Sicherheit fürs Wohneigentum – im Urlaub

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Es geht immer wieder durch die Nachrichten: Gerade in der Urlaubszeit ist Hochsaison für Einbrecher. Wenn die Bewohner in den Ferien sind, stört niemand beim Ausräumen der Wohnung. Oft sind ganze Banden am Werk, die nach sehr kurzer Zeit mit reichlich Beute wieder abziehen. Was Einbrecher zurücklassen, sind aber nicht nur Verlust und Zerstörung. Ein Einbruch kann das Gefühl von Sicherheit in den eigenen vier Wänden für lange Zeit erheblich beeinträchtigen.

Gerade jetzt, während der Sommerferien in Baden-Württemberg, sollten Wohneigentümer daran denken: Einbrecher machen keinen Urlaub! Das heißt: Jetzt muss das Haus oder die eigene Wohnung ganz besonders sicher sein, denn mit der Abwesenheit der meisten Menschen beginnt für Einbrecher die Saison erst richtig. Der Verband Wohneigentum Baden-Württemberg hat daher einige Tipps versammelt, mit denen der Schutz vor Einbrechern in jedem Fall wirksamer wird.

Effiziente Vorsichtsmaßnahmen

So besser nicht: Altes Schloss an einer Wohnungstür

Die Ferienzeit ist natürlich nicht die einzige Zeit, in der eingebrochen wird. Gefahr droht das ganze Jahr über: Im Schnitt wird in Deutschland etwa alle zwei Minuten irgendwo eingebrochen. Und wer denkt, die Einbrecher kommen wie in alten Filmen in der Nacht, der täuscht sich. Denn mehr als ein Drittel aller Einbruchsdiebstähle finden tagsüber statt. Dann, wenn die Bewohner eben mal kurz aus dem Haus sind, fühlen sich Einbrecher am sichersten: Zu normalen Arbeitszeiten, wenn die Kinder in der Schule sind. Gern wird auch der frühe Abend genommen. Die Berufsbezeichnung lautet dann: Tageswohnungseinbrecher. Die trifft man vor allem in den Großstädten an, wo die oft beschriebene Anonymität nach wie vor zum Alltag gehört. Da kann es sogar passieren, dass Einbrecherbanden über ganze Wohnviertel herfallen.

Türen und Fenster sind Schwachstellen

Völlig ausschließen lässt sich ein Einbruch also nie. Aber es gibt durchaus die Möglichkeit, gerade zur Urlaubszeit die Sicherheit zu erhöhen. Ungesicherte Türen laden zum Einbrechen geradezu ein,  daher sollten unbedingt Keller- und Nebeneingänge mit einem Schutzbeschlag versehen werden, der diesen Namen verdient. Nur wenn Schließzylinder länger gegen Aufbohrversuche wehrhaft sind, schreckt das die Täter ab. „Der durchschnittliche Wohnungseinbrecher mit seinem üblichen Einbruchwerkzeug lässt sich durch richtige Sicherheitstechnik fast immer aufhalten“, heißt es von der Initiative für aktiven Einbruchschutz „Nicht bei mir!“.

Abschreckung ist eine der wichtigsten Methoden, um Einbrüche zu verhinden. Die meisten Einbrecher gehen mit einfachen und leichten Werkzeugen vor, manchmal nur mit einem Schraubenzieher und einem Stemmeisen. Da wirken zusätzliche Sicherungen schon durch ihre pure Anwesenheit abschreckend. Selbst wenn die Sicherungen leicht zu knacken sein sollten, die meisten Einbrecher lassen sich davon abhalten. Das liegt auch daran, dass es sich bei den meisten Einbrechern immer noch um Gelegenheitseinbrecher handelt. Das organisierte Verbrechen ist zwar rabiater und professioneller unterwegs, es ist aber auch seltener.

Beste Methode: abschrecken

Offen, aber sicher: Fenster mit Gitter

Einbrecher erfassen Kleinigkeiten mit geübtem Blick. Ein Beispiel: Für Bewohner ist es praktisch, wenn sich die Garage an der Fassade befindet. So kommt man ganz bequem ins Innere des Hauses. Nur erleichtert das auch den Einbrechern den Zugang, wenn nicht zusätzlich abgesichert wird. Daher sollten Garagentore ebenso gut gesichert sein wie die Eingangstür.

