Wenn der Sommer vorbei ist, verbringen wir unsere Abende meistens wieder drinnen. Garten, Balkon und Terrasse waren monatelang das erweiterte Wohnzimmer. Das soll jetzt wieder vorbei sein? Mit Feuerschalen lässt sich das ändern. Ein prasselndes Feuer im Freien, angenehm warm im Gartensessel, umgeben von Nachbarn und Freunden. Doch ist das erlaubt? Und wo sind die Grenzen?

Wer sich im Baumarkt eine Feuerschale oder einen Feuerkorb kauft und es sich gleich abends auf der Terrasse damit gemütlich macht, hat zunächst einmal keine Probleme zu erwarten. Rein rechtlich gelten Feuerschalen nämlich als „nicht genehmigungsbedürftige Anlagen“. Mit anderen Worten: Genießen Sie den Abend!

Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht. Denn schon ein Lagerfeuer im eigenen Garten müssen Sie eigentlich anmelden – wenn es innerhalb der Gemeinde ist. Und das ist der eigene Garten ja in aller Regel. Grundsätzlich muss jedes offene Feuer nämlich beim Ordnungsamt beantragt und genehmigt werden.

Zur Sicherheit in der Gemeinde fragen

Gartenberater Sven Görlitz vom Verband Wohneigentum Baden-Württemberg: „Die Sache mit dem offenen Feuer handhaben die einzelnen Gemeinden zum Teil sehr unterschiedlich.“ Er empfiehlt daher, bei der Gemeindeverwaltung nachzufragen. Denn: „In manchen Gemeinden gibt es empfindliche Bußgelder für offenes Feuer. Oftmals gibt es aber auch keine konkreten Verordnungen.“

Familienvergnügen: Feuer am Abend

Die handelsübliche Feuerschale aber, die sich in den letzten Jahren immer mehr durchgesetzt hat, dient als „Wärme- oder Gemütlichkeitsfeuer“ nur der „privaten Wärmegewinnung“. Damit gelten ähnliche Regeln wie für den Kachelofen im Wohnzimmer. Der wird schließlich auch nur mit unbedenklichen Brennstoffen beheizt.

Keine Abfälle verbrennen!

Es sollte also eine Selbstverständlichkeit sein, dass Sie Ihre Feuerschale nur mit Holz und etwas Papier zum Anfeuern bestücken. Naturbelassenes Holz ist am besten, aber auch Presslinge dürfen verwendet werden – also Holzbriketts und vergleichbare Artikel. Das alles gibt’s im Baumarkt. Falls jemand den Aufwand nicht scheut, selbst Holz machen, darf er das gern tun.

Wer gemütlich am Feuer sitzen möchte, verbrennt in der Feuerschale keine Pflanzenabfälle. Auch wenn es sich nach dem Gärtnern anbieten würde: Strauch- oder Baumschnitt gehört – leise gehäckselt – im Idealfall auf den Kompost.

Rücksicht nehmen – und mit den Nachbarn reden!

Und wenn die Gemeinde keine Regeln fürs offene Feuer aufgestellt hat, an die Sie sich halten müssen? Dann gilt, wie Sven Görlitz es sagt: „Lassen Sie Ihren gesunden Menschenverstand walten!“ Man sollte also die einige Regeln beachten und nur Dinge tun, die man den Nachbarn selber durchgehen lassen würde. Görlitz: „Allem voran gilt es, auf Sicherheit zu achten und die Nachbarschaft nicht zu sehr zu strapazieren.“ Rauch, so der erfahrene Gartenberater weiter, „stellt eine nicht unerhebliche Beeinträchtigung dar.“

Unter Nachbarn sollte ein freundlicher Umgang eigentlich selbstverständlich sein. Da sollte die eiserne Grundregel gelten: Unter Nachbarn hilft man sich! Dass das nicht immer so ist, davon können die örtlichen Vereine und auch die Geschäftsstelle im Verband Wohneigentum Baden-Württemberg ein Lied singen. Ganz allgemein beim Thema Rechtsberatung – oder etwa wenn die Hecke des Nachbarn stört …

