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Kinder bei der Gartenarbeit

Landeswettbewerb fördert das Beste so mancher Siedlung ans Licht

Es ist vollbracht: Die Jury hat alle Siedlungen genau unter die Lupe genommen, die sich am diesjährigen Landeswettbewerb unter der Überschrift „Wohneigentümer – heute für morgen“ des Verbands Wohneigentum Baden-Württemberg beteiligen. Drei Tage lang war die Expertenkommission unterwegs, um sich ein Bild davon zu machen, wie zukunftsfähig das Wohnumfeld der teilnehmenden Vereine gestaltet ist. Der Kommission gehören an Ernst Granzow vom Bezirk Schwarzwald-Baar-Heuberg, Axel Ackermann, ehemaliger Landesgartenfachberater und ehemaliger Landesgeschäftsführer und Ekkehard Bös, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für die Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken sowie Kooperationspartner des Landesverbandes Baden-Württemberg. Nun hat die Jury die Qual der Wahl: Wer qualifiziert sich für den Bundeswettbewerb 2020? So haben die Juroren die Siedlungen bei ihrem Besuch erlebt:

Mannheim

Der Startschuss fiel in Mannheim bei der Siedlergemeinschaft BASF Mannheim Rheinau Süd. Gemeinderäte, die Leiter von Grundschule und Kindergarten sowie Vertreter der Presse hatten sich im Siedlerheim eingefunden, und Gemeinschaftsleiter Hans Held begrüßte sie gemeinsam mit seinem Stellvertreter Jürgen Haller und weiteren Vorstandsmitgliedern, einigen Wohneigentümern sowie Ehrenmitglied Wolfgang Lehmpfuhl.

Teilweise schon barrierefrei

Zunächst stellte Held mittels einer Powerpoint-Präsentation die Gemeinschaft vor, wobei es etliche spannende Fakten zu erzählen gab: Die Siedlung wurde gegründet ab 1933 und zählt heute  291 Mitgliedsfamilien. Sie liegt am Rande von Mannheim und hat den Charakter einer Kleinsiedlung. Zehn Prozent machen dabei Einfamilienhäuser aus, 55 Prozent sind Doppelhaushälften und 25 Prozent Reihenhäuser.  Der Rest sind Eigentumswohnungen. Teilweise sind die Häuser und Wohnungen bereits barrierefrei umgebaut worden. Die Vorgärten und Gemüsegärten sind ein fester Bestandteil der Siedlung, deren Heizungen über Fernwärme funktionieren. Einkaufsmöglichkeiten, Post, Bank und Ärzte sind gut zu erreichen

Etliche Feste sorgen für gutes Miteinander

Mit großem Engagement kümmern sich die Mitgliedsfamilien um das soziale Umfeld am Ort und ein gutes Miteinander. Veranstaltungen wie das Siedlerfest, der Weihnachtsmarkt zugunsten karitativen Organisationen, Faschingsveranstaltungen, Ausflüge Vorträge im Siedlerheim über Erbrecht, Einbruchschutz, Gartengestaltung und Pflege und vieles mehr gehören zum Standardprogramm. Darüber hinaus wird Seniorenessen zu günstigen Preisen im Siedlerheim angeboten.

Familien-Fackelumzug war ein Höhepunkt

Unter der Leitung der Frauengruppe finden regelmäßig Kaffeenachmittage im Siedlerheim statt. Basteln mit Jugendlichen, der Bau von Nisthilfen und andere Aktionen für Kinder und Jugendliche gehören zum wiederkehrenden Programm der Gemeinschaft. Ein Höhepunkt war in diesem Jahr ein Familien-Fackelumzug um den angrenzenden See mit rund 200 Personen.

Schulgarten wird mit betreut

Auch der Schulgarten in der Grundschule und im Kindergarten wird von den Mitgliedern der Gemeinschaft betreut. Familienausflüge und der Besuch der österreichischen Partnersiedlung sind ebenso Teil des Programms. Politische Aktivitäten vor Ort, wie etwa der nachdrückliche Einsatz für den Erhalt der Postdienste sowie gegen verkehrswidriges Parken in der Siedlung oder Unterstützung für den Erhalt des Schwimmbads gehören für die Mitglieder ebenso dazu. Mit Müllsammelaktionen helfen die Siedler außerdem dabei, die Umgebung sauber zu halten.