Auch wenn es mühsam ist: Wer das Haus verlässt, schließt ab. Einfaches Zuziehen genügt nicht – das sollte selbstverständlich sein. Verbraucherschutzverbände raten daher, sich das Abschließen so sehr zur Gewohnheit zu machen, dass man es schon fast automatisch tut und eben nicht vergisst. Dazu kommt, dass alle Fenster geschlossen sein sollten, wenn man aus dem Haus geht. Nicht nur, weil Einbrecher offene Fenster als gern gesehene Einladung verstehen: Es geht auch um den Versicherungsschutz. Stellt sich nämlich heraus, dass eine Tür gar nicht abgeschlossen war oder auch nur ein Fenster auf Kippe stand, ist der Versicherungsschutz schnell in Gefahr.

Um allerdings mit einer weitverbreiteten Legende aufzuräumen: Wer einen kleineren Fehler macht – und dazu zählt das gekippte Fenster –, verliert nicht gleich den kompletten Versicherungsschutz. Dazu muss schon etwas mehr Fahrlässigkeit in puncto Sicherheit gezeigt werden, wie das Online-Portal „Deutsche Anwaltsauskunft“ bestätigt. Aber die Versicherungsleistung kann gekürzt werden. Und wer schon einmal mit einer Versicherung um Details streiten musste, der weiß: Das muss nicht sein. Also: Am besten tut man alles dafür, dass niemals der Verdacht der Fahrlässigkeit aufkommt.

Einbruchhemmende Beschläge

Wer bei seinen Fenstern größtmögliche Sicherheit möchte, sollte sich an den Handwerker seines Vertrauens wenden und ihn nach einbruchhemmenden Beschlägen fragen. Laut der Fachseite „Baunetz Wissen“ konzentrieren sich diese Maßnahmen gegen Einbrüche „meistens auf mechanische Verriegelungen, also auf Beschläge und das Bauzubehör. Wirksame, einbruchhemmende Systeme für Fenster und Fenstertüren (Terrassen- und Balkontüren) sind in ihren widerstandleistenden Eigenschaften am zuverlässigsten, wenn der Beschlageinbau auf die gesamte Fensterkonstruktion abgestimmt wird.“ Leichter verständlich wiederum ist diese Aussage: „Einzelmaßnahmen ohne ganzheitliches System sind nur dann brauchbar, wenn alle Schwachstellen gesichert werden.“

Wenn man also nur Standardfenster hat, sollte man unbedingt nachrüsten. Diese Form der Einbruchhemmung ist gar nicht so teuer, die Wirkung dafür aber enorm. Denn auch hier gilt: Bereits der visuelle Effekt schreckt ab und sorgt so zusätzlich für Sicherheit. Die Nachrüstung wird übrigens nicht nur fürs Erdgeschoss empfohlen. Ungesicherte Fenster und Balkontüren sind für sportliche Einbrecher auch in höheren Gefilden gut erreichbar. Und noch ein Tipp bei der Nachrüstung – zum Beispiel für Häuser, in denen Senionen leben: Robustheit ist zwar wichtig, aber ebenso sollte eine einfache Bedienung gewährleistet sein. Sonst kann es passieren, dass die Bewohner auf die zu komplizierte Absicherung ganz einfach verzichten.

Urlaub angesagt? Sicherungscheck machen!

Wirkungsvoller Klassiker: Abschließbares Terrassengitter

Endlich Ferien: Wer jetzt in Urlaub fährt, sollte auf ein paar Kleinigkeiten achten. Wer seine Gartenleiter draußen liegen lässt, braucht sich nicht zu wundern, wenn Einbrecher übers Dachfenster einsteigen. Selbst Mülltonnen und Gartentische sind beliebte Einstiegshilfen! Die gefährden in aller Regel zwar nicht den Versicherungsschutz, bergen aber vermeidbare Risiken. Und wer sämtliche Rollläden und Jalousien geschlossen hält, erhöht zwar den Aufwand der Einbrecher, sendet aber gleichzeitig ein deutliches Signal: Es ist niemand zu Hause. Da kann man auch gleich einen Zettel ans Haus hängen: bitte einbrechen! Übrigens lässt sich da mit dem Smart-Home-Trend Abhilfe schaffen – wenn die Rollläden immer mal wieder hoch oder runter gehen, wenn mal hier, mal da Licht brennt, liefert das ein großes Plus an Abschreckung und Sicherheit!

