Anzahl der PV-Anlagen im Aufwärtstrend / Verband Wohneigentum Baden-Württemberg plädiert für Erleichterungen bei Errichtung privater Solarstromanlagen

Das baden-württembergische Umweltministerium hat jetzt den aktuellen Monitoring-Bericht zur Energiewende in Baden-Württemberg vorgelegt. Erarbeitet wurde er vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Dargestellt werden vor dem Hintergrund der Versorgungssicherheit die Entwicklung der erneuerbaren Energien und des konventionellen Kraftwerkparks. Außerdem sind Strom- und Gasinfrastruktur, Endenergieverbrauch und Energieeffizienz Thema. Auch die Entwicklung der Verzahnung in den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr, sowie die Ausgaben für Energie stehen im Fokus.

Versorgungssicherheit in Baden-Württemberg ist gewährleistet

Mit dem Abschalten des Kernkraftwerks Philippsburg 2 reduziere sich zum Jahresende die konventionelle Kraftwerkskapazität in Baden-Württemberg. Einfluss auf die Versorgungssicherheit im Land habe das jedoch nicht, betont der Energieminister Franz Untersteller in einer Pressemitteilung des Ministeriums. „Baden-Württemberg war schon immer ein Stromimportland und wird es auch weiterhin bleiben. Die im Bericht seitens des ZSW ausgewerteten Studien geben keine Hinweise darauf, dass die Versorgungssicherheit nicht gewährleistet werden kann“, heißt es auf der Website des Ministeriums.

Haushaltsstrompreis leicht gestiegen

Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis stieg im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Prozent auf 29,5 Cent pro Kilowattstunde. „Das liegt im Wesentlichen an den gestiegenen Kosten für Beschaffung und Vertrieb“, erläuterte Minister Untersteller in der Mitteilung. „In Relation zum Bruttoinlandsprodukt liegen die Ausgaben für den Stromverbrauch mit zwei Prozent aber noch immer unterhalb des Niveaus von 1991.“

Fortschritte beim Wärmebedarf von Gebäuden

Zudem wird mitgeteilt, dass Professor Frithjof Staiß vom ZSW darauf hinweise, dass mit Blick auf den Wärmebedarf von Gebäuden zwar insgesamt in Baden-Württemberg Fortschritte zu verzeichnen seien. „Die spezifische Verbrauchsminderung in Gebäuden wird jedoch häufig durch größere Wohnflächen kompensiert. Hier gilt es, parallel zu weiteren Effizienzanstrengungen zukünftig verstärkt erneuerbare Energien und Abwärme in der Wärmeversorgung einzusetzen. Mit der seitens der Landesregierung geplanten Einführung einer verbindlichen kommunalen Wärmeplanung für große Kreisstädte und Stadtkreise kann dies maßgeblich unterstützt werden“, wird er in der Pressemeldung zitiert.

Der Verband Wohneigentum Baden-Württemberg plädiert dafür, dass die Errichtung von privaten Solarstromanlagen erleichtert wird. Insbesondere fordert er, dass der selbstgenutzte Solarstrom nicht nur bis zu 300 Kilowattstunden frei von Abgaben und Genehmigungen durch den Energieanbieter ist, sondern bis zu 3000 kWh. Auch sollen die Erträge nicht durch den zusätzlichen Steuer- und Verwaltungsaufwand geschmälert werden, so Landesgeschäftsführer Roland Schimanek.

Grundsätzlich fordert er, dass Bürger einen leichteren Zugang zur Gründung von Nahversorgungsnetzen erhalten soll.

Der gesamte Bericht kann auf der Internetseite des Landesministeriums heruntergeladen werden:

Monitoring-Bericht zur Energiewende in Baden-Württemberg