ausgerichtete Dach des Eigenheims sein – auch ein Ost-West-Dach oder der Balkon einer Mietwohnung bieten gute Voraussetzung, um selbst grünen Strom zu produzieren. Mit jeder Kilowattstunde Solarstrom spart man nicht nur Geld, sondern verringert auch den ökologischen Fußabdruck.

PV-Netzwerk Baden-Württemberg informiert kostenlos

Online gibt es eine große Vielfalt an Informationsquellen, die für die Planung einer PV-Anlage kostenlos zur Verfügung stehen. Zum Beispiel den Energieatlas des Landes Baden-Württemberg (www.energieatlas-bw.de/sonne/), den Solaratlas des Landkreises Karlsruhe (www.solarpotenzial-kreiska.de) und das Solarkataster mit Wirtschaftlichkeitsrechner der Stadt Karlsruhe (www.sonne-trifft-dach.de).

Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Thema Photovoltaik sind die Photovoltaik-Netzwerke Baden-Württemberg. Kostenlose und unabhängige Beratung, Best-Practice-Beispiele vor Ort, Informationsveranstaltungen, Wissens- und Erfahrungsaustausch – mit vielfältigen Angeboten geben 12 regionale Netzwerke verteilt über ganz Baden-Württemberg neue Impulse für den PV-Ausbau und treibt so die Energiewende in der Region voran. Das Photovoltaik-Netzwerk BW ist eine Maßnahme der Solaroffensive des Landes Baden-Württemberg. Weitere Informationen unter
www.photovoltaik-bw.de.

Meine Immobilie, mein Lebens- und Schutzraum für die Familie. Jedoch müssen Eigentümer, Pächter oder Mieter von Grundstücken, Gebäuden oder Wohnungen dafür sorgen, dass niemand beim Betreten oder durch Einrichtungen des Grundstücks zu Schaden kommt. Eine Haftpflichtversicherung für Haus- und Grundbesitzer umfasst folgende Komponenten :

  1.  Schadensersatzansprüche prüfen
  2. Schadensregulierung
  3. Rechtsschutz in puncto Schadenersatzansprüche

Das Haftungsrisiko von Eigentümer und Besitzer ist abhängig von der Nutzung der Immobilie. Eine private Nutzung hat ein anderes Risiko wie eine berufliche Nutzung. Die privaten Haftungsrisiken sind oft durch die Privathaftpflichtversicherung abgedeckt.

Folgende Versicherungsarten decken Haftpflichtrisiken ab::

  • Privat-Haftpflichtversicherung
  • Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung
  • Bauherren-Haftpflichtversicherung
  • Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung
  • Umwelt-Haftpflichtversicherung
  • Umwelt-Schadenversicherung

Ein- oder Mehrfamilienhauses: Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung

Für Eigentümer oder Besitzer (Mieter, Pächter, Nießbraucher) eines Ein- oder Mehrfamilienhauses ist es sehr ratsam, eine von der Privathaftpflichtversicherung unabhängige Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung abzuschließen. Denn er hat ein besonderes Haftungsrisiko (BGB § 836). Laut Gesetz sind dies Schäden, die durch von Gebäudeteilen oder durch Gegenstände an Personen oder Sachen unbeteiligter Dritter entstehen. Die können auch Einrichtungen oder Gegenstände sein, die sich auf dem Grundstück befinden und die nicht hinreichend gesichert wurde. Etwa weil eine Schubkarre oder Schaufel, die in den Weg ragt oder Glätte auf dem Weg vor dem Haus. Auch eine nicht abgesicherte Baustelle etc. sind relevant.

Die Haftung ist nicht auf den Eigentümer beschränkt, sondern umfasst auch den Eigenbesitz (§872). Eigenbesitzer ist, wer die tatsächliche Gewalt über eine Sache hat und sie so ausführt, als gehöre sie ihm. Etwa der Nießbraucher, auch ein Mieter oder gar ein Dieb. Beispielsweise: Ablösung eines Dachziegels, einer Markise, eines Astes und Personen oder auch nur Gegenstände eines Dritten werden beschädigt.

Schadensersatzansprüche von Eigentümern, Mietern oder Nießbrauchern

In der Mitgliedschaft im Verband Wohneigentum Baden-Württemberg e.V. nimmt jedes Mitglied an der Gruppenversicherung zur Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung teil. Sie deckt Schadensersatzansprüche von Eigentümern, Mietern, Pächtern oder Nießbrauchern eines im Inland gelegenen „Familienheims“ bis 5 Wohnungen ab. Unter den Schutz kommt das Mitglied; Mitversichert ist auch die gesetzliche Haftpflicht des Ehegatten / Lebensgefährten des Mitglieds und unverheirateter Kinder, die in der häuslichen Gemeinschaft leben. Weiterhin sind folgende Risiken ausdrücklich mit abgedeckt:

Bauherren-Risiko (aus Neu-, Aus-, Umbau, Reparaturen, Abbruch- und Grabarbeiten bis zu einer Bausumme von 750.000 €; übersteigt die Bausumme diesen Betrag, ist das Objekt hierüber nicht versichert).