„Juhu, wir sind jetzt weg!“

Kaum jemand schreibt heute noch Postkarten aus dem Urlaub. Dafür gibt es ja die sozialen Medien. Da kann man zwar auch im Urlaub die Aktivitäten des Verbands Wohneigentum Baden-Württemberg verfolgen, aber ebenso Hinweise geben, die man lieber sein lassen sollte. Wer etwa auf Facebook Strandbilder postet, macht damit nicht nur den neidischen Freundes- und Bekanntenkreis aufmerksam. Sondern auch unliebsame Hausgäste.

Noch vor wenigen Jahren telefonierten sich Einbruchsbanden die Finger wund, um auf Anrufbeantwortern lohnenswerte Ziele ausfindig zu machen. Wer in seiner Bandansage also sagt, dass er bis zum nächsten Monat auf den Kanaren oder den Pastinaken verweilt, lockt natürlich Einbrecher ins Haus – und verhält sich wiederum fahrlässig. Zwar haben Versicherungen da schlechte Karten, weil etwa Ärzte, Anwälte oder auch Handwerker ihren Kunden die Urlaubszeiten zugänglich machen müssen. Viele Berufstätige müssen ihren Kunden und Kollegen ebenfalls über den Abwesenenheits-Assistenten ihres Mail-Postfachs mitteilen, wann sie wieder erreichbar sind. Das ist längst normal, aber Vorsicht ist dennoch geboten.

Zur Sicherheit: Nachbarn, die aufpassen

Mitglieder des Verbands Wohneigentum im ganzen Land haben die nahezu ideale Lösung, wenn es um Einbruchsschutz geht. Sie kennen ein Instrument, das meistens ziemlich sicher funktioniert: Nachbarschaftshilfe.  In vielen örtlichen Vereinen gibt es Projekte, in denen direkte Nachbarschaftshilfe angeboten wird. Oft geht es um leichte Dienstleistungen, die untereinander angeboten werden. Um Hilfen beim Einkauf, im Haushalt und im Garten – aber auch um die Fahrt zum Arzt, die Kinderbetreuung oder das Ausfüllen von Anträgen. Davon profitieren alle Generationen, wobei durch gute Organisation sichergestellt wird: Die Bereitschaft der einzelnen Mitglieder wird nicht übermäßig ausgenutzt, alles wird gut auf alle Schultern verteilt.

Mit gutem Beispiel voran: In Heimsheim setzen die Menschen auf soziales Miteinander – auch zum Schutz vor Einbrüchen

Dieses nachbarschaftliche Denken und Handeln ist so fest in der DNA der Verbandsmitglieder verankert, dass es auch zum Schutz vor Einbrüchen taugt. Viele Siedlergemeinschaften haben bis heute diesen Gedanken sogar in ihren Satzungen verankert – und füllen ihn entsprechend mit Leben. Neue Mitglieder wundern sich immer wieder mit Recht über die bestens funktionierenden Nachbarschaften. Viele Menschen im Land denken nämlich, dass es so etwas gar nicht mehr gibt. Bis sie dann zum Verband Wohneigentum stoßen.

Bei aller Vorsicht der Nachbarn: Allzu leicht sollten man es Einbrechern nicht machen. Das heißt auch, dass die wirklich wichtigen Wertgegenstände und die unverzichtbaren Unterlagen nicht im Haus sein sollten. Zumindest während der Urlaubszeit gehören sie am besten in ein Bankschließfach.

Und sollte es doch einmal zu einem Einbruch kommen, sollte man dokumentieren können, was fehlt. Die Versicherungen freuen sich über präzise erstellte Listen der Wertgegenstände. Mit dem Smartphone ist es heute ja auchleicht, die wertvollen Dinge von mehreren Seiten zu fotografieren. Nicht vergessen sollte man aber, die Fotos zu sichern. Am besten auf einem Datenträger, der dann auch im Bankschließfach liegt.

 Fotorechte beim Autor, Logo Nachbarschaftshilfe mit Dank an Verband Wohneigentum Heimsheim am Neckar e.V.