Wärmeschutz im Sommer

Winters freut sich der Hausherr über möglichst viel Sonne im Haus – im Sommer kann das allerdings zum Problem werden. Die Südausrichtung des Hauses und bei strahlend blauem Himmel dadurch mitunter wochenlang überhitzte Räume machen die heißen Monate für manchen Eigentümer unerträglich.

Lüften: Nachts und am frühen Morgen

An richtig heißen Tagen gilt: Fenster und Türen geschlossen halten – und zwar konsequent. Gelüftet werden sollte nur nachts oder am sehr frühen Morgen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Außentemperatur unter der momentanen Raumtemperatur liegt.

Klimadaten für jedes einzelne Zimmer

Es lohnt sich, schon bei Kauf oder Hausbau auch an sommerliche Temperaturen zu denken. Denn die Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) berücksichtigt auch Wärmeschutz im Sommer. Den ohne einen solchen müssten die Räume durch eine Klimaanlage gekühlt werden. Dieser Wärmeschutz im Sommer ist daher für eine KfW-Förderung nachzuweisen, etwa  durch eine Berechnung mit standardisierten Klimadaten. Diese Berechnung kann  für jedes Zimmer einzeln bewerten, ob und in welchem Umfang zusätzlich etwas  gegen die Sonneneinstrahlung getan werden muss.  

Wärmespeicherfähigkeit des Materials ist ausschlaggebend

Im Hinblick auf die Wärmedämmung gilt: Es gibt große Unterschiede bezüglich der Effektivität. Eine wichtige Kennzahl ist die Wärmespeicherfähigkeit eines Baustoffs. Im Übrigen schneiden auch Naturdämmstoffe wie Zelluloseflocken, Dämmplatten aus Holzfasern oder Matten aus Hanf  diesbezüglich sehr gut ab. Auch der Einbau von dreifach-verglasten Wärmeschutzfenstern kann sich speziell bei Südausrichtung lohnen. Allerding beeinträchtigen solche Fenster möglicherweise den Lichteinfall auch im Winter. Vor dem Einbau lohnt es sich also, genau hinzusehen, um nicht in der kalten Jahreszeit noch zusätzlich in dunkleren Räume zu sitzen.

Das A und O: Verschattung

Noch wichtiger als die Dämmung ist für effektiven Wärmeschutz im Sommer die Verschattung der Fenster. Schon einfachste Maßnahmen können dabei viel bringen. Beispielsweise schützt ein Laubbaum das Haus im Sommer vor Wärme, im Winter fallen die Blätter ab und der Baum lässt die Sonne herein. Auch durch große Dachüberstände, Vordächer oder Balkone über Fenstern mit südlicher Ausrichtung ist viel gewonnen. Weil im Sommer die Sonne höher am Himmel steht, spenden solche baulichen Konstruktionen in der warmen Jahreszeit Schatten. Im Winter wandert die Sonne tiefer über den Himmel, weswegen dann das Licht trotzdem in die Räume fällt.

Zusätzlich können Rollläden, Klappläden oder Markisen die Sonneneinstrahlung begrenzen. Auch Vorhänge, Rollos und Jalousien im Innern bieten Schutz – aber nicht so effektiv wie außen liegende Fensterläden. Denn bevor die Sonnenstrahlen abgewiesen werden, dringt die Wärme zunächst in den Raum ein. Deshalb gilt hierbei: Je heller das Material und je näher die Verschattung an der Scheibe platziert ist, desto weniger Wärme dringt ins Zimmer ein.

Foto: Wärme- und Sichtschutz Rolladen