Gewässerschäden (Schäden aus der Lagerung und Verwendung von umweltgefährlichen Stoffen in Kleingebinden bis max. 2000 l / Kg

Heizöltank bis 12.000 l

Der Versicherungsschutz beläuft sich grundsätzlich auf 10 Millionen € für Personen-, Sach- und Vermögensschäden.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Haus und Grundeigentümer-Haftpflichtversicherung oder rufen Sie uns an: Tel.: 0721 98 16 2-0.

Der beste Einbruchsschutz ist sich vorher umfassend zum Thema Einbruch zu informieren. Wenn es erstmal passiert, ist der Ärger groß: Fenster aufgehebelt, Wohnräume durchwühlt, Wertgegenstände gestohlen. Einbrecher haben es auf die schnelle Nummer abgesehen und scheuen sich nicht, dabei erheblichen Schaden anzurichten. Nach ihrem ungebetenen Besuch bleibt häufg ein „Schlachtfeld“ zurück – und das damit verbundene und krankmachende Gefühl, dass Fremde in die Intimsphäre eingedrungen sind. Dabei ist die Aufklärungsquote nach wie vor niedrig. 2017 lag sie in Baden-Württemberg gerade mal knapp über 20 Prozent!

Die Polizei und Experten sind sich einig: Türen und Fenster der Häuser und Wohnungen sind in der Standardausrüstung für die Ganoven kein nennenswertes Hindernis. 10 Sekunden – und drin ist man. Der Verband Wohneigentum rät daher, sich Beratung von Experten zu holen. Dies kann entweder die Polizei sein, oder Sicherheitstechnikfirmen.

Mit der Firma Schneider Sicherheitstechnik und Montage – SSM aus Spaichingen hat der Verband nun einen Kooperationspartner, der landesweit Beratungen durchführt und den Mitgliedern des Verbandes zertifizierte Sicherungen zu Sonderkonditionen einbaut.

„Den Vereinen im Verband bieten wir zudem den Service, Gruppenberatungen und Vorträge zum Einbruchschutz durchzuführen. Für Mitglieder und Vereine sind diese Fachvorträge kostenlos“, so Edgar Schneider, Geschäftsführer der SSM.

steuern niessbrauch erbe

Wird für das selbstgenutzte Wohneigentum doch Erbschaftssteuer fällig, wenn der erbende Ehepartner es nach dem Tode des Partners verkauft oder verschenkt? Diese Frage hat der Bundesfinanzhof mit Urteil vom 11.07.2019 entschieden.

Kurz die Sachlage des Falls: Nach dem Tode des Ehemanns hatte die Ehefrau die gemeinsam bewohnte Wohnung geerbt und war darin wohnen geblieben. Einige Monate später schenkte sie das Wohnobjekt ihrer Tochter, blieb jedoch darin wohnen und hatte sich einen lebenslangen Nießbrauch vorbehalten.

Das Finanzamt hatte der Erbin zunächst eine Steuerbefreiung von der Erbschaftssteuer gewährt. Nach der Eigentumsübertragung an die Tochter sah das Finanzamt die Steuerbefreiung als nicht mehr begründet an und erließ rückwirkend einen neuen Erbschaftssteuerbescheid. Hierin wurde der Verkehrswert zum Erbschaftsfall als Grundlage für die Berechnung zugrunde gelegt.

Hiergegen klagte die Erbin, mit der Begründung, sie wohne ja weiter in der Wohnung und übe den Nießbrauch aus.

Erbe: Reines Nießbrauchrecht lässt Steuerpflicht aufleben

Der Bundesfinanzhof wies diese Klage ab. Durch das Übertragen der Eigentumsrechte an die Tochter sei die Grundlage für die Befreiung entfallen. Diese setzt nach dem Todesfall eine zehnjährige Haltefrist voraus. Wird diese vorzeitig aufgegeben, muss der Verkehrswert der Immobilie bei der Berechnung der Erbschaftssteuer zugrunde gelegt werden.

Steuern: Zehn Jahre Frist bei Selbstnutzung

Erbrecht Nießbrauch Immoiblie

In seiner Presseerklärung zum Urteil AZ II R 38/16 führt der Bundesfinanzhof aus:

„Steuerfrei ist nach § 13 Abs. 1 Nr. 4b ErbStG unter den dort näher bezeichneten Voraussetzungen der Erwerb des Eigentums oder Miteigentums an einem sog. Familienheim von Todes wegen durch den überlebenden Ehegatten oder Lebenspartner.

