„O Tannenbaum“ – Kauf- und Pflegetipps für den Weihnachtsbaum

  „… so grün sind deine Blätter“: Jeder kennt das alte Weihnachtslied. Und nach wie vor haben viele Menschen in der Weihnachtszeit einen Weihnachtsbaum im Haus.  Doch was steht da eigentlich genau im Wohnzimmer? Tanne oder Fichte? Und was gibt es bei Kauf und Pflege zu bedenken?

Weihnachten ohne Baum? Für viele Menschen ist das auch heute noch undenkbar. Und selbst wenn sich längst der Großteil der Bevölkerung für elektrische Beleuhtung statt Wachskerzen entschieden hat: Es ist der Tannenbaum, der die weihnachtliche Stimmung ins Haus bringt.

Wer sich nun aufmacht, um einen passenden Baum zu kaufen, sollte unbedingt ein paar Tipps berücksichtigen. Denn als Weihnachtsbaum werden verschiedene Tannen- und Fichtenarten angeboten, die sich teils recht stark voneinander unterscheiden.

Um Enttäuschungen zu vermeiden, haben wir deshalb ein paar Ratschläge gesammelt. In den letzten Jahren hat sich zwar die Nordmanntanne immer stärker durchgesetzt, doch je nach Verwendungszweck behalten die anderen Arten weiterhin ihre Attraktivität.

Die wichtigsten Bäume:

• Verkaufshit Nordmanntanne

Sie ist gerade in den letzten Jahren besonders beliebt: An den meisten Verkaufsstellen für Weihnachtsbäume dominiert die Nordmanntanne. Sie hat tatsächlich einige Vorteile. Vor allem wächst sie sehr gleichmäßig und strahlt so Symmetrie aus. Das Schmücken ist recht einfach, auch weil die einzelnen  Zweig-Etagen relativ weit auseinander liegen. Durch gezielte Schnittmaßnahmen an den Jungbäumen sind äußerst harmonisch gewachsene Bäume im Handel. Ein weiterer Vorteil: Die Nadeln sind angenehm weich und glänzen dunkelgrün. Zudem trocknet die Nordmanntanne im Laufe der Zeit komplett ein, ohne Nadeln abzuwerfen.

• Rotfichte – preiswert und wohlriechend

So ist etwa auch die Rotichte sehr beliebt. Sie ist vor allem preiswert, verströmt aber einen ausgezeichneten Duft. Die relativ schlanken Bäume haben meist stark aufwärtsstrebende Zweige. Dadurch wird das Behängen mit Kugeln und Christbaumschmuck etwas schwieriger. Allerdings trägt der Baum auch die schwereren Schmuckstücke ohne zu murren. Außerdem neigt die Rotfichte in trockenen, warmen Räumen sehr schnell zum Nadeln. Immerhin: Im Außenbereich zwigt sich die Rotfichte als sehr robust.

• Stechfichte – bekannt als Blaufichte

Die Stechfichte wird meistens als Edel- oder Blautanne gehandelt. Auch sie verströmt einen angenehmen Duft, zeigt aber eine wesentlich bessere Nadelfestigkeit als die Rotfichte. Da die Zweige hier relativ waagerecht angeordnet sind, lassen sie sich sehr gut schmücken. Allerdings: die Nadeln pieksen ordentlich! Stechfichten oder Blaufichten, wie sie umgangssprachlich meistens heißen, eignen sich im Freiland ebenso wie im Wohnzimmer. Aber auch hier gilt: Je kühler der Raum und je höher die Luftfeuchte, desto länger halten sie.

• Alternative: die Nobilistanne

Den meisten Menschen ist die Nobilistanne eher als Lieferant von Zweigen für den Adventskranz bekannt. Aber auch diese Tanne ist sehr nadelfest – und wird immer beliebter. Mit ihren stabilen Ästen trägt sie auch den schweren Weihnachtsschmuck. Nachteil: Nobilistannen wachsen nicht so ebenmäßig wie Nordmanntannen. Aber das macht sie für manche gerade aus – denn sie hat eindeutig Charakter.

• … oder eine Douglasie?

Douglasien sind vor allem für den Außenbereich zu empfehlen, wo sie nahezu ohne Pflege auskommt. Beliebt sind Douglasien auch als Lieferant für einzelne Weihnachtszweige. Wer sich für eine Douglasie im Innenbereich entscheidet, sollte darauf achten: Nur in gut geheizten Räumen entfaltet dieser Baum seinen Duft. Der nämlich überzeugt tatsächlich.