Rastatt

In Rastatt begrüßte Gemeinschaftsleiter Wolfgang Franzke mit Vorstands-und Gemeinschaftsmitgliedern Bürgermeister Raphael Knoth, einige Stadträte sowie den ehemaligen Bundesvorsitzenden des Verbands Wohneigentum Hans Rauch sowie Vertreter der örtlichen Presse.

Eigene Wasserbrunnen und Zisternen

Die Altsiedlung Rastatt-Münchfeld am Rande Rastatts ist zwischen 1934 und 1950 entstanden und beherbergt heute rund 300 Mitgliedsfamilien. 57 Einfamilienhäuser, 85 Doppelhaushälften und zehn Reihenhäuser gehören zur Siedlung. Eigene Wasserbrunnen und Zisternen sind überwiegend bei den Häusern zu finden. Einkaufsmöglichkeiten, Post und Banken, Kindergarten und Schule sind fußläufig zu erreichen. Die Vorgärten und Gemüsegärten sind gepflegt.

Reges Vereinsleben

Das Vereinsleben ist rege: Eine Frauengruppe, die regelmäßig etwas unternimmt und die offen ist für alle Mitglieder bereichert den Stadtteil. Das Siedlerfest beim Holzpavillon mitten in der Siedlung ist immer ein Höhepunkt des Jahres, wozu auch die Siedlerhexen, die nicht nur an Fastnacht aktiv, stets etwas beitragen.

Biotop und Streuobstwiese fordern viel Einsatz

Die Betreuung eines Biotopes und der Streuobstwiese erfordern viel Einsatz. Auch werden die Ruhebänke, die von den Wohneigentümern mit Hilfe der Stadtverwaltung aufgestellt wurden, unterhalten. Mit Kindern und Jugendlichen wurden in den Schulen und Kindergärten insgesamt rund 100 Nistkästen und Insektenhotels gebaut. Mit der Carl-Schurz Grundschule wird ein Naturerlebnistag veranstaltet.

Familienausflüge gehören dazu

Regelmäßig gibt es Familienausflüge. Für die Gartenarbeit und sonstige Tätigkeiten rund ums Eigenheim verleiht die Siedlergemeinschaft entsprechende Gerätschaften.

Gut besucht sind die Vorträge des Verbands über Themen wie Erbrecht oder Gartenarbeit, auch Schnittkurse werden angeboten. Eine Vogelauffangstation wird ebenfalls durch Mitglieder der Gemeinschaft unterstützt.

Freiamt-Ottoschwanden

Im Breisgau eröffnete die Jury den zweiten Tag ihrer Reise durch Baden-Württemberg. Die Gemeinschaft Freiamt Ottoschwanden in der Nähe von Emmendingen präsentierte sich mit Gemeinschaftsleiter Rudolf Köstel und einigen Mitgliedern.  Die meisten Eigentümer aus der charmanten ländlichen Siedlung arbeiten in den umliegenden Städten und Gemeinden. Die meisten Häuser in der Siedlung sind Einfamilienhäuser ab de Baujahr 1964.

Viele Mehrgenerationenhäuser

Fast jedes Haus wurde zu einem Mehrgenerationen Haus umgebaut. Es leben dort Großeltern, Eltern, Kindern, und Enkel zusammen. Viele der Wohnungen sind so umgebaut, dass jede Wohneinheit einen separaten Eingang hat. Photovoltaik- und Solaranlagen sind überall zu finden. Geheizt wird mit Öl, Gas, und Holz. Die Gärten sind gepflegt. Überall sind großzügige Nutzgärten vorhanden. Post- und Bankgeschäfte, sowie Einkäufe müssen auswärts erledigt werden.

Nachbarschaftshilfe wird großgeschrieben

Einen Spiel- und ein Bouleplatz haben die Wohneigentümer in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung angelegt, er wird von den Mitgliedern gepflegt. Ausflüge, Gartenberatung und aktive Nachbarschaftshilfe, wie beispielsweise Einkäufe für ältere Mitglieder, sind Bestandteil des Vereinslebens.

Freiamt-Mußbach

In Freiamt-Mußbach begrüßte Gemeinschaftsleiter Heino Wolfsperger zusammen mit Vorstands- und Gemeinschaftsmitgliedern sowie dem Altvorstand und ehemaligen Mitglied des Landesvorstandes Edmund Haas die Gäste: Bürgermeisterstellvertreterin Margit Haas, Schulrektor Franz Viernickel und Karin Härer vom Kindergarten Spielwiese.