Familienheim ist ein bebautes Grundstück, auf dem der Erblasser bis zum Erbfall eine Wohnung oder ein Haus zu eigenen Wohnzwecken genutzt hat.

Beim Erwerber muss die Immobilie unverzüglich „zur Selbstnutzung zu eigenen Wohnzwecken“ bestimmt sein. Aufgrund eines sog. Nachversteuerungstatbestands entfällt die Steuerbefreiung mit Wirkung für die Vergangenheit, wenn der Erwerber das Familienheim innerhalb von zehn Jahren nach dem Erwerb nicht mehr zu Wohnzwecken selbst nutzt, es sei denn, er ist aus zwingenden Gründen an einer „Selbstnutzung zu eigenen Wohnzwecken“ gehindert.“

Tipp zur Übereignungsurkunde „Selbstnutzung zu eigenen Wohnzwecken“

Tipp: Den Nießbrauch richtig formulieren Wird in der Übereignungsurkunde bei der Feststellung des Nießbrauchrechts der Begriff „Selbstnutzung zu eigenen Wohnzwecken“ verwendet, werden die Finanzbehörden davon ausgehen müssen, dass sowohl die Nutzung als auch die Eigentümerstellung des überlebenden Ehegatten oder Lebenspartners während des Zehnjahreszeitraums bestehen bleibt.

In einem Urteil aus dem Jahr 2017 hat der Bundesfinanzhof übrigens geurteilt, dass für die Befreiung von der Erbschaftssteuer der verstorbene Ehegatte zuvor auch zivilrechtlicher Eigentümer oder Miteigentümer des Familienheims war (BFH 29.11.2017, AZ II R 14/16)

Mehr erfahren Sie auch auf den Vortragsreihen zum Thema Erbrecht des Verbands Wohneigentum.

Nebenkosten nicht vergessen!

Der Traum von den eigenen vier Wänden wird getrübt, wenn plötzlich unerwartete Kosten auftauchen, mit denen man gar nicht gerechnet hat. Baugenehmigung, Grunderwerbsteuer, Notar- und Eintragungskosten – beim Kauf oder Neubau einer Immobilie entstehen nicht unerhebliche Nebenkosten. Planen Sie diese üblichen Nebenkosten unbedingt beim Kauf mit ein, rät Helmut Weigt, Finanzexperte beim Verband Wohneigentum. Damit es nicht zu bösen Überraschungen kommt!

Grunderwerbssteuer

Die fällige Grunderwerbsteuer berechnet sich aus dem notariell beurkundeten Kaufpreis. Dabei werden der Grundstückspreis und der Preis eines bereits bestehenden Gebäudes als Bemessungsgrundlage angesetzt. Auch der Preis eines Neubaus vom Bauträger fällt in diese Bemessungsgrundlage, obwohl das Gebäude noch gar nicht errichtet ist (Ausnahme: Sie kaufen ein unbebautes Grundstück nicht bei dem beauftragten Bauträger). Die Höhe der Grunderwerbsteuer ist abhängig vom jeweiligen Bundesland und liegt zwischen 3,5 Prozent und 6,5 Prozent der Bemessungsgrundlage.

Notarkosten

Wer sich eine Immobilie kauft oder ein Haus baut, muss diesen neuen Besitz auf einem Grundstück von einem Notar im Grundbuch der Stadt oder Gemeinde eintragen lassen. Um sicherzugehen, sollte man dafür rund 2,0 Prozent der Bemessungsgrundlage für Notar- und Gerichtskosten ansetzen.

Maklerkosten

Ist ein Immobilienmakler involviert, kommt seine Courtage hinzu, die ebenfalls regional sehr unterschiedlich ausfällt und zwischen 3,6 Prozent und 7,15 Prozent liegt.

Gern vergessene Kosten

Neben diesen „üblichen Kosten“ können aber durchaus weitere Kosten entstehen, die häufig vernachlässigt werden. Beispielhaft sind hier Kosten zu nennen, die zwar nicht direkt mit dem Erwerb oder Bau einer Immobilie zu tun haben, die es aber zuweilen zu berücksichtigen gilt:

Renovierungskosten

Die Kosten der Renovierungen und Sanierungen einer gebrauchten Immobilie werden im Finanzierungsplan zwar meist angesetzt, aber regelmäßig zu niedrig. Der Grund dafür liegt vor allem darin, dass viele Kosten erst während der Renovierung erkannt werden können (auch Gutachter haben keine Röntgen-Augen). Planen Sie umfangreiche Eigenleistung, denken Sie daran, dass gutes Werkzeug die Arbeit erleichtert, aber auch nicht ganz billig ist. Möglicherweise sind Sie in Ihrem Mietvertrag rechtlich bindend verpflichtet worden, Ihre Mietwohnung renoviert zurückzugeben. Auch diese Kosten werden meist außer Acht gelassen.

