naturschutzgruppe

Aktiv, stark, und engagiert für die Natur

Sie sind echte Kümmerer für die Natur: die Naturschutzgruppe der Siedlergemeinschaft Klettgau e.V. Wegen des starken Bedürfnisses, die Belange des Naturschutzes innerhalb der Gemeinde Klettgau zu koordinieren, wurde 2006 beschlossen, eine organisierte Naturschutzgruppe ins Leben zu rufen. Oskar Schilling, Michael Albrecht, Gerhard Kaiser und Erich Hertkorn sind die Ansprechpartner der ca. 15 Menschen umfassenden Gruppe. „Der Schutz der heimischen Pflanzen- und Tierwelt in unserem Umfeld ist uns eine Herzensangelegenheit“, erklärt Oskar Schilling, der der Gruppe über 10 Jahre lang vorstand. Das Engagement ist eng mit der Gemeinde Klettgau abgestimmt, in deren Auftrag der Verein ehrenamtlich und gemeinnützig aktiv ist.

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Streuobstwiese

Die Naturschutzgruppe stellt zahlreiche Aktionen für seltene Arten auf die Beine. Sie bietet etwa Streuobstbäume an. Bei der jüngsten Stammelbestellung von Hochstämmen wurden 193 Obstbäume bestellt. Bunt gemischt: Apfel-, Birnen-, Zwetschen- und Quittenbäume.

„Unser Ziel ist es, die Streuobstwiesen zu erhalten oder sogar neue zu schaffen. Insgesamt sind schon über 1700 Bäume auf den Streuobstwiesen der Gemeinde gepflanzt worden“, erläutert Oskar Schilling. „Und die Bäume müssen natürlich auch regelmäßig geschnitten werden. Auch das übernehmen wir im Auftrag der Gemeinde“, ergänzt Erich Hertkorn, der neue Sprecher der Gruppe.

Streuobstwiesen sind wichtig für die Erhaltung und Verbesserung der Lebensbedingungen der Obstgarten-Vogelarten wie Gartenrotschwanz, Wendehals, Wiedehopf, Steinkauz. “Mehr als 30 Niströhren wurden für den gefährdeten Kauz aufgestellt, in der Hoffnung, dass der Bestand, der immer seltener werdenden Vogelart, sich wieder stabilisiert“, so Hertkorn.

Daher nimmt es nicht wunder, dass die Streuobstwiese regelmäßig auch zum Unterrichtsraum von Schulklassen wird. Hier wird anschaulich vermittelt, wie vernetzt Flora und Fauna zusammenhängen – vom kleinsten Insekt bis hin zum großen Obstbaum.

1,5 Hektar Orchideen

Nicht nur für das Auge schön, auch für die Ökologie wichtig: die 1,5 Hektar große Wiese mit den seltenen Frauenschuh-Orchideen und dem Diptam (auch Brennender Busch genannt), die beide nur noch selten vorkommen und unter Naturschutz stehen. Dieses besonders geschützte Flora-Fauna-Habitat (FFH) bedarf der besonderen Pflege. Die Wiese muss abgemagert bleiben. Daher wird einmal im Jahr gemäht und die Mahd gesammelt.

Wildsträucher

Zur Liste der Projekte gehört auch das Pflanzen von Wildsträuchern. Mit dieser Pflanzaktion wurden die Lebensräume des Bergwalds mit dem des ca. 300 Meter entfernten Schwarzbachs ökologisch verbunden. Denn die einheimischen Sträucher sind wichtig für das ökologische Gleichgewicht. So soll in den nächsten Jahren ein landschaftsbildender Heckenstreifen heranwachsen. Mit dieser Aktion kann die Gemeinde sogenannte Ökopunkte als Ausgleich für künftige Vorhaben sammeln, bei denen Naturflächen bebaut werden sollen.

nisthilfe vogel

Nistkästen und Insektenhotels

Nicht unerwähnt bleiben darf natürlich der Bau von Nistkästen und Insektenhotels. Über 400 hat die Naturschutzgruppe inzwischen gebaut und in der Streuobstwiese und in den Gärten der Region aufgehängt. Ein Herzensprojekt ist auch der Bau von Insektenhotels. Diese wurden den Kindergärten in der Umgebung zur Bestückung „gestiftet“. Die Kinder füllen diese mit den entsprechenden Materialien, die natürlich auch von der Naturschutzgruppe gestellt werden.

Für dieses Projekt wurde im Jahr 2020 die Naturschutzgruppe vom Verband Wohneigentum mit dem 1. Preis beim Wettbewerb “1.111 Nisthilfen für Deutschland” ausgezeichnet.