Siedlerheim wird zum Naturklassenzimmer

Die Gemeinschaft hat 76 Mitgliedfamilien und liegt im ländlichen Raum unweit von Emmendingen bei Freiburg. Die Gemeinschaft lebt ein aktives Vereinsleben. Es werden im eigenen Vereinsheim Seniorennachmittage mit Unterhaltung angeboten. Das alljährliche Siedlerfest mit Boulewettbewerb findet ebenfalls beim Vereinsheim statt. Vorträge aller Art vom Verband oder von anderen Anbietern werden von den Mitgliedern und anderen interessierten Bürgern ebenfalls genutzt. Familienausflüge und kleinere Veranstaltungen werden regelmäßig angeboten. Schulzentrum und der Kindergarten nutzen den Spielplatz, der von den Wohneigentümern in Zusammenarbeit mit der Gemeinde angelegt und unterhalten wird. Das Siedlerheim wird dabei zum Naturklassenzimmer – unterstützt von den Mitgliedern der Gemeinschaft wird den Kindern die Natur auf ganz praktische Weise gezeigt.

Auffahrrampen und Aufzüge wurden gebaut

Die Siedlungshäuser wurden im alten Teil ab 1950 und im neueren Teil ab 1964 gebaut. Die Siedlung besteht aus Einfamilien- und Doppelhäusern. Ein Teil davon wurde schon barrierefrei gestaltet. Ersichtlich ist dies schon von außen. Es wurden Auffahrrampen und Aufzüge für Rollstuhlfahrer angebaut. Innenräume wurde Behindertengerecht gestaltet. Photovoltaik und Solaranlagen sind auf vielen Dächern und Garagen zu finden.

Zahlreiche Nutzgärten zur Selbstversorgung

Die Gärten sind gepflegt und dienen zum großen Teil noch als Nutzgarten zur Selbstversorgung. Auch kleinere Blumenwiesen für Insekten und eine große Anzahl an Insektenhotels ließen sich bei den Häusern der Wohneigentümer finden. Der Verein pflegt ehrenamtlich die Gedenkstätte im Wald von Tennenbach, die an die rund 1.500 gefallenen Soldaten in den Befreiungskriegen 1813 bis 1815 erinnert.

Singen

Schlussendlich gelangte die Jury am dritten Tag nach Singen und besuchte die Gemeinschaft Verband Wohneigentum Siedlergemeinschaft Singen. Gemeinschaftsleiter Christian Siebold begrüßte einige Stadträte der Stadt Singen und Ehrenmitglied Rudolf Thoma sowie Pressereferent Helmut Gülpers.

Gebiet befindet sich im Umbruch

Die Begehung wurde auf zwei Abschnitte unterteilt: die Alt-Siedlung und der jüngere Teil im Eisvogel. Die Siedlung liegt am Stadtrand von Singen und wurde in den Jahren 1934 bis 1938 gegründet. In dem Begutachtungsgebiet leben 123 Mitglieder. Die Siedlung besteht aus einem großen Anteil von Einfamilien- und Doppelhäusern, aber auch Reihenhäuser sind zu finden. Das Gebiet befindet sich derzeit im Umbruch: Viele ältere Häuser werden verkauft und umgebaut. Der Anteil an ausländischen Mitbürgern, die auch gerne Mitglieder der Gemeinschaft werden möchten, wächst.

Gärten sind echte Filetstücke

Zu beklagen ist ein gewisser Leerstand von Häusern, wobei diesbezüglich aber mit der Stadtverwaltung über Möglichkeiten der Nutzung gesprochen wird. Ein weiterer Punkt bei den Gesprächen mit dem Baudezernenten ist die zunehmende Versiegelung von Einfahrten und Höfen. Deshalb will die Gemeinschaft gegensteuern. Die Vorgärten sind gepflegt und ansprechend. Die wirklichen Filetstücke sind allerdings die Gärten hinter den Häusern: Dort sind regelrechte Oasen der Ruhe und Erholung entstanden. Dort liegen der Gemüsegarten neben Blumenwiesen, kleinen Wasserspielen oder Plätzen für Kinder nebeneinander. Auch wird Nachbarschaft gelebt mit offenen Zäunen und Durchgängen zum Nachbargrundstück.

Mitglieder unterstützen einander

Auf Barrierefreiheit wird bei den Umbauten geachtet. Einkäufe für den täglichen Bedarf können im Nahbereich getätigt werden. Post, Banken und Ärzte sind erreichbar. Wo etwas nicht klappt, da hilft die Gemeinschaft gerne weiter. Soziale Hilfsdienste werden vermittelt, Sammelbestellungen wie Heizöl gehören ebenfalls zum Programm. Auch bei Boten und Amtsgängen greifen sich die Mitglieder gerne unter die Arme. Kleine Straßenfeste und Spielnachmittag finden regelmäßig statt.