Prasselndes Feuer – stimmungsvolle Wärme

Auf gute Nachbarschaft

Wenn im örtlichen Verein aber die Struktur stimmt, wenn also etwa direkte Nachbarschaftshilfe für Senioren, Alleinerziehende oder Kinderbetreuung angeboten wird, dann dürfte die Feuerschale im Garten das geringste Problem sein. Manchmal genügt es schon, das Thema im Verein anzusprechen. Nicht vergessen: Der Verband Wohneigentum ist als Interessensvertretung schließlich eine große Verbraucher-Schutzgemeinschaft, die auf Ehrenamt basiert!

Dennoch kann es passieren, dass sich Nachbarn über starke Rauch- oder Geruchsbelästigung beschweren. Und auch wenn die Gemeinde keine Regeln setzt: Allzu häufig sollten Sie das offene Feuer im Freien nicht veranstalten. Sollte die eigene schöne Stimmung auf der Terrasse für die Nachbarn eine Zumutung sein, dann informieren Sie Ihre Nachbarn am besten rechtzeitig.

„Rauch stellt eine nicht unerhebliche Beeinträchtigung dar!“ Sven Görlitz

Sven Görlitz (Foto: privat)

Möglicherweise lässt sich auch durch Versetzen der Feueschale eine Linderung erreichen. Es könnte sein, dass schon zwei, drei Meter weiter links oder rechts völlig andere Windverhältnisse herrschen – und die Nachbarn das Feuer in der Schale dann kaum mitbekommen. Grundsätzlich gilt auch hier: Reden Sie mit der Gemeindeverwaltung und mit den Nachbarn! Wer informiert ist, fühlt sich immer besser wahrgenommen.

Ein Problem kann es sein, wenn sich in direkter Nachbarschaft soziale Einrichtungen befinden – etwa ein Krankenhaus oder ein Altenheim. Dann stellt sich die Frage: Ist der Abstand zu diesen Gebäuden ausreichend? Wird da auch wirklich niemand belästigt?

Sicherheit geht vor

Immer griffbereit: ein Eimer Wasser

Es muss immer gewährleistet sein, dass keine Gefahr für eine Ausbreitung des Feuers besteht. Dazu gehört, dass die Feuerschale auf Stein, Sand oder auf Pflaster steht – oder auf einer Metallplatte. Zwischen Boden und Schale sollte der Abstand immer ausreichend sein. Natürlich darf die Schale nicht wackeln, sie muss wirklich stabil stehen.

Kinder haben viel Spaß am Feuer. Wie viele Kindheitserinnerungen sind bei Ihnen mit prasselndem Feuer verknüpft? Mit Gespenstergeschichten am Lagerfeuer? Um Kindern diese Erlebnisse zu gönnen, sollte man auf ihre Sicherheit achten – und sie nie zu nah ans Feuer lassen.

Auch an die Haustiere sollten Sie dabei denken! Was immer in der Nähe sein sollte: ein Eimer Wasser oder ein Wasserschlauch. Und wenn der Wind zu stark wird, geht die schöne Veranstaltung aus Vernunftsgründen früher als geplant zu Ende.

Feuerstelle – gestaltet von Sven Görlitz

Tipps zur Gestaltung

Wer sich den Platz für Feuerkorb, Feuerschale oder fürs zünftige Lagerfeuer so richtig schön gestalten möchte, nimmt sich ebenfalls die Tipps von Sven Görlitz zu Herzen: Der Gartenberater von Verband Wohneigentum Baden-Württemberg hat sich darüber nämlich seine eigenen Gedanken gemacht. Da gibt es auch weitere Sicherheitstipps zum Umgang mit Feuerschale, Feuerkorb und Lagerfeuer.

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