Zinsen während der Bauzeit

Wer ein Haus neu baut, muss mit einer Bauzeit (von Planung bis Fertigstellung) von gut einem Jahr rechnen. Während dieser Bauzeit fallen bereits Zinsen an, die neben der weiterlaufenden Miete zu zahlen sind. Wer mit dieser Doppelbelastung überfordert ist, muss die Bauzeitzinsen als Kostenfaktor, der in vielen Finanzierungsplänen fehlt, berücksichtigen.

Umzugskosten

Die Kosten des Umzuges können erheblich ins Geld gehen, wenn man nicht auf kräftige Freunde und Bekannte angewiesen sein möchte.

An die neue Einbauküche denken die meisten, aber oft müssen auch andere neue Möbel angeschafft werden, weil die alten beim Umzug aus dem Leim gehen oder schlicht nicht in das neue Haus passen.

Ein Haus auf dem Land ist wahrscheinlich billiger als ein Haus im Stadtzentrum, aber unser heutiger Anspruch auf Beweglichkeit macht dann vielleicht einen Zweitwagen erforderlich.

Künftig genießen Sie die Sonnen nicht mehr auf einem winzigen Balkon, sondern im eigenen Garten. Spaß macht das aber nur, wenn die neuen Gartenmöbel bequem sind und ein großer Sonnenschirm Ihre Haut vor Verbrennungen schützt. Rasen und Hecken lassen sich auch kaum mit der Nagelschere schneiden, weshalb Sie sich sicher bald auf den Weg machen werden, entsprechende Gartengeräte anzuschaffen.

Diese Liste der gern vergessenen Nebenkosten könnte man beliebig fortsetzen. Dem ein oder anderen mag sie kleinlich vorkommen. Doch die Warnung, möglichst alle Kosten zu kalkulieren, hat einen tieferen Sinn:

Unser Tipp

Hat man für derartige Kosten kein Geld mehr in der Reserve, bleibt nur der Weg zur Bank, um es sich zu besorgen. Und genau das ist der Haken: Da sie wahrscheinlich bereits einen Baukredit aufgenommen haben, ist die einzige Bank, die Ihnen noch Geld geben wird, die Bank, die Ihr Haus finanziert und es mit der für sie eingetragenen Grundschuld als Sicherheit für andere Institute „blockiert“ hat. Dieser Bank sind Sie im Falle einer nicht zu umgehenden Nachfinanzierung folglich schlicht ausgeliefert. Mit ziemlicher Sicherheit wird Ihnen diese Bank einen deutlich höheren Zinssatz berechnen, als es Ihrem Geldbeutel lieb ist.

Halten Sie also in jedem Fall ausreichende Eigenkapitalreserven vor und denken Sie bei Ihrer Kostenaufstellung möglichst an wirklich alles, was auf Sie zukommt.

Grunderwerbsteuer reduzieren

Die anfänglich genannte Grunderwerbsteuer kann man nur durch eine Reduzierung der Bemessungsgrundlage schmälern. Manche Steuerberater oder Notare geben hier gerne den gut gemeinten Rat, miterworbenes Zubehör (z. B. einen Einbauküche oder das Guthaben der Instandhaltungsrücklage einer Eigentumswohnung) im Kaufvertrag auszuweisen, denn darauf fällt dann keine Grunderwerbsteuer an.

Aber diese Empfehlung hat zur Folge, dass die finanzierende Bank den Wert der Immobilie entsprechend reduziert, das Verhältnis von Darlehen zu Objektwert damit schlechter wird und deshalb das Risiko der Bank ebenfalls höher bewertet wird. Dieses höhere Risiko der Bank hat dann gegebenenfalls einen höheren Zinssatz zu Folge, womit sich der Grunderwerbsteuervorteil zum Finanzierungsnachteil wenden kann.

Dieser „Trick“ spart bei einer mit 5.000 Euro ausgewiesenen Einbauküche beim höchsten Grunderwerbsteuersatz (6,5 Prozent) gerade mal 325 Euro. Verschlechtert sich hingegen damit der Zinssatz des Darlehens beispielsweise um 0,1 Prozent pro Jahr, zahlen Sie bei einem Darlehen von 100.000 Euro allein im ersten Jahr also rund 100 Euro mehr.

Man muss wahrlich kein mathematisches Genie sein, um zu erkennen, dass der Mehraufwand an Zinsen über die gesamte Finanzierungsdauer gesehen diesen vermeintlichen Vorteil völlig zunichtemacht.