Vielfältige Veranstaltungen im Siedlerheim

Im Siedlerheim finden einmal im Monat ein Seniorenessen und Kaffeenachmittage statt. Ein politischer Frühschoppen wird sonntags ebenfalls veranstaltet. Das Siedlerheim wird auch darüber hinaus für Veranstaltungen jeglicher Art genutzt. Lesungen von einheimischen Autoren, Unterhaltungsabende, Vorträge über Erbrecht, Gartengestaltung und Pflege, Einbruchschutz und andere interessante Themen werden regelmäßig veranstaltet. Bastelaktionen mit Jugendlichen und die Teilnahme am Kinderferienprogramm sind selbstverständlich.

Zusammenarbeit mit anderen Vereinen wird gepflegt

Aktionsbündnisse für Integration oder Tempo 30 in Wohngebieten sind in Hinblick auf ein noch besseres Wohnumfeld initiiert worden. Die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen bei  Veranstaltungen wie beispielsweise dem Markt der Möglichkeiten wird gerne praktiziert. Die Gemeinschaft bietet Ausleihgeräte wie Anhänger und kleine Gartengeräte.

Blume

Strauchrosen blühen in diesem Jahr besonders üppig. Der Fotowettbewerb „Rettet den Vorgarten“ des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg und des Verbands Wohneigentum Baden-Württemberg läuft noch bis 31. Juli. Ziel ist es, ein Zeichen zu setzen gegen die immer mehr werdenden Steinwüsten in Baden-Württembergischen Vorgärten. Gartenberater Sven Görlitz hat bereits die ersten eingesendeten Fotos gesichtet.

Welche Pflanzen finden sich in den Vorgärten, die Sie bisher im Foto gesehen haben, besonders häufig?

Sven Görlitz: Besonders häufig sind Strauchrosen zu sehen, die in diesem Jahr, wie ich finde, besonders üppig blühen. Aber auch viele bunt-gemischte Staudenpflanzungen sind auf den Bildern.

Wer seinen Vorgarten ohne viel Aufwand für den Sommer noch etwas hübscher gestalten möchte, welchen Tipp haben Sie?


Sven Görlitz: Ohne viel Aufwand kann man auf freie Flächen immer noch Stauden pflanzen. Als Topfpflanzen können diese auch jetzt noch gesetzt werden und bereichern schnell den Vorgarten. Wichtig ist es dabei, unbedingt auf den richtigen Standort zu achten.

Was sagen Sie einem Steingartenbesitzer, der damit argumentiert, dass er die Pflege für einen bepflanzten Vorgarten nicht leisten kann.

Sven Görlitz: Dass Steinflächen pflegeleicht sind, ist zu kurz gedacht. Schnell lagert sich auch hier wieder organisches Material ab und die Fläche wächst zu. Dies sieht man häufig auf Steinflächen, die vor ein paar Jahren angelegt wurden. Dann heißt es Unkraut jäten im Schotter, denn Herbizide dürfen auf diesen Flächen nicht eingesetzt werden. Eine gut geplante, standortgerechte Pflanzung mit Sträuchern und Stauden oder ein Blumenrasen sind dauerhaft pflegeleichter, ökologisch wertvoller und sehr wichtig für ein angenehmes Mikroklima.

Hier geht es zum Fotowettbewerb „Rettet den Vorgarten“

Zur Person: Sven Görlitz

Sven Goerlitz Gartenberatung
Gartenberater Sven Görlitz,

Sven Görlitz ist Techniker im Garten- und Landschaftsbau und arbeitet als Gartenberater beim Verband Wohneigentum Baden-Württemberg.

Hier berät er die Mitglieder des Verbandes in allen Fragen rund um den Hausgarten. Dies geschieht in Form von Vorträgen, Gehölzschnittkursen, Baumkontrollen, und individuellen Gartenberatungen. Besondere Beachtung findet hierbei ein nachhaltiges und naturnahes Gärtnern.

