Beispiel für eine Kombination aus Natursteinmauer und Natursteinweg.

 Ein immer häufigerer Anblick in unseren Gärten sind Hangabstützungen aus bepflanzbaren Betonsteinen. Diese werden meist nach dem Motto `schnell, billig und haltbar´ erstellt, sie bleiben jedoch in einem Garten ein Fremdkörper und sind wohl den meisten Gartenliebhabern ein Dorn im Auge.

 

 

 

 

 

 

Warum also eine Natursteinmauer?

Natursteinmauern im Garten sind mehr als nur Hangabstützungen. Richtig angelegt sind sie ein wichtiges Gestaltungselement, ein Blickfang und bieten nicht zuletzt einen besonderen Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

Im Folgenden wird der Aufbau einer so genannten Trockenmauer erklärt. Diese Mauern werden ohne Beton und Mörtel aufgesetzt. Dies hat den Vorteil, dass sie leicht zu bepflanzen sind und Tieren Unterschlupf bieten. Außerdem sind sie elastisch,  passen sich leichten Bodenbewegungen an und sind einfach zu reparieren.

Voraussetzungen

Je nachdem wie exakt und wie hoch die Mauer gebaut werden soll, muss einiges an handwerklichem Geschick und Erfahrung vorausgesetzt werden. Am besten wird die Mauer zusammen mit jemand erstellt, der bereits Erfahrung auf diesem Gebiet hat.

 Steine

Es können fast alle Steine für Trockenmauern verwendet werden. Wichtig sind ihre Haltbarkeit (Frosthärte) und wie die Steine zu bearbeiten sind. Vorzuziehen sind Steine aus der näheren Umgebung. Besonders reizvoll sind Mauern aus alten, gebrauchten Abbruchsteinen.

Errichten einer Trockenmauer

  • Das Fundament sollte bei 1m Mauerhöhe etwa 30cm betragen und wird aus verdichtetem Schotter erstellt.
  • Die Mauerstärke am Fuß muss mindestens 1/3 der Mauerhöhe betragen.
  • Die Neigung sollte mindestens 10% der Höhe betragen.
  • Jetzt werden die Steine, in der entsprechenden Neigung zum Hang, eingebaut.
  • Zu beachten ist, dass größere Steine im unteren Bereich verwendet werden.
  • Etwa ¼ der Steine sollte durchbinden (d.h. die gesamte Mauerbreite durchlaufen).
  • Als Drainage muss die Mauer mit Kies hinterfüllt werden, dieser wird in Lagen verdichtet.
  • Für eine gute Stabilität sollten an der Stirnseite keine zu langen Fugen entstehen. Senkrechte Fugen müssen jeweils nach einem so genannten `Wechsler´ überdeckt werden.
  • Durch Einkeilen kleinerer Steine in die Zwischenräume erhöht sich die Stabilität.
  • Zwischen manchen Steinen sollten Hohlräume bis hinter die Mauer bleiben, oder Tonröhren mit eingebaut werden. Diese können dann Tieren als Unterschlupf dienen.

Tipps:

  • Die Mauer bereits beim Erstellen bepflanzen. Pflanzlöcher sollten eine durchgehende Erdverbindung bis hinter die Mauer haben.
  • Inzwischen werden für den Hausgarten auch Drahtkörbe, so genannte Gabionen, angeboten. Diese lassen sich recht einfach mit verschiedenen Steinen befüllen und bieten so eine Alternative zur aufwendigeren Steinmauer.
  • Auch bei Betonsteinen gibt es inzwischen ansprechende Mauern, die kaum von Natursteinmauern zu unterscheiden, aber einfacher zu erstellen sind.

Bepflanzung der Mauer

Eine bepflanzte Natursteinmauer stellt einen Rückzugsort für viele Tiere dar.

Für eine nach Süden ausgerichtete Mauer sind solche Pflanzen zu wählen, die Wärme und Trockenheit gut vertragen.

Auf einer Nordseite sollten nur schattenverträgliche Pflanzen verwendet werden. Zur Bepflanzung möglichst viele heimische Pflanzenarten verwenden.

 

 

 

 

Beispiele für eine Mauerbepflanzung:

 

Name Bot. NameSonne Schatten
AlpenveilchenCyclamen coumx
BuschwindröschenAnemone nemerosax
Echte HauswurzSempervivum tectorumx
FedernelkeDianthus plumariusx
FetthenneSedum floripherumx
Gefingerter LerchenspornCorydalis solida

x
Gelbes SonnenröschenHelianthemum nummulariumx
GolderdbeereWaldsteinia ternatax
GrasnelkeArmeria marittimax
HainsimseLuzula pilosax
HeiligenblumeSantolina chamaecyparrisusx
HungerblümchenDraba aizoidesx
KarthäusernelkeDianthus carthusianorumx
LavendelLavandula angustifoliax
LerchenspornCorydalis luteaxx
NachtkerzeOenothera missouriensisx
NatternkopfEchinum vulgarex
SalbeiSalvia nemerosax
Scharfer MauerpfefferSedum acrex
SilberwurzDryas octopetalax
StreifenfarnAsplenium trichomanesxx
ThymianThymus serphyllumx
WalzenwolfsmilchEuphorbia myrsinitesx
Weiße TaubnesselLamium albumx
Zwerg-GlockenblumeCampanula cochleariifoliax

Trockenmauer – Lebensraum für Tiere

Bietet Ihre Mauer genügend Verstecke, werden sich wohl schon bald einige nützliche Helfer in ihrem Garten ansiedeln.

Die Unterschlupfmöglichkeiten werden gerne von Kröten, Molchen, Spitzmäusen, Eidechsen, Blindschleichen, Spinnen, Hummeln, Wildbienen, Laufkäfer u.a. angenommen. All diese Tiere erfüllen im Garten wichtige Aufgaben z.B. bei der Dezimierung von Schädlingen oder der Bestäubung von Blüten. Sollte sich Ihr Garten nicht für den Bau einer Natursteinmauer anbieten, kann auch durch einen Steinhaufen ein schön gestaltetes Kleinbiotop entstehen.

Sicherlich sind Hangbefestigungen mit Natursteinen oft aufwendig und teilweise teurer als mit anderen Materialien. Für einen ansprechend gestalteten Garten am Hang sind sie jedoch unverzichtbar.

Sven Görlitz, Gartenberater Verband Wohneigentum Baden-Württemberg e.V.