In jedem Frühjahr wird ein Gartenbewohner wieder besonderen Unmut auf sich ziehen – die Schnecke. Jeder Gärtner kennt das Problem und den Ärger, wenn von den frischen Setzlingen am Morgen nur noch ein mit Schleim überzogener Rest stehen geblieben ist. Deshalb wird wohl kaum ein anderes Thema bei Vorträgen so emotional diskutiert wie die Schneckenbekämpfung.

Was man aber bei aller Diskussion über Bekämpfungsmöglichkeiten nicht vergessen sollte:

Schnecken sind wichtig!

Schnecken nehmen im Ökosystem eine wichtige Aufgabe wahr, sie zerkleinern und beseitigen tierisches und pflanzliches Material, wirken somit im großen Maße an der Entstehung von Humus mit und stellen eine Nahrungsquelle für viele andere Tierarten dar. Es gibt hunderte verschiedene Schneckenarten, viele von ihnen richten in unseren Gärten kaum Schäden an, manche, wie die Weinbergschnecke stehen sogar unter Schutz. Die größten Schäden verursachen Nacktschnecken und allen voran die Spanische Wegschnecke.

Im Folgenden werden einige effektive Maßnahmen zur Bekämpfung vorgestellt. Wichtig ist, immer verschiedene Methoden gleichzeitig anzuwenden.

Vorbeugende Maßnahmen

Das Ende der Keimlinge- junge Schnecken auf Nahrungssuche

Durch naturnahe Gartengestaltung Gegenspieler fördern: Igel, Spitzmäuse, Maulwurf, Vögel, Frösche, Kröten, Eidechsen, Blindschleichen, und verschiedene Insekten sind effektive Schneckenbekämpfer. Ihnen können durch Laub- und Reisighaufen, dornigen Sträuchern, Steinriegeln, Feuchtbiotopen, etc. Lebens- und Nistraum angeboten werden.

Morgens und nur gezielt die Nutzpflanzen gießen. Denn ist der Garten über Nacht feucht, freuen sich Schnecken und Pilzkrankheiten! Wenn überhaupt, erst nach den ersten starken Frösten umgraben, da die Schnecken sonst ideale Bedingungen zur Eiablage vorfinden. Pflanzen setzen, die von Schnecken gemieden werden z.B. die meisten Küchenkräuter. Bei naturnahen Grundstücken Rasenstreifen oder Kräuterstreifen um den Gemüsegarten anlegen. Holzlager, Mauern, Wiesen, Kompost, … möglichst weit weg vom Gemüsegarten. Häufige Bodenbearbeitung z.B. durch Hacken.

 Bekämpfungsmaßnahmen

Eine Barriere muss zwar installiert werden, bietet danach aber einen Schutz ohne weitere oder regelmäßig anfallende Arbeiten.

 Schneckenbarrieren aus umgebogenen Blechstreifen, die Schnecken nicht überklettern können, schützen Gemüsebeete effektiv. Sie bieten einen sehr guten Schutz für große Gemüsegärten mit angrenzenden Wiesen oder Wildwuchs.  Im Handel sind auch Ringbleche erhältlich, die einzelne, gefährdete Pflanzen schützen wie z.B. den Rittersporn. Schnecken im Inneren der Barrieren werden mit Bierfallen gefangen.

 Zerschneiden oder absammeln: Sehr effektive Methode bei Regen und in der Dämmerung. Beim Zerschneiden an Ort und Stelle locken verbleibende Schneckenteile weitere Tiere hervor, die in folgenden Rundgängen erwischt werden. Werden die Schnecken gesammelt, können diese durch Überbrühen mit kochendem Wasser getötet werden. Auf Bestreuen mit Salz sollte wegen der qualvollen Verendung der Tiere verzichtet werden. Schnecken nicht woanders aussetzen, da man dadurch die Verbreitung der Spanischen Wegschnecke unterstützt.

Unter ausgelegten Schlupfwinkeln wie Bretter, Rhabarber- oder großen Funkienblättern suchen die Tiere tagsüber Schutz und lassen sich leicht ablesen. Lockpflanzen wie z.B. Studentenblumen (Tagetes) in der Nähe des Gemüsegartens anpflanzen. Auch hier lassen sich die Schnecken gut absammeln.

Kulturschutznetze über Gemüsebeeten halten nicht nur einfliegende Schädlinge sondern auch Schnecken fern, wenn sie am Rand eingegraben werden.

Bierfallen locken Schnecken über weite Strecken an, deshalb: Bierfallen nur hinter Barrieren wie z.B. Schneckenzäunen anwenden. Becher eingraben, Rand sollte etwas überstehen, bis zu 2/3 mit Bier füllen, regelmäßig leeren.

Laufenten bieten auf großen Grundstücken eine gute Möglichkeit der Bekämpfung. Alle Voraussetzungen zur Kleintierhaltung müssen aber gegeben sein.

Schneckenkorn sollte man schon allein wegen des langsamen Verendens der Tiere nur dann einsetzen, wenn andere Maßnahmen nicht mehr greifen. Nur Schneckenkorn verwenden, das für andere Tiere ungiftig ist (Wirkstoff  Eisen-III-Phosphat) und am besten nur innerhalb von Schneckenzäunen. Für eine wirkungsvolle Bekämpfung ist es wichtig, die jeweiligen Anwendungshinweise zu beachten.

Sven Görlitz, Gartenberater Verband Wohneigentum Baden-Württemberg e.V.