Lebendige Vorgärten – artenreich und pflegeleicht

Der Verband Wohneigentum Baden-Württemberg e.V. zeigte zusammen mit den örtlichen Vereinen im Raum Lahr auf der Landesgartenschau 2018 verschiedene Beispiele einer artenreichen Vorgartenbepflanzung. Ein Rückblick.

vorgarten staudenpflanzen
Vorgarten mit Staudenpflanzen

Mit Blüten, Farben, Früchten, Duft und Blätterrauschen empfängt ein Vorgarten jeden Tag Bewohner, Besucher, Vögel und Insekten. Jedoch werden immer mehr Flächen in den Gärten versiegelt oder mit Schotter zugeschüttet – keine gute Entwicklung für das Mikroklima und die Insektenwelt. Dabei können selbst kleine Gartenflächen artenreich, ansprechend und pflegeleicht gestaltet werden und damit unser Lebensumfeld bereichern.

Der Eingangsbereich des Gartens wurde als „Schotter- und Pflasterwüste“ gestaltet, hier wurde aufgezeigt, welche Auswirkungen dieser Gartentrend auf unsere direkte Umwelt hat. Durch aufgespannte Banner erreichte man den eigentlichen Garten. In diesem gab es verschiedene Pflanzbeispiele zum Nachpflanzen: verschiedene Staudenmischpflanzungen für den sonnigen und schattigen Bereich, pflegeleichte Präriestaudenpflanzung im Kies, Kräuterrasen und eine insektenfreundliche Blühpflanzenmischung. Ergänzt durch Sträucher und für den Vorgarten geeignete, kleinkronige Hochstämme. Weiterhin gab es eine Sitzgelegenheit unter einem Rankbogen mit Kletterpflanzen und ein Gartenhaus an dem man Infomaterialien erhielt.

Unser Garten auf der LGS Lahr

Die Erwärmung im Zuge des Klimawandels und das drastische Insektensterben stellen uns vor neue Herausforderungen, auch in unseren Gärten. Bäume und Kletterpflanzen sorgen für Abkühlung, Lärmminderung und wirken als Feinstaubfilter. Blütenpflanzen bieten Nahrung für Insekten und Vögel.

Der Hausgarten erhält eine immer größere Bedeutung und Wertigkeit für ein angenehmes und lebenswertes Wohnumfeld. Jeder Vorgarten und Garten kann einen wichtigen Beitrag dafür leisten – wenn er artenreich und vielfältig gestaltet ist. Bereiten diese Flächen nicht zuviel Arbeit, ist allen geholfen. Genau das wollen wir mit unserem Beitrag „Lebendige Vorgärten – artenreich und pflegeleicht“ veranschaulichen. Was es bedeutet, wenn immer mehr Vorgärten zugepflastert oder mit Schotter bedeckt werden wird im Eingangsbereich mit seiner eintönige Schotterwüste veranschaulicht. Durch eine Sichtschutzwand erreicht man den eigentlichen Garten. Hier werden auf sechs Pflanzflächen artenreiche und pflegeleichte Staudenpflanzungen, Aussaaten und Gehölze vorgestellt, die sich gut im eigenen Vorgarten realisieren lassen.

Die einzelnen Pflanzbereiche:

aufbauplan landesgartenschau

„Duftende Bienenweide“

Staudenpflanzung von der Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin
Diese Staudenpflanzung mit Lavendel, Duftnessel, Katzenminze, Steinquendel, Blauraute, Majoran und Thymian bietet Insekten vom Frühjahr bis zum Herbst eine Nahrungsquelle. Im Herbst blühen Astern, Sonnenhüten und Fetthenne, deren Blüten gern von Bienen aber auch Schmetterlingen wie dem Tagpfauenauge besucht werden. Die Pflanzung wurde ergänzt mit einer Eberesche Sorbus aucuparia `Edulis´.

Bezugsadresse und unser Partner auf der LGS: graefin-von-zeppelin.de

„Präriemorgen“

Weinheimer Staudenmischpflanzung
Halbhohe Mischung aus Wildstauden und niedrigen Gräsern der Prärie. Hier dominieren zarte, frische Pastelltöne von Purpur über Rosa bis Weiß. Die Mischung besitzt einen naturnahen wiesenartigen Charakter und überzeugt auch nach der Hauptblüte mit schönen Samenständen und Winterstrukturen. Als Strauch wurde eine Felsenbirne Amelanchier lamarckii gepflanzt.

Weitere Informationen: Sichtungsgarten Hermannshof

Bezugsadresse und unser Partner auf der LGS: http://www.durchgeblueht.de/praeriemorgen-staudenmischpflanzung-als-fertigmischung-vorgemischt.html

„Goldsaum“

Veitshöchheimer Staudenmischpflanzung
Blütenreiche Mischung in den Farben gelb, weiß und violett; farbkräftige Blütenaspekte im Frühjahr und Sommer; interessante Blatttexturen und gelbgrüne Blattfarben. Für den habschattigen Bereich. Zusätzlich wurde als Hochstamm-Baum eine Kornelkirsche Cornus mas gepflanzt.