Fazit: Letztlich bleibt also nur die alte Kaufmannsweisheit: „Der größte Vorteil liegt im Einkauf“, was so viel heißt, dass durch geschicktes Verhandeln und einen intensiven Preisvergleich voraussichtlich die höchste Ersparnis zu erzielen ist. H.W.

versicherung winterschaeden

Feuchtes Mauerwerk, berstende Wasser- oder Heizungsrohre, überlastete Dächer: Der Winter kann erhebliche Schäden nach sich ziehen. Diese Versicherungen helfen, den Schaden zu begrenzen:

Wohngebäudeversicherung

Zahlt in der Regel Schäden, die durch Feuer, Hagel, Sturm und Leitungswasser entstanden sind. Frostschäden sind mitversichert. Leitungen im Außenbereich sind nur abgedeckt, wenn dies ausdrücklich in der Police steht.

Versicherung gegen weitere Elementargefahren

Sichert äußere Schäden am Gebäude ab, zum Beispiel durch Schneedruck.

Muss unter Aufpreis extra mitversichert werden. Meist nur im Paket mit Gefahren wie Hochwasser, Erdbeben und Lawinengefahr zu bekommen.

Grundstücks-Haftpflichtversicherung

Als Grundstücksbesitzer haftet man für Gefahren, die vom Grundstück und von angrenzenden Gehwegen und Zufahrten ausgehen. Stürzt ein Passant auf einem eisigen Gehweg oder löst sich ein Eiszapfen vom Dach und verletzt einen Besucher, dann springt die Haftpflichtversicherung der Person ein, die für das Räumen verantwortlich ist.

Tipps für den Schadensfall

  • Melden Sie den Schaden unverzüglich Ihrem Versicherer.
  • Versuchen Sie, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Sie sind dazu verpflichtet. Läuft etwa Leitungswasser aus, schließen Sie so schnell wie möglich den Haupthahn und bringen Sie das Mobiliar ins Trockene.
  • Schaffen Sie Beweise: Fotografieren Sie die gröbsten Schäden, wenn Sie die Schadenstelle nicht bis zu einer Besichtigung durch die Versicherung unverändert lassen können.

Sanierung, Einbruchschutz und spannende Rechtsthemen

Mit seinen Kooperationspartnern bietet der Verband Wohneigentum in der Vortragsreihe „Forum Wohneigentum“ auch im Jahr 2020 wieder interessante Themen rund ums Eigenheim für alle interessierten Eigentümer. Neu hinzugekommen sind neben Vorträgen zu Erb- und Nachbarschaftsrecht nun auch die Themen „Energieeffiziente Sanierung im Bestand“ sowie „Einbruchschutz“.

Bernd Bosan, Dipl. Ing. Architekt, ist unabhängiger Experte für „Energieeffiziente Sanierung im Bestand“. Er arbeitet auch mit der Verbraucherzentrale zusammen und ist Sachverständiger für Energieeffizienz sowie Energieberater. In seinen Vorträgen befasst er sich auch mit möglichen Förderungen und dem EWärmeG.  Von Februar bis April bietet er Vorträge für die nördlichen Bezirksverbände einschließlich Karlsruhe und Rastatt an.

Edgar Schneider, Inhaber der Firma SSM Sicherheitstechnik aus Spaichingen, bietet  Vorträge in ganz Baden-Württemberg. Sein Spezialgebiet ist das Thema Einbruchschutz. Bei seinen Vorträgen geht er auch auf KfW-Fördermöglichkeiten beim Einbruchschutz ein.

Sobald die Termine für die einzelnen Vorträge, die vor Ort bei den örtlichen Vereinen organisiert werden, feststehen, werden diese auf unserer Homepage unter der Rubrik „Termine“ veröffentlicht. Schauen Sie einfach ab und zu vorbei, oder achten Sie auf Ankündigungen in der örtlichen Presse – vielleicht ist auch ein spannender Vortrag in Ihrer Nähe dabei.

Endlich eingezogen ins neue oder frisch renovierte Haus? Da ist die Freude groß – aber manchmal nur von kurzer Dauer. Beispielsweise wenn sich bald nach der Abnahme Schimmel in den Ecken bildet, Rohre lecken oder die Fenster nicht dicht sind. Der Verband Wohneigentum weiß um solche Probleme. Deshalb stellt er seinen Mitgliedern regelmäßig aktuelle Tipps und Infos zur Verfügung, damit sie gut gewappnet sind. 

Haus Baustelle Baumängel
Wer Probleme mit der Renovierung oder dem Bau seines Hauses hat, benötigt professionelle Hilfe. Der Verband Wohneigentum ist der richtige Ansprechpartner.