• Die Kiefer – die besondere Variante

Die Kiefer gilt für manche als echte Besonderheit, ist aber nicht ganz unkompliziert. Das Ungewöhnlihce beginnt bei der Kiefer schon bei der Ästhetik: Sie verfügt über eine meist rundliche Krone – und ist nicht spitz zulaufend, wie es die landläufige Vorstellung vom Weihnachtsbaum verlangt. Dazu kommt, dass die Nadeln sehr lang sind – bis zu fünfzehn Zentimeter. Immerhin behält die Kiefer ihre Nadeln länger als viele andere Nadelbäume – auch wenn es trocken oder aber sehr warm wird. Viele Menschen betört zudem der Kieferngeruch.

Und woher kommt mein Baum?

Weihnachtsbäume werden in intensiven Kulturen gezogen, in denen meist auch Insektizide, Unkrautvernichter und mineralischer Dünger ausgebracht werden. Wer das nicht möchte, findet oftmals Alternativen aus heimischer Forstwirtschaft. Die lassen sich am besten beim regionalen Forstamt erfragen.

In manchen Gegenden können Bäume auf Anfrage auch selbst geschlagen werden. Das ist vor allem mit Kindern ein unvergessliches Erlebnis: Mit dem selbstgeschlagenen Baum erleben viele Kinder die Weihnachtszeit intensiver. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, Bäume aus ökologischen Kulturen mit Bio-Siegel zu erwerben. Auch da kann das Forstamt in aller Regel weiterhelfen.

Wichtig ist, dass beim Kauf auf den Zustand des Baumes geachtet wird. Der sollte keine beschädigten Zweige haben. Ob er auch tatsächlich frisch ist, lässt sich an der hellen Schnittfläche erkennen. Ist sie dunkel, liegt das Schlagen schon etwas länger zurück.

Haltbarer machen? So geht’s!

Die Haltbarkeit eines Weihnachtsbaumes lässt sich leicht verbessern – durch verschiedene Maßnahmen sogar deutlich:

  • Nach dem Kauf den Baum im Netz belassen und an einem kühlen, schattigen Ort aufrecht lagern – am besten im Freien.
  • Eine 2 cm dicke Scheibe vom Fuß des Baumes absägen und in einen Eimer Wasser stellen.
  • Auch vor dem Aufstellen den Baum mit Schlauch oder Gießkanne von Zeit zu Zeit anfeuchten.
  • Hat der Weihnachtsbaumständer ein Wasserreservoir? Auch das verlängert die Haltbarkeit.
  • Darauf achten, dass der Baum immer Wasser zur Verfügung hat, denn sonst verschließen sich die Leitungsbahnen – notfalls einfach erneut eine Stammscheibe abschneiden!
  • Wenn der Baum im Zimmer steht, einmal täglich mit Wasser besprühen.
  • Den Weihnachtsbaum möglichst weit entfernt von Heizkörpern aufstellen und Zugluft meiden.
  • Bei sorgfältiger Pflege kann ein Baum über 3 bis 4 Wochen einen angenehmen Nadelduft verströmen und frisch bleiben.

Zum Schluss noch ein paar …

… Pflegetipps für Weihnachtsbäume mit Ballen:

Viele Gartenbesitzer glauben, dass ein Weihnachtsbaum mit Wurzelballen nach dem Fest wieder eingepflanzt werden kann. Der Gedanke: So lässt er sich auch im nächsten oder übernächsten Jahr wiederals Weihnachtsbaum nutzen. Das klingt zwar durchaus vorteilhaft, sollte aber gründlich überlegt werden. Und zwar, weil …

  • … Weihnachtsbäume mit Ballen in der Regel keine Baumschulware sind. Das heißt, dass sie nicht genügend Faserwurzeln für ein sicheres Anwachsen haben.
  • …  warme, trockene Raumluft oft zu Nadelschäden führt. Dadurch fallen viele Nadeln leider vorzeitig ab. Selbst wer sämtliche Tipps befolgt, wird kaum alle Nadeln retten können. Diese Bäume wachsen in der Regel später nicht mehr an.

Wer sich dennoch für einen Baum mit Ballen entscheiden, sollte unbedingt nachfolgende Punkte beachten:

  • Der Ballen sollte fest sein und viele Faserwurzeln enthalten. Nur mehrmals verpflanzte Gehölze aus einer Baumschule weisen diese Qualitäts-Merkmale auf.
  • Alternativ wäre ein Baum, der im Container kultiviert wurde, einer Ballenpflanze vorzuziehen.
  • Den Ballen vorher durchdringend wässern, danach täglich gießen und die ganze Pflanze mit Wasser besprühen.
  • Weihnachtsbaum maximal zehn Tage im beheizten Raum halten.
  • Nach dem Auspflanzen ins Freiland die Pflanze vorerst vor Wind und Sonne schützen – und das Gießen nicht vergessen!