E-Mail an alle Bundestagsabgeordneten aus Baden-Württemberg

Sehr verehrte Abgeordnete!

Die Corona-Pandemie stellt für unser Gemeinwesen ein tiefgreifendes Ereignis dar. Die ökonomischen Folgen sind eine nie dagewesene Herausforderung.

Die Pläne, einen Schutzschirm für die Unternehmen und Bürger aufzuspannen, finden allgemeine Zustimmung.

Jedoch erregen die Veröffentlichungen und Beiträge zur Aufhebung des Kündigungsschutzes für Mieter, wenn Sie ihrer Zahlungsverpflichtung nicht nachkommen unter unseren Mitgliedern die größten Sorgen. Sie sollen die nicht gezahlte Miete in einer Frist von zwei Jahren an den Vermieter nachzahlen.

Diese Äußerungen werden teilweise als Aufforderung zur Einstellung der Mietzahlungen aufgefasst.

Unserer 23.000 Mitgliederfamilien leben zwar überwiegend in ihren eigenen vier Wänden. Einige vermieten als „Amateurvermieter“ einen Teil ihres Eigentums. In der Regel sind die Mieten in diesen Wohnungen unterhalb des Mietspielgels, wie eine Beobachtungsstudie des Verbands Wohneigentum Baden-Württemberg e.V. (VWE BaWü) ergeben hat.

Einige unserer Mitgliedsfamilien sind dringend auf diese Mieteinnahmen angewiesen. Sie bessern entweder ihre oftmals unterdurchschnittlichen Renten auf und/oder finanzieren damit die Pflege ihrer Angehörigen. Einige andere, gerade junge Familien, haben sich gerade Ihren Traum vom eigenen Familienhaus erfüllt, den sie kreditfinanziert durch die Mieteinnahmen absichert. Gerade in jungen Familien mit kleinen Kindern können nicht beide zugleich arbeiten, da ein Elternteil in Eltern- oder Erziehungszeit sind.

Ein längeres Ausblieben von Mieteinnahmen, gefährdet die finanzielle Basis der Familien und der zu pflegenden Angehörigen.

Was passiert, wenn die Mieteinnahmen eines Mieters in einem Zweifamilienhaus wegbrechen und die Mieteinnahmen auf zwei Jahre gestundet werden?

  1. Kann dann die Bank für diesen Zeitraum die Kredittilgung aussetzen, so dass der Hauseigentümer diese in den nächsten zwei Jahren nachzahlen kann?
    ODER:
  2. Kann in solchen Härtefällen der Staat die ausfallenden Mieteinnahmen als kostenfreien Kredit über die KfW-Bank zur Verfügung stellen?

Wir bitten Sie dies zu bedenken und vor der Abstimmung eine Lösung zu finden für diesen, das Gemeinwesen vor Ort auch stärkenden Personenkreis.

Mit freundlichen Grüßen

Roland Schimanek

Geschäftsführer
Verband Wohneigentum Baden-Württemberg e.V.