Die Liste der möglichen Baumängel ist vielfältig, der Ärger garantiert. Die meisten Hausbesitzer sind damit alleine überfordert. Wichtig sind das richtige Vorgehen und der Rat erfahrener Fachleute. Hier ein kleiner Überblick:

Richtiges Vorgehen bei Baumängeln

Richtige Form: Die Baumängelrüge muss schriftlich erfolgen und datiert sein. Sie beinhaltet den Namen und die Anschrift des Bauherrn. Außerdem die Anschrift des Bauobjektes. 

Mangelsymptom: Die Mängelrüge muss den Schaden (Mangelsymptom) genau beschreiben. 

Konkrete Frist: Die Mängelrüge schreibt ein Datum fest, bis zu welchem die Mängel behoben werden müssen.

Dokumentation: Im optimalen Fall wird die Mängelrüge von einem Bausachverständigen verfasst und/oder durch eine Bilddokumentation belegt.

Experten-Tipp: Verlangen Sie vor Vertragsabschluss eine Fertigstellungs­ und Gewährleistungsbürgschaft von Ihrem Vertragspartner. Geht das Unternehmen insolvent, übernimmt die Bank das Ausfallrisiko.

Erneute Abnahme: Sind die Baumängel behoben, müssen die ausgeführten Arbeiten abgenommen werden.

Rechnungsminderung: Ist die Rechnung noch nicht bezahlt, hat der Bauherr ein so genanntes Zurückbehaltungsrecht. Dabei kann er einen Teil der nicht gezahlten Honorare einbehalten. Die Summe beträgt mindestens das Doppelte der voraussichtlichen Mängelbeseitigungskosten und wird von der Abschlagszahlung abgezogen.

Gerichtliches Vorgehen: Der Bauherr kann wegen Nichterfüllung gerichtlich gegen den Bauunternehmer oder Handwerker vorgehen. Dabei muss er zunächst eine Mängelbeseitigung einklagen (Nachbesserung), deren Kosten er nun geltend macht. Unter Umständen kann er auch einen Preisnachlass oder Schadenersatz fordern, z. B. für Folgeschäden, die aufgrund der Mängel auftraten.

Rücktritt: Sind die Mängel erheblich und ist keine Einigung möglich, kann ein Bauherr auch komplett vom Vertrag zurücktreten.

Wichtig: Alle Maßnahmen sind rechtlich kompliziert und sollten nicht ohne juristischen Beistand und unterstützt durch einen Bausachverständigen erfolgen

Wir für Sie

Nähere Informationen zur Mitgliedschaft, allen Leistungen des Verbands Wohneigentum und viel Wissenswertes rund um Haus und Garten gibt es hier auf der Website, per E-Mail an baden-wuerttemberg@verband-wohneigentum.de oder per Telefon unter 0721/981620.

Wintercheck-Experten-Tipps-fuer-Hauseigentuemer

Experten-Tipps für Hauseigentümer für die kalte Jahreszeit

Wie machen Sie Ihr Haus fit für den Winter? Damit Sie an alles denken, gibt der Verband Wohneigentum Baden-Württemberg Ihnen einige Checkliste an die Hand. Was ist alles noch zu tun, bevor die frostigen Nächte kommen – was sollte auf keinen Fall vergessen werden?

Kurz-Check

  • Dachrinnen säubern
  • Gegebenenfalls  Schneefanggitter anbringen
  • Fassade prüfen, Risse & Löcher fachgerecht verschließen
  • Wasserrohre winterfest machen
  • Heizkörper nicht ausschalten
  • Kamin & Kachelofen reinigen
  • Türen & Fenster prüfen
  • Pflanzen & Tiere schützen
  • Laub, Schnee & Eis beseitigen
  • Versicherungsschutz prüfen
  • Rückschlagklappen prüfen

Wichtig:

Gerade bei Eis und Schnee ist es notwendig, Haus und Garten immer wieder zu prüfen. Vor allem die Sicherung der Wege gehört im Winter zu den täglichen Pflichten eines Haus- und Grundstücksbesitzers.

Außenbereich Dach & Mauerwerk

  • Die Dachrinnen von Laub befreien, damit Schnee und Schmelzwasser abfließen. Gegebenenfalls die Abwasserleitung mit Druckspüler reinigen
  • Die Fallrohre müssen frei sein, damit sich das Wasser nicht staut und Eispfropfen bildet.
  • Manchmal unterstützt eine Abtropfkette die Dachentwässerung.
  • Fassadenanstrich auf Beschädigungen prüfen – besonders wichtig bei Wärmedämmung, Löcher, Risse fachmännisch schließen
  • Schneefanggitter auf dem Dach bieten mehr Sicherheit für Bewohner und Passanten.
  • Feuchtigkeitsspuren im Mauerwerk ausfindig machen, kleine Risse und Löcher verputzen

Wasserleitungen

Wasserrohre im Außenbereich oder in unbeheizten Räumen müssen geschützt werden. Gefrierendes Wasser dehnt sich aus und sprengt die Rohre. Auch Putz und Dämmung können dabei Schaden nehmen. Daher:

  • Leitung en entleeren und absperren oder zumindest gut isolieren.
  • Wasserhähne mit Rücklaufventil abmontieren.
  • Dichtungen mit Vaseline einschmieren, damit sie geschmeidig bleiben.