Weitere Informationen: https://www.lwg.bayern.de/landespflege/urbanes_gruen/160092/index.php

Bezugsadresse und unser Partner auf der LGS: http://www.durchgeblueht.de/goldsaum-staudenmischpflanzung-als-fertigmischung.html

„Blühender Vorgarten“

Staudenpflanzung Verband Wohneigentum Baden-Württemberg
Bodendeckende und strukturgebende Stauden in Kombination. Der Fokus liegt dabei auf einer langen Blütezeit und einem geringen Pflegeaufwand. Gut geeignet auch für kleinere Beete im Vorgarten. Als Sträucher wurden hier eine Aronie Aronia melanocarpaund ein Rotblättriger Holunder Sambucus nigra `Black Lace´ gesetzt. Staudenliste Blühender Vorgarten.pdf (221.6 KB, PDF-Datei)

„Blühende Landschaft“ Saatgutmischung

Diese Saatgutmischung verbessert die Nahrungsversorgung von Wildbienen, Honigbienen, Schmetterlingen und anderen blütenbesuchenden Insekten. Diese Insekten übernehmen eine wesentliche Funktion bei der Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen. Die Larven mancher Insektenarten tragen auch zur Schädlingsbekämpfung im Garten bei. Bei dem Hochstamm-Baum in der Pflanzung handelt es sich um einen Pflaumenblättrigen Weißdorn Crataegus persimilis.

Weitere Informationen: http://www.bluehende-landschaft.de/nbl/nbl.handlungsempfehlungen/nbl.handlungsempfehlungen.3/index.html

Bezugsadresse und unser Partner auf der LGS: www.rieger-hofmann.de

Blumenrasen / Kräuterrasen Saatgutmischung

Eine pflegeleichte und ökologisch sinnvolle Begrünung für wenig genutzte Gartenflächen. Vermittelt zwischen der hochwüchsigen Blumenwiese und dem einheitsgrünen Zierrasen. Mäßig trittfester, niederwüchsiger Rasen. 20 schnittverträgliche Blütenpflanzen bringen Farbe in den Rasen. Der Blumenrasen erreicht eine Höhe von max. 40-60 cm. Als Strauch wurde ein Holunder Sambucus nigra gepflanzt

Informationen, Bezugsadresse und unser Partner auf der LGS: www.rieger-hofmann.de

Verwendete Gehölze

Die hier verwendeten kleinkronigen Hochstämme und Sträucher sind gerade für Vorgärten geeignet. Sie alle bieten Blüten- und Fruchtschmuck und dienen Insekten und Vögeln als Nahrung. In der Mitte des Gartens steht ein Zierapfel Malus `Evereste´ als kleinkroniger Hochstamm-Baum. Das Pergola über der Bank wurde mit der Weintraube `Muscat Bleu´ und einer Herbst-Waldrebe Clematis paniculata berankt. Gehölzliste Lebendige Vorgärten Lahr.pdf (251.1 KB, PDF-Datei)

Gestaltung, Ausführung und Partner

Der Garten wurde von Sven Görlitz, Gartenberater des Verband Wohneigentum Baden-Württemberg, geplant. Alle Pflanz- und Holzarbeiten wurden von den örtlichen Vereinen des Verbands Wohneigentum im Raum Lahr durchgeführt. Die Pflege und Betreuung übernehmen verschiedene Vereine aus dem Bezirksverband Südlicher Oberrhein.

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Ehrenamtliche Helfer auf der Landesgartenschau

Folgende Vereine waren an der Erstellung beteiligt:

Heim- und Gartenfreunde Friesenheim
Siedlergemeinschaft Mahlberg
Siedlergemeinschaft Kippenheim
Landesgeschäftsstelle Karlsruhe

Wir danken unseren Projektpartnern die uns bei der Erstellung unterstützt haben: 

Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin in Sulzburg-Laufen: https://graefin-von-zeppelin.de

Pflanzenvertrieb Brossmer in Ettenheim: https://www.baumschule-brossmer.de

Durchgeblüht pflanzfertige Staudenmischungen in Wilsdruff bei Dresden: http://www.durchgeblueht.de

Die Zaunfabrik in Emmendingen: https://www.zaunfabrik-natur.de

Rieger-Hofmann GmbH in Blaufelden-Raboldshausen: www.rieger-hofmann.de