Innenbereich Heizen & Lüften

Heizkörper nicht ausschalten

  • Um ein Zufrieren der Leitungen zu verhindern, sollten die Heizkörper bei Kälte nie ganz ausgestellt sein – das gilt bei eisigen Temperaturen auch nachts.
  • Die Heizungsanlage sollte vor dem Frost vom Fachmanngewartet, der Heizkessel gereinigt werden.
  • Heizöl oder sonstige Brennstoffe in ausreichender Menge liefern lassen.

Kamin & Kachelofen reinigen

  • Kamine und Öfen sollten gut abziehen.
  • Sorgen Sie dafür, dass genug geeignetes Holz vorhanden ist. Es muss mindestens zwei Jahre getrocknet sein. Laubholz eignet sich besser als Nadelholz.

Türen & Fenster dicht?

  • Brüchige oder durchlässige Abdichtungsleisten erneuern. Bei einfacher Verglasung: neue, wärmedämmende Fenster einbauen lassen.
  • Einmal im Jahr sollten die Fensterdichtungen mit Silikonspray oder Ballistol-ÖI gepflegt werden.

Verkehrssicherungspflicht

Gehwege & Zufahrten müssen sicher sein

Schon beim Herbstlaub und später bei Schneefall ist die Räum- und Streupflicht besonders zu beachten. Das gilt für:

  • Gehwege vor dem Haus
  • Zugänge zu Haus, Mülltonnen und Parkplätzen oder Garagen
  • Glättegefahr für Fußgänger muss durch Schneeräumen und Streuen beseitigt werden.
  • Schaufel und Streumaterial bereithalten. Ideal sind Asche, Sand, Splitt.
  • Die Zeiten, in denen Wege passierbar sein müssen, sind kommunal unterschiedlich. Meist ab 7 Uhr und bis 20 Uhr.
  • Bei der Gemeinde nachfragen, welches Streumaterial vor Ort gestattet ist und wie die genauen Räumzeiten sind.

Richtig versichert?

Berstende Wasser- und Heizungsrohre verursachen erhebliche Schäden, die nur durch die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung abgedeckt sind, wenn dieser Schutz ausdrücklich im Vertrag erwähnt ist.

Stürzt ein Passant auf einem glatten Gehweg, springt die Haftpflichtversicherung der Person ein, die für das Räumen verantwortlich war.

Bei Gebäudeschäden aufgrund von Schneelast, greift nicht unbedingt die Gebäudeversicherung. Hier muss eine Versicherung gegen Elementarschäden vorliegen.

Immergrüne Pflanzen lassen sich vor Frost schützen.

Im Garten

Pflanzen schützen

  • Beete mit Reisig oder Nadelholzzweigen abdecken.
  • Rosen, Ziergehölze und empfindliche Gartengefäße in Jute einpacken.
  • Mittelmeergehölze schützt man mit Stroh­ oder Schilfmatten oder Luftpolsterfolie. Sie gehören aber am besten in Innenräume.
  • Kübelpflanzen überwintern an heller, nicht zu warmer Stelle im Innern des Hauses. Wenig wässern.

Tiere überwintern

  • Auch an die Fütterung der Vögel sollte jetzt gedacht werden.
  • Laub nur auf Rasen und Wegen entfernen. An anderer Stelle bewahren. Hier überwintern Igel und nützliche Insekten.

Frost- und Trockenschäden bei Pflanzen vermeiden:

Mehr Informationen zum Garten winterfest machen gibt es unter … Drei Fragen an den Gartenberater für die kalte Jahreszeit

winter

Bald wird es wieder kalt: Wie heizen Sie richtig? Woran sollten Sie vor der kalten Jahreszeit denken?

Wenn die Temperaturen sinken, sollte die Heizanlage funktionieren. Tut sie es nicht, dann ist guter Rat teuer. Deshalb ist es hilfreich, sich schon im Vorfeld darum zu kümmern, damit es erst gar keine Probleme gibt. Muss dennoch ein Fachmann Hand anlegen, dann helfen ihm für die schnelle Fehlerdiagnose und eventuell notwendige Reparatur bestimmte Voraussetzungen und Hinweise des Eigentümers.

Unser Kooperationspartner, die Energieberatung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg,  gibt Verbrauchern vier Tipps, um für die anstehende Heizperiode optimal gerüstet zu sein:

Tipp 1: Heizungsanlage zugänglich machen

Heizungsanlagen laufen in den meisten Haushalten das ganze Jahr über, weil sie für das Warmwasser genutzt werden. Trotzdem sollten Hausbesitzer vor der Heizperiode die gesamte Anlage einmal gründlich in Augenschein nehmen, auch das verzweigte Rohrsystem. Sie sollten dafür sorgen, dass man im Notfall gut an alles herankommt.

Tipp 2: Entlüften und Wasser nachfüllen

Ist ein Gluckern zu hören? Dann ist höchstwahrscheinlich zu viel Luft im Heizkörper. In diesem Fall muss die Heizung entlüftet werden. Mit einem Vierkantschlüssel öffnet man das seitliche Entlüftungsventil und lässt die Luft raus, bis statt der Luft nur noch Wasser entweicht. Anschließend muss in das Heizsystem ggf. Wasser nachgefüllt werden.

Tipp 3: Reinigen des Heizkessels

Um die Verbrennungsprozesse zu optimieren und die Abgastemperaturen zu senken, muss der Heizkessel möglichst rußfrei sein. Ansonsten entweicht ein großer Teil der Wärme durch den Schornstein.

Tipp 4: Hydraulischen Abgleich beauftragen

Mit einem hydraulischen Abgleich kann der Fachmann den Warmwasserdurchfluss in den Heizkörpern anpassen. So sparen Hausbesitzer Heizenergie und Pumpenstrom.

Bei Fragen zur Wartung und Optimierung der eigenen Heizungsanlage hilft die Bundesförderung für Energieberatung der Verbraucherzentrale: online, telefonisch oder mit einem persönlichen Beratungsgespräch. Termine können unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 / 809 802 400 vereinbart werden. Die Berater informieren anbieterunabhängig und individuell. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind die Beratungsangebote kostenfrei. Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de

Worauf Sie beim Heizen achten sollten

Abgesehen von den technischen Details können schon Kleinigkeiten helfen, die Heizkosten niedrig zu halten und Energie zu sparen.  Der Verband Wohneigentum gibt Tipps, wie Sie ohne viel Aufwand viel erreichen können:

Die passende Wohlfühltemperatur

Wohlfühltemperaturen sind individuell. Während sich der eine bereits in die Wolldecke hüllt, läuft der andere vielleicht noch im T-Shirt durch die Wohnung. Unabhängig davon, geben Experten Empfehlungen für Raumtemperaturen: In Küche und Wohnzimmer 20 Grad, im Badezimmer 21 Grad, im Schlafzimmer 14 bis 16 Grad. Das eine Grad mehr oder weniger kann tatsächlich bares Geld wert sein. Ein Absenken bereits um ein Grad senkt den Energieverbrauch um bis zu sechs Prozent. Das Umweltbundesamt empfiehlt ähnliche Temperaturen: 20 bis 22 Grad im Wohnraum, in der Küche reichen rund 18 Grad und im Schlafzimmer rund 17 bis 18 Grad.

Nie die Heizung komplett runterdrehen

Nachts sollte die Temperatur in den Räumen höchsten um fünf bis sechs Grad abgesenkt werden, sonst verursacht das morgendliche Wiederaufheizen hohe Kosten. Es gibt noch einen weiteren guten Grund, warum man es mit dem Absenken der Temperatur nicht übertreiben sollte: Bleibt die Heizung zu Hause tagsüber länger kalt, zum Beispiel während der Arbeitszeit, kühlen auch die Außenwände ab. Das führt bei vielen Menschen zu einem unbehaglichen Raumgefühl. Die Heizung wird dann umso höher aufgedreht.

Heizkörper nicht zustellen

Warme Luft muss im Raum zirkulieren, denn nur dann kann sich die Wärme richtig verteilen. Möbel, Vorhänge oder sonstige Accessoires sollten gerade während der Heizperiode die Heizkörper nicht verdecken.

Effektive Stoßlüftung

Natürlich muss auch in den Wintermonaten gelüftet werden. Durch das gekippte Fenster bei zugleich aufgedrehter Heizung entweicht wertvolle Wärme ins Freie und der Luftaustausch dauert sehr lange. Effektiver ist die kurze Stoßlüftung. Das heißt, bei kurz abgedrehter Heizung mehrmals am Tag für fünf bis zehn Minuten das Fenster sperrangelweit öffnen. So wird die Raumluft – und mit ihr die Feuchtigkeit ausgetauscht. Zimmertüren schließen.

Falsch gedacht!

Ein Spargedanke könnte sein, in einem zu warmen Raum einfach die Tür zum kalten Nebenraum zu öffnen und diesen so mit zu beheizen. Davon raten Experten ab. Die warme Luft transportiert auch Feuchtigkeit in das kühlere Zimmer, die leicht an den kalten Wänden und Fenstern kondensieren kann. Im Extremfall bildet sich sogar